Sherlock Holmes Chronicles – 62. Der Artillerist im Ruhestand

Sherlock Holmes Chronicles – 61. Sechsmal Napoleon

Sherlock Holmes Chronicles – Das goldene Osterei (Oster-Special)

Sherlock Holmes Chronicles – 60. Der Albtraum-Express

Sherlock Holmes Chronicles – 59. Der goldene Kneifer

Sherlock Holmes Chronicles - 58. Das Vier-Pfeifen-Problem

Sherlock Holmes Chronicles – 57. Die Katakomben von Paris

Sherlock Holmes Chronicles – 56. Die Akte Ludwig II.

Sherlock Holmes Chronicles – Der kopflose Reiter (Halloween-Special)

Sherlock Holmes Chronicles – 55. Der Club der Rothaarigen

Sherlock Holmes Chronicles – 54. Die Kaiserattentate

Sherlock Holmes Chronicles – 53. Spuk im Strandhaus

Sherlock Holmes Chronicles – 52. Die Geisterschlange / Fünf Apfelsinenkerne

Sherlock Holmes Chronicles – 51. 28 Stufen

Sherlock Holmes Chronicles – 50. Der verbrauchte Talisman

Sherlock Holmes Chronicles – 49. Silver Blaze

Sherlock Holmes Chronicles – 48. Die verschwundene Witwe

Sherlock Holmes Chronicles – 47. Verrat um Mitternacht

Sherlock Holmes Chronicles – 46. Der Baumeister von Norwood

Sherlock Holmes Chronicles – 45. Im Auftrag der Krone

Sherlock Holmes Chronicles – 44. Der todkranke Patient

Sherlock Holmes Chronicles – 43. Das Familienritual / Belladonna

Sherlock Holmes Chronicles – 42. Das verwunschene Haus

Sherlock Holmes Chronicles – 41. Der Fluch von Blackwood Castle

Sherlock Holmes Chronicles – 40. Der Detektiv auf dem Sterbebett

Sherlock Holmes Chronicles – 39. Die Rache des Pharao

Sherlock Holmes Chronicles – 38. Das gefleckte Band

Sherlock Holmes Chronicles – 37. Der verschwundene Diplomat / Der Rheingauer Prinzenraub

Sherlock Holmes Chronicles – 36. Die Entführung aus der Klosterschule

Sherlock Holmes Chronicles – 35. Holmes soll sterben

Sherlock Holmes Chronicles – 30. Das gelbe Gesicht / Die beiden Sonderlinge

Sherlock Holmes Chronicles – 29. Der schwarze Peter / Das Glas mit dem Magenbitter

Sherlock Holmes Chronicles – 28. Der Orchideenzüchter

Sherlock Holmes Chronicles – 27. Die drei Studenten / Die drei Kameraden

Sherlock Holmes Chronicles – 26. Sein schrecklichster Fall

Sherlock Holmes Chronicles – X-Mas Special 4. Das Rätsel der grauen Katze
 


Sherlock Holmes Chronicles – 62. Der Artillerist im Ruhestand



In einem Wald wird ein menschlicher Schädel aufgefunden, in den zahlreiche Nägel eingeschlagen wurden. Sherlock Holmes ist natürlich sofort alarmiert ob der Grausamkeit der Tat und versucht gemeinsam mit dem medizinischen Wissen von Dr. Watson, mehr über den Fall herauszufinden. Erste Hinweise bekommt er bereits durch die Umgebung, in der der Schädel gefunden wurde und wo früher Kohle abgetragen wurde...

