Das Schwarze Auge – 12. Die Abrechnung

Das Schwarze Auge – 11. Werkzeug des Bösen

Das schwarze Auge - 10. Das Geisterschiff

Das schwarze Auge - 9. Verhängnisvolle Schatzsuche

Das Schwarze Auge – 8. Im Land der Piraten

Das Schwarze Auge – 7. Der Fluch des Goldes

Das Schwarze Auge – 6. Kampf um die Macht

Das Schwarze Auge – 5. Im Reich des Nekromanten

Das schwarze Auge – 4. Verschwörung am Hofe

Das schwarze Auge – 3. Die Geweihten des Totengottes

Das schwarze Auge - 2. Freund oder Feind

Das schwarze Auge – 1. Im Kerker von Gareth


Das Schwarze Auge – 12. Die Abrechnung



Nur noch wenige Bewohner von Aventurien wissen von einem unterirdischen Bau, in dem sich die bunt zusammengewürfelte Heldentruppe um den Gelehrten Sardos versammelt hat, um zum Gegenschlag auf den Vampir Bragdul und seine Kultisten auszuholen. Doch ihre Mission scheint zu scheitern, da der Weg durch eine trickreiche Falle abgeschnitten ist. Nur mit knapper Not können sie entkommen, doch haben sie auch wertvolle Zeit verloren, um die Wiedererweckung des Namenlosen zu verhindern…

Es ist kein Geheimnis, dass die Fantasy-Hörspielserie „Das Schwarze Auge“ nach dem gleichnamigen Rollenspiel in Staffeln zu je sechs Episoden geplant ist. Der findige Hörer weiß also schon vor dem Starten der 12. Episode, dass die Geschichte um den Vampirdämonen Bragdul und die Erweckung des namenlosen Gottes hier vorerst ein Ende finden wird. Die Eröffnungsszene lässt sich dennoch Zeit, um eine sehr bedrohliche Situation für die bereits bekannten Figuren zu schaffen und dem Abenteuer-Gedanken der Serie damit Tribut zu zollen – hier steht eben nicht immer das große Ganze im Mittelpunkt, sondern auch mal eine besonders spannende Szenerie. Danach konzentriert sich die Episode aber auf den großen Höhepunkt der Staffel, den finalen Kampf und bringt dabei die verschiedenen Parteien geschickt und unterhaltsam in Stellung – und wieder mit dem wunderbaren Humor der Serie, der in all der düsteren Szenerie für Auflockerung sorgt. Dabei werden noch zahlreiche Hintergrundinformationen eingebaut, sodass man der Handlung auch gut folgen kann, wenn man die bisherigen Ereignisse nicht mehr zu hundert Prozent auf dem Schirm hat – Grundkenntnisse aus der bisherigen Serie sind dabei aber mehr als nur hilfreich. Das große Finale ist dann sehr packend und vereint die vielen eingebauten Aspekte auf clevere Art miteinander, löst die Handlungsstränge gekonnt auf und ist sehr dramatisch und packend geraten, sodass eine sehr überzeugende letzte Episode der zweiten Staffel geraten ist – wenn es so weitergeht, kann die nächste gern kommen!

Der wunderbare Eckart Dux ist in der Rolle des Sardos zu hören und gestaltet die Rolle mit viel Ausdruck in seiner leicht rauen Stimme, zumal er dem Gelehrten eine ruhige Ausstrahlung verleiht – ein gelungener Kontrastpunkt zu den anderen, oft sehr aufgedrehten Stimmen. Torsten Sense ist als dämonischer Bragdul ebenfalls sehr überzeugend, er verleiht dem Vampir eine bösartige und machtvolle Ausstrahlung, die für viele eindrucksvolle Momente sorgt. Claus-Peter Damitz zeigt von der Rolle des Gundar Gemmenschneider nochmal einige andere Seiten, bringt den deutlichen Wandel aber authentisch und passend herüber. Weitere Sprecher sind Torsten Münchow, Gabrielle Pietermann und Marcus Off.

Akustisch ist die Folge wieder sehr geschliffen und sehr gekonnt auf die verschiedenen Szenerien zugeschnitten. So gibt es natürlich wieder viel stimmungsreiche und imposante Musik, aber auch zahlreiche Geräusche, die ein lebendiges Fair erzeugen – und auch für den einen oder anderen Schockmoment sorgen. Gut gefallen mir auch die Effekte, um manche Stimmen zu verzerren, die die magischen Aspekte der Figuren betonen und gekonnt eingebunden wurden.

Mit seinen dunklen Farben ist das Cover zur Episode geheimnisvoll geraten und spiegelt die abenteuerliche Stimmung der Serie gekonnt wider. Der riesige, volle Mond vor der düsteren Burg, die steinerne Brücke mit den beiden Gestalten auf ihr – Zeichenstil und Perspektive gefallen mit wieder sehr gut. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es nicht nur einen ersten Coverentwurf (noch mit rotem Mond), sondern auch einen einleitenden Text um das Autorenteam, welches nach dieser Episode wechseln wird.

Fazit: „Die Abrechnung“ führt die aufgebauten Handlungsstränge zu einem sehr gekonnten Ende und einem packenden Finale, bietet aber auch zuvor eine abwechslungsreiche Handlung mit spannenden Szenen und dem typischen Humor der Serie. Mir gefällt, dass den Charakteren wieder viel Freiraum gegeben wird, um sich zu entfalten und dennoch eine sehr eindringliche und dominante Szenerie geschaffen wurde. Sehr hörenswert!

VÖ: 29. Oktober 2020
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 9783960662730


Das Schwarze Auge – 11. Werkzeug des Bösen



Gundar Gemmenschneider und seine Gefährten gehören zu den wenigen Wesen, die von der Gefahr wissen, die von dem Namenlosen ausgeht, dem Gegenspieler der Götter Aventuriens. Denn dieser soll wiedererweckt werden, was das Land in Chaos und Untergang führen würde. Doch wieder fällt die bunt gemischte Gruppe auf und zieht den Ärger auf sich, insbesondere da einige Mitglieder im Land in Ungnade gefallen sind…

Auch wenn das Thema und die Thorwaler in der vorigen Episode halbwegs abgeschlossen wurde, ist der zweite Handlungsstrang der Fantasy-Hörspielserie „Das Schwarze Auge“ nach dem gleichnamigen Rollenspiel noch nicht abgeschlossen, sondern schwenkt nur auf eine andere Szenerie um. Im Mittelpunkt steht nun eine deutlich düstere und bedrohlichere Stimmung um die Erweckung des namenlosen Antagonisten der Götter und den Anführer der Vampire von Aventurien. Das geht gewohnt abwechslungsreich zu, so gibt es heitere Momente um die ungleichen Abenteurer mit bissigen Wortgefechten, schnelle Actionszenen und düstere Augenblicke, die vor Magie und Mystik sprühen. Das ist auf gewohnt hohem Niveau und überzeugt mit einer neuen Atmosphäre, wird aber auch langsam vorhersehbar – bis auf kleinere Überraschungen gibt es nur wenige Wendungen, die wirklich packen können. Gerade der Verlauf der Episode scheint etwas zu gleichförmig zu den Vorgängern zu sein – unterhaltsam ist die Geschichte aber dennoch. Und das liegt an der besonderen Atmosphäre der Serie und den lieb gewonnenen Charakteren sowie den neuen Elementen um Bragdul, die für Spannung sorgen. Und die Neugier auf die kommenden Ereignisse wird ebenfalls geweckt, da die wesentlichen Stränge zum Ende dieser Episode noch viel Potenzial für aufregende Entwicklungen bieten.

