Doctor Who – 1. Technophobie



Als der Doctor gemeinsam mit Donna auf eines der führenden Computergenies der Zeit trifft, sind sie doch ziemlich erstaunt, denn die junge Frau hat plötzlich panische Angst vor allen technischen Geräten. Doch die Technophobie breitet sich wellenartig über die gesamte Bevölkerung aus, und auch die vorhandenen Geräte spielen verrückt...

„Doctor Who“ hat in Großbritannien nicht nur längst Kultstatus erreicht, sondern auch die moderne Popkultur beeinflusst wie kaum eine andere TV-Produktion. Der ganz große Durchbruch ist hierzulande bislang verwehrt geblieben, dennoch schwappt alles um die futuristische Science Fiction Serie über. Und so hat Lübbe nun auch eine Hörspielserie produziert, die in sich abgeschlossene Geschichten erzählt und damit auch unabhängig von den aktuellen Staffeln funktioniert – auch wenn beispielsweise Donna eine zeitliche Einordnung ermöglicht. Den Auftakt mit „Technophobie“, das sehr gekonnt die Stimmung der Serie betont: Skurril, mit verrückten Gedanken versehen und eine sehr gelungene Mischung aus Humor und Spannung. Dass kein Erzähler im Einsatz ist, erschwert zunächst den Einstieg in die Handlung, insbesondere natürlich wenn man die TV-Serie nicht kennt. Doch schnell kristallisiert sich der rote Faden durch die Handlung heraus, und dann kann man auch den schnellen und dynamischen Wechseln gut folgen. Diese unterschiedlichen Stationen machen den Reiz aus, sorgen für treffende und überraschende Wendungen, sodass viel Abwechslung geboten wird. Man muss sich schon auf die ungewöhnliche Szenerie und den speziellen Humor der Serie einlassen können, wobei Vorkenntnisse eben nicht zwingend notwendig sind. Ein guter Einstieg in die neue Serie, die mit einer lebendigen Handlung überzeugt.

Die Hauptfigur der Serie, die schlicht „Der Doctor“ heißt, wird von dem wunderbaren Axel Malzacher gesprochen, der die Figur auch in der Serie synchronisiert und sich damit längst in die komplexe Rolle eingefunden hat. Er spricht diese mit viel Witz, Charme und einer großen Portion Skurrilität, sodass ein schillernder Charakter entsteht. Cathlen Gawlich spricht in dieser Episode die Jill Meadox und punktet dabei mit ihrer sehr präsenten Art, wobei sie in den verschiedenen Szenen immer den richtigen Ton trifft. Auch Julia Stoepel bereichert das Ensemble als Bex mit viel Ausdruck in der Stimme und einigen sehr treffenden Szenen. Weitere Sprecher sind Lars Schmidtke, Sebastian Walch und Daniela Hoffmann.

Für die Regie sind Simon Berteling und Christian Hagitte zuständig, was ja bereits ein deutlichen Qualitätsmerkmal darstellt. Tatsächlich werden hier alle akustischen Elemente wie Dialoge, Musik, Geräusche und Stimmverzerreffekte sehr stimmig zusammengefügt, sodass ein atmosphärisches Hörspiel mit vielen technischen, futuristischen Elementen entstanden ist.

Fotos aus der TV-Serie zieren das Cover, was die Verwechslungsgefahr mit einem O-Ton-Hörspiel erhöht, aber natürlich auch einen großen Wiedererkennungswert bietet. Die kühle, blaue Atmosphäre mit vielen technischen Elementen kommt gut zur Geltung, wobei ein bedrohlich wirkender Alien für einen Eyecatcher sorgt. Im Inneren des kleinen Booklets sind nicht nur Fotos und Infos zu einigen Mitwirkenden zu sehen, sondern auch ein kleiner Kommentar zum Zusammenhang des Hörspiels mit der TV-Serie.

Fazit: Doctor Who funktioniert auch als Hörspiel prächtig und bietet hier eine knackig erzählte Handlung voller Wendungen, die sehr temporeich dargeboten wird. Das macht richtig Spaß, nicht nur weil der skurrile Humor so gut zur Geltung kommt, sondern auch weil sie sehr spannend aufbereitet ist. Eine sehr spezielle Art von Science Fiction, aber auch eine sehr lohnenswerte.

VÖ: 27. April 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5682-9

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