Insel-Krimi – 4. Todesfalle Fehmarn

Insel-Krimi – 3. Eisenhut und Sylter Spitze

Insel-Krimi – 2. Borkum sehen und sterben

Insel-Krimi – 1. Die Toten von Juist


Insel-Krimi – 4. Todesfalle Fehmarn



Immer noch hat Hannah nicht mit den schrecklichen Ereignissen um ihren Ehemann Arno abgeschlossen, der seit einem Mordversuch an ihr seit Jahren in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht ist. Auch ihr neuer Partner Daniel kann sie nicht immer aus ihrem Gedankenkarussell erlösen. Doch als eine gute Freundin Arno gesehen hat, ist Hannah völlig aufgelöst und kann ihren Urlaub mit Daniel auf Fehmarn nicht mehr genießen...

Es ist schon etwas her, seit die letzte Episode von „Insel-Krimi“ bei Contendo Media erschienen ist, doch nun ist mit „Todesfalle Fehmarn“ ein in sich abgeschlossenes Hörspiel erschienen, welches statt einem Krimi eher einen Psycho-Thriller präsentiert. Dabei setzt die Folge gleich zu Beginn auf eine bedrohliche und düstere Stimmung setzt. Lange ist nicht klar, was es mit Arno auf sich hat, ob er tatsächlich zurückgekehrt ist, um die geplante Tötung von Hannah nun nachzuholen. Autor Marc Freund hat hörbaren Spaß daran, den Hörer an der Nase herumzuführen, immer neue kleine Schockmomente zu setzen und so den Druck auf Hannah und damit auch auf die Geschichte zu erhöhen. Das hat mir über weite Teile gut gefallen und wurde stimmungsvoll erzählt, indem immer neue Elemente hinzugefügt wurden. Doch am Ende meint er es etwas zu gut mit den unerwarteten Wendungen. Was zunächst noch aufregend wirkt, ist später einfach nur deutlich zu viel, da im Minutentakt neue Kehrtwenden präsentiert werden, die das zuvor Gehörte in einem anderen Licht erscheinen lässt. Das Finale überschlägt sich dann immer wieder, was in dieser Dichte schon nicht mehr so recht zur Geltung kommt. Das mindert des ansonsten positiven Eindruck dieser Folge leider doch etwas, sodass der sehr hörenswerte Mittelteil leider in den Hintergrund gerät.

Runina Nath hat sich hier als Hannah schnell profiliert und spricht die Hauptfigur der Folge sehr sicher und mit treffendem Ausdruck, sodass der langsame psychische Verfall gelungen dargestellt wird. Florian Hoffmann sorgt als Arno für viele intensive Momente und sorgt für einen sehr bedrohlichen Ausdruck, was den Druck der Handlung spürbar erhöht. Alexandra Lange ist in einer Nebenrolle als Arnos Mutter Gerda zu hören, die sie sehr präzise und ausdrucksstark spricht und so positiv im Gedächtnis haften bleibt. Weitere Sprecher sind Marios Gavrilis, Thomas Balou Martin und Santiago Ziesmer.

Die Szenerie wird durch die akustische Gestaltung gekonnt unterstrichen. Dabei sind nicht nur in den Szenen passende Hintergrundgeräusche eingefügt, die das Flair der Insel betonen und für mehr Stimmung sorgen. Auch die Musik ist passend ausgewählt und unterstreicht den Spannungsbogen der Handlung, sodass insgesamt eine stimmige Umsetzung geraten ist.

Die raue See rund um die Insel wurde als Titelbild gewählt. Ein eindrucksvolles Foto mit dem stürmischen Wasser und den dunklen Wolken am Himmel sowie einem langen Steg in das Wasser passt in Sachen Stimmung gut zu der Folge – was aber auch für einige andere Episoden der Serie gelten würde und deswegen wenig individuell wirkt. Im Inneren setzt sich die insgesamt recht schlichte Aufmachung weiter fort.

Fazit: Die Stimmung wird sorgsam aufgebaut, nach dem aufregenden Beginn und einem gut konstruierten Mittelteil wird aber deutlich zu viel gewollt. Dann überstürzen sich die Wendungen, die immer wieder für andere Voraussetzungen sorgen und genau damit ihre Wirkung verhindern. Sorgsam eingesetzt ist das sicherlich ein packendes Element, die Taktung ist hier aber leider zu hoch geraten.