Mit Torsten Sense hat ein weiterer sehr erfahrener Sprecher einen Auftritt, wobei sein markanter Klang durch einen Stimmverzereffekt noch unterstützt wird. So wirkt die Figur des Bragdul sehr machtvoll und bösartig, seine Ausstrahlung ist dabei bestechend. Die Rolle der Alinne wird natürlich wieder von Gabrielle Pietermann gesprochen, deren authentisches und spontan wirkendes Auftreten auch hier wieder sehr gut funktioniert. Erzähler Axel Ludwig spricht seine Texte sehr betont und stimmungsvoll, was das Hörspiel noch ausdrucksstärker wirken lässt und viel zusätzliche Atmosphäre aufkommen lässt. Weitere Sprecher sind Rene Dawn-Claude, Alexander Döring und Jill T. Böttcher.

Auch in dieser Episode überzeugt der Abwechslungsreichtum in der akustischen Gestaltung, sodass wieder ganz unterschiedliche Stimmungen aufkommen. Dafür sorgen vor allem die vielen Geräusche, die die Dialoge lebendig gestaltet und gekonnt auf jede Szene zugeschnitten sind. Aber auch die Musik ist überzeugend, die mittelalterlich angehauchten Klänge sind mal heiter, mal bedrohlich oder mystisch, was die jeweils vorherrschende Stimmung hervorhebt.

Das Cover hat wieder den fantastischen und fantasievollen Look der Vorgänger, Flavio Bolla hat die Düsternis Aventuriens darin gekonnt eingefangen. Die ikonisch wirkende Darstellung mit zuckenden Blitzen, erhobenem Hammer und wehendem Mantel zieht die Aufmerksamkeit auf sich, doch auch der Hintergrund mit dem zerstörten Gebäude und dem aufgescheuchten Gabenschwarm passt sehr gut zur vorherrschenden Stimmung. Im Inneren gibt es wieder einige Hintergrundinformationen und einen ersten Coverentwurf.

Fazit: „Werkzeug des Bösen“ kann zwar in wesentlichen Punkten nicht mehr wirklich überraschen, erzählt aber eine weitere fantasievolle und abwechslungsreiche Geschichte mit vielen unterschiedlichen Stimmungen. Die mystische Bedrohung der Welt von Aventurien bekommt hier noch weitere Facetten hinzugefügt, während auch die besondere Stimmung der Serie mit ihren gut gestalteten Hauptfiguren wieder gut funktioniert.

VÖ: 24. Juli 2020
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 9783960662723


Das schwarze Auge - 10. Das Geisterschiff



Den gerade erst gehobenen Goldschatz haben die Helden um Thorwaler Hothar schnell wieder an ein geisterhaftes Schiff verloren. Doch ihnen ist klar, dass dieser benötigt wird, den mächtigen Namenlosen zu erwecken. Den Kult um ihn wollen sie unbedingt aufhalten, sodass sie sich auf den Weg zu einem berüchtigten Seefahrer machen...

Das erste kleine Jubiläum mit der zehnten Folge ist unlängst von der abenteuerlichen Fantasy-Serie "Das schwarze Auge" nach dem gleichnamigen Rollenspiel erschienen. Gefeiert wird das nicht, schließlich steckt die Serie mitten in der Handlung um den piratenähnlichen Thorwaler Hothar und den zweiten Handlungsstrang um den Kampf gegen den unheimlichen Namenlosen, der die ganze Welt von Aventurien bedroht. Hier ist man etwa in der Mitte des Handlungsstranges angekommen, was der Episode auch deutlich anzumerken ist: Nach dem aufregenden Start, um das Interesse des Hörers zu wecken, und einem spannenden Schluss mit dem finalen Kampf müssen natürlich noch zahlreiche weitere Hintergrundinformationen geliefert werden, was hier in einigen recht langen Szenen mit vielen Dialogen und vergleichsweise wenig Action und Abenteuer umgesetzt wurde. Die gelungene Zusammenstellung der Charaktere funktioniert dabei ebenso gut wie sonst, auch die gesetzten Spannungsmomente funktionieren tadellos. Doch die Handlung entwickelt sich für meinen Geschmack zu langsam, es werden auch in den Gesprächen zu wenige neue Informationen geboten, um wirklich fesseln zu können. Sicherlich sind dabei einige interessante Details eingebaut, im Vergleich zu den Vorgängern wird aber deutlich weniger geboten, weniger Spannung, weniger Abwechslung, weniger Entwicklungen. Gegen Ende zieht die Handlung noch einmal merklich an, im Gefüge der Serie nimmt "Das Geisterschiff" natürlich auch einen wichtigen Platz ein - ein wenig mehr Tempo hätte der Episode dennoch gutgetan.

Den Hauptteil der Handlung bestreiten natürlich wieder die bekannten Hauptsprecher, die ihre Rollen ausdrucksstark darbieten. So ist Marcus Off als Auelf Filoen wieder auf den Punkt gebracht, bringt die Veränderungen des Charakters gut zur Geltung und hinterlässt dabei einen lebendigen Eindruck. Marie Bierstedt ist als Ragna Sigridsdottir wieder bestechend, da sie mal eine raubeinige und wilde Seite von sich zeigen kann - wobei auch der Humor der Figur nicht zu kurz kommt. Mit Wilmund ist ein weiterer überzeugender Charakter in die Handlung eingebunden, der von Santiogo Ziesmer mit eher leiser Stimme und detailreich gesprochen wird, was für einige markante Momente sorgt. Weitere Sprecher sind Axel Ludwig als Erzähler, Erich Räuker und Rene Dawn-Claude.

Akustisch macht die Episode einen gelungenen Eindruck, sodass die abenteuerliche Wirkung der Handlung gekonnt unterstrichen wird. Dafür sorgt einerseits die recht wuchtige Musik, die oft von Blechbläsern umgesetzt ist und sowohl die Szenenübergänge als auch besonders betonenswerte Momente gelungen gestaltet. Andererseits sind die vielen Geräusche zu einer lebendigen Kulisse arrangiert, was gekonnt aufeinander abgestimmt wurde.

