Die schwarze Serie – 16. Die schwarze Spinne

Die schwarze Serie – 15. Die Sennenpuppe

Die schwarze Serie - 14. Memento

Die schwarze Serie - 13. Der Friedhofswärter

Die schwarze Serie – 12. Die Raupen

Die schwarze Serie – 11. Der Horla

Die schwarze Serie – 10. Die Verschwundenen

Die schwarze Serie – 9. Der Kupferstich

Die schwarze Serie – 8. Der Käfersammler


Die schwarze Serie – 16. Die schwarze Spinne



Auch nachdem der Ritter Hans von Stoffeln durch die Bauern der umliegenden Höfe eine ganze Burg hat erbauen lassen, gibt er keine Ruhe – nun sollen sie innerhalb eines Monats ausgewachsene Buchen für einen Hain auf dem Gelände errichten. Gerade während der Erntezeit nicht zu schaffen. Doch ein geheimnisvoller grüner Jäger bieten ihnen einen Pakt an: Er erledigt die Arbeit für die Bauern, verlangt dafür aber einen schrecklichen Preis – ein ungetauftes Kind…

Für die 16. Episode der Gruselreihe „Die schwarze Serie“ hat sich Sebastian Pobot von Maritim einen Klassiker der deutschsprachigen Literatur ausgewählt: „Die schwarze Spinne“ von Jeremias Gotthelf. Angesiedelt im mittelalterlichen Deutschland kommt dabei noch einmal eine andere Stimmung auf an in anderen Episoden der Handlung, was insbesondere zu Beginn mit dem fordernden und arroganten Ritter Hans von Stoffel die damalige Gesellschaftsstruktur erklärt. Schon bald kommt es aber zu dem ersten Treffen mit dem grünen Jäger und damit zu den ersten unheimlichen Momenten, was im weiteren Verlauf immer weiter ausgebaut wird. Die Handlung konzentriert sich dabei auf einige wenige Momente, die dann aber von entscheidender Tragweite sind und in denen die Charaktere ihre Wirkung entfalten können. Der Spannungsbogen ist eher ungewöhnlich – zu Anfang gibt es einen Knall, der im Laufe der Zeit allerdings immer wieder abebbt und sich nur stellenweise wieder steigert. Das ist der Vorlage geschuldet, und aus dieser wurden dann schon viele Teile entfernt und sich nur auf die wesentlichen unheimlichen Aspekte konzentriert. Vollkommen überzeugt hat mich das Hörspiel nicht, dazu ist die Umsetzung manchmal allzu plakativ, zumal der Schrecken nur wenig von der titelgebenden schwarzen Spinne ausgeht, sondern eher von dem grünen Jäger und den Entscheidungen von Christine. Unterhaltsam und hörenswert ist es dennoch geraten.

Yvonne Greitzke ist in der Rolle der Christine zu hören und klingt zu Beginn kess, herausfordernd und selbstbewusst, legt diese Attitüde aber immer weiter ab und zeichnet so den Spannungsbogen der Handlung nach, setzt ihre Stimme dabei sehr kraftvoll und geschickt ein. Als grüner Jäger ist Dietmar Wunder zu hören, der in seinen kurzen Auftritten für viel Eindruck sorgt, düster und machtvoll klingt, wodurch er für viele unheimliche Momente sorgt. Peter Kirchberger ist in der Rolle des Hans von Stoffeln zu hören, sein aufgeblasenes Auftreten und die dominante Art sind sehr glaubhaft geraten und passen sehr gut in das Ambiente der Episode. Weitere Sprecher sind Uve Teschner, Helmut Krauss und Ingrid Stein.

Akustisch wird gut auf das mittelalterliche Ambiente eingegangen, ein paar passende Musikstücke sorgen für das entsprechende Flair, natürlich werden aber die unheimlichen Elemente des Hörspiels besonders betont. Dabei werden unheimliche Melodien mit dräuendem Klang und opulente, markante Orchesterklänge mit zahlreichen Geräuschen kombiniert. Auch ruhigere Momente sind vorhanden, eine passende Untermalung gibt es dabei durchgängig.

Wieder ist das Titelbild der Serie in erdigen Tönen gehalten und vermittelt so direkt eine düstere, unheimliche Stimmung. Zu sehen das das Dorf der Bauern mit der hoch auf einem Berg thronenden Burg, während im Zentrum eine riesenhafte Spinne durch die Straßen streift. Der Schriftzug mit den antik wirkenden Lettern passt wunderbar dazu. Die Gestaltung des Inneren ist sehr schlicht geraten, enthält aber alle wesentlichen Informationen.

Fazit: „Die schwarze Spinne“ ist weniger eine originalgetreue Umsetzung der Geschichte von Jeremias Gotthelf, sondern pickt sich die wesentlichen gruseligen Elemente heraus und setzt diese kraftvoll und prägnant um. Der Schrecken der schwarzen Spinne tritt dabei etwas in den Hintergrund, die markanten Ereignisse stehen dabei mehr im Vordergrund und sorgen für eine unterhaltsame Handlung.