VÖ: 15. März 2019
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-87-1


Insel-Krimi – 3. Eisenhut und Sylter Spitze



Marga Neumann hat sich nach dem Tod ihres Mannes in ein einsam gelegenes Haus auf Sylt zurückgezogen und lebt ein ruhiges, aber glückliches Leben, indem sie mit Kräutern aus ihrem Garten allerlei Salben anrührt, eine enge Freundschaft zu der gleichaltrigen Hedwig pflegt oder den Postboten Harald aus der Fassung bringt. Als bei dem Ausbau des Glasfasernetzes auf der Insel ein Gasleck austritt, muss sie ihr geliebtes Haus jedoch verlassen und macht einige merkwürdige Entdeckungen...

Es hat etwas gedauert, bis Contendo Media die dritte Folge seines „Insel-Krimis“ nachlegt, doch nun ist die Episode mit dem ebenso sperrigen wie reizvollen Titel „Eisenhut und Sylter Spitze“ auf dem Markt. Wieder eine neue Szenerie, wieder neue Charaktere – aber insbesondere wieder eine neue Stimmung. Sicherlich wird es auch hier viel Lokalkolorit präsentiert, doch der Grundsatz ist ein ganz anderer. Die beiden Damen Marga und Hedwig stehen gemeinsam mit dem charmanten und etwas schlichten Harald im Mittelpunkt, diese sehr besondere Dreierkonstellation sorgt für viele unterhaltsame und warmherzige Momente. Und so wird am Anfang auch viel Zeit darauf verwendet, die drei vorzustellen, ohne dass auch nur der Hauch eines Krimis zu spüren ist. Erst langsam kommt die Handlung in Gang, was gleichwohl unterhaltsam und kurzweilig wirkt. Der Fall an sich ist in groben Zügen schnell erahnt und bietet kaum Überraschungen, wird aber launig erzählt. Es gibt kleine Stolpersteine und nicht ganz stimmige Handlungen einiger Charaktere, was aber hinter der positiven und lockeren Grundstimmung verborgen wird. Das Ende überzeugt mit einem cleveren Schachzug der Protagonisten, was einige witzige Momente beinhaltet. Schön auch, dass es in einem Krimi von völlig unblutig zugehen kann. Heitere Krimis sind im Vorabendprogramm im Fernsehen schon seit langem im Trend, „Eisengut und Sylter Spitze“ beweist, dass dieses Konzept auch als Hörspiel bestens funktioniert.

Auch wenn Bodo Wolf, Michael-Che Koch, Louis Friedemann Thiele und Tobias Brecklinghaus in den Nebenrollen durchaus eine gute Figur machen, wird ihnen von den Hauptsprechern deutlich die Show gestohlen. Allen voran Katja Brügger, die mit ihrer kratzigen und kraftvollen Stimme die resolute Kräutersammlerin Marga sehr präsent spricht und ihr eine ganz besondere Ausstrahlung verleiht. Auch Liane Rudolph hat mir als Hedwig Steenfatt sehr gut gefallen, auch die bringt viel Charme und Ausstrahlung mit ein und präsentiert eine lebenslustige und pfiffige ältere Dame. Sascha von Zambelly ergänzt das Trio als schusseliger Postbote Harald Manfraß, den er mit natürlichem Witz und treffendem Timing ausstattet.

Musik ist in dieser Folge recht wenig im Einsatz, eine wesentlich größere Rolle spielen in der Handlung die Geräusche. Meist erzeugen sie eine ruhige, aber stimmige Atmosphäre, manchmal lassen sie auch die Handlungen der Protagonisten lebendiger wirken. Da nur wenige verschiedene Szenerien vorhanden sind, gibt es dabei nicht allzu viel Abwechslung.

Toll, dass man auf dem Cover direkt einen Eindruck von dem hübschen Haus von Marga samt des Kräutergartens und dem Eisenhut bekommt, wobei der obligatorische Leuchtturm bei einem Hörspiel an Deutschlands Küste wohl nicht fehlen darf. Der klare Fotostil des Titelbildes passt dabei gut zu dem Ausdruck der Handlung.