Das titelgebende "Geisterschiff" ist auf dem Cover effektvoll in Szene gesetzt worden. Der Ozean ist düster, unruhig und wird von geisterhaften Lichtern erstrahlt, die auch das Segelschiff mit dem Totenkopf grünlich beleuchtet. Das ist sehr unheimlich geraten und passt natürlich bestens zur Episode. Das Innere des kleinen Booklets enthält wieder einige Informationen zum "Schwarzen Auge", besonders interessant sind aber die Infos zur Entstehung der Cover in Form eines Interviews, einem Kurzportrait von Flavio Bolla und einem ersten Coverentwurf.

Fazit: In "Das Geisterschiff" wird die Handlung um den verfluchten Goldschatz und den Kampf gegen den Namenlosen mit mehr Informationen gefüttert, was die Szenerie gelungen vertieft. Die Handlung entwickelt sich hingegen recht langsam weiter, die Dialoge sind nicht ganz so schnell gesetzt wie zuvor. Einige gelungene Actionszenen und eine unheimliche Stimmung sind jedoch gut eingebaut, sodass insgesamt eine hörenswerte Episode entstanden ist, aus der man jedoch mehr hätte herausholen können.

VÖ: 14. Februar 2020
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662716


Das schwarze Auge - 9. Verhängnisvolle Schatzsuche



Zwar konnte die Gruppe um den Zwerg Gundar Gemmenschneider ein neues Schiff kapern und die Schwester des Thorvalers Hothar finden, ihre Suche nach dem Goldschatz bringt jedoch alte Streitigkeiten und die Differenzen zwischen den Völkern wieder hervor. Und so muss sich die Gruppe nicht nur den Gefahren stellen, die von außen drohen...

Dass es in der zweiten Staffel der Hörspiel-Umsetzung des Rollenspielklassikers „Das schwarze Auge“ in die Welt der piratenähnlichen Thorwaler geht, hat sich bereits abgezeichnet. Folge 9 mit dem Titel „Verhängnisvolle Schatzsuche“ konzentriert sich dabei noch mehr als zuvor auf Hothars Schwester Ragna, ihr bisheriges Leben, die Ereignisse auf der ersten Gischttänzerin, aber auch ihre Gefühlswelt und die Energie, die sie antreibt, werden im Laufe der Episode immer wieder thematisiert. Eingebettet ist dies jedoch in eine aufregende und abenteuerliche Handlung, die sich vordergründig der Suche nach einem verfluchtem Goldschatz widmet, aber wie immer bei der Serie einige Umwege nimmt und dabei viele gefährliche Szenen für die Helden der Serie einbaut. Ich mag, wie sich das sehr dynamisch gestaltet und zwischen verschiedenen Szenerien gewechselt wird, wie spannende auf nachdenkliche Momente folgen und dennoch der rote Faden der Folge nicht verloren geht. Dabei wird auch die Staffelhandlung weiterentwickelt, es kommen neue Aspekte in die sowieso schon umfangreiche Szenerie hinzu, auch die Götterwelt der Welt hat gegen Ende noch einmal mehr Einfluss auf die Handlung. Das ist wieder sehr spannend zusammengestellt, sodass eine weitere hörenswerte Episode der Serie entstanden ist.

Marie Bierstedt überzeugt in dieser Folge mit einer anderen Facette als sonst und lässt ihre klare Stimme härter und dunkler klingen, sodass die Figur der Ragna sehr gut in die Stimmung der Folge passt. Als Auelf Filuin ist natürlich wieder Marcus Off zu hören, der mit passender Attitüde, einer immer leicht überheblichen Art und viel Nachdruck seine Rolle wieder ausdrucksstark spricht.

Akustisch ist erneut eine sehr lebendige Episode gelungen, die das abenteuerliche Flair gekonnt zur Geltung bringt. Die Geräusche sind sehr prägnant und bringen die Actionszenen prägnant zur Geltung oder sorgen für passende Kulissen, während die Musik fast durchgängig für eine dichte Atmosphäre sorgt. Das wirkt alles sehr stimmig und ergänzt die Dialoge sehr gelungen.

Das Cover der Episode ist ziemlich düster geraten und zeigt die Heldengruppe inmitten der gigantischen Goldberge, wobei sich die Gesichter im Schatten verbergen. Das Skelett, das sich aus dem Hintergrund nähert, bringt eine noch bedrohlichere Stimmung mit ein. Die Gestaltung des Booklets ist schlicht, aber übersichtlich geraten.

Fazit: Die lebendige und abenteuerliche Stimmung der Staffel in dieser Folge stärker ausgebaut, wobei noch mehr verschiedene Elemente einfließen - und genau das macht den Reiz von „Verhängnisvolle Schatzsuche“ aus. Die Charaktere kommen ebenso gut zur Geltung wie der dynamische Verlauf, ein Rückblick in die Vergangenheit ist ebenso vorhanden wie eine Andeutung auf den weiteren Verlauf der Staffel. Eine

VÖ: 8. November 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662709


Das Schwarze Auge – 8. Im Land der Piraten



Der Thorwalder Hothar hat die uneinheitliche Reisegruppe in die Heimat seines Volkes geführt, auch wenn seine Begleiter die Schiffsfahrt nicht sonderlich gut überstanden haben. Doch während er mehr über sein verschollenes Schiff, die Gischttänzerin, herausfinden will, werden auch seine Feinde aus früherer Zeit auf ihn aufmerksam...

Zum Ende der siebten Episode von „Das schwarze Auge“, dem Gemeinschaftsprojekt von WinterZeit und Audionarchie, wurden bereits die Weichen für die nun erschienene Folge „Im Land der Piraten“ gestellt, sodass der Hörer ohne große Einleitung an der Reise der bunt gemischten Gruppe teilnehmen kann. Und auch wenn durch diese Überleitung und diverse Kommentare zu bisherigen Ereignissen der Anschein erweckt wird, dass die Handlung in den roten Faden der Serie integriert ist, handelt es sich im Grunde um ein in sich abgeschlossenes Abenteuer, das nur einige Weichen für die kommenden Ereignisse stellt. Dabei ist es sehr interessant, die Welt der Piraten-ähnlichen Thorwalder weiterzuerkunden, wobei Kultur, Religion und Gesellschaft der Seefahrer zu erkunden, zumal das der Serie eine weitere Komponente hinzufügt und die Fantasy-Welt noch bunter und lebendiger wirken lässt. Zahlreiche unterhaltsame Details sind dabei eingewoben, die den Spielern des gleichnamigen Rollenspiels begeistern dürften, anderen Hörern aber ebenfalls einen guten Eindruck der Welt verleihen. Und auch Hothar, der seit der Beginn der Serie innerhalb der Gruppe eine eher kleine Rolle eingenommen hat, bekommt hier mit weiteren Hintergründen und einigen starken Szenen einen umfassenderen Ausdruck. Das Geheimnis um die Gischttänzerin rückt dabei gefühlt ab und an in den Hintergrund, zugunsten der Atmosphäre tritt die Handlung an einigen Stellen für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Hintergrund, was die Spannung immer wieder etwas abfallen lässt. Doch gerade gegen Ende der Episode zieht das Tempo wieder mehr an und präsentiert so ein spannendes und markantes Finale.