VÖ: 11. Dezember 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662778


Die schwarze Serie – 15. Die Sennenpuppe



Köbi Winzeler verbringt den Sommer in den Schweizer Alpen bei den beiden Ziegenhirten Urs und Alois, um in Ruhe Inspirationen für sein neues Buch zu bekommen. Aus einer Schnapslaune heraus bauen sie an einer Puppe, der Sennentuntschi, doch um die Figur ragen sich im Dorf düstere Gerüchte. Und tatsächlich scheint die Tuntschi bald zu unheilvollem Leben zu erwachen und nicht nur die drei Senner zu bedrohen…

Die Inspiration für die „schwarze Serie“, die mit einer zwischenzeitlichen Unterbrechung von einigen Jahren nun wieder sehr regelmäßig bei Maritim erscheint, kommt aus ganz unterschiedlichen Ecken: Klassische Gruselliteratur, aber auch eher unbekannte Geschichten und nun sogar eine alte Schweizer Sage: „Die Sennenpuppe“ geht als 15. Episode mal wieder neue Wege und bringt eine ganz eigene Ausstrahlung mit sich. Dabei wird die Ruhe und die Abgeschiedenheit der Umgebung, aber auch die ganz eigene Stimmung zwischen den Ziegenbauern im Sommer gekonnt dargestellt. Den Anfang macht jedoch ein gelungenes Intro mit einigen Satzfetzen aus dem weiteren Verlauf, sodass man diesen schon ein wenig erahnen kann. Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch, eher im Gegenteil wird dadurch die Neugier auf das kommende aufgeheizt. Danach wird das Kennenlernen der drei Männer thematisiert, was das Tempo zwar etwas aus der Folge nimmt, aber eine interessante Gruppendynamik offenbart und zudem wichtige Eckpfeiler der kommenden Handlung setzt. Kurz vor der Hälfte der Laufzeit taucht dann aber die Sennentuntschi höchstpersönlich auf, die Episode nimmt dann eine deutliche Wendung und wird sehr düster, temporeich und dramatisch erzählt. Toll, wie dynamisch hier erzählt wird, wie leise Bedrohung und schreckliche Momente sich abwechseln und was für eine ungewöhnliche Titelfigur entstanden ist.

Matti Klemm ist in der Rolle des Köbi Winzeler sehr gut aufgehoben, sein anfänglich lockeres und sympathisches Auftreten wandelt sich bald gemeinsam mit dem Spannungsverlauf des Hörspiels, sodass er den Schrecken der Geschichte gekonnt aufgreift. Alois Gratler wird von Wolf Frass locker und burschikos gesprochen, sodass eine sympathische Figur entsteht, doch auch er zeigt glaubhaft andere Facetten, wird überheblicher und verletzender, was die Wirkung der Handlung gekonnt unterstützen. Das Trio der drei Senner wird von Tom Raczko ergänzt, der leider nicht in Top-Form scheint und oft etwas hölzern wirkt, sodass einige Szenen nicht so recht zur Geltung kommen wollen. Weitere Sprecher sind Alexander Turrek, Björn Schalla und Lutz Mackensy.

Die Stimmung der Schweizer Alpen wurde gekonnt eingefangen, Im Mittelpunkt der akustischen Umsetzung steht aber natürlich die Betonung der unheimlichen Momente. Dies wird mit viel Musik erreicht, die nicht nur während der Szenenübergänge eingesetzt wird, aber auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Geräuschen sorgt für eine dichte Stimmung. Und bereits das Intro mit den Sprachfetzen und der melodischen Untermalung wirkt sehr stimmungsvoll.

Obwohl nur wenige und meist nur düstere Farben verwendet wurden, ist das Titelbild der Episode sehr detailreich geraten, sodass man bei längerer Betrachtung immer neue Feinheiten entdecken kann. Die Kulisse der eigentlich so idyllischen Schweizer Alpen bekommt durch die dunkle Gestaltung, den finsteren Wald und das tobende Gewitter aber einen intensiven und unheimlichen Ausdruck – sehr gelungen. Wie immer beschränkt sich das Innere auf die wichtigsten Angaben und enthält keine zusätzlichen Informationen.

Fazit: „Die Sennenpuppe“ überzeugt mit der ungewöhnlichen und unheimlichen Titelfigur, deren Entstehung, Legende und Wüten der Hörer auf sehr unterhaltsame Weise präsentiert bekommt. Die Handlung ist dynamisch und zeigt eine reizvolle Gruppendynamik im Kleinen wie in einer ganzen Dorfgemeinschaft, was dem packenden Grusel noch eine andere Ebene hinzufügt. Schön, dass die Stimmung dabei so greifbar geraten ist.

VÖ: 24. Juli 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662761


Die schwarze Serie - 14. Memento



Ein Besuch bei seinem alten Schulfreund Douglas McLeod, der gerade aufwendig ein altes Landgut renoviert, weckt bei dem Londoner Rechtsanwalt Philip Aitken nicht nur positive Erinnerungen. Ein alter Brunnen auf dem weitläufigen Gelände erinnert die beiden an einen Vorfall, den die beiden lieber vergessen hätten - und das sich auf unheilvolle Weise noch heute auswirkt...

