Die Original-Hörspiele – Aladin und die Wunderlampe und weitere Geschichten aus 1001 Nacht

Die Original-Hörspiele – Der Rattenfänger von Hameln und weitere Geschichten

Die Original-Hörspiele - Aschenputtel und weiter Märchen

Die Original-Hörspiele – Hänsel und Gretel und weitere Märchen


Die Original-Hörspiele – Aladin und die Wunderlampe und weitere Geschichten aus 1001 Nacht



Erster Eindruck: Orientalische Märchen in schlichter Umsetzung

Ein wilder Straßenjunge wird von einem mächtigen Zauberer angesprochen und zu einer geheimen Höhle geführt. Ein Seefahrer bricht in unbekannte Gewässer auf und erlebt die erstaunlichsten Abenteuer. Durch Zufall beobachten zwei Brüder, wie eine ganze Räuberbande in einer versteckten Höhle ihre Schätze horten. Ein verarmter Student entdeckt zufällig den Geist, der in einer Flasche steckt und zieht seinen Nutzen daraus. Ein Kalif führt einen machtvollen Zauber aus und verwandelt sich in einen Storch...

Neben zwei CDs mit Märchen der Brüder Grimm und einer weiteren mit Sagen ist in der neuen Reihe „Die Original-Hörspiele“ vom Audio Verlag auch eine CD mit fünf Geschichten aus 1001 Nacht erschienen. Auch hier stammen alle Aufnahmen aus den 50er und 60er Jahren, sodass sie einen nostalgischen Charme ausstrahlen und in der typischen Machart der damaligen Zeit produziert sind: Viele Erzähltexte, einige eingestreute Dialoge, passende Musik. Dabei wurden auch diese Märchen auf das wesentliche reduziert und in recht schnellem Tempo erzählt, alles ist zackig aufeinander abgestimmt – zusammen laufen die fünf Geschichte gerade einmal 58 Minuten. So kommen so manche Szenen etwas kurz, die Atmosphäre leidet an den recht verknappten Darstellungen, gerade der fremdartige Zauber kommt dabei manchmal etwas zu kurz. Aber auch das gehörte meist zur Machart der damaligen Zeit und führt immerhin dazu, dass keine Langeweile aufkommt und auch Kinder der Handlung gut folgen können. So bleibt der Eindruck von sehr nostalgischen Hörspielen, die einen ganz eigenen Charme verbreiten und die spannenden Geschichten aus 1001 Nacht insgesamt gelungen aufbereiten.

Charly Brauer ist in der gleichnamigen Geschichte als Aladin zu hören, er spricht die Rolle solide, hätte aber manchmal noch etwas mehr Energie in seine Stimme legen können. Hans Irle ist als Ali Baba zu hören, seiner lebendige Sprechweise und die eingängige Betonung haben mir gut gefallen, er zeichnet den Spannungsbogen der Geschichte mit seiner Stimme nach. Rudolf Fenner ist als Kalif Storch zu hören, auch er hinterlässt einen positiven Eindruck und sorgt für einen stimmigen Verlauf. Weitere Sprecher sind Erwin Bootz, Hans Paetsch und Rainer Schmitt.

Die akustische Umsetzung der Hörspiele ist recht schlicht, insbesondere Geräusche sind nur sehr zurückhaltend eingesetzt. Die Musik stammt von unterschiedlichen Komponisten, fügt sich aber jedesmal stimmig in die Szenerie ein, hat aber keinen vielleicht erwarteten orientalischen Anklang. Der Klang ist insgesamt etwas blechern, was für Aufnahmen der damaligen Zeit nicht untypisch ist.

Aladin ist mit seiner Wunderlampe nicht nur der Titelheld dieser CD, sondern auch auf dem Cover zu sehen. Wie die anderen Teile auch mit weißem Hintergrund ist eine charmante Zeichnung des Jungen zu sehen, die sich auch noch einmal auf der CD wiederfindet. Der schlichte, rote Balken mit den dazugehörigen Schriftzügen fügt sich da stimmig ein.

Fazit: Die Geschichten aus 1001 Nacht sind nicht nur gut ausgewählt, sondern auch stimmig umgesetzt. Zwar kommt der orientalische Flair dabei etwas zu kurz, doch die temporeichen Erzählungen und die fremdartigen Motive machen dabei einiges wieder wett. Eine schöne Zusammenstellung, die die positiven Aspekte des nostalgischen Hörspiels nach vorne stellt.

