Das Schwarze Auge – 5. Im Reich des Nekromanten

Das schwarze Auge – 4. Verschwörung am Hofe

Das schwarze Auge – 3. Die Geweihten des Totengottes

Das schwarze Auge - 2. Freund oder Feind

Das schwarze Auge – 1. Im Kerker von Gareth


Das Schwarze Auge – 5. Im Reich des Nekromanten



Gundar Gemmenschneider und der Rest der unfreiwilligen Reisetruppe sind fast an ihrem Ziel angekommen, dem weißen Turm, in dem Siegelring und Schwert der Familie verschollen sind. Doch eine riesige Armee Untoter wartet vor den Toren und versperrt ihnen den Weg – bis Gundar eine ebenso selbstmörderische wie geniale Idee hat. Währenddessen muss sich Lares vom Weißen Turm in seiner Heimatstadt erneut bösartigen Intrigen aussetzen...

In der fünften Folge der Reihe macht „Das Schwarze Auge“, eine Koproduktion von WinterZeit und Audionarchie, einen deutlichen Sprung nach vorne und treibt die Rahmenhandlung wieder verstärkt voran. Denn das Ziel der Reise wird hier tatsächlich erreicht, doch davor stehen natürlich wieder zahlreiche Gefahren, die bezwungen werden müssen. Wie der Titel schon erahnen lässt, hat die Folge einen düsteren, makabren Einschlag, welcher einen speziellen Reiz verleiht und für einige unheimliche Momente sorgt. Dass sich dabei alles weiter aufbaut, versteht sich fast von selbst, wobei die Begegnung mit dem Herren des Weißen Turms der unumstrittene Höhepunkt ist – und sehr gut ausgekostet wird. Darin eingebunden ist eine sehr gut erzählte Szene, in der ein sehr anderes Licht auf einen der Charaktere geworfen wird. Der Handlungsstrang um Gundar Gemmenschneider erweist sich als sehr unterhaltsam und mit einigen trickreichen Wendungen versehen und gleicht damit den nicht ganz so starken Teil um Lares etwas aus. Zwar ist die gesponnene Intrige um seinen Mentor Sardos auch mit einigen starken Szenen versehen, die ganz großen Emotionen werden dabei aber einfach nicht geweckt. Insgesamt fügt sich aber wieder alles stimmig zusammen, es gibt viele Überraschungen und noch tiefere Einblicke in einige Charaktere und die Gruppendynamik. Dass die Stimmung dabei so dicht ist, dass es kaum auffällt, dass sich die Handlung recht langsam entwickelt.

Angela Wiederhut steht hier als Leonida von Beilunk noch mehr im Mittelpunkt als sonst und verleiht ihrer Figur dabei mehr Tiefe, wobei sie in einigen emotionalen Szenen besonders die Selbstzweifel der engagierten Frau gekonnt zum Ausdruck bringt. Eckart Dux verlieht mit seiner tiefen Stimme der Rolle des Sardos eine sehr eindringliche Aura und kann seine Szenen sehr gut zur Geltung bringen und den Charakter so noch weiter stärken. Richtig gut gefallen hat mir auch Otto Schenk, der Jangorn vom Weißen Turm spricht und diesen mit so scharfer und schneidender Stimme spricht, dass die Szenen auch so eine intensive Ausstrahlung bekommen. Weitere Sprecher sind Gabrielle Pietermann, Marco Kröger und Björn Schalla.

Die opulente akustische Gestaltung ist seit dem ersten Teil der Reihe ein fester Bestandteil der Umsetzung und kommt auch hier wieder sehr gut zur Geltung. Besondere Erwähnung verdienen dabei die Szenen um den Herrscher des Weißen Turms, die nicht nur mit vielen Geräuschen und intensiver Musik hervorstechen, sondern auch mit sehr gelungenen Stimmverzerrefekten.

Auch die Covergestaltung ist wieder sehr ansehnlich geraten, eine schwarze Burg ragt darauf aus einem stürmischen Meer hervor, nur spärlich von einer rot untergehenden Sonne beleuchtet ist. Schade nur, dass ausgerechnet diese vom Schriftzug verdeckt wurde, im Inneren des Booklets ist aber unter anderem die komplette, detailreiche Zeichnung zu sehen.

Fazit: Am Ziel angekommen verliert die Geschichte um die Reisegruppe keineswegs an Spannung, sondern legt in dieser Folge erst richtig los. Die düstere Atmosphäre steht dabei im Vordergrund und legt den Fokus wieder auf einzelne Elemente, die so sehr gut zur Geltung kommen. An der einen oder anderen Stelle hätte die Entwicklung aber ruhig noch schneller sein können.