Ragna wird von Marie Bierstedt gesprochen, die ihrer Stimme einen ungewohnt harten Klang verleiht und der Schwester von Hothar so ein markantes Auftreten verleiht, wobei sie gelungen verschiedene Facetten mit einbringt und so eine sehr lebendige Figur schafft. Auch Helmut Gauß hat mir als Asgrimm sehr gut gefallen, mit seinem rauen Klang verstärkt er die Atmosphäre der Handlung und setzt die Welt der Thorwalder so noch intensiver um. Natürlich ist Marco Kröger auch wieder als Hothar zu hören, in „seiner“ Folge entlockt er der Figur noch einmal neue Facetten, wobei die Wut und der eiserne Wille des Piratenkapitäns sehr gut zur Geltung kommen. Weitere Sprecher sind Hans-Jürgen Dittberner, Oliver Feld und Peter Groeger.

Die fantastische Welt des Schwarzen Auges wird durch die vielseitige akustische Unsetzung gekonnt in Szene gesetzt, wobei besonders die vielfältige Geräuschkulisse zu überzeugen weiß und immer einen passenden Hintergrund schafft. Es gibt aber auch (wenige) Geräusche, die künstlich und comichaft wirken und nicht so recht in die Handlung passen wollen. Die Musik ist wieder atmosphärisch und lebendig umgesetzt.
Auf dem Cover zu der Folge wird eine sehr hübsche Szenerie dargestellt, die den Hafen der Thorwalder mit einigen großen Segelschiffen und vielen kleinen Jollen sehr lebendig darstellen. Dass der Hintergrund mit den hohen Klippen, dem blauen Himmel und den aufgetürmten Wolken sehr ansehnlich gestaltet ist, schadet dabei natürlich auch keinesfalls. Im Inneren des Booklets ist ein ausführliches Interview mit Markus Winter zum Thema Sounddesign zu lesen.

Fazit: Die Folge konzentriert sich vor allem auf die Ausgestaltung der Welt der Thorwalder und die Hintergründe von Hothar, sodass die Handlung nicht immer konsequent vorangetrieben wird. Die Spannung wird aber gegen Ende wieder fokussiert und überzeugt dann mit intensivem Ausdruck. Schön, dass auch hier wieder die anderen, lieb gewonnenen Charaktere ihren festen Platz gefunden haben und charmant eingebaut wurden.

VÖ: 21. Juni 2019
Label: Audionarchie / WinterZeit
Bestellnummer: 978396066064


Das Schwarze Auge – 7. Der Fluch des Goldes



Die Schlacht gegen Lares von Weißen Turm wurde erfolgreich geschlagen, dennoch muss sich die Gruppe um Gundar Gemmenschneider weiterhin im Verborgenen halten und bleibt deswegen noch eine Weile länger zusammen. Doch es ziehen neue dunkle Wolken auf, als Thorwalder Horthar auf einen alten Kameraden stößt und dieser von einem verfluchten Schatz berichtet...

Die Fantasy-Hörspielreihe „Das Schwarze Auge“, die auf dem gleichnamigen Rollensiel basiert, startet mit der siebten Episode in einen neuen Handlungsstrang, das erste große Finale wurde in Folge sechs erzählt. Das merkt man der Episode auch an, der Start wirkt ein wenig wie die Ruhe nach dem Sturm. Nach einem stimmungsvollen Intro, in der schon einmal tiefer in die Piraten-Szenerie eingetaucht wird, werden die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander noch einmal abgeklopft, Zukunftspläne geschmiedet und Spötteleien ausgetauscht – bis das Thema der neuen Staffel eingeläutet wird. In mehreren Szenen wird von dem geheimnisvollen verfluchten Schatzes berichtet, aber auch ein neuer Endgegner wird präsentiert. Dadurch kommen jeweils herrlich mystische und düstere Elemente mit ein, die der Szenerie zusätzlichen Reiz verleihen. Die Stimmung in der bekannten und leicht angewachsenen Gruppe wird gekonnt beschrieben und bildet das solide Fundament der Serie, in der sich die Handlung gut einbettet. Dafür muss man allerdings auch in Kauf nehmen, dass die Charaktere recht klischeebelastet sind und der plötzliche enge Zusammenhalt der Gruppe nach den bisherigen Querelen eben doch etwas holprig wirkt. Auch die zarten Anbandelungsversuche, die hier eingebaut werden, wirken nicht ganz rund. Insgesamt gefällt mir aber die Stimmung und die Dynamik der Folge, die gut gelungen ist.

Marco Kröger hat als Thorwalder Hothar natürlich noch ein bisschen mehr zu tun als in den vorigen Episoden. Seine raue und markante Stimme passt gut zu der Rolle und prägt die Szenerie deutlich, was ihm sicher gelingt. Tino Kießling ist als Laske Björnsson zu hören, auch er legt viel Energie in seine Stimme und setzt immer wieder Akzente, was besonders einen Bericht lebendig wirken lässt. Marie Bierstedts sanfter Klang bildet einen gelungenen Kontrast zu der harten Atmosphäre der Folge, auch sie spricht sehr dynamisch und passt sich den unterschiedlichen Szenerien an. Weitere Sprecher sind Torsten Sense, Eckart Dux und Axel Ludwig.

Die akustische Umsetzung der Folge ist den beiden ausführenden Labels WinterZeit und Audionarchie wieder gut gelungen, die einzelnen Elemente greifen gut ineinander. Dabei gibt es wieder viel Musik, die die verschiedenen Stimmungen aufgreifen und verstärken. Die Geräuschkulisse wirkt authentisch und bildet meist einen passenden Hintergrund, setzt sich aber auch mal mehr in den Vordergrund und erhöht dann die Dramatik der Episode.

Die anfänglich geschilderte Schlacht auf hoher See ist auch auf dem Cover zu sehen und versetzt den Hörer so gleich in die richtige Stimmung für die Folge. Auch hier ist wieder sehr detailreicher Zeichenstil genutzt worden, sodass man bei den beiden Segelschiffen viele Einzelheiten erkennen kann. Im Inneren des Booklets ist noch ein Interview mit Patrick Holtheuer und Markus Winter zu lesen, in dem sie die erste Staffel Revue passieren lassen und einen Ausblick auf das Kommende bieten.