"Die schwarze Serie" präsentiert jetzt schon seit einigen Jahren in sich abgeschlossenen Gruselgeschichten, wobei immer wieder auf recht unbekannte Gruselklassiker gesetzt wird. In der 14. Episode wird beispielsweise M.R. James' "A school story" als "Memento" umgesetzt. Die Handlung entwickelt sich gerade zu Anfang sehr langsam, das Aufeinandertreffen der beiden alten Schulfreunde, die verschiedenen Rollen, die sie in ihrem Erwachsenenleben eingenommen haben, die Partnerschaften zu ihren Frauen - das alles wird hier ausführlich beschrieben, bevor es überhaupt zu den ersten übernatürlichen oder unheimlichen Elementen kommt. Unterhaltsam und kurzweilig sind diese Szenen zwar, Spannung kommt dabei aber kaum auf. Das Auffinden des alten Brunnens und der nachfolgende Bericht der beiden Freunde über ein prägnantes Erlebnis ihrer Jugend stellen dann einen Wendepunkt dar. Mir gefällt, wie gelungen diese Geschichte erzählt wurde, einige Spielszenen mit Rückblicken in die Vergangenheit lockern diese auf, im Kern berichten Douglas und Philip aber ihren Gattinnen davon. Auch hier entwickelt sich die Handlung langsam und gediegen weiter, bald wird es jedoch rätselhaft und noch ein wenig später auch unheimlich. Die Atmosphäre verdichtet sich dann immer mehr und lässt bis zum Ende der Folge dann auch nicht mehr nach. Es ist überraschend umgesetzt, wie dann alles zusammenhängt, wobei der schauerromantische Ausdruck und die altertümliche Stimmung gut zur Geltung kommen, das Tempo hätte aber auch im letzten Drittel etwas höher sein können, um die Spannung durchgängig zu halten.

Die Sprecher der Episode haben mir sehr gut gefallen, wobei das Wiederhören mit vielen bekannten Stimmen aus der Hörspielwelt Spaß macht, beispielsweise mit Dagmar Dreke, Uve Teschner und Gordon Piedesack. Als Douglas McLeod ist Hans-Jürgen Dittberner zu hören, der sowohl ruhigere als auch aufregendere Momente sehr gekonnt vertont und so eine lebendige Szenerie erschafft. Hans-Georg Panczak ist als Philip Aitken zu hören, der eine sehr lebendige und prägnante Aura um seine Figur schafft, mit viel Energie und seiner einprägsamen Stimme schafft er eine sehr präsente Figur. Seine Frau Anabelle wird von Arianne Borbach gesprochen, sie verstärkt mit ihrer Stimme die geheimnisvolle Ausstrahlung der Episode und wirkt in jeder Szene sehr authentisch.

Auch diese Geschichte ist treffend inszeniert worden und stimmig abgemischt, sodass trotz dichter atmosphärischer Gestaltung die Dialoge immer im Vordergrund stehen. Dabei sind die einzelnen Szenen insbesondere durch eine passende Hintergrundgestaltung untermalt, die diese lebendig wirken lassen. Die Übergänge sind mit klassisch instrumentalisierten Melodien untermalt, die die vorherrschende Stimmung aufgreifen und den Spannungsbogen gekonnt nachzeichnen.

Der Brunnen, der die Geschichte ins Rollen bringt, ist auf dem Titelbild gekonnt inszeniert. Ein Schwarm von Raben kreist über das gemauerte Rund, einige kahle Baumäste recken sich über ihn - das passt mit seiner düsteren Farbgebung und dem rötlichen Schimmer wunderbar zur Stimmung der Folge. Das Innere enthält zwar die üblichen Angaben zu den Mitwirkenden, daneben aber auch nur viel Werbung für andere Hörspiele.

Fazit: "Memento" nimmt sich Zeit, um Charaktere, Schauplätze und Handlung zu entwickeln. Das ist zwar durchgängig unterhaltsam umgesetzt, die Spannung wäre durch eine Straffung um einige Minuten sicherlich noch besser zur Geltung gekommen. Mir gefällt jedoch der schauerromanatische Ausdruck der Geschichte mit der gelungenen Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

VÖ: 10. April 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662754


Die schwarze Serie - 13. Der Friedhofswärter



Jean Fournier nimmt eine Stelle als Friedhofswärter an, wobei strenge Bestimmungen für ihn gelten. Denn da eine verstorbene Fürstin der Stadtverwaltung viel Geld für die Bewachung ihres Grabes gezahlt hat, darf Fournier das Gelände für ein Jahr nicht verlassen. Nur in Gesellschaft der beiden Leibwächter der Adeligen bekommt er es jedoch bald mit der Angst zu tun...