VÖ: 6. April 2018
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-96066-02-6


Das schwarze Auge – 4. Verschwörung am Hofe



Erster Eindruck: Ein feiger Giftanschlag...

Während sich Gundar Gemmenschneider und seine unfreiwilligen Gefährten weiter auf dem Weg durch Aventurien befinden, muss sich Lares einer ganz anderen Gefahr stellen. Denn bei einer Feier am Hofe wird ihm ein vergiftetes Glas Wein gereicht – ein klarer Anschlag auf sein Leben. Und um den Meuchelmörder zu stellen, müssen auch mal ungewöhnliche Pakte eingegangen werden...

Noch ist die Fantasy-Reihe „Das schwarze Auge“ recht jung. Die wichtigsten Parameter der Handlung sind zwar schon abgesteckt, doch Folge vier zeigt eindeutig, dass mehr hinter der Rahmengeschichte steckt als bloß die Reise der Angehörigen verschiedener Völker. Zwar gibt es auch hiervon einige Szenen, die Haupthandlung kehrt aber wieder zu Laren vom Weißen Turm am Adelshof zurück, um einen anderen beliebten Aspekt von Fantasy-Literatur zu zeigen: Den Ränkespielen und Intrigen der Reichen und Einflussreichen. Das erzeugt eine gänzlich andere Atmosphäre als die actiongeladenen Abenteuer der bisherigen Rollen, wesentlich ruhiger und bedächtiger. Das ist genauso unterhaltsam und eingngig geschildert, die Spannung wird aber eben auf eine ganz andere Weise erzeugt, da die Bedrohung lange Zeit völlig im Unklaren liegt. Allerdings sind die Charaktere hier nicht ganz so prägnant und dem Hörer noch nicht so sehr ans Herz gewachsen, und durch diese geringere emotionale Bindung konnte ich nicht ganz so sehr mitfiebern wie bei den vorigen Folgen. Mir gefällt, dass hier ganz andere Aspekte der Serie beleuchtet werden, zumal diese flüssig und atmosphärisch wie immer umgesetzt ist. Und auch wenn mich dieser Handlungsstrang noch nicht vollkommen gepackt hat, ist dieses Hörspiel sehr lohnenswert und betont den sehr guten Ansatz der Serie.

Julius Jellinek ist in der Rolle des Laren vom weißen Turm zu hören, den er mit sehr prägnanter Stimme spricht und so eine sehr präsente Aura erschafft. Er bringt dabei in vielen verschiedenen Facetten die Emotionen des Charakter sehr klar herüber. Eckart Dux ist in der Rolle des Sordos zu hören, er setzt seine ganze Erfahrung ein, um einen lebendigen und treffenden Eindruck seines Charakters zu schaffen. Freimut Götsch war mir bisher als Sprecher noch kein Begriff, in der Rolle des Beltram von Lauterfurt konnte er mich deswegen positiv überraschen, da er sehr lebendig und vielseitig intoniert. Weitere Sprecher sind Peter Flechtner, Antje von der Ahe und Martin Kautz.

Da die Geschichte der Folge deutlich ruhiger ist als seine Vorgänger, ist dementsprechend auch die akustische Gestaltung nicht ganz so voluminös als sonst – allerdings nicht weniger treffend. Die Musikuntermalung ist immer noch lebendig und atmosphärisch geraten, aber besser an die Stimmung bei Hof angepasst. Die Geräusche sind nach wie vor präzise eingebunden und lassen die Dialoge stimmiger wirken.

Auch die Covergestaltung bietet bei dem neuen Setting neue Gestaltungsmöglichkeiten, sodass hier nun ein imposanter Saal zu sehen ist. Über dem Thron im Hintergrund schwebt ein riesiges, stilisiertes Auge, während die Szenerie in einem sanften, rötlichen Licht schillert, welches durch die hohen Fenster scheint. Gemeinsam mit den durch den Saal schreitenden Menschen ist so ein sehr ansehnliches und äußerst gelungenes Cover entstanden.

Fazit: Hier zeigt „Das schwarze Auge“ mal eine ganz andere Seite der Serie und konzentriert sich in dieser Folge vorrangig auf die intriganten Vorgänge bei Hof. Dabei ist es durchaus interessant, den Charakter von Lares und den anderen Mitgliedern des Hofes zu erkunden, auch wenn diese nicht ganz so prägnant sind wie die Gefährten. Dennoch eine hörenswerte und lebendige Folge der Serie.