Fazit: Der Start in die neue Staffel ist mit „Der Fluch des Goldes“ gut gelungen. Die Einführung in die neue Szenerie ist lebendig geraten und weckt das Interesse an der weiteren Entwicklung und punktet mit einigen starken Szenen. Die Charaktere funktionieren wieder sehr gut miteinander, jeder bringt seine eigene Stimmung mit ein. Da mag man den einen oder anderen kleinen Stolperstein verkraften.

VÖ: 18. April 2019
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 9783960660057


Das Schwarze Auge – 6. Kampf um die Macht



Nach einer gefährlichen Reise mit vielen Entbehrungen und Verlusten ist die Gruppe um Gundar Gemmenschneider ihrem Ziel so nah wie sie, endlich können sie Lares vom Weißen Turm das Schwert und den Ring seiner Familie überreichen. Doch eine letzte Hürde stellt sich ihnen in den Weg, denn Dexter von Crumold will die Übergabe unbedingt verhindern...

Von Anfang an war der erste Handlungsstrang von „Das Schwarze Auge“, der Coproduktion von WinterZeit und Audionarchie, auf sechs Folgen ausgelegt, sodass man in „Kampf um die Macht“ bereits ein erstes großes Finale erleben kann – und zwar wie es sich für eine Fantasy-Serie gehört ein episches. Zunächst startet die Episode aber erst einmal wie gewohnt mit seiner abenteuerlichen Szenerie, in die sich aber auch ein Hauch Melancholie einschleicht. Wieder muss die Gruppe sich bewähren, lernt einzelne Mitglieder von einer anderen Seite kennen und wächst dadurch weiter zusammen. Auch das ist wieder gut erzählt, die ganz große Überraschung kommt aber wirklich erst gegen Ende der Episode, in dem sich alles noch einmal von einer ganz anderen Seite präsentiert. Diese eingebaute Idee ist so einschneidend, dass sie auch die bisherigen Ereignisse in ein ganz anderes Licht rückt und man gedanklich zurückgeht, die Handlungen noch einmal Revue passieren lässt und versucht ist, einfach noch einmal reinzuhören – und genau das ist es eigentlich, was ich (unter anderem) von einem stimmigen Fantasy-Werk erwarte. Dass die Spannung dabei deutlich steigt, die Stimmung sehr dicht ist und alles gekonnt konzipiert ist, ist dabei fast schon klar, hier merkt man wieder der Feinschliff, den die Serie erfährt. Ein gelungener Abschluss des ersten Handlungsstrang, der gleichwohl schon einige Fäden für die Zukunft anlegt.

Marcus Off hat sich bereits in den vorigen Episoden als Filoen bewiesen und setzt diesen positiven Eindruck auch hier wieder fort, indem er zwar die typischen Eigenschaft von Elfen einbaut und dennoch seinen ganz eigenen Weg findet. Julius Jellinek ist als Lares vom Weißen Turm ebenfalls wieder sehr überzeugend, er spielt hier etwas mehr mit seiner Stimme und kann so seine Szenen sehr intensiv ausgestalten. Als Dexter ist Peter Flechtner zu hören, durch ihn wird die düstere Szenerie noch verschärft, er schafft einen weiteren prägnanten Charakter in der phantastischen Welt. Weitere Sprecher sind Axel Ludwig, Claus-Peter Damitz und Gabrielle Pietermann.

Die akustische Umsetzung der Episode ist erneut bestechend geraten und nicht nur sehr gut auf die Handlung abgestimmt, sondern setzt auch das Fantasy-Genre gut um und lässt den Hörer in die fremde Welt eintauchen. Musik und Geräusche funktionieren dabei besonders gut zusammen, was besonders die dramatischen Szenen am Ende beweisen.

Ein dunkler Nachthimmel, für ein bisschen mehr Pathos von Blitzen erleuchtet, darunter einer riesige Burg, auf deren Zinnen zwei Männer in voller Rüstung im Flammenschein kämpfen – auf dem Cover wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Optisch sehr gut in Szene gesetzt, im Inneren sind jedoch neben dem bereits bekannten Text über Aventurien keine weiteren Informationen entalten.

Fazit: Nach dem fast schon klassischen Start mit neuen Gefahren und neuen Erkenntnissen über die Gefährten gibt es noch das große Finale des ersten Handlungsstrang mit krassen Wendungen und einer ganz neuen Perspektive auf die bisherige Staffel. Ein sehr gute Abschluss, der sowohl den Wunsch weckt, die bisherigen Folgen noch einmal zu hören, als auch Lust auf die neuen Intrigen, Kämpfe und Reisen in Aventurien macht.

VÖ: 27. Juli 2018
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-96066-004-0


Das Schwarze Auge – 5. Im Reich des Nekromanten



Gundar Gemmenschneider und der Rest der unfreiwilligen Reisetruppe sind fast an ihrem Ziel angekommen, dem weißen Turm, in dem Siegelring und Schwert der Familie verschollen sind. Doch eine riesige Armee Untoter wartet vor den Toren und versperrt ihnen den Weg – bis Gundar eine ebenso selbstmörderische wie geniale Idee hat. Währenddessen muss sich Lares vom Weißen Turm in seiner Heimatstadt erneut bösartigen Intrigen aussetzen...

In der fünften Folge der Reihe macht „Das Schwarze Auge“, eine Koproduktion von WinterZeit und Audionarchie, einen deutlichen Sprung nach vorne und treibt die Rahmenhandlung wieder verstärkt voran. Denn das Ziel der Reise wird hier tatsächlich erreicht, doch davor stehen natürlich wieder zahlreiche Gefahren, die bezwungen werden müssen. Wie der Titel schon erahnen lässt, hat die Folge einen düsteren, makabren Einschlag, welcher einen speziellen Reiz verleiht und für einige unheimliche Momente sorgt. Dass sich dabei alles weiter aufbaut, versteht sich fast von selbst, wobei die Begegnung mit dem Herren des Weißen Turms der unumstrittene Höhepunkt ist – und sehr gut ausgekostet wird. Darin eingebunden ist eine sehr gut erzählte Szene, in der ein sehr anderes Licht auf einen der Charaktere geworfen wird. Der Handlungsstrang um Gundar Gemmenschneider erweist sich als sehr unterhaltsam und mit einigen trickreichen Wendungen versehen und gleicht damit den nicht ganz so starken Teil um Lares etwas aus. Zwar ist die gesponnene Intrige um seinen Mentor Sardos auch mit einigen starken Szenen versehen, die ganz großen Emotionen werden dabei aber einfach nicht geweckt. Insgesamt fügt sich aber wieder alles stimmig zusammen, es gibt viele Überraschungen und noch tiefere Einblicke in einige Charaktere und die Gruppendynamik. Dass die Stimmung dabei so dicht ist, dass es kaum auffällt, dass sich die Handlung recht langsam entwickelt.