„Die schwarze Serie“, in der klassische Gruselgeschichten als Hörspiel adaptiert werden, ist zwar schon einige Jahre alt, mit „Der Friedhofswärter“ ist nun aber erst die 13. Episode erschienen. Jean Ray lieferte die Vorlage, die recht klassisch aufgebaut ist und mit Jean Fourniers Ankunft auf dem alten Friedhof beginnt, seiner neuen Wirkungsstätte. Ein paar unheilvolle Andeutungen, ein leichtes Zögern seines Auftraggebers, die merkwürdigen Umstände seiner neuen Aufgabe, später das merkwürdige Verhalten seiner Kollegen Ossip und Welitscho - das ist sehr atmosphärisch geraten und flüssig und eindringlich erzählt. Zugegeben ist es für den halbwegs geübten Hörer nicht allzu überraschend, was hinter den seltsamen Vorgängen steckt, was sich dann auch bald immer mehr bestätigt. Hier liegt glücklicherweise auch nicht der Knackpunkt der Geschichte, nach einem dramatischen und aufregend umgesetzten Höhepunkt schwenkt die Handlung auf eine ganz andere Szenerie um. Jean Fournier wird dann noch einmal in einen ganz anderen Kontext gesetzt, die Grundlagen der Handlung ändern die Vorzeichen, was überraschend und ohne festgeschriebenen Weg erzählt wird. Mir gefällt sehr gut, dass hier noch einmal eine ganz andere Art von Spannung erzeugt wird, was durch die sehr gelungene Erzählweise ohne zusätzlichen Erzähler, aber einigen Anmerkungen der Hauptfigur zu den Ereignissen gekonnt unterstützt wird. Das Finale ist dann spannend und packend umgesetzt, was die starke Folge gekonnt abrundet.

Jean Fournier wird von dem wunderbaren Sascha Rotermund gesprochen, der der Handlung mit seiner betonten Sprechweise viel Ausdruck verleiht und den Spannungsbogen der Geschichte sehr gekonnt nachzeichnet. Besonders in den eher leisen Momenten wirkt er dabei sehr eindringlich und schildert die Eindrücke der Hauptfigur lebendig. Till Hagen übernimmt die Rolle des Welitscho und trägt mit seinem dunklen Klang und der immer leicht bedrohlichen Sprechweise ebenfalls zum Gelingen des Hörspiels bei, die Figur bekommt durch ihn ein sehr markantes Auftreten verliehen. Als Ossip ist Tbias Lelle zu hören, seine leicht kratzige Stimme und die glaubhafte Betonung passen sehr gut in die Handlung. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Mia Diekow und Ulrike Möckel.

Die akustische Umsetzung der Episode ist gut gelungen und betont die unheimliche Atmosphäre, schöpft dabei insbesondere mit der Musik ais dem vollen. Hier wird manchmal etwas zu dick aufgetragen, die Stimmung künstlich aufgeladen, wo die Handlung einen kleinen Ruhepunkt hat. Die Geräusche sind sehr treffend eingebaut und sorgen für passende Kulissennfür die Dialoge.

Hervorragend ist das Cover der Episode geraten, das mit seinen hellen Brauntönen einen alten Friedhof mit vielen hoch aufragenden Grabmälern zeigt. Die dadurch entstehende Stimmung passt sehr gut zu dem unheimlichen Ausdruck der Episode. Das Innere des kleinen Booklets ist schlicht aufgebaut und hält für den Hörer neben den üblichen Angaben keine weiteren Informationen parat.

Fazit: Von Anfang an wird eine sehr unheimliche, beklemmende Stimmung aufgebaut und mit einigen unheimlichen Momenten versehen, bis die Geschichte nach einem klassischen Höhepunkt noch einmal umschwenkt und die Handlung auf eine andere Art zu Ende führt. Das ist durchgängig atmosphärisch und packend umgesetzt, was einen sehr gelungenen Eindruck hinterlässt.

VÖ: 8. November 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662792


Die schwarze Serie – 12. Die Raupen



Es sollen ein paar ruhige und entspannte Tage an der italienischen Riviera für das Ehepaar Birch sein – selbst wenn besonders Richard bereits am ersten Abend genervt von dem Künstler Arthur Inglis ist, der in der gleichen Pension eingekehrt ist. Ansonsten entpuppt sich die Villa Cascana als idealer Urlaubsort, besonders Anne fühlt sich sofort wohl. Doch in der Nacht dringen unheimliche Geräusche durch das Haus...

Die zwölfte Episode von „Die schwarze Serie“ mit in sich abgeschlossenen Gruselgeschichten widmet sich einer Vorlage von E.F. Benson. „Die Raupen“ spielt wieder in der heutigen Zeit und erzählt zunächst ausführlich von der Ankunft des Ehepaares Birch in der kleinen Pension und stellt die dort anwesenden Personen in einigen unterhaltsamen Szenen vor. Mir gefällt die Gruppendynamik, die dabei entsteht, auch der aufdringliche und ziemlich eigensinnige Arthur bringt Würze in diesen Teil der Geschichte – inklusive eines in Hörspielkreisen ziemlich bekannten Zitates. Unheimlich geht es dabei aber lange nicht zu, lediglich eine kleine Prise einer unheilvollen Ankündigung ist hier eingebaut. Hier hätte man vielleicht schneller auf die unheimlichen Geräusche in der Nacht kommen können, um die Szenerie zeitnaher aufzubauen, so wirkt das Ganze etwas verzögert. Doch bereits die Schreckensvision in der ersten Nacht zündet und sorgt für eine eingängige Stimmung. Viel Handlung gibt es dabei nicht, eher ausführliche Gespräche, die sich um die Ereignisse im Haus drehen. Die Kombination von Krankheit und Leid mit übernatürlichen Vorkommnissen ist reizvoll und rätselhaft, ebenso wie mir die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart gut gefällt. Das Ende ist sehr offen gehalten und folgt keinesfalls dem üblichen Schema des Genres, alles bis ins Detail aufzuklären, sondern lässt bewusst viel offen – sehr viel, denn das Ende kommt sehr überraschend und ohne einen größeren Höhepunkt als Finale. Insgesamt hinterlässt „Die Raupen“ bei mir zwiespältige Gefühle, viele Ideen gefallen mir sehr gut, insgesamt passiert aber einfach recht wenig, um über die ganze Laufzeit packen zu können.

Die Sprecher sind allesamt sehr engagiert bei der Sache, besonders Daniel Zillmann hat mir als Richard Birch sehr gut gefallen. Er setzt Akzente an den richtigen Stellen und sorgt mit viel Energie für eine intensive Atmosphäre. Robin Brosch tritt als Arthur Inglis herrlich exaltiert auf, wodurch er einige Lacher auf seiner Seite hat, aber auch die Brisanz einiger Szenen erhöht. Katja Brüggers unverkennbare raue und dunkle Stimme kommt als Pensionsbetreiberin Lydia Stanley sehr gut zur Geltung, resolut und warmherzig prägt sie die Folge auf ihre eigene Weise. Weitere Sprecher sind Douglas Welbat, Manja Doering und Timo Kinzel.

Die akustische Gestaltung der Folge ist recht reduziert geraten, nur wenige Geräusche sind während der Dialoge eingebaut. Auch Musik ist nur streckenweise eingebaut, ist dann aber stimmig ausgesucht und verschärft die Atmosphäre auf gekonnte Weise. Dennoch wirken die Sprecher hier manchmal etwas verloren und hätten mehr Unterstützung gebrauchen können.

Der dezente Schriftzug der Serie und der Folgentitel in an Sütterlin erinnernden Lettern ergänzt den schwarzen Rahmen auf dem Titelbild. Das eigentliche Motiv zeigt in rötlichen Farben passend zum Folgentitel einige Insekten – schlicht und doch wirkungsvoll. Im Inneren sind die üblichen Produktionsangaben zu finden, weiteren Bonus gibt es dabei nicht.

Fazit: Die Entwicklung der Geschichte ist langsam und eher auf eine passende Stimmung bedacht, lässt sich am Anfang aber vielleicht eine Spur zu viel Zeit. Die Verbindung von weltlichen und übernatürlichen Plagen ist sehr gelungen und sorgt für einige Gänsehautschauer, das Ende ist dabei sehr offen geraten und überlässt vieles der Fantasie des Hörers.

VÖ: 30. November 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960661665


Die schwarze Serie – 11. Der Horla



Der junge Victome de Folieson sitzt in einer finsteren Arrestzelle, wartend auf sein Urteil. In einer weiteren Befragung geht es allerdings nicht um seine Schuld – die hat der französische Adelige längst eingestanden. Vielmehr interessiert sich ein Arzt für seinen Geisteszustand und will die Hintergründe kennenlernen. Hierfür setzt der Victome ausgerechnet an einem lauen Frühlingstag an...

Als Guy de Maupassant Ende des 19. Jahrhunderts seine Novelle „Der Horla“ verfasst hat, hat er wahrscheinlich nicht daran gedacht, dass diese über 140 Jahr später mal als Hörspiel umgesetzt werden würde. Doch genau dies ist nun in der elften Episode der „schwarzen Serie“ geschehen, was die hierzulande eher unbekannte Geschichte ein wenig bekannter macht. Völlig zu recht, denn die düstere Szenerie mit der bedrückenden Stimmung funktioniert hier prächtig. Die Rahmenhandlung mit der erneuten Befragung Foliesons ist dabei bei weitem nicht nur am Anfang eingesetzt, sondern blitzt immer wieder hervor, erlaubt zusätzliche Kommentare, sorgt an den richtigen Stellen für einen Anstieg des Tempos und bringt nicht zuletzt gleich zu Anfang die unheilvolle Atmosphäre zur Geltung. So betrachtet man auch die romantisch angehauchte Anfangsszene um die Zuneigung des Victomes zu seiner Cousine Natalie gleich mit anderen Augen und ahnt auch später bei scheinbar harmlosen Begebenheiten, dass dies noch wichtig für den dunklen Anklang sein wird. Es sind nur wenige Themen, die hier miteinander verknüpft werden, diese passen aber sehr gut zusammen und gewinnen mit längerer Laufzeit immer mehr an Intensität, beispielsweise die Idee der Hypnose und den psychischen Verfall des Protagonisten. Verbunden mit zahlreichen mystischen Elementen und der immer eindringlicheren Figur des Horla, dessen Geheimnis der Hörer langsam auf die Spur kommt, der aber auch eine starke symbolische Wirkung hat. Abgeschlossen wird das Ganze mit einigen dramatischen Wendungen auf den verschiedenen Erzählebenen. Eine sehr hörenswerte Inszenierung, die mit steigender Laufzeit mehr und mehr hinzugewinnt.

Eine ganze Reihe starker Stimmen ist hier zu hören, die Sprecherliste liest sich sehr prominent: Daniel Welbat, Volker Brandt oder Helmut Krauss sind zu hören, um nur einige zu nennen. Es ist aber besonders Torsten Michaelis in der Hauptrolle, der die Handlung so lebendig hält, in den verschiedenen Erzählebenen einen sehr unterschiedlichen und passenden Ton anschlägt und auch die Erzählparts mit Spannung versieht. Tommi Pipers markanter Klang ist hierzu als Jacques Amieux ein gekonnter Gegenpart, mit seiner ebenso ausdrucksstarken Stimme kann gegen Michaelis' starken Auftritt gut bestehen. Die wundervolle Annina Braunmiller-Jest sorgt mit ihrem zarten Klang in der Rolle der Natalie für die weibliche Seite in der Geschichte und gestaltet diese mit einem sehr präsenten Auftreten.

Auch akustisch ist der Handlung mit viel Wucht umgesetzt, viele Melodien unterstützen sie in ihrer Wirkung. Und geht es dann auch mal etwas lauter und dramatischer zu, was mir gut gefallen hat. Die Geräusche fügen sich dabei gut ein, sodass sich die Szenen mit der Befragung deutlich vom Rest abheben und alles greifbar und authentisch wirkt.

Mit dem Horla wurde eine sehr prägnante Figur geschaffen, die dann auch ihren Platz auf dem Cover völlig zu Recht verdient hat. Kauernd, deformiert, mit krallenartigen Fingern und einem stechenden Blick wird er zu einer eingängig dargestellten Spukgestaltung und dazu noch unheimlich von hinten beleuchtet – eine sehr ansprechende Gestaltung.

Fazit: „Die schwarze Serie“ hat hier eine weitere, hierzulande eher unbekannte Geschichte gefunden und spannend aufbereitet. Von der Figur des Horla geht eine sehr düstere, symbolhafte Ausstrahlung aus, durch die Erzählweise mit der unheilvollen Rahmenhandlung gewinnt das Hörspiel trotz seiner Länge an Dynamik. Eine sehr gelungene Produktion!

VÖ: 20. Juli 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960661-65-8


Die schwarze Serie – 10. Die Verschwundenen



Erster Eindruck: Eine verloren geglaubte Suche...

Andrew Gwinnet ist eigentlich Journalist, doch er fängt als einfacher Hilfsarbeiter auf der Farm des Ehepaars Ashmore in Illinois an. Dabei ist die Familie im Dorf verschrien, nachdem der Sohn vor einiger Zeit spurlos verschwunden ist. Gerüchte von einem Zerwürfnis machen die Runde, doch Andrew hat eine ganz andere Ahnung, was mit Charles passiert sein könnte...

Auch „Die schwarze Serie“ hat nach der Wiederauferstehung des Labels Maritim unter neuer Führung ein Revival erlebt, sodass fast 13 Jahre nach dem Erscheinen der erste Folge nun die zehnte Episode der Reihe gehört werden kann. Für „Die Verschwundenen“ wurden Motive des amerikanischen Autors Ambroise Bierce verwendet, aber in die heutige Zeit übertragen. Zu Anfang wirkt die Geschichte recht sperrig, da sich die einzelnen Szenen zunächst nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen wollen. Die Marschrichtung ist zunächst unklar, und das ist erst einmal recht anstrengend. Erst später ist das Konstrukt hinter der Handlung erkennbar, und ab etwa der Hälfte der Handlung ist diese sehr stark gestaltet. Da wird es einerseits unheimlich und mysteriös, aber an einigen Stellen auch sehr emotional. Die Beziehungen der Familie Ashmore, die Wirkung ihres Schicksals auf das Dorf, die Befangenheit ihrer Gefühle, all das ist sehr gut in die Handlung um „Die Verschwundenen“ integriert. Und schließlich machen auch die Verknüpfungen zu den anfänglichen Szenen Sinn, auch das Motiv von Andrew wird klar, woran sich noch einige sehr spannende Szenen mit überraschendem Ende anschließen. „Die Verschwundenen“ ist solide Gruselkost, bleibt eher ruhig und lässt dem Hörer beim zweiten Durchgang noch weitere Feinheiten entdecken.

Sascha Drager ist in der Hauptrolle des Andrew Gwinnet zu hören und lässt seine Stimme in ganz unterschiedlichen Facetten erklingen. Er passt sich sehr gut der jeweiligen Stimmungslage an und ist durchgängig sehr überzeugend. Kaspar Eichel hat mir als Christian Ashmore ebenfalls sehr gut gefallen, er lässt den grantelnden und zurückgezogenen Charakter sehr gut zur Geltung kommen und kann auch die aufkommenden Emotionen des Mannes gekonnt inszenieren. Auch Dagmar Dempe macht ihre Sache als Glenda Ashmore sehr gut, wobei sie ihre ganze Erfahrung einfließen lässt, um eine lebendige Sprechweise zu erzeugen. Weitere Sprecher sind Wolfgang Condrus, Karin Lieneweg und Boris Tessmann.

Insgesamt ist die Geschichte sehr ruhig, was sich natürlich auch in der Umsetzung niederschlägt. So sind die Geräusche meist leise im Hintergrund, die Musik unauffällig während der Übergänge oder einiger besonderer Szenen im Einsatz. Doch an den richtigen Stellen dreht beides auch mal auf und lenkt die Aufmerksamkeit auch akustisch auf dramatische Momente.

Die altertümliche Schrift des Folgentitels wurde auch auf diesem Cover verwendet und ist unter dem eigentlichen Motiv zu sehen, das die verschwommene Silhouette eines Menschen zeigt, der von hinten beleuchtet wurde. Das gibt die Stimmung des Themas gut wieder und ist in seiner Schlichtheit überzeugend.

Fazit: „Die Verschwundenen“ punktet mit einem sehr gelungenen Thema, das im Hauptteil ebenso emotional wie mysteriös umgesetzt ist und in einem bedrückenden Finale endet, das alles stimmig zusammenfügt und mit einer erschreckenden Szene endet. Doch der Weg dorthin ist etwas anstrengend, da sich die Handlung zu viel Zeit lässt, um auf den Punkt zu kommen und viele Details verloren gehen.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-98-9


Die schwarze Serie – 9. Der Kupferstich



Erster Eindruck: Sinnestäuschung oder mystischer Vorgang?

Edward Williams erhält einen alten Kupferstich, der eigentlich ein recht einfaches Motiv zeigt, dennoch geht eine geheimnisvolle Aura von dem Gegenstand aus. Am nächsten Morgen ist er jedoch völlig verunsichert, denn scheinbar hat sich die Szenerie verändert. Als er noch andere Menschen nach ihren Beobachtungen fragt, macht er einige erstaunliche Entdeckungen...

Lange Zeit war es ruhig um die schwarze Serie von Maritim, doch nach der Wiederauferstehung wurde auch diese Serie erneut gestartet, als insgesamt neunte Folge ist nun „Der Kupferstich“ nach einer Geschichte von M. A. James erschienen. Schon gleich zu Anfang wird auf den sich scheinbar veränderten Kupferstich eingegangen, sodass auch beim Hörer direkt das Interesse geweckt wird. Zunächst beschränkt sich die Handlung auf die Beobachtungen, die Edward und seine Freunde machen. Dabei sind immer wieder Kleinigkeiten anders, die Atmosphäre ist rätselhaft und gespannt, aber nicht wirklich bedrohlich. Das ändert sich schlagartig mit dem Auftauchen einer merkwürdigen Gestalt, und ab da nimmt die Geschichte dann auch eine Wendung. Edward forscht nun mehr nach den Hintergründen, will wissen, was da alles zu bedeuten hat und entdeckt schließlich, dass ein dramatisches Geheimnis hinter dem Kupferstich steckt. Das ist dann auch sehr mystisch und unheimlich erzählt, sodass sich ein sehr rundes und gelungenes Ganzes ergibt. „Der Kupferstich“ hat mich zudem mit seiner Dynamik überzeugt, immer wieder gibt es kleine Überraschungen, die das Geschehen unterhaltsam halten.

Viele hochkarätige Sprecher sind in dieser Folge zu hören, unter anderem sind dies Rainer Fritzsche, Lutz Riedel und Lutz Mackensy. Torsten Sense ist in der Hauptrolle des Edward Williams zu hören, er setzt seine markante und ausdrucksstarke Stimme gekonnt ein. So zeichnet er die Intensität der Handlung mit seiner Stimme nach und trägt den steigenden Schrecken so näher an den Hörer heran. Till Hagens Klang zieht die Aufmerksamkeit nicht weniger auf sich, sodass auch Albert Denninstoun nachhaltigen Endruck hinterlässt. Arianne Borbach spricht die Jane mit viel Leidenschaft und sorgt für einige sehr gelungene Momente.

Die Umsetzung der Geschichte ist vom Produzententeam geschickt umgesetzt worden, die Handlung wird dabei subtil beeinflusst. Dafür sorgen zahlreiche Melodien mit orchestralen Klängen, die insbesondere die Szenenübergänge, aber auch einige entscheidende Dialoge untermalen. Die Geräuschkulisse ist hier eher zurückhaltend, fügt sich aber durchaus stimmig in das Gesamtkonzept ein.

Natürlich ist auf dem Cover das Haus zu sehen, das auch vom Kupferstich gezeigt wird. Das strahlt eine recht ruhige Atmosphäre aus, ist mit der leicht grisselig wirkenden Zeichenart zudem besonders geraten. Auf den Titel der Serie wird nicht nur mit dem Rahmen eingegangen, sondern auch im Inneren – natürlich ist die vorherrschende Farbe hier schwarz.

Fazit: „Der Kupferstich“ startet direkt mit der Handlung, ist im ersten Teil aber sehr ruhig erzählt, sodass die einzelnen Elemente sehr gut zur Geltung kommen. Die späteren Nachforschungen heizen dann das Tempo an und führen zu einem sehr intensiv erzählten und dramatischen Ende. Eine Folge, die mir sehr gut gefallen hat!

VÖ: 30. Juni 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-26-2


Die schwarze Serie – 8. Der Käfersammler



Erster Eindruck: Grauen in der Nacht

Auf der Suche nach einer neuen Anstellung stößt der junge Mediziner Greg Hamilton auf eine merkwürdige Anzeige, in der explizit ein Arzt mit Kenntnissen über Käfer gesucht wird. Von Neugier getrieben meldet er sich bei Lord Linchmere, der ihn gleich zu traumhaften Bedingungen anstellt. Doch der Einsatz auf einem einsam gelegenen Landhaus gerät schon in der ersten Nacht außer Kontrolle...

Wie viele andere Serien auch hat Winterzeit beim wiederauferstandenen Label maritim nun „Die schwarze Serie“ fortgesetzt, welche jeweils eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählt und sich dabei aus dem Fundus bekannter Schauergeschichten bedient. „Der Käfersammler“ stammt beispielsweise aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, der eben nicht nur seine Geschichten um Sherlock Holmes verfasst hat. Der Aufbau von „Der Käfersammler“ ist insgesamt recht langsam, die Handlung entwickelt sich nur schrittweise weiter. Nachdem die Grundsituation geklärt und Greg auf dem Landsitz angekommen ist, stellen sich dann aber auch schnell der ersten merkwürdigen Begebenheiten ein, insbesondere in der ersten Nacht wird eine sehr erschreckende Szene geliefert, hier wird das Kernproblem der Handlung mit Nachdruck geschildert. Nach diesem Paukenschlag wird die Geschichte mit immer weiteren Details ausgeschmückt und gewinnt dabei an tiefe, auch die Charaktere entwickeln sich dabei immer weiter. Die Szenerie verdichtet sich ab diesem Moment immer weiter, die Stimmung wird düsterer, die Handlung interessanter. Packender Grusel oder eine fesselnde Atmosphäre entstehen dabei zwar nicht, aber ein solides und zum Finale hin sehr gut erzähltes Hörspiel, dass durchaus neben anderen, ähnlich gelagerten Produktionen bestehen kann.

Peter Lontzek ist in der Hauptrolle des Dr. Greg Hamilton zu hören, mit seiner markanten Stimme unterstützt er den Handlungsfluss und setzt insbesondere das Finale der Handlung mit einigen sehr gelungenen Momenten stark um. Frank Glaubrecht ist als Lord Linchmere, der Auftraggeber Hamiltons, zu hören, auch er ist sehr passend besetzt und sorgt mit seinem ausdrucksstarken Klang für eine lebendige Umsetzung. Der wunderbare Jürgen Thormann spricht den knarrigen Jennings mit der ihm eigenen Intensität, wobei sein rauer Klang bestens in die Atmosphäre der Folge passt. Weitere Sprecher sind Luisa Wietzorek, Christine Pappert und Markus Pfeiffer.

Sehr gut gefallen hat mir die akustische Umsetzung der Geschichte, die genau die richtige Dosis an Musik und Geräuschen einsetzt, sodass alle Elemente gut wirken können. So sind es manchmal auch die Momente der Stille, die eine besondere Atmosphäre haben, die besonders dramatischen Szenen sind aber auch mit passender und stimmiger Musik untermalt worden.

Das dunkle Cover gefällt mir ebenfalls sehr gut, die detailreiche Abbildung des großen Käfers ist sehr ansehnlich und wirkt durch die schlichte restliche Gestaltung umso mehr. Der Serientitel verschwindet fast vor dem schwarzen Hintergrund, während der Folgentitel in verschnörkelter Schrift sehr gut dazu ausgewählt ist. Im Inneren werde die Mitwirkenden ausführlich und übersichtlich aufgeführt.

Fazit: Die einzelnen Elemente der Geschichte sind gut miteinander verknüpft und werden stimmungsvoll und unterhaltsam erzählt, wobei das Tempo erst spät anzieht. Der Weg bis dahin ist aber gelungen erzählt, wobei das Finale den unumstrittenen Höhepunkt darstellt und das Hörspiel sehr gelungen abschließt.

VÖ: 24. März 2017
Label: maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-25-5

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