VÖ: 9.Februar 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0387-2


Die Original-Hörspiele – Der Rattenfänger von Hameln und weitere Geschichten



Erster Eindruck: Von Ratten, Hexen und Hasen...

Eine Rattenplage in Hameln kann zwar von einem Flötenspieler eingedämmt werden, doch die Bewohner wollen nicht den vereinbarten Lohn zahlen. Till Eugenspiegel verpasst einem überheblichen Gastwirt eine Lektion. Die Krone des Königs wurde kurz vor der Hochzeit seiner Tochter in einen schlichten Kochtopf verwandelt. Gemeine Entführer wollen mit der Erpressung von Kasper an den Schatz einer Hexe kommen. Und zwei kleine Osterhasen wollen ihre Sache ganz besonders gut machen...

Eine erste Hochzeit erfuhr das Medium Hörspiel Ende der 50er und Anfang der 60er, wobei viele der damaligen Produktionen auch heute noch sehr begehrt sind. Und so hat sich der Audio Verlag einige Stücke dieser Zeit vorgenommen und in der Reihe „Die Original-Hörspiele“ veröffentlicht. Die Folge mit dem „Rattenfänger von Hameln“ als Titelhörspiel beinhaltet fünf weitere Produktionen, die sich aber nicht so klar einem Genre zuordnen lassen wie die anderen Teile. Die Sage um den Rattenfänger bildet jedenfalls einen gelungenen Auftakt und setzt die Geschichte kurz und knackig um, wobei am Schluss der positive Ausgang für die entführten Kinder erwähnt wird und so den vielleicht den empfundenen Schrecken einiger junger Zuhörer mildern mag. Auch die kleine Episode aus Till Eulenspiegel passt hierzu sehr gut, zumal diese mit Witz und Charme erzählt wird. Die beiden Geschichten um Kasper fallen dann aber deutlich aus dem Rahmen, da die Stimmung eines Puppentheater geschaffen wird. „Kasper und das Rätsel der goldenen Krone“ bietet zwar einige spannende Momente, ist ansonsten aber sehr simpel und konnte mich nicht so recht überzeugen. „Kasper bei der Waldhexe“ ist da schon deutlich spannender und macht wegen der wilden Zauberinnen und der gefährlichen Situation für Kasper und die Großmutter richtig Spaß. „Zwei kleine Osterhasen“ bildet schließlich den Abschluss und passt wieder nicht so gut zu den anderen Folgen, ist aber eine hübsche kleine Geschichte in liebevoller Umsetzung.

Friedrich Wilhelm Timpe ist als Rattenfänger eine gute Besetzung, da er nie ins zu sehr Nette abrutscht und eine gewisse geheimnisvolle Aura um sich aufbaut. Hans Irle ist nicht nur als Till Eugenspiegel, sondern auch in beiden Geschichten als Kasper zu hören. Immer wieder blitzt der Schalk aus seiner Stimme, sodass er sympathisch und pfiffig wirkt. Sascha von Sallwitz und Martina Weiland ergänzen sich als kleine Häschen gut und schaffen eine gelungene Dynamik zwischen sich. Weitere Sprecher sind Eduard Marks, Otto Bolesch und Eva Fiebig.

Ganz so technisch ausgereift wie heute sind die Produktionen natürlich nicht, sodass man deutlich hört, dass der Schluckauf eines Hasen im Nachhinein eingefügt wurde. Das Flötenspiel des Rattenfängers ist vielleicht eine Spur zu lang geraten, sorgt aber wie die anderen eingebauten Melodien für eine passende Grundstimmung, während mit Geräuschen recht sparsam, aber treffend umgegangen wird.

Wie bei den anderen Folgen der Reihe auch ist der Hintergrund des Cover in einem schlichten weiß mit einigen Sprenklern gehalten, der Banner mit dem Folgentitel strahlt jedoch in einem fröhlichen orange, welches sich herrlich mit dem roten Mantel des Rattenfängers und seinem karierten Hemd beißt. Im Inneren des Digipacks sind wieder ausführlich die Sprecher ihren Rollen zugeordnet.

Fazit: Wer wegen des Titels eine Sammlung an Sagen erwartet, liegt nicht ganz richtig. Von dieser Erwartungshaltung gelöst werden aber nostalgische und unterhaltsame Hörspiele aus den Anfängen des Mediums geboten, wobei ganz verschiedene Stimmungen entstehen. Besonders die Titelgeschichte kann dabei mit einer passenden Umsetzung punkten.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0388-9


Die Original-Hörspiele - Aschenputtel und weiter Märchen



Erster Eindruck: Ruckedigu, Blut ist im Schuh

Ein junges Mädchen wünscht sich sehnlich, auf dem großen Ball des Prinzen tanzen zu dürfen. Ein Geschwisterpaar entflieht durch den Wald ihrer herrischen Stiefmutter, ist aber weiter ihren Schikanen ausgesetzt. Nach dem Sprung in einen Brunnen landet ein fleißiges Mädchen bei einer gütigen Frau mit Überbiss. Wegen einer nicht erfolgten Einladung zu ihrer Taufe wird eine Königstochter mit einem schrecklichen Fluch belegt. Wegen einiger getöteter Insekten legt ein Schneider eine erstaunliche Karriere hin...

Kaum jemand ist hierzulande nicht mit den Märchen der Brüder Grimm aufgewachsen – früher als Erzählung von Mund zu Mund, später aus Büchern vorgelesen, dann auch als Hörspiel umgesetzt. Fünf davon hat der Audio Verlag in seiner neuen Reihe „Die Original-Hörspiele“ mit der Titelgeschichte um „Aschenputtel“ zusammengefasst. Alle Produktionen sind zum Ende der 50er Jahre entstanden, sodass sie natürlich viel Reiz durch den großen Nostalgiefaktor erhalten. Neben einem gewissen, knarzigen Grundton ist es die Einfachheit der Umsetzung, die dies erzeugt, aber auch die Erzählweise trägt einiges dazu bei. So hat der Erzähler hier einen sehr großen Part, manchmal sind nur einige Sätze der Protagonisten eingebaut, längere Dialoge sind nicht vorhanden. Und auch auf die Kürzung einiger Szenen muss man sich einstellen, das typische Abhacken der Ferse oder des großen Zehs sind hier ausgespart worden. Freunde von nostalgischen Hörspielen kommen hier voll auf ihre Kosten, die fünf recht kurzen und knapp erzählten Märchen verbreiten viel Charme und sind stimmig in Szene gesetzt.

Aschenputtel wird in dieser Umsetzung von Gertraude Schönrock gesprochen, die eine sehr sanfte Sprechweise wählt und das Sehnen des Mädchen gut umsetzt. Eduard Marks ist in vier der Märchen als Erzähler zu hören, wobei er mit gelungener Betonung und seinem warmen Klang für die passende Stimmung sorgt. Auch Hans Paetsch ist in einer Geschichte als Erzähler im Einsatz, mit seiner typischen Märchenonkel-Stimme hat er mir auch hier sehr gut gefallen. Weitere Sprecher sind Volker Lechtenbrink, Annemarie Peters und Hans Irle.

Typisch für die damalige Zeit ist der Klang der Stimmen immer ein wenig blechern, die Lautstärke ist aber gut eingestellt. Auch störende Nebengeräusche oder ein Grundrauschen sind nicht vorhanden. Dafür sind recht viele Melodien eingebunden, die der Handlung die passende Stimmung verleihen, wobei sich Geräusche hier sehr zurückhalten und nur ab und an im Einsatz sind.

Wie schon bei den anderen Teilen der Reihe ist das Cover mit einer weißen Grundfarbe versehen, während ein dicker Balken – hier in Orange gefärbt – und ein typisches Motiv aus dem Märchen das Hauptaugenmerk auf dich ziehen. Im Inneren des hübschen Digipacks sind die Mitwirkenden der Hörspiele genannt, wobei nicht bei allen Hörspielen die Sprecher rekonstruiert werden konnten.