Angela Wiederhut steht hier als Leonida von Beilunk noch mehr im Mittelpunkt als sonst und verleiht ihrer Figur dabei mehr Tiefe, wobei sie in einigen emotionalen Szenen besonders die Selbstzweifel der engagierten Frau gekonnt zum Ausdruck bringt. Eckart Dux verlieht mit seiner tiefen Stimme der Rolle des Sardos eine sehr eindringliche Aura und kann seine Szenen sehr gut zur Geltung bringen und den Charakter so noch weiter stärken. Richtig gut gefallen hat mir auch Otto Schenk, der Jangorn vom Weißen Turm spricht und diesen mit so scharfer und schneidender Stimme spricht, dass die Szenen auch so eine intensive Ausstrahlung bekommen. Weitere Sprecher sind Gabrielle Pietermann, Marco Kröger und Björn Schalla.

Die opulente akustische Gestaltung ist seit dem ersten Teil der Reihe ein fester Bestandteil der Umsetzung und kommt auch hier wieder sehr gut zur Geltung. Besondere Erwähnung verdienen dabei die Szenen um den Herrscher des Weißen Turms, die nicht nur mit vielen Geräuschen und intensiver Musik hervorstechen, sondern auch mit sehr gelungenen Stimmverzerrefekten.

Auch die Covergestaltung ist wieder sehr ansehnlich geraten, eine schwarze Burg ragt darauf aus einem stürmischen Meer hervor, nur spärlich von einer rot untergehenden Sonne beleuchtet ist. Schade nur, dass ausgerechnet diese vom Schriftzug verdeckt wurde, im Inneren des Booklets ist aber unter anderem die komplette, detailreiche Zeichnung zu sehen.

Fazit: Am Ziel angekommen verliert die Geschichte um die Reisegruppe keineswegs an Spannung, sondern legt in dieser Folge erst richtig los. Die düstere Atmosphäre steht dabei im Vordergrund und legt den Fokus wieder auf einzelne Elemente, die so sehr gut zur Geltung kommen. An der einen oder anderen Stelle hätte die Entwicklung aber ruhig noch schneller sein können.

VÖ: 6. April 2018
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-96066-02-6


Das schwarze Auge – 4. Verschwörung am Hofe



Erster Eindruck: Ein feiger Giftanschlag...

Während sich Gundar Gemmenschneider und seine unfreiwilligen Gefährten weiter auf dem Weg durch Aventurien befinden, muss sich Lares einer ganz anderen Gefahr stellen. Denn bei einer Feier am Hofe wird ihm ein vergiftetes Glas Wein gereicht – ein klarer Anschlag auf sein Leben. Und um den Meuchelmörder zu stellen, müssen auch mal ungewöhnliche Pakte eingegangen werden...

Noch ist die Fantasy-Reihe „Das schwarze Auge“ recht jung. Die wichtigsten Parameter der Handlung sind zwar schon abgesteckt, doch Folge vier zeigt eindeutig, dass mehr hinter der Rahmengeschichte steckt als bloß die Reise der Angehörigen verschiedener Völker. Zwar gibt es auch hiervon einige Szenen, die Haupthandlung kehrt aber wieder zu Laren vom Weißen Turm am Adelshof zurück, um einen anderen beliebten Aspekt von Fantasy-Literatur zu zeigen: Den Ränkespielen und Intrigen der Reichen und Einflussreichen. Das erzeugt eine gänzlich andere Atmosphäre als die actiongeladenen Abenteuer der bisherigen Rollen, wesentlich ruhiger und bedächtiger. Das ist genauso unterhaltsam und eingngig geschildert, die Spannung wird aber eben auf eine ganz andere Weise erzeugt, da die Bedrohung lange Zeit völlig im Unklaren liegt. Allerdings sind die Charaktere hier nicht ganz so prägnant und dem Hörer noch nicht so sehr ans Herz gewachsen, und durch diese geringere emotionale Bindung konnte ich nicht ganz so sehr mitfiebern wie bei den vorigen Folgen. Mir gefällt, dass hier ganz andere Aspekte der Serie beleuchtet werden, zumal diese flüssig und atmosphärisch wie immer umgesetzt ist. Und auch wenn mich dieser Handlungsstrang noch nicht vollkommen gepackt hat, ist dieses Hörspiel sehr lohnenswert und betont den sehr guten Ansatz der Serie.

Julius Jellinek ist in der Rolle des Laren vom weißen Turm zu hören, den er mit sehr prägnanter Stimme spricht und so eine sehr präsente Aura erschafft. Er bringt dabei in vielen verschiedenen Facetten die Emotionen des Charakter sehr klar herüber. Eckart Dux ist in der Rolle des Sordos zu hören, er setzt seine ganze Erfahrung ein, um einen lebendigen und treffenden Eindruck seines Charakters zu schaffen. Freimut Götsch war mir bisher als Sprecher noch kein Begriff, in der Rolle des Beltram von Lauterfurt konnte er mich deswegen positiv überraschen, da er sehr lebendig und vielseitig intoniert. Weitere Sprecher sind Peter Flechtner, Antje von der Ahe und Martin Kautz.

Da die Geschichte der Folge deutlich ruhiger ist als seine Vorgänger, ist dementsprechend auch die akustische Gestaltung nicht ganz so voluminös als sonst – allerdings nicht weniger treffend. Die Musikuntermalung ist immer noch lebendig und atmosphärisch geraten, aber besser an die Stimmung bei Hof angepasst. Die Geräusche sind nach wie vor präzise eingebunden und lassen die Dialoge stimmiger wirken.

Auch die Covergestaltung bietet bei dem neuen Setting neue Gestaltungsmöglichkeiten, sodass hier nun ein imposanter Saal zu sehen ist. Über dem Thron im Hintergrund schwebt ein riesiges, stilisiertes Auge, während die Szenerie in einem sanften, rötlichen Licht schillert, welches durch die hohen Fenster scheint. Gemeinsam mit den durch den Saal schreitenden Menschen ist so ein sehr ansehnliches und äußerst gelungenes Cover entstanden.

Fazit: Hier zeigt „Das schwarze Auge“ mal eine ganz andere Seite der Serie und konzentriert sich in dieser Folge vorrangig auf die intriganten Vorgänge bei Hof. Dabei ist es durchaus interessant, den Charakter von Lares und den anderen Mitgliedern des Hofes zu erkunden, auch wenn diese nicht ganz so prägnant sind wie die Gefährten. Dennoch eine hörenswerte und lebendige Folge der Serie.