Fazit: Die Handlung ist eher schlicht und nicht sonderlich überraschungsreich, punktet aber mit viel lockerer Ausstrahlung und sehr liebenswerten Charakteren. Wer bei einem Krimi miträtseln will, ist hier nicht ganz richtig, wer sich in einer angenehmen Stimmung treiben lassen will, hingegen sehr. Ich habe dieses Hörspiel jedenfalls genossen, das zwar nicht spannend, aber charmant ist.

VÖ: 29. Juni 2018
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-99-4


Insel-Krimi – 2. Borkum sehen und sterben



Erster Eindruck: Tod beim Comedy-Festival

Nach ihrem gemeinsam gelösten Fall halten der ostfriesische Ermittler Arne Brekewoldt und die Kinderärztin Nele Röwenkamp weiterhin Kontakt. Als auf Borkum ein Comedy-Festival stattfindet, treffen die beiden sich wieder – nicht ahnend, dass neue Ermittlungen anstehen, denn ein Kabarettist wird ermordet aufgefunden, was allerdings nicht das einzige Verbrechen auf der Insel bleiben soll...

Pünktlich zum Sommer hat Contendo Media eine neue Krimi-Reihe auf den Markt gebracht, die sich auf den ostfriesischen Inseln abspielt. Das gut zueinander passende Ermittler-Duo aus der letzten Folge ist auch hier wieder im Einsatz, sodass nicht allzu viel Zeit auf die Vorstellung der beiden verwendet werden muss. Vielmehr entwickelt sich die Beziehung der beiden im Laufe des Falles weiter, was gelungen eingebaut ist. Die Szenerie auf den Ferieninsel mit dem kleinen Festival hat mir gut gefallen, die Rivalität zwischen den Comedians, die Einbindung eines alten Witzes, die aufgeladene Stimmung, schließlich der erste Tote - „Borkum sehen und sterben“ nimmt schnell Fahrt auf. Nicht ganz organisch habe ich die erneute Zusammenarbeit der beiden Protagonisten empfunden, eine berufliche Grundlage für die Mitarbeit von Nele gibt es schließlich nicht. Auch die Auflösung der beiden Todesfälle wirkt etwas konstruiert, hier scheinen sich zu viele Zufälle eingeschlichen zu haben. Doch die eindringliche Stimmung und die lockere und spannende Erzählweise machen die zweite Folge der Reihe zu solider Krimikost.

Hennes Bender ist in der Rolle des Kai Hempel zu hören, mit seiner ganz eigenen Stimme verleiht er der Figur eine passende und starke Ausstrahlung. Katharina von Keller ist als Pia Kruse dabei, ihre angenehme Sprechweise passt sehr gut in die Szenerie und bringt diese gut zur Geltung. Arne Brekewoldt wird natürlich wieder von Markus Pfeiffer gesprochen, der seinem Charakter hier noch einige neue Facetten abgewinnen kann. Weitere Sprecher sind Daniela Bette-Koch, Matthias Marschalt und Dagmar Dreke.

Passend zur Umgebung ist auch das Sounddesign der Folge gelungen, wobei sowohl die Strandszenen als auch die Momente beim Comedy-Festival klanglich passend umgesetzt sind. Musik ist dabei recht wenig im Einsatz, vielmehr sorgen zahlreiche Geräusche und Effekte dafür, dass die Dialoge lebendiger und authentischer wirken.

Zunächst wirkt das Cover recht idyllisch, ein Strandkorb auf feinem Sand und blauem Himmel – erst bei genauerem Hinsehen sieht man den blutigen Handabdruck auf dem Stoff, und auch die aus dem Sand ragenden Füße sprechen nicht gerade für eine friedfertige Szenerie. Das ist passend und ansehnlich gelungen. Im Inneren sind wieder alle Mitwirkenden und Werbung für andere Produkte des Labels zu finden.

Fazit: Auch diese zweite Folge hat mir gut gefallen, was nicht nur an dem sympathischen Ermittlerduo liegt. Auch das Setting hat mir gut gefallen, gepaart mit einigen flotten Sprüchen und einer Handlung mit einigen Wendungen ist ein kurzweiliger und solide produzierter Krimi entstanden.

VÖ: 16. Juni 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-52-9


Insel-Krimi – 1. Die Toten von Juist



Erster Eindruck: Auftakt zu einer neuen Krimireihe

Ein schrecklicher Fund versetzt Juist bald in Aufregung: Ein menschliches Auge wird in einer Flaschenpost an den Strand gespült. Arne Brekewoldt, der eigentlich auf Borkum wohnt, wird auf den Fall angesetzt und bekommt unerwartete Unterstützung von der Kinderärztin Nele Röwenkamp, die den grausigen Fund entdeckt hat. Und bald steht fest: Das Auge wurde nach dem Tod eines Menschen entnommen...

Contendo Media konnte bereits einige Serien erfolgreich am Hörspielmarkt etablieren, hat jedoch mit der Reihe „Insel-Krimi“ ein neues heißes Eisen im Feuer. Dabei wird nicht etwa auf karibisches Flair oder exotische Spielorte gesetzt, vielmehr wird die Handlung auf die norddeutschen Inseln verfrachtet. Der Start ist mit „Die Toten von Juist“ schon einmal gut gelungen und setzt gleich in der ersten Szene ein Ausrufezeichen mit dem Fund des abgetrennten Auges. So kommt die Handlung gleich in Fahrt, wobei zunächst noch recht wenige Anhaltspunkte auf den Täter gegeben werden. Gut hat mir gefallen, wie die Charaktere nach und nach vorgestellt werden, was gut in die laufende Handlung eingebettet ist. Das ungewöhnliche Ermittlergespann aus Ärtzin und Kommissar funktioniert sehr gut, aber auch der zynische Gerichtsmediziner ist gekonnt eingebaut und bringt eine humorige Note mit ein. Langsam klärt sich alles auf, und mit einer Rückblende auf ein zurückliegendes Ereignis ergibt sich dann auch das Motiv des Täters. Das ist gut konstruiert, manchmal hatte ich aber das Gefühl, dass der Zufall etwas zu sehr in die Ermittlung eingreift. So kommt Nele beispielsweise ziemlich schnell auf eine bekannte Analogie, die den Täter inspiriert hat, deren Zusammenhang aber nicht so klar und logisch ist wie es hier dargestellt wird. Dennoch ist „Die Toten von Juist“ gelungen und bietet eine kurzweilige Handlung mit einigen spannenden Highlights und einem guten Hintergrundkonstrukt.

Daniela Bette-Koch ist in der Rolle der Nele Röwenkamp gut besetzt, mit ihrer glaubhaften Sprechweise und dem sympathischen Auftreten kann sie ihre Rolle überzeugend darstellen, einige Szenen hätte sie aber auch mit noch mehr Energie umsetzen können. Markus Pfeiffer ist als Arne Brekewoldt sehr solide, er setzt die einzelnen Szenen treffend um und kann den Spannungsbogen der Handlung mit seiner Stimme nachzeichnen. Anita Hopt hat mir als Christina Dransfeld auch gut gefallen, sie klingt durchgehend sehr authentisch. Auch der restliche Cast macht seine Sache ordentlich, unter anderem sind dies Celina Walter, Uve Teschner und Wolf Frass.

Wer beim Gedanken an Juist zuerst an Wellengang und Möwengeschrei denkt, wird hier nicht enttäuscht werden. Die Geräuschkulisse ist vielfältig und sehr prägnant umgesetzt, lenkt aber nicht zu sehr von den Dialogen ab. Die Musik tritt dabei nicht allzu sehr in den Mittelpunkt, greift aber immer wieder die vorherrschende Stimmung der Szenerie und gestaltet die Szenenübergänge sanfter.

Der Strand von Juist ist auf dem Cover umgesetzt, und das aus einer interessanten Perspektive. Denn groß im Vordergrund ist ein Seestern zu sehen, neben dem die besagte Flaschenpost liegt. Der feine Sandstrand, die grasbewachsenen Dünen, im Hintergrund ein schlichter Leuchtturm – das ist schon stimmungsvoll und hübsch umgesetzt. Das Innere ist schlicht gestaltet und enthält keine weiteren Informationen als die üblichen.

Fazit: Der Start in die neue Serie ist mit einer gut konstruierten Handlung gelungen, zumal auch die Charaktere interessant gestaltet sind und gut miteinander harmonieren. Die Spannung kann sich immer weiter steigern, und auch der Rückblick in die Vergangenheit ist ein passendes Element für diese Handlung. Zudem kommt auch die Stimmung der Insel gut zur Geltung.

VÖ: 19. Mai 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-51-2

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