Klaus-Peter Walter ist seit Beginn der „Sherlock Holmes Chronicles“ und steuert höchst unterschiedliche Geschichten um den bekannten Meisterdetektiv bei. Die 62. Episode mit dem Titel „Der Artillerist im Ruhestand“ startet beispielsweise gleich mit einer eindrucksvollen Szene, die die Brutalität der Folge gleich andeutet. Natürlich sind hier keine heftigen Splatterszenen zu erwarten – das würde auch kaum zu der gediegenen Szenerie der Holmes-Geschichten passen – doch der grausame Tod des Opfers wird recht explizit beschrieben, die Leiden vor dem Tod sorgen schon für ein mulmiges Gefühl. Das ist eine recht neue Zutat für die Serie, die bestens funktioniert und ihr eben eine prickelnde Note verleiht. Der Aufbau ist ansonsten eher klassisch und kommt ohne um Aufmerksamkeit heischende Szenen aus, die Ermittlungen verlaufen ruhig und sind so spannend, weil die Hintergründe der Tat häppchenweise ausgeführt werden. Hier spielen weitere sehr gelungene Elemente mit ein, beispielsweise wird mit dem psychischen Zustand eines der Charaktere gespielt. Wie sich die verschiedenen Hinweise zusammensetzen bleibt bis zum Schluss in einer großen Überführungsszene offen, was sehr aufregend inszeniert wurde und die bisherigen Hinweise gekonnt kombiniert. Eine sehr starke Episode der Serie, die mich von Anfang an gefesselt hat.

Marios Gavrillis ist in dieser Episode als Finley Lampard zu hören, der seine Szene mit einer sehr präsenten Sprechweise bereichert. Er passt sich sehr gut den vorherrschenden Atmosphären an und bringt die Gefühlslage des Mannes gekonnt herüber. Freimut Götsch spricht die Rolle des Colonello Gaviale ebenfalls sehr intensiv und zeichnet die Dynamik der Geschichte nach, wobei er die jeweilige Situation immer sehr treffend erfasst. Torsten Münchow ist in einem kurzen Gastspiel als Mycroft Holmes zu hören, sein Auftreten ist präsent und markant, wobei er die bekannte Figur auf seine eigene Art interpretiert. Weitere Sprecher sind Markus Pfeiffer, Herbert Schäfer und Bernd Vollbrecht.

Auch in der akustischen Umsetzung merkt man die etwas härtere Gangart der Folge an, besonders die musikalische Untermalung wirkt dabei etwas präsenter als sonst. Während der spannenderen Szenen werden immer wieder kleine Melodien eingebaut, die gekonnt Akzente setzen. Dennoch wird von dem Grundkonzept auch hier nicht zu sehr abgewichen, sodass es auch ruhigere Momente am prasselnden Kamin gibt.

Der Schädel mit den vielen Metallnägeln ist als zentrales Motiv der Episode auch auf dem Cover gelandet, in erdigen Tönen gehalten und wirkt etwas verwaschen, um der grausigen Darstellung etwas Schärfe zu nehmen. Das gefällt mir sehr gut und passt auch wunderbar zu dem ausladenden Schriftzug und dem wie immer rein schwarzen Hintergrund.

Fazit: Sherlock Holmes wird hier mit einigen Facetten angereichert, die eher ungewöhnlich sind und fast schon Anleihen an Psychothriller haben, was aber sehr gut zu der Serie passt und für eine aufregende Episode sorgt. Starke Charaktere, eine packende Auflösung und dennoch der eher ruhige Grundtenor der Chronicles – eine sehr hörenswerte Episode, die mich schnell gepackt hat.

VÖ: 26. April 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662228


Sherlock Holmes Chronicles – 61. Sechsmal Napoleon



Bei einem seiner regelmäßigen Besuche bei Sherlock Holmes berichtet Insector Lestrade von einem eher lästigen Fall, der jedoch unversehens die Aufmerksamkeit des Meisterdetektivs erweckt. Denn die Serie an Diebstählen von Statuen des Napoleon, die anschließend zerstört werden, ist skurril genug, um interessante Ermittlungen zu versprechen. Doch Holmes ahnt nicht, was seine Recherchen alles nach sich ziehen würden...