VÖ: 15. Dezember 2017
Label: Winterzeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-960660-01-9


Das schwarze Auge – 3. Die Geweihten des Totengottes



Erster Eindruck: Die Klüfte sind noch nicht überwunden...

Ihrer Pferde beraubt stranden Gundar Gemmenschneider und seine Gefährten in einem kleinen Dorf, welches auf den ersten Blick unbewohnt wirkt. Doch schnell merkt die Reisegruppe, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Das Zusammentreffen mit den jugendlichen Bewohnern fällt dann auch ziemlich unerfreulich aus, und der Zwerg und seine unfreiwilligen Kumpane müssen einmal mehr um ihr Leben fürchten...

In erfreulicher Regelmäßigkeit erscheinen neue Folgen von „Das schwarze Auge“, der Gemeinschaftsproduktion von WinterZeit und Audionarchie, sodass nun schon die dritte Episode „Die Geweihten den Totengottes“ auf den Markt gekommen ist. Dabei wird die Rahmenhandlung, die Reise der Gefährten, weitergeführt, dennoch erhält die Folge durch eine prägnante Szenerie einen eigenen Anstrich. Schon kurz nach dem Beginn wird dabei der erste Schauplatz des Dorfes und dessen Bewohner vorgestellt. Doch das ist im Prinzip nur der Übergang zum eigentlichen Kernpunkt der Geschichte, und das merkt man den Szenen auch manchmal an. Der kleine, eingebaute Schockmoment kommt nicht so recht zur Geltung und wirkt eher aufgesetzt. Der zweite Teil gefällt mir da deutlich besser, hier kommt nicht nur die Mythologie der Serie mit der Götterwelt noch besser zur Geltung, auch die düstere Ausstrahlung der Wesen kommt gut zur Geltung. Auch die Zusammenstellung der Charaktere ist wieder gelungen, wobei die Gräben zwischen den unterschiedlichen Völkern hier wieder deutlich hervortreten. Das Finale ist dann wieder sehr präzise erzählt und sorgt für eine sehr eingängige Atmosphäre.

Wieder wurden viele engagierte Sprecher um die Mikrofone versammelt. So hat mir Florentine Draeger als Xinda sehr gut gefallen, sie passt sich sehr gut der düsteren Szenerie an und verleiht ihrer Stimme einen bedrohlichen Anklang. Auch Timo Kinzel passt sehr gut zu der Rolle des Geron, mit viel Ausdruck und Energie setzt er die Figur um und offenbart dabei viele Facetten. Michael Iwannek ist als Ethelus zu hören, der einen düsteren und finsteren Klang wählt, um der Figur die richtige Schärfe zu verleihen. Auch Dirk Stolberg, Christine Marquitan und Roland Hemmo sind zu hören.

Das Sounddesign der Folge kann mich auch hier wieder überzeugen, die Welt von Aventurien kommt sehr vielfältig herüber und präsentiert erneut andere Stimmung. Dieser düstere und mystische Klang wird nicht nur durch die vielen Geräusche, sondern auch die sehr präzise musikalische Begleitung erzeugt. Dies verdichtet sich im Laufe der Folge immer mehr, sodass der Spannungsbogen gut nachgezeichnet wird.

Sehr fantasievoll und ansprechend ist auch wieder das Cover gelungen, das in einer nächtlichen Szene ein düsteres und unheilvoll wirkendes Gebäude zeigt. Hier sind wieder viele kleine Details eingebaut, die das Titelbild lebendig wirken lassen. Das Innere ist voller Informationen über die Welt von „Das Schwarze Auge“ und die mitwirkenden Sprecher.

Fazit: Auch wenn die dritte Folge von „Das schwarze Auge“ nicht ganz so stark startet, wird sie spätestens mit dem Schwenk zu den Anhängern des Totengottes wieder zu einem sehr hörenswerten Hörspiel. Die Atmosphäre ist sehr dicht und wird durch die düstere Aura der Handlung bestimmt. Auch die Charaktere kommen wieder gut zur Geltung, sodass alles in sich sehr stimmig wirkt.

VÖ: 22. September 2017
Label: WinzerZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-960660-00-2


Das schwarze Auge - 2. Freund oder Feind



Erster Eindruck: Misstrauen und Verrat

Zwar konnte der Zwerg Gundar Gemmenschneider mit seinen unfreiwilligen Gefährten der Stadtwache von Gareth vorerst entkommen, doch in Sicherheit sind sie deswegen noch lange nicht. Und neben den Gefahren von außen müssen sie auch endlich als Gruppe zusammenfinden, um ihre gefahrvollen Auftrag gemeinsam lösen zu können. Keine leichte Aufgabe – zumal sie bald einer Räuberbande in die Hände fallen...

Nicht einmal ein Monat ist vergangen, seit „Im Kerker von Gareth“ erschienen ist, und schon wird bei „Das schwarze Auge“ nachgelegt. Wurden in der ersten Folge der Serie vorrangig die Charaktere vorgestellt und die Grundsituation erklärt, kommt die Handlung natürlicherweise hier viel schneller in Schwung, sodass schon kurz nach dem Beginn eine wunderbar abenteuerliche und gefahrvolle Szenerie geschaffen wird. Verfolgung, Bedrohung durch die Räuberbande, Kämpfe und eine äußerst knappe Flucht – das ist alles sehr flott erzählt und macht richtig Spaß. Doch das ist eben nicht alles, was die Serie zu bieten hat, vielmehr wird hier noch deutlicher, wie viel Wert auf die Charaktere, ihren Hintergrund und ihre Entwicklung gelegt wird. Dabei steht dieses mal die Streunerin Alinne etwas mehr im Mittelpunkt und offenbart einige erschreckende Details aus ihrer Vergangenheit. Und auch das Thema Loyalität wird sehr gekonnt eingebaut, denn die Mitglieder der Reisegruppe stammen aus ganz unterschiedlichen Völkern, es herrschen Streit und Misstrauen, was mit einigen spannenden Wendungen versehen ist. Gut gefällt mir auch, dass der Hörer hier nicht überfordert wird, alles wird gut erklärt, und auch den verschiedenen Charakteren kann man gut folgen. Das ist alles sehr gut zusammengestellt und ist nicht nur für Kenner des schwarzen Auges eine spannende Fantasy-Geschichte.