Fazit: Die fünf klassischen Märchen der Brüder Grimm sind hier in reduzierten und schnell erzählten Umsetzungen zu hören. Dabei ist der Nostalgie-Faktor ziemlich groß, was durch die klassische Erzählweise mit recht wenigen Dialogen unterstützt wird. Eine schöne Veröffentlichung, die ganz alte Schätze wieder zu Tage befördert hat.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0385-8


Die Original-Hörspiele – Hänsel und Gretel und weitere Märchen



Erster Eindruck: Märchenklassiker und nostalgischer Umsetzung

Zwei Geschwister verirren sich in einem großen Wald und stoßen in ihrer Not auf ein Haus, in dem eine Hexe wohnt. Zwei andere Geschwister pflegen während des Winters einen Bären und freunden sich mit ihm an. Ein Lehrling tauscht den Lohn seiner Arbeit immer wieder ein. Ein Wolf mit unstillbaren Hunger ist hinter kleinen Huftieren her. Und ein Müller nimmt den Mund etwas voll und verspricht dem König wahre Wundertaten seiner Tochter...

Märchen gehören seit jeder zu den Stoffen, die als Hörspiel umgesetzt wurden, gerade aus den Anfängen des Mediums gab es zahlreiche Produktionen dieses Genres. Der Audio Verlag hat nun tief in den Archiven einige dieser Hörspiele gefunden und in einer kleinen Serie auf CD veröffentlicht. Gleich fünf Märchen sind auf dieser CD vorhanden, allzu lang sind diese bei einer Laufzeit von insgesamt etwa einer Stunde natürlich nicht. So sind einige Szenen dann auch dem Rotstift anheim gefallen, so ist beispielsweise das Aussetzen von Hänsel und Gretel einem einfachen Verlaufen im Wald gewichen – also keine verstreuten Kieselsteine, keine aufgepickten Brotkrumen. Wer damit umgehen kann, findet stimmungsvolle und flott erzählte Märchen vor, bei denen die Erzähltexte für eine deutliche Beschleunigung sorgen und viele Erklärungen gut zusammenfassen. Die Machart hat mir wegen des großen Nostalgie-Faktors gut gefallen, wobei mit wenigen Mitteln und passender Musik viel erreicht wurde. Lediglich bei der Stimme des Rumpelstilzchen hat man es mit dem Verzerreffekt deutlich übertrieben, sodass diese Geschichte insgesamt recht nervig wirkt und zudem ziemlich plötzlich endet.

Die Sprecher gestalten ihre Figuren sehr lebendig und hinterlassen einen insgesamt sehr positiven Eindruck. So ist die Hexe bei „Hänsel und Gretel“ mit Eva Fiebigs sehr harter und markanter Stimme immer sehr präsent und hat für Kinder zudem genau den richtigen Gruselfaktor. Winfried STeinhoff ist bei „Hans im Glück“ in der Hauptrolle zu hören, die er mit der notwendigen Portion Unbedarftheit ausstattet und besonders die letzte Szene gekonnt umsetzt. Inge Meysel spricht die Mutter in „Der Wolf und die sieben Geißlein“ mit einer sehr warmhezigen Stimme, die sie eingängig einsetzt und so eine lebendige Figur schafft. Weitere Sprecher sind Karin Jesper, Dorit Fischer und in allen fünf Geschichten Eduard Marks als Erzähler.

Musik ist hier gerade im Vergleich zu anderen Produktionen aus den frühen 60er Jahren recht viel im Einsatz, sodass die Geschichten einen atmosphärischen Anklang bekommen. Geräusche sind dabei eher weniger im Einsatz, lassen in einigen Szenen das Geschehene aber lebendiger wirken. Während mir – wie oben schon erwähnt, die verzerrte Stimme des Rumpelstilzchen etwas zu viel ist, ist das beim Zwerg bei „Schneeweißchen und Rosenrot“ besser gelungen.

Das Cover zeigt eine sehr nostalgische Zeichnung von Hänsel und Gretel auf weißem Untergrund, die beiden wirken, gemeinsam mit dem großen, pastellblauen Balken mit dem Titel und dem schlichten Schriftzug der Serie wirkt das sehr stimmig. In dem stabilen Digipack sind im Inneren noch alle die meisten Sprecher mit ihren Rollen aufgelistet.

Fazit: Fünf Geschichten der Gebrüder Grimm, die viel nostalgischen Charme ausstrahlen und mit der Einfachheit ihrer Mittel überzeugen. Auch wenn mir „Rumpelstilzchen“ wegen der allzu nervigen Stimme und dem abrupten Ende nicht sonderlich gut gefallen hat, ist der Rest dieser kleinen Sammlung doch sehr hörenswert.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0386-5

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