Die Schule der magischen Tiere – 6. Nass und nasser

Die Schule der magischen Tiere – 5. Top oder Flop

Die Schule der magischen Tiere – 4. Abgefahren

Die Schule der magischen Tiere – 3. Licht aus!

Die Schule der magischen Tiere – 2. Voller Löcher

Die Schule der magischen Tiere – Folge 1


Die Schule der magischen Tiere – 6. Nass und nasser



Im Schwimmunterricht steht für die Klasse von Miss Cornfield die Prüfung für das Seepferdchen an. Doch einige Schüler haben noch Schwierigkeit mit dem Schwimmen, allen voran Hatice. Doch auch Henry plagen einige Sorgen, denn seine Eltern planen mal wieder eine längere Geschäftsreise – und hört zufällig mit an, dass er in ein Internat soll...

Die Anzahl der magischen Tiere in der Hörspielserie von Karussell ist bereits auf ein beachtliches Maß angewachsen, und nicht in jeder Folge wird jedem Tier wirklich viel Aufmerksamkeit zuteilt. Und auch wenn der Fokus hier wieder auf den Neuankömmlingen und besonders den Problemen „ihrer“ Kinder liegt, finden auch die bereits bekannten Charaktere einen wichtigen Platz. Besonders die Szenen um Schildkröte Henrietta sind dabei sehr gelungen, da noch einmal auf das ganz besondere Band zwischen Tier und Kind eingegangen wird, was stellenweise recht emotional geraten ist. Der Verlauf der Handlung ist ansonsten wieder sehr abwechslungsreich geraten, da sich immer neue Situationen ergeben, von einer Gartenparty über einen Besuch im Schwimmbad bis hin zu einer Theatervorführung sind viele prägnante Szenen vorhanden, die von Szenen aus dem Klassenraum oder bei den Kindern zu Hause ergänzt werden. Die gehemmte Hatice und der allein gelassene Henry stehen dabei im Mittelpunkt, ihre Entwicklung gemeinsam mit den magischen Tieren ist wieder gut dargestellt. Wieder sind es viele Facetten, die hier in einer fantasievollen Geschichte vereint sind und der Zielgruppe Orientierung bieten. Eine weitere, runde Episode der Serie, die treffend umgesetzt wurde.

Alina Degener hat schon einige Erfahrung im Sprechen von Hörspielen sammeln können und kann dies als Hatice auch gut mit einbringen, wobei sie das steigende Selbstbewusstsein des jungen Mädchen sehr glaubhaft umsetzt. Eva Michaelis ist als ihr magisches Tier Mette-Maja zu hören und setzt es freundlich, niedlich, aber auch bestimmt um, sodass man gleich merkt, warum genau sie der richtige Partner für Hatice ist. Lennox Trampert spricht Henry und legt den Fokus auf die enttäuschte und bockige Seite des Jungen, was glaubhaft und mit viel Energie geschehen ist. Weitere Sprecher sind Selina Böttcher, Wolfgang Riehm und Martin Lohmann.

Der Titelsong der Serie eröffnet natürlich auch wieder hier die Handlung und stimmt mit dem fröhlichen Grundton und dem witzigen Text gut auf das Hörspiel ein. Die restliche Umsetzung ist eher schlicht gehalten, auch wenn viele Geräusche die Dialoge begleiten. Die Stimmung wird aber vorrangig von den Sprechern und ihren Rollen erzeugt.

Ein kräftiges Türkis-Grün wurde dieses mal als Hauptfarbe des Covers ausgewählt, was den Bezug zum Wasser aufgreift. Ein stilisiertes Wellenmuster und so einige Menschen und Tiere, die darin herumschwimmen sind ein passendes Motiv für diese Folge. Im Inneren finden die vielen Sprecher ebenso viel Platz wie Hinweise auf andere Produkte der Serie und eine ausführliche Trackliste.

Fazit: Eine abwechslungsreiche und kurzweilige Handlung voller Charme und witziger Einfälle, die vordergründig viel Spaß macht. Doch darin untergebracht sind eben viele wichtige moralische Aspekte und das Lösen von typisch kindlichen Problemen. Dabei sind einige starke Szenen vereint, die der Reihe eine neue Richtung verleihen.

VÖ: 28. September 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567692102


Die Schule der magischen Tiere – 5. Top oder Flop



Die Schulklasse von Miss Cornfield hat die Idee, an der Quizsendung „Top oder Flop“ teilzunehmen. Voller Elan drehen die Kinder ihr Bewerbungsvideo, nur die stets schlechtgelaunte Franka hat überhaupt keine Lust, sich im Fernsehen zu blamieren und will sich völlig heraushalten. Erst als dem aufgekratzten Yannik ein folgenschwerer Fehler unterläuft, taut sie etwas auf...

Auch wenn die einzelnen Folgen von „Die Schule der magischen Tiere“ in sich abgeschlossene Geschichten erzählen, ist dennoch ein roter Faden durch die Serie zu erkennen. Einerseits natürlich, weil immer mehr Schüler von Miss Cornfield ein magisches Tier zur Seite gestellt bekommen, aber auch andere Elemente werden über mehrere Episoden hinweg erzählt. Folge fünf mit dem Titel „Top oder Flop“ spinnt beispielsweise die Handlung um ein ganz besonderes magisches Tier weiter, das als Agent Y bezeichnet wird und gleich mehrfach erwähnt wird, hier aber immer noch keinen menschlichen Freund zur Seite gestellt bekommt. Auch die Handlung der Folge ist wieder gut gelungen, wobei zunächst zwei weitere Kinder intensiver vorgestellt werden. Wieder haben sie eine individuelle Persönlichkeit und mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, die sie im Laufe der Zeit mit Hilfe der magischen Tiere lösen können. Dabei ist die unfreundliche, zurückgezogene Franka mit ihrem Hang zur Düsternis wohl eher eine moderne Erscheinung, während ein Klassenclown wie Yannik wohl schon seit vielen Generationen bekannt ist. Vordergründig geht es aber um die Quizshow, die in der Schule stattfindet und natürlich viele witzige und spannende Momente bietet, aber auch eine kleine Verschwörung muss aufgedeckt werden. Da ist ziemlich viel zu tun, sodass die Folge mit über 80 Minuten auch recht lang geraten sind. Im Gegensatz zur vorigen Folge kommen aber alle Elemente gut zur Geltung, der Eindruck ist hier stimmiger und runder. Dass gleich drei Tiere einen neuen Besitzer finden, ist dann ein besonderes Highlight der Episode und gut eingebunden.

Ich mag die düstere Ausstrahlung von Franka, die von Joanna Städter-Semmelrolle gut in Szene setzt und sowohl die abweisende Seite von ihr zeigt, aber auch das aufkommende Selbstbewusstsein aufblitzen lässt. Stefan Eilers steht ihr als Ratte Cooper zur Seite und spricht mit betont cooler und lässiger Stimme, was ihm viel Ausdruck verleiht. Richtig viel Spaß macht es mit Tetje Mierendorf als herrlich wilder Schimpanse Tingo, der die Sympathien auf seiner Seite hat und dennoch zeigt, dass es auch ernste Seiten im Leben gibt. Weitere Sprecher sind Manuel Elias, Konstantin Graudus und Anne Moll.

German Wahnsinn ist der Mann an den Klangreglern und für Regie, Produktion und Musik zuständig. Das hat er wie in den vorigen Episoden auch stimmig umgesetzt, auch wenn es manchmal kleine Unsauberheiten gibt. Doch die Musik ist passend ausgewählt, bei der finalen Show geht es ziemlich rasant zu, sodass eine passende Atmosphäre entstanden ist.

Die fünf Kinder, die auch in der Folge beschrieben werden, stehen auf dem Cover um einen roten Buzzer und werden von einigen der Tiere umringt. Der Zeichenstil ist witzig und passend, viele kleine Elemente bieten trotz des schlichten Hintergrunds vieles zu Entdecken. Im Inneren gibt es eine ausführliche Trackliste und eine Übersicht aller Mitwirkenden.

Fazit: Karussell zeigt hier, wie moderne Kinderbücher stimmig umgesetzt werden können. Auf die Gefühle der Kinder wird hier besonders gut eingegangen, auch wenn die Erklärung für ihre Probleme manchmal etwas flach geraten ist. Die magischen Tiere bringen eine wunderbar lebendige Stimmung mit ein und treiben die Handlung weiter voran, sodass ein witziges und trotz seiner Länge kurzweiliges Hörspiel entstanden ist.

VÖ: 28. September 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567692089


Die Schule der magischen Tiere – 4. Abgefahren



Die Klasse von Miss Cornfield macht eine Klassenfahrt, und ausgerechnet der strenge Direktor Herr Stiegmann begleitet sie. Als der wilde Silas erfährt, dass auch er für ein magisches Tier vorgesehen ist, wird seine Freude sofort wieder getrübt. Denn wenn er sich auf der Fahrt nicht benimmt, soll er das freche Krokodil Rick wieder abgeben. Dabei fällt es ihm alles andere als einfach, sich zusammen zu reißen...

Schon kurze Zeit nach den ersten drei Hörspielfolgen von „Die Schule der magischen Tiere“ geht es weiter mit den Hörspielumsetzungen der Bücher von Margit Auer, wobei „Abgefahren“ den Anfang macht. Für ein Kinderhörspiel ist es mit über 80 Minuten vielleicht etwas zu lang geraten, da wird schon viel Konzentration von den Kindern verlangt – zumal einige Episoden des Buches ziemlich schnell erzählt werden. Anscheinend wollte man nichts auslassen, eine Vereinfachung der Handlung mit etwas weniger Details wäre dennoch hilfreich gewesen. Als Beispiel ist hier zu nennen, wie die Kinder den Schlüssel von Direktor Stiegmann stehlen, hier gibt es zudem einige Lücken, die nicht allzu logisch erklärt wurden. Dennoch ist „Abgefahren“ ein starkes Hörspiel, was nicht nur an der Idee der magischen Tiere liegt, die auch hier wieder gekonnt eingebaut wurde und die Fantasie von Kindern anregt. Die Geschichte bietet immer wieder spannende Szenen oder witzige Momente, zudem wird gut auf die Gefühlswelt der Kinder eingegangen. Noch mehr als vorher werden viele Kinder schnell eine Identifikationsfigur finden und viele ihrer Klassenkameraden im Verhalten der Mitschüler entdecken. Dass sich dabei jeder weiterentwickelt und die eigenen Probleme mit Hilfe der magischen Tiere überwinden kann, gefällt mir dabei besonders gut. Das Ende ist dann allerdings etwas hoch gegriffen und nicht ganz realistisch erzählt, was die ansonsten starke Folge leider trübt.

Flemming Stein hat schon viel Erfahrung als Hörspielsprecher und passt zudem sehr gut zu der Rolle des Silas, der durch ihn eine wilde und schlitzohrige Aura bekommt und so schnell die Sympathien auf seiner Seite hat. Die schüchterne Finja wird von Samina König sehr zurückhaltend gesprochen, was ihre spätere Entwicklung noch deutlicher macht. Witzig wird es mit Jan Davis Rönfeldt als freches Krokodil Rick, der mit seiner schwarzhumorigen Sprechweise und vielen flotten Sprüchen die Lacher auf seiner Seite hat. Weitere Sprecher sind Manuela Bäcker, Volker Harnisch und Verena Herkewitz.

Das Sounddesign der vorigen drei Episoden sorgt auch hier wieder dafür, das die einzelnen Szenen stimmig wirken. Ein paar eingebaute Melodien sorgen für eine passende Stimmung, die Dialoge beinhalten zudem einige Geräusche, die die Handlungen untermalen. Hier hätte ab und an noch mehr stattfinden können, insgesamt ist die ruhige Atmosphäre aber ansprechend gelungen.

Die neuen Tiere dieser Folge sind ebenso zu sehen wie der Bus von Mr. Morrison und dem riesigen Dino-Skelett, welches eine wichtige Rolle in der Handlung spielt. Der Zeichenstil ist niedlich und passt gut zur Ausstrahlung der Serie. Das Orange des Rahmens ist auch auch in der restlichen Aufmachung zu sehen, die ein paar weitere Zeichnungen bereithält.

Fazit: „Abgefahren“ ist zwar manchmal etwas zu hastig erzählt, geht aber gut auf das ein, auf das es ankommt: Die Darstellung der Charaktere und deren Entwicklung. Die magischen Tiere sind dabei niedliches Beiwerk und Antriebsfeder gleichermaßen. Zudem macht die Folge wieder viel Spaß und bietet eine Reihe spannender Szenen. Schön, dass so sehr auf die Lebenswelt der Kinder eingegangen wird.

VÖ: 28. September 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567692065


Die Schule der magischen Tiere – 3. Licht aus!



Erster Eindruck: Wenn drei sich nicht verknoten sollen...

Eddie ist der Schussel in der Klasse, vergisst immer wieder Dinge und ist ziemlich tollpatschig – höchste Zeit, dass auch er sein Tier zur Seite gestellt bekommt. Die lichtscheue Fledermaus Eugenia benötigt allerdings spezielle Pflege. Helene erzählt hingegen jedem, dass sie keinen Wert auf tierische Begleitung legt, doch auch sie erhält bald die Nachricht, dass Mr. Morrison ein passendes Tier für die gefunden hat...

„Die Schule der magischen Tiere“ ist seit langem ein großer Erfolg als Buchserie, nun sollen auch die Hörspiele von Karussell daran anknüpfen. „Licht aus!“ ist bereits der dritte Teil und ist zum Start gemeinsam mit den ersten beiden Folgen entstanden. So haben schon einige Kinder ihre Tiere, die das Geschehen auflockern und neue Impulse geben, Ida und ihr cleverer Fuchs Rabbat haben hier auch einen größeren Part, indem sie einen alten Baum vor dem Fällen bewahren wollen. Das ist gut in die Gesamthandlung eingebaut und vermittelt wieder einige sehr gelungene Werte: Umweltschutz, Zusammenhalt, Durchhaltevermögen. Auch die Lesenacht und die die gekonnte Zusammenführung aller Stränge am Ende hat mir sehr gut gefallen. Die Highlights sind jedoch die Zusammenführung von Mensch und Tier, die durchaus überraschende Erkenntnisse bieten. Denn nicht nur Helenes Hintergründe werden näher beleuchtet, ihr zickiges und abweisendes Wesen zerbröckelt dabei. Toll, dass dies ausgerechnet durch den ebenso arroganten Kater Karajan geschieht und sich beide erst einmal annähern müssen – was mit einigen Hindernissen und Streitereien geschieht und doch sehr herzergreifend ist. Auch die sehr besondere Wendung bei Eddie ist sehr gelungen, sehr modern, ungewöhnlich und sehr passend. Die Serie spielt hier alle ihre Stärken aus und lässt Tiere und Kinder noch weiter zusammenwachsen – und in gleichem Maße werden auch die Hörer an die Geschichte gebunden.

Manuela Eifrig ist wie schon in den vorigen Folgen als Klassenzicke Helene zu hören, doch hier kann man hinter die Fassade blicken und ein unsicheres, liebenswertes Mädchen entdecken – eine Wandlung, die sehr glaubhaft und authentisch umgesetzt wurde. Patrick Elias wirkt als Kater Karajan – Entschuldigung, von Karajan – ebenfalls sehr lebendig, seine überhebliche Art wirkt jedoch niemals abstoßen, sondern eher wie eine liebenswerte Macke. Joanna Städter-Semmelrogge spricht die wunderbar aufgedrehte Fledermaus Eugenia mit viel Charme, wozu bei weitem nicht nur die liebenswerte Sprachfehler beiträgt. Weitere Sprecher sind Daniel Axt, Julian Greis und Gabriele Libbach.

Die akustische Untermalung sorgt immer für eine passende Stimmung, die sich jedoch niemals in den Vordergrund drängt. Es sind eher kleine Melodien, die die Szenenübergänge sanfter gestalten, ebenso wie die Begleitung mit Geräuschen ist dies aber zurückhaltend geschehen. Das passt gut zu der Atmosphäre der Bücher und ist herrlich unaufgeregt.

Auf dem Cover bekommt mal gleich einen guten Eindruck von einigen Charakteren – hier insbesondere von Eugenia, Karajan und dem putzigen Pinguin Juri. Der Zeichenstil ist einfach und kindgerecht, die Idee mit dem Lichtkegel gut darin eingebaut. Im Inneren gibt es Infos zur Autorin, eine ausführliche Trackübersicht und eine geschickt aufgeteilte Sprecherübersicht.

Fazit: Auch die dritte Folge von „Die Schule der magischen Tiere“ hat mich vollkommen überzeugt. Die Idee funktioniert nach wie vor prächtig, die Charaktere bekommen aber immer mehr Farbe verliehen, wobei die Konzentration auf Helene, Eddie und Ida nicht dazu führt, dass von den anderen nichts mehr zu hören wäre. Im Gegenteil: Die Handlung ist vielseitig, gut konstruiert und mit einigen klugen Weisheiten gespickt – und ziemlich lustig!

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567159537


Die Schule der magischen Tiere – 2. Voller Löcher



Erster Eindruck: Tierische Helfer für die Kinder

Eigentlich sollte Ida das Geheimnis um die magischen Tiere und ihren treuen Fuchs Rabbat ja nicht verraten. Doch als ihre Freundin Miriam überraschend für einige Wochen zu Besuch kommt und am Unterricht teilnimmt, weiht sie diese dennoch ein. An der Schule gibt es derweil einige Aufregung um die zahlreichen Löcher, die immer morgens entdeckt werden...

Gleich zum Start der Hörspielserie ist auch der zweite Teil von „Die Schule der magischen Tiere“ entstanden, die die Vertonungen der Buchreihe von Margit Auer enthält. „Voller Löcher“ heißt diese Folge und setzt gleich an mehreren Stellen an. Denn natürlich wird die Geschichte um die magischen Tiere weitergesponnen: Nicht nur, dass weitere Kinder der Klasse neue Tiere erhalten und sich mit ihnen anfreunden, das Konzept wird auch mit zahlreichen neuen Details angereichert. Das ist wieder sehr niedlich umgesetzt und macht richtig Spaß, der Reiz der Schulgeschichten steigt so deutlich. Zum anderen wollen die Kinder das Rätsel um die entstehenden Löcher an der Schule lösen (was mit einer überraschenden Wendung endet) und ein Theaterstück einstudieren (samt einiger Konflikte bei der Rollenverteilung). Ganz schön viel los also, zusätzlich steht aber auch noch Schoki im Mittelpunkt, der mit seinem strengen Opa einige Probleme hat und von ihm in eine Richtung gedrängt wird, die ihm so gar nicht gefällt. Das klingt nach einer wilden Mischung, ist aber sehr fein miteinander verknüpft, sodass alles sehr gut ineinander greift. Der Verlauf ist dabei kurzweilig, das Tempo angenehm, die Rollen erhalten mehr Tiefe und wandeln sich von reinen Stereotypen immer mehr zu eigenständigen Charakteren. Eine weitere sehr liebenswerte Folge der Serie!

Das Sprecherensemble punktet mit einer Mischung aus bekannten Namen und frischen Stimmen, die sehr gelungen ist. So ist Konstantin Graudus als Chamäleon Caspar zu hören, der viel Charme und Ausstrahlung in seine Stimme legt und so ein deutliches Bild des kleinen Tieres zeichnet. Lino Böttcher ist hier als Schoki zu hören, er passt sehr gut zu der Rolle und gestaltet diese sehr authentisch, Sarah Madeleine Tusk spricht in dieser Folge die Miriam und bringt mit ihrer starken, energiegeladenen Stimme ihre eigene Note mit ein, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu stellen.

Die akustische Gestaltung der Folge ist angenehm und stimmig, wobei der Fokus immer auf den Dialogen und den Sprechern steht. Die musikalische Begleitung ist nur sanft eingebaut, wobei der Titelsong einen guten Einstieg in die Handlung bietet. Der Geräusche sind gut eingebaut, besonders die Szenen um die Theatervorstellung sind treffend und passend geraten.

Da es von den Büchern auch jeweils eine Hörbuchversion gibt, muss auf dem Cover natürlich eine Unterscheidung her, ohne die bekannte Optik der Buchreihe zu sehr abzuwandeln. Dies ist geschickt gelungen, indem das eigentliche Motiv in einem runden Rahmen eingefasst ist, was farblich gut auf das vorherrschende Grün angepasst ist. Die Zeichnung mit den niedlichen Tiere anderen guten Einfällen gefällt mir gut.

Fazit: Trotz des tollen Themas stehen die Tiere nie im Vordergrund, sondern sind ein sehr gelungenes Nebenelement – im Mittelpunkt stehen die Kinder mit ihren alltäglichen Erlebnissen. Dabei werden viele Wege gezeigt, wie diese gelöst werden können. Die Aussage, immer zu sich selbst zu stehen, ist auch der Kern dieser Handlung, was vielen Kindern Mut machen wird. Toll, dass das in einem so lebendigen Hörspiel untergebracht ist!

VÖ: 31. Januar 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 978-3-8674-2393-9


Die Schule der magischen Tiere – Folge 1



Erster Eindruck: Erfolgreiche Buchserie als Hörspiel...

Ida kommt auf eine neue Schule, doch der Start fällt dem schüchternen Mädchen ziemlich schwer. Doch als sie von der ebenfalls neu an der Schule startenden Lehrerin erfährt, dass einige Schüler ein magisches, sprechendes Tier zur Seite gestellt bekommen, schöpft sie Hoffnung auf einen Freund. Denn die arroganten Mädchen und der langweilige Benni – dessen Geburtstagsfeier sie zu allem Überfluss auch noch vergessen hat – machen ihr das Leben in der neuen Klasse schwer...

Seit ihrem Start im Jahr 2013 hat die Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ viele treue Fans gefunden, regelmäßig finden sich die Neuerscheinungen auf den Bestseller-Listen wieder. Nun gibt es die ersten drei Bände der Serie auch als Hörspiel, wobei in der ersten Folge natürlich erst einmal die Kinder und die Idee mit den magischen Tieren vorgestellt werden. Dabei wird sehr gut auf die beiden Hauptcharaktere eingegangen, beide eher Außenseiter in der Klasse, ein wenig sonderbar und nicht in einer coolen Clique integriert. So werden viele Kinder schnell eine passende Identifikationsfigur finden – und eine tolle Aussage, die sich im Laufe der Handlung entwickelt: Du bist gut so, wie du bist! Das macht Mut und ist durch die magischen Tiere natürlich sehr aufregend. Gleich in einer niedlichen und herzergreifenden Introszene wird dieses Thema aufgegriffen, danach dauert es eine Weile, bis die ersten Kinder ihre Tiere bekommen. Toll dabei: Die beiden Auswählten bekommen gerade nicht das Tier, das sie sich wünschen – aber das, welches wie brauchen, um sich weiterzuentwickeln und ihre eigenen Stärken zu erkennen. Dabei geht es allerdings ziemlich locker und witzig zu, wobei auch ein großer Niedlichkeitsfaktor vorhanden ist. Und auch mit ihren neuen Freunden haben die Kinder typische Probleme ihres Alters – Neid, die erste heimliche Verliebtheit, Ärger mit den Lehrern und Mitschülern. Eine sehr schöne Geschichte in einer gelungenen Umsetzung.

Josephine Mainz ist in der Rolle der klugen, aber auch etwas schüchtern Ida zu hören. Sie macht ihre Sache richtig gut, bringt die verschiedenen Gefühlsregungen glaubhaft herüber und entwickelt sich im Laufe der Handlung hörbar weiter. Auch Leander Elias macht seine Sache gut und stellt den Benni authentisch dar, wobei mir insbesondere die positive Energie am Ende gefallen hat. Katja Brügger ist eines der magischen Tiere, sie lässt ihre kratzige Stimme ruhig und bedächtig klingen, was wunderbar zu der altklugen Schildkröte Henrietta passt. Weitere Sprecher sind Stefan Bronneke, Daniel Axt und Achim Buch.

Für die Geschichte wurde eine ruhige, fast schon klassisch zu nennende akustische Umsetzung gewählt, was gut zu der Handlung und der Atmosphäre der Bücher passt. Zwar gibt es einige kleine Melodien, um die Szenenübergänge lebendiger zu gestalten, während der Dialoge erklingen aber nur einige Geräusche, die die jeweilige Situation glaubhafter und greifbarer gestalten – was den Fokus vollkommen auf den Sprechern belässt.

Da die Bücher schon viel Popularität haben, wurde natürlich auch das Cover des ersten Bandes für diese Produktion übernommen. Einige Charaktere werden darauf mit ihren Tieren in einfachen, aber passendem Zeichenstil gezeigt, während auch das Logo mit dem verschnörkelten Banner und der türkisfarbene Hintergrund gut gewählt sind. Im Inneren gibt es neben einer übersichtlichen Auflistung der Sprecher – unterteilt nach Kategorien – auch eine ausführliche Trackliste, sodass man die gewünschte Stelle schnell wiederfindet. Kleine Zeichnungen sowie Infos und Fotos der Autorin sind ebenfalls zu finden.

Fazit: Die Idee mit den sprechenden, magischen Tieren sorgt für Aufregung, viele niedliche Stellen und eine reizvolle Grundidee, ist aber vor allem der Katalysator für die Entwicklung der Geschichte. Die beiden Hauptfiguren lernen hier nämlich einiges über sich, werden selbstbewusster und fröhlicher. Eine tolle Botschaft, versteckt in einer sehr unterhaltsamen Geschichte. Schön, dass es diese nun auch in die heimischen Hörspielregale gefunden hat!

VÖ: 31. Januar 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567159513

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