Marcus Off macht auch in dieser Folge Lust darauf, den Elfen Filoen näher kennenzulernen, denn mit seiner leicht hochnäsigen und sarkastischen Art schafft er einen interessanten Charakter, der sich gut in die Atmosphäre der Serie einfügt. Julius Jellinek ist als Lares vom weißen Turm zu hören, seine markante Stimme sorgt für einige eindrucksvolle Momente und sorgt für viel Aufmerksamkeit für diese Rolle. Axel Ludwig ist auch hier wieder als Erzähler im Einsatz, er gestaltet seine Passagen kurzweilig und sorgt dabei für eine Steigerung der vorherrschenden Stimmung. Weitere Sprecher sind Eckart Dux, Till Hagen und Natascha Geißler.

Das Sounddesign dieser Folge ist auch hier wieder äußerst stimmig, sodass eine intensive und lebendige Atmosphäre entsteht. Dafür sorgen in erster Linie die vielen Geräusche, die während der Dialoge ganz unterschiedliche Stimmungen heraufbeschwören und die jeweilige Szenerie unterstreichen. Unterstützt durch die atmosphärische und mittelalterlich angehauchte Musik passt das alles sehr gut zusammen.

Natürlich ist das Coverdesign im Stil von „Das schwarze Auge“ gehalten, wobei man sich ganz auf das detailreiche gezeichnete Titelbild konzentriert, nur wenige andere Elemente unterbrechen dessen Wirkung. Im Inneren gibt es einen guten Einblick, wie diese Grafik immer weiter entwickelt wurde, aber auch viele Informationen zu den mitwirkenden Sprechern und dem Illustrator hinterlassen einen sehr guten Eindruck.

Fazit: Auch „Freund oder Feind“ hat mich sehr überzeugt und versetzt den Hörer wieder in die fremdartige Welt von Aventurien. Neben vielen Actionsequenzen stehen aber auch die Charaktere immer wieder im Mittelpunkt, sodass man mitfiebert und durch die vielen Wendungen immer wieder mitgerissen wird. Sehr hörenswert und spannend!

VÖ: 21. Juli 2017
Label: Winterzeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-960660-04-0


Das schwarze Auge – 1. Im Kerker von Gareth



Erster Eindruck: Spannende erste Folge der neuen Fantasy-Serie

Der Zwerg Gunder Gemmenschneider wollte in der großen Stadt Gareth eigentlich nur einige Geschäfte machen, wird aber von einem Kaufmann ausgetrickst und landet wegen des Verdachts des Diebstahls im Kerker. Die harte Arbeit und die schlechte Behandlung durch die Wachen machen ihm zu schaffen, sodass er nicht lange zögert, als er mit einem Elfen, einem Thorwalder und einer Streunerin die Flucht ergreifen kann...

Als Rollenspiel ist „Das schwarze Auge“ ein Dauerbrenner, wobei es auch zahlreiche Ableger in Buchform gibt. Winterzeit hat in Zusammenarbeit mit Audionarchie eine Hörspielreihe des erfolgreichen Merchandise gestartet und damit einen neuen Versuch unternommen, auch die Hörspielhörer von dem Stoff zu begeistern. Das könnte auch gut gelingen, denn Vorkenntnisse aus dem Rollenspiel sind nicht notwendig, es ist ein lupenreines Fantasy-Hörspiel geworden. Zunächst wird die Grundsituation recht ausführlich dargestellt, wobei die Welt Aventurien dabei sehr schön herausgearbeitet wird. Schon in den ersten Minuten werden beispielsweise die Vorurteile gegen Zwerge lebendig dargestellt, auch das Kennenlernen der Hauptfiguren im Kerker und die dortige und triste Stimmung kommt sehr gut zur Geltung. Richtig los geht die Handlung dann aber mit der Flucht von Gunder und seinen Gefährten, hier werden sowohl Spannung als auch Dynamik deutlich nach oben gedreht. Dabei entwickeln sich die ersten Handlungsfäden und interessante Beziehungen zwischen den Charakteren, sodass man gern erfahren möchte, wie es nach der Flucht weitergehen wird. Gut gefällt mir dabei, dass nicht alle Klischees der Fantasy-Literatur ausgebreitet werden, so ist der Zwerg Gunder zwar durchaus etwas grimmig, aber insbesondere mit viel sarkastischem Humor gesegnet – und der Elf Filoen verhält sich keineswegs immer so ehrenhaft, wie man es von seiner Art eigentlich erwartet. Ein rundes und gut erzähltes erstes Abenteuer der Serie, die zwar langsam, aber keineswegs uninteressant startet und die Welt und deren Bewohner sehr stimmungsvoll darstellt.

Claus-Peter Damitz spricht in der Serie die Hauptrolle des Zwergs Gunder Gemmenschneider und schafft dabei einen sehr interessanten Charakter, verleiht ihm einige sehr individuelle Züge. Da seine Stimme bisher nicht durch andere starke Rollen „vorbelastet“ ist, kann man sich auch dank seiner gekonnten Sprechweise völlig in die abenteuerliche Welt von Aventurien fallen lassen. Gabrielle Pietermann ist in der Rolle der Alinne zu hören, ihre helle Stimme nimmt hier einen festen und sehr harten Klang an, der wunderbar zu der Rolle passt und neugierig auf sie macht. Marco Kröger reagiert als Hothar sehr allergisch, wenn man den Thorwalder als Piraten bezeichnet, bringt sein rauhbeiniges Auftreten dabei sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Markus Off, Axel Ludwig und Eckart Dux.

Bei Fantasy-Hörspielen laden ja eigentlich schon zu leichten Übertreibungen in der akustischen Umsetzungen ein, dem haben die Labels aber nicht nachgegeben, sondern eine runde und in den richtigen Momenten zurückhaltende Produktion geschaffen, die sich voll auf die Charaktere und deren Dialoge konzentriert und nur in den besonders spannenden Szenen etwas aufdreht. Musik und Geräusche lassen die düstere Szenerie lebendig wirken.

Das Cover ist sehr phantasievoll gestaltet, vor fast schon gelbem Himmel reckt sich die Festung von Gareth klobig in die Höhe, während die bunt zusammengewürfelte Reisetruppe mit etwas Abstand davon auf der Flucht ist. Der Zeichenstil ist sehr ansehnlich und passt gut zu der Stimmung des Hörspiels. Im Inneren des kleinen Booklets sind viele zusätzliche Informationen zu dem schwarzen Auge, den Machern und den Sprechern zu finden – sehr lesenswert und vielseitig.

Fazit: Da ich dem Genre Fantasy sowieso sehr zugetan bin, habe ich mich über diese Veröffentlichung sehr gefreut und wurde nicht enttäuscht. Denn hier stehen die Charaktere im Vordergrund statt immer neuer mystischer Elemente einzubauen. Die mittelalterlich wirkende Welt von Aventurien wird dabei sehr lebendig dargestellt, die ersten Handlungsstränge gelegt, was sehr kurzweilig geraten ist.

VÖ: 30. Juni 2017
Label: Winterzeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-945624-98-2

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