VÖ: 15. Dezember 2017
Label: Winterzeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-960660-01-9


Das schwarze Auge – 3. Die Geweihten des Totengottes



Erster Eindruck: Die Klüfte sind noch nicht überwunden...

Ihrer Pferde beraubt stranden Gundar Gemmenschneider und seine Gefährten in einem kleinen Dorf, welches auf den ersten Blick unbewohnt wirkt. Doch schnell merkt die Reisegruppe, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Das Zusammentreffen mit den jugendlichen Bewohnern fällt dann auch ziemlich unerfreulich aus, und der Zwerg und seine unfreiwilligen Kumpane müssen einmal mehr um ihr Leben fürchten...

In erfreulicher Regelmäßigkeit erscheinen neue Folgen von „Das schwarze Auge“, der Gemeinschaftsproduktion von WinterZeit und Audionarchie, sodass nun schon die dritte Episode „Die Geweihten den Totengottes“ auf den Markt gekommen ist. Dabei wird die Rahmenhandlung, die Reise der Gefährten, weitergeführt, dennoch erhält die Folge durch eine prägnante Szenerie einen eigenen Anstrich. Schon kurz nach dem Beginn wird dabei der erste Schauplatz des Dorfes und dessen Bewohner vorgestellt. Doch das ist im Prinzip nur der Übergang zum eigentlichen Kernpunkt der Geschichte, und das merkt man den Szenen auch manchmal an. Der kleine, eingebaute Schockmoment kommt nicht so recht zur Geltung und wirkt eher aufgesetzt. Der zweite Teil gefällt mir da deutlich besser, hier kommt nicht nur die Mythologie der Serie mit der Götterwelt noch besser zur Geltung, auch die düstere Ausstrahlung der Wesen kommt gut zur Geltung. Auch die Zusammenstellung der Charaktere ist wieder gelungen, wobei die Gräben zwischen den unterschiedlichen Völkern hier wieder deutlich hervortreten. Das Finale ist dann wieder sehr präzise erzählt und sorgt für eine sehr eingängige Atmosphäre.

Wieder wurden viele engagierte Sprecher um die Mikrofone versammelt. So hat mir Florentine Draeger als Xinda sehr gut gefallen, sie passt sich sehr gut der düsteren Szenerie an und verleiht ihrer Stimme einen bedrohlichen Anklang. Auch Timo Kinzel passt sehr gut zu der Rolle des Geron, mit viel Ausdruck und Energie setzt er die Figur um und offenbart dabei viele Facetten. Michael Iwannek ist als Ethelus zu hören, der einen düsteren und finsteren Klang wählt, um der Figur die richtige Schärfe zu verleihen. Auch Dirk Stolberg, Christine Marquitan und Roland Hemmo sind zu hören.

Das Sounddesign der Folge kann mich auch hier wieder überzeugen, die Welt von Aventurien kommt sehr vielfältig herüber und präsentiert erneut andere Stimmung. Dieser düstere und mystische Klang wird nicht nur durch die vielen Geräusche, sondern auch die sehr präzise musikalische Begleitung erzeugt. Dies verdichtet sich im Laufe der Folge immer mehr, sodass der Spannungsbogen gut nachgezeichnet wird.

Sehr fantasievoll und ansprechend ist auch wieder das Cover gelungen, das in einer nächtlichen Szene ein düsteres und unheilvoll wirkendes Gebäude zeigt. Hier sind wieder viele kleine Details eingebaut, die das Titelbild lebendig wirken lassen. Das Innere ist voller Informationen über die Welt von „Das Schwarze Auge“ und die mitwirkenden Sprecher.

Fazit: Auch wenn die dritte Folge von „Das schwarze Auge“ nicht ganz so stark startet, wird sie spätestens mit dem Schwenk zu den Anhängern des Totengottes wieder zu einem sehr hörenswerten Hörspiel. Die Atmosphäre ist sehr dicht und wird durch die düstere Aura der Handlung bestimmt. Auch die Charaktere kommen wieder gut zur Geltung, sodass alles in sich sehr stimmig wirkt.

VÖ: 22. September 2017
Label: WinzerZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-960660-00-2


Das schwarze Auge - 2. Freund oder Feind



Erster Eindruck: Misstrauen und Verrat

Zwar konnte der Zwerg Gundar Gemmenschneider mit seinen unfreiwilligen Gefährten der Stadtwache von Gareth vorerst entkommen, doch in Sicherheit sind sie deswegen noch lange nicht. Und neben den Gefahren von außen müssen sie auch endlich als Gruppe zusammenfinden, um ihre gefahrvollen Auftrag gemeinsam lösen zu können. Keine leichte Aufgabe – zumal sie bald einer Räuberbande in die Hände fallen...

Nicht einmal ein Monat ist vergangen, seit „Im Kerker von Gareth“ erschienen ist, und schon wird bei „Das schwarze Auge“ nachgelegt. Wurden in der ersten Folge der Serie vorrangig die Charaktere vorgestellt und die Grundsituation erklärt, kommt die Handlung natürlicherweise hier viel schneller in Schwung, sodass schon kurz nach dem Beginn eine wunderbar abenteuerliche und gefahrvolle Szenerie geschaffen wird. Verfolgung, Bedrohung durch die Räuberbande, Kämpfe und eine äußerst knappe Flucht – das ist alles sehr flott erzählt und macht richtig Spaß. Doch das ist eben nicht alles, was die Serie zu bieten hat, vielmehr wird hier noch deutlicher, wie viel Wert auf die Charaktere, ihren Hintergrund und ihre Entwicklung gelegt wird. Dabei steht dieses mal die Streunerin Alinne etwas mehr im Mittelpunkt und offenbart einige erschreckende Details aus ihrer Vergangenheit. Und auch das Thema Loyalität wird sehr gekonnt eingebaut, denn die Mitglieder der Reisegruppe stammen aus ganz unterschiedlichen Völkern, es herrschen Streit und Misstrauen, was mit einigen spannenden Wendungen versehen ist. Gut gefällt mir auch, dass der Hörer hier nicht überfordert wird, alles wird gut erklärt, und auch den verschiedenen Charakteren kann man gut folgen. Das ist alles sehr gut zusammengestellt und ist nicht nur für Kenner des schwarzen Auges eine spannende Fantasy-Geschichte.

Marcus Off macht auch in dieser Folge Lust darauf, den Elfen Filoen näher kennenzulernen, denn mit seiner leicht hochnäsigen und sarkastischen Art schafft er einen interessanten Charakter, der sich gut in die Atmosphäre der Serie einfügt. Julius Jellinek ist als Lares vom weißen Turm zu hören, seine markante Stimme sorgt für einige eindrucksvolle Momente und sorgt für viel Aufmerksamkeit für diese Rolle. Axel Ludwig ist auch hier wieder als Erzähler im Einsatz, er gestaltet seine Passagen kurzweilig und sorgt dabei für eine Steigerung der vorherrschenden Stimmung. Weitere Sprecher sind Eckart Dux, Till Hagen und Natascha Geißler.

Das Sounddesign dieser Folge ist auch hier wieder äußerst stimmig, sodass eine intensive und lebendige Atmosphäre entsteht. Dafür sorgen in erster Linie die vielen Geräusche, die während der Dialoge ganz unterschiedliche Stimmungen heraufbeschwören und die jeweilige Szenerie unterstreichen. Unterstützt durch die atmosphärische und mittelalterlich angehauchte Musik passt das alles sehr gut zusammen.

Natürlich ist das Coverdesign im Stil von „Das schwarze Auge“ gehalten, wobei man sich ganz auf das detailreiche gezeichnete Titelbild konzentriert, nur wenige andere Elemente unterbrechen dessen Wirkung. Im Inneren gibt es einen guten Einblick, wie diese Grafik immer weiter entwickelt wurde, aber auch viele Informationen zu den mitwirkenden Sprechern und dem Illustrator hinterlassen einen sehr guten Eindruck.

Fazit: Auch „Freund oder Feind“ hat mich sehr überzeugt und versetzt den Hörer wieder in die fremdartige Welt von Aventurien. Neben vielen Actionsequenzen stehen aber auch die Charaktere immer wieder im Mittelpunkt, sodass man mitfiebert und durch die vielen Wendungen immer wieder mitgerissen wird. Sehr hörenswert und spannend!

VÖ: 21. Juli 2017
Label: Winterzeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-960660-04-0


Das schwarze Auge – 1. Im Kerker von Gareth



Erster Eindruck: Spannende erste Folge der neuen Fantasy-Serie

Der Zwerg Gunder Gemmenschneider wollte in der großen Stadt Gareth eigentlich nur einige Geschäfte machen, wird aber von einem Kaufmann ausgetrickst und landet wegen des Verdachts des Diebstahls im Kerker. Die harte Arbeit und die schlechte Behandlung durch die Wachen machen ihm zu schaffen, sodass er nicht lange zögert, als er mit einem Elfen, einem Thorwalder und einer Streunerin die Flucht ergreifen kann...

Als Rollenspiel ist „Das schwarze Auge“ ein Dauerbrenner, wobei es auch zahlreiche Ableger in Buchform gibt. Winterzeit hat in Zusammenarbeit mit Audionarchie eine Hörspielreihe des erfolgreichen Merchandise gestartet und damit einen neuen Versuch unternommen, auch die Hörspielhörer von dem Stoff zu begeistern. Das könnte auch gut gelingen, denn Vorkenntnisse aus dem Rollenspiel sind nicht notwendig, es ist ein lupenreines Fantasy-Hörspiel geworden. Zunächst wird die Grundsituation recht ausführlich dargestellt, wobei die Welt Aventurien dabei sehr schön herausgearbeitet wird. Schon in den ersten Minuten werden beispielsweise die Vorurteile gegen Zwerge lebendig dargestellt, auch das Kennenlernen der Hauptfiguren im Kerker und die dortige und triste Stimmung kommt sehr gut zur Geltung. Richtig los geht die Handlung dann aber mit der Flucht von Gunder und seinen Gefährten, hier werden sowohl Spannung als auch Dynamik deutlich nach oben gedreht. Dabei entwickeln sich die ersten Handlungsfäden und interessante Beziehungen zwischen den Charakteren, sodass man gern erfahren möchte, wie es nach der Flucht weitergehen wird. Gut gefällt mir dabei, dass nicht alle Klischees der Fantasy-Literatur ausgebreitet werden, so ist der Zwerg Gunder zwar durchaus etwas grimmig, aber insbesondere mit viel sarkastischem Humor gesegnet – und der Elf Filoen verhält sich keineswegs immer so ehrenhaft, wie man es von seiner Art eigentlich erwartet. Ein rundes und gut erzähltes erstes Abenteuer der Serie, die zwar langsam, aber keineswegs uninteressant startet und die Welt und deren Bewohner sehr stimmungsvoll darstellt.

Claus-Peter Damitz spricht in der Serie die Hauptrolle des Zwergs Gunder Gemmenschneider und schafft dabei einen sehr interessanten Charakter, verleiht ihm einige sehr individuelle Züge. Da seine Stimme bisher nicht durch andere starke Rollen „vorbelastet“ ist, kann man sich auch dank seiner gekonnten Sprechweise völlig in die abenteuerliche Welt von Aventurien fallen lassen. Gabrielle Pietermann ist in der Rolle der Alinne zu hören, ihre helle Stimme nimmt hier einen festen und sehr harten Klang an, der wunderbar zu der Rolle passt und neugierig auf sie macht. Marco Kröger reagiert als Hothar sehr allergisch, wenn man den Thorwalder als Piraten bezeichnet, bringt sein rauhbeiniges Auftreten dabei sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Markus Off, Axel Ludwig und Eckart Dux.

Bei Fantasy-Hörspielen laden ja eigentlich schon zu leichten Übertreibungen in der akustischen Umsetzungen ein, dem haben die Labels aber nicht nachgegeben, sondern eine runde und in den richtigen Momenten zurückhaltende Produktion geschaffen, die sich voll auf die Charaktere und deren Dialoge konzentriert und nur in den besonders spannenden Szenen etwas aufdreht. Musik und Geräusche lassen die düstere Szenerie lebendig wirken.

Das Cover ist sehr phantasievoll gestaltet, vor fast schon gelbem Himmel reckt sich die Festung von Gareth klobig in die Höhe, während die bunt zusammengewürfelte Reisetruppe mit etwas Abstand davon auf der Flucht ist. Der Zeichenstil ist sehr ansehnlich und passt gut zu der Stimmung des Hörspiels. Im Inneren des kleinen Booklets sind viele zusätzliche Informationen zu dem schwarzen Auge, den Machern und den Sprechern zu finden – sehr lesenswert und vielseitig.

Fazit: Da ich dem Genre Fantasy sowieso sehr zugetan bin, habe ich mich über diese Veröffentlichung sehr gefreut und wurde nicht enttäuscht. Denn hier stehen die Charaktere im Vordergrund statt immer neuer mystischer Elemente einzubauen. Die mittelalterlich wirkende Welt von Aventurien wird dabei sehr lebendig dargestellt, die ersten Handlungsstränge gelegt, was sehr kurzweilig geraten ist.

VÖ: 30. Juni 2017
Label: Winterzeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-945624-98-2

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