Viele neu erdachte Fälle sind in den „Sherlock Holmes Chronicles“ von WinterZeit zu hören, doch immer wieder freue ich mich auch, eine der originalen Fälle aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle zu hören – so auch wieder in der 61. Episode, die „Sechsmal Napoleon“ umsetzt. Den Klassikern merkt man auch an, dass es Klassiker sind, sie entfernen sich doch recht weit von den heutigen Hörgewohnheiten und sind weniger komplex und vielschichtig. Dass diese Folge dennoch einen so hohen Unterhaltungswert besitzt, liegt an zwei Dingen: Einerseits harmonieren die Figuren einfach gut miteinander. Neben dem Gespann aus Holmes und Watson ist das hier vor allem Inspector Lestrade, der mit seiner leicht grobschlächtigen Art einen gelungenen Kontrast zum scharf- und feinsinnigen Holmes bietet. Andererseits ist die Geschichte einfach stark durchdacht und bietet einen Hintergrund, bei dem es Spaß macht, diesen langsam zu erkunden. Immer näher kommt Holmes bei seinen Ermittlungen dem Täter, immer neue Spuren halten den Fall lebendig. Dabei ist die Umsetzung auch sehr gelungen: Statt neue Informationen in Dialogform zu präsentieren, werden diese von verschiedenen Sprechern in Kurzform erzählt, wie man vielleicht die Mitschrift ihrer Aussage bei der Polizei erwarten würde. Das ist ein ganz neuer Stil in der Serie, die dem so klassischen Fall noch einen modernen Anstrich verleiht und „Sechsmal Napoleon“ zu einer hörenswerten Produktion machen – nicht nur für Holmes-Puristen.

Die Sprecher überzeugen in dieser Episode einmal mehr, wobei mir Bernd Vollbrecht als Inspector Lestrade wieder sehr gut gefallen hat. Seine markante Stimme nimmt hier wieder einen eher kühlen Ausdruck an, was der Figur Kontur und der Folge Lebendigkeit verleiht. Gerrit Schmidt-Foß punktet als Parker mit einer weiteren Facette seines Klanges und schafft – trotz der eher kurzen Zeit seines Auftrittes – eine Figur, die positiv im Gedächtnis haften bleibt. Oliver Baumann ist als Hudson zu hören, auch er steuert einen überzeugenden Beitrag zum Gelingen des Hörspiels bei. Weitere Sprecher sind Wolfgang Wagner, Uwe Büschken und Thomas Petrou.

Die Umsetzung der Folge ist sehr sicher geraten – was man nach über 60 Episoden ja auch erwarten kann. Kleine Melodien lockern einige Dialoge auf, größere sind während der Erzähltexte oder Szenenübergänge zu hören, die Geräusche mischen sich sehr stimmig in die Handlung hinein. Klassischer Stil für die Serie ohne große Überraschungen, die es hier aber auch nicht braucht.

Eine der Büsten des bekannten und titelgebenden Feldherren ist auf dem Cover zu sehen, mit markantem Gesichtsausdruck und gräulich eingefärbt passt das gut zur Episode und ist sehr ansehnlich gelungen. Im Inneren gibt es wie immer einen einleitenden Text zur Entstehung der Episode und einen kleinen Ausblick auf das Kommende.

Fazit: Ein Original von Sir Arthur Conan Doyle, welches hier sehr gelungenen und mit kleinen neuen Elementen an das Medium Hörspiel und aktuelle Hörgewohnheiten angepasst wurde. Die Stimmung ist dabei dicht, die Charaktere markant und der Unterhaltungswert hoch, sodass mir „Sechsmal Napoleon“ sehr gut gefallen hat.

VÖ: 22. März 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662211


Sherlock Holmes Chronicles – Das goldene Osterei (Oster-Special)



Kurz nachdem Sherlock Holmes zum Osterfest sowohl sein erstaunliches medizinisches Wissen bewiesen hat als auch bei Watson für eine ganz besondere Überraschung gesorgt hat, kommt ein Mitglied des britischen Hochadels auf ihn zu, um ein ganz besonderes Ei zu finden. Denn der Prototyp der bekannten Faberge-Eier ist aus seinem Besitz verschwunden...

Nach mehreren Weihnachts- und einem Halloween-Special überrascht WinterZeit seine Hörer mit einer weiteren Sonderfolge der „Sherlock Holmes Chronicles“, das dieses Mal ein österliches Thema hat. Das wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven angegangen, was gleich zwei sehr unterhaltsame Introszenen mit sich bringt. Eine ungewöhnliche Auferstehung, die erst gegen Ende aufgelöst wird, sowie eine sehr heitere Episode mit zwei Ostereiern sind ein sanfter und sehr unterhaltsamer Einstieg in die eigentliche Handlung, die sich um die berühmten Faberge-Eier dreht. Die Szenerie um den adeligen Mann wird dabei gekonnt aufgebaut, wobei besonders bei Watson ein Hang zum Klatsch und Tratsch der damaligen Zeit nicht zu leugnen ist, was immer wieder charmant und humorvoll aufgegriffen wird. Auch ansonsten präsentiert sich diese Folge eher locker, kein Mord, keine Bedrohung, kein Zeitdruck. Aber es gibt dafür viele sehr charmante Einschübe, beispielsweise die bissigen Bemerkungen von Holmes oder das Kräftemessen zwischen ihm und das Andeuten einiger bekannter Persönlichkeiten im historischen Kontext. Und auch die Herangehensweise an die ganz besondere Eiersuche hat mir äußerst gut gefallen und sorgt für einen kurzweiligen Verlauf der Handlung, die dann auch endet, wie sie startet: Mit sehr unterhaltsamen, nur lose mit dem eigentlichen Fall verbundenen Szenen, die den Charme der Figuren mit sehr gelungenen Dialogen kombinieren.

Es sind gerade einmal vier Sprecher, die für dieses Hörspiel notwendig sind, wobei Margot Rothweiler aus terminlichen Gründen Viola Sauer als Mrs. Hudson vertreten hat und nur wenige Sätze spricht – das aber sehr überzeugend. Hervorragend ist Lutz Mackensy als adeliger Hilfesuchender, er spricht sehr markant, präsent und mit einer wunderbar hochnäsigen Art, gemeinsam mit dem wachsenden Respekt seiner Figur Holmes gegenüber wird seine Stimme aber auch weicher und zugänglicher. Dieser wird natürlich wieder von Till Hagen gesprochen, der wieder den feinen Witz der Figur unterstreicht und ebenso seinen Scharfsinn und seinen vielseitigen Wissensdurst zur Geltung bringt. Tom Jacobs überzeugt einmal mehr in der Rolle des John Watson, er hat hörbaren Spaß an der eher lockeren Ausstrahlung der Folge und lässt sich vollkommen auf seine Rolle ein.

Die akustische Umsetzung ist wieder sehr dezent geraten, was sehr gut zur Stimmung der Folge passt. Dafür wurden während einiger Dialoge sanfte Melodien eingespielt, die sich aber nicht in den Vordergrund drängen und die Stimmung nur sanft beeinflussen. Auch die Geräusche sind hier nur ab und an leise eingesetzt, lassen die Szenen aber durchaus lebendig wirken.

Natürlich ist eines der aufwendig verzierten Faberge-Eier auf dem Cover abgebildet, inmitten eines bläulich schimmernden Glanzes kommen die goldenen Linien mit den Edelsteinen sehr gut zur Geltung. Die drei wichtigsten Sprecher der Folge sind zudem – ähnlich wie bei einem Kinoplakat – direkt vorn genannt. Diese werden im Inneren des Booklets noch mit einer kurzen Biografie vorgestellt und durch einen einleitenden Text von Markus Winter ergänzt.

Fazit: Das Oster-Special der Serie präsentiert sich sehr charmant und mit viel Wortwitz und bissigen Kommentaren, zudem mit einigen sehr liebevoll gestalteten Szenen, die mit dem eigentlichen Fall nur lose zusammenhängen. Aber ich mag gerade diese Entspanntheit der Folge sehr gern, die sich als sehr unterhaltsam und bestens zu der Serie passend entpuppt.

VÖ: 22. März 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661870


Sherlock Holmes Chronicles – 60. Der Albtraum-Express



Es ist immer die gleiche Strecke, auf der Passagiere der Eisenbahn spurlos verschwinden – von einem Moment auf den anderen. Das erregt so langsam das Interesse der Öffentlichkeit, sodass die Regierung eingreifen muss. Und so beauftragt niemand anderes als Mycroft Holmes seinen Bruder Sherlock mit den Ermittlungen, der erste Spuren tief in der Vergangenheit der Verschwundenen findet...

Natürlich sind Sherlock Holmes und Doktor Watson die mit Abstand bekanntesten Figuren aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle. Doch auch andere seiner Charaktere haben durch die ungebrochene Faszination für den Meisterdetektiv Kultstatus erlangt, beispielsweise sein Bruder Mycroft, der im geheimen Auftrag der Regierung arbeitet. In der 60 Episode der „Sherlock Holmes Chronicles“ von WinterZeit hat dieser wieder einen Auftritt und bringt Sherlock auf den aktuellen Fall, hat aber auch am Ende noch einmal einen großen Auftritt – nicht die einzige Figur, die der Episode ihren Stempel aufdrückt, den ein geheimnisvoller neuer Gegenspieler hat hier seinen ersten Auftritt und sorgt gleich für eine eingängige Atmosphäre, die über ihn herum aufgebaut wird. Das allein ist schon hörenswert, wird aber auch durch eine gelungene Handlung unterstützt. Die Introszene lässt den Hörer hautnah beim Verschwinden eines Passagiers dabei sein, anschließend geht es ruhiger zu, wenn der Detektiv sich in gewohnter Marnier einen Überblick über die bisherigen Ereignisse verschafft. Angereichert wird dies mit einer Verletzung von Holmes, die er eigentlich auskurieren sollte, bis es zu den eigentlichen Ermittlungen geht, die natürlich auch an den Ort des Verschwindens führen. Das ist sehr gelungen und baut immer mehr Spannung auf, präsentiert wenige, dafür umso prägnantere Wendungen und eine Handlung auf mehreren Ebenen, die bis in die Vergangenheit zurückreicht und so eine Vielzahl an Ereignissen miteinander verknüpft. Das ist gut gelungen, kann die Spannung aber nicht über die gesamte Laufzeit von 70 Minuten halten und hat manchmal etwas Leerlauf. Insgesamt ist aber eine sehr stimmige und unterhaltsame Folge gelungen.

Die Besetzung der Folge ist wieder sehr überzeugend, wobei Oliver Feld erstmals als Mycroft Holmes zu hören ist. Seine markante Stimme nimmt einen sehr präsenten und nüchternen Klang an, was sehr gut zu der Rolle passt und gelungene Akzente setzt. Cathlen Gawlich ist in dieser Episode als Sophie Chandler zu hören, ihre klare Stimme setzt sie wie gewohnt sehr professionell ein und überzeugt damit auf ganzer Linie. Frank Felicitti ist ebenfalls in einer Gastrolle mit dabei, die er mit viel Energie und einer eingängigen Betonung vorträgt. Weitere Sprecher sind Hans Hohlbein, Jannick Endemann und Lutz Mackensy.

Die musikalische Gestaltung der Folge hat mir dieses Mal ausnehmend gut gefallen, immer wieder sorgen die Melodien, gespielt auf klassischen Instrumenten, für eine sehr getragene Atmosphäre. Dabei wird die vorherrschende Stimmung gekonnt aufgegriffen und verfeinert. Die Geräusche fügen sich ebenso stimmig in das Gesamtbild ein, neben dem unvermeidlichen Knistern des Kamins im Haus von Mrs. Hudson bis zum Rattern des Zuges ist der Hintergrund gekonnt gestaltet.

Das Cover zeigt den fahrenden Albtraum-Express, der durch die Landschaft fährt und eine schwarze Rauchwolke ausstößt. Das Motiv wird durch zahlreiche ansehnliche Details ergänzt und durch die rötliche Farbgebung stimmungsvoll eingekleidet. Das Innere enthält neben der lesenswerten Einleitung von Markus Winter noch die bekannten Fotos und Texte zu den beiden Hauptsprechern.

Fazit: Das Rätsel um dem Albtraum-Express wird gekonnt aufgebaut und erfährt in vielen stimmig umgesetzten Szenen ein gut zusammen gesetztes Bild. Zwar kann die Spannung dabei nicht durchgängig gesteigert werden, insgesamt ist die Erzählweise aber clever und trickreich. Die Charaktere kommen hier besonders gut zur Geltung – selbst wenn die selbst gar nicht in Erscheinung treten.

VÖ: 8. Februar 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-129-0


Sherlock Holmes Chronicles – Der kopflose Reiter (Halloween-Special)



Durch Zufall wird in einer Londoner Seitenstraße eine Leiche gefunden, der sämtliche Extremitäten abgetrennt wurden. Bei ihren Ermittlungen stoßen Sherlock Holmes und Dr. Watson auf Itchabold Crane, dessen Name Watson direkt an die Geschichte um Sleepy Hollow erinnert. Doch wie eng die Legende und der aktuelle Fall verbunden sind, mag selbst der Meisterdetektiv zu Anfang nicht ahnen...

Bisher haben sich die Special-Folgen der „Sherlock Holmes Chronicles“ auf Geschichten passend zu Weihnachten beschränkt, 2018 ist nun eine Folge rund um Halloween entstanden. Ausdrücklich zum Gruseln gedacht taucht hier nicht nur der unheimliche kopflose Reiter aus der „Sleepy-Hollow“-Geschichte auf und sorgt für einige sehr gruselige Momente, auch der Mordfall in dieser Episode ist deutlich brutaler als von der Serie gewohnt. Dennoch ist ein lupenreiner Kriminalfall entstanden, der am Ende ohne übernatürliche Elemente auskommt und streng logische Erklärungen für die Ereignisse findet, die mit deutlichem psychologischen Einschlag faszinierend geraten ist. Die Ermittlungen des bekannten Duos werden nicht nur durch immer neue Ereignisse verschärft und lebendig gehalten, sondern auch mit dem typischen Humor der Serie gespickt. Die kleine Kabbeleien zwischen Holmes und Watson sorgen für einige amüsante Momente und Auflockerung. Mir gefällt, wie auch der Meisterdetektiv selbst lange im Dunkeln tappt und auch der Hörer lange Zeit nicht ahnt, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird. Das lässt Platz für einige unerwartete Wendungen und eine spannende Handlung, sodass mit „Der kopflose Reiter“ äußerst gut gefallen hat.

Timmo Niesner ist in dieser besonderen Episode als Itchabold Crane zu hören, den er sehr intensiv spricht und feine Facetten herausarbeitet. So bekommt diese wichtige Figur einen sehr lebendigen Ausdruck, wobei er auch die rätselhafte Stimmung gekonnt aufgreift. Engelbert von Nordhausen setzt seine prägnante Stimme hier als Sullivan wieder sehr geschickt ein und hat nichts von seiner Spielfreude verloren, was für eine weitere interessante Figur sorgt. Frank Felicetti bringt als Dr. Adler eine sehr passende Sprechweise mit und sorgt für einen wissenschaftlichen Anklang, der sehr authentisch wirkt. Weitere Sprecher sind Hans Hohlbein, Jan Spitzer und Luisa Wietzorek.

Passend zum Halloween-Thema geht es auch musikalisch hier etwas düsterer zu, die eingesetzten Melodien sind düster und schaffen eine unheimliche Grundstimmung. Jedoch ohne die Atmosphäre der Serie zu überlagern, es werden eher neue Facetten herausgearbeitet. Die Geräusche haben ihren festen Platz und sind sehr stimmig in die Handlung eingefügt.

Das Cover zu dieser Folge könnte auch zu einem Gruselhörspiel gehören, die bedrohliche Stimmung mit dem riesigen Vollmond im Hintergrund und den kahlen Ästen ist sehr ansprechend. Im Mittelpunkt steht jedoch der Schatten des hoch aufragenden kopflosen Reiters, der eine Doppelaxt schwingt – sehr ansprechend. Im Inneren blickt Produzent Markus Winter noch einmal auf die besonderen Episoden der Chronicles zurück.

Fazit: Der deutlich gruselige Einschlag dieser Folge wird sehr gelungen mit der streng logischen Hauptfigur verbunden, beides funktioniert bestens miteinander. Der psychologische Anklang, viele starke Figuren und ein Ermittlerduo in Hochform machen aus „Der kopflose Reiter“ ein sehr hörenswertes Hörspiel, Autor James A. Brett hat wieder ordentlich abgeliefert.

VÖ: 14. September 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6114-6


Sherlock Holmes Chronicles – 59. Der goldene Kneifer



Inspector Lestrade hat scheinbar alle Regeln befolgt, die Sherlock Holmes bei seinen Tatortsbesichtigungen berücksichtigt. Dennoch muss er die Hilfe des Meisterdetektivs in Anspruch nehmen, denn für den Mord an einem jungen Mann scheint es keinen triftigen Grund zu geben. Neben dem fehlenden Motiv gibt aber auch der Tathergang Rätsel auf...

Nach vielen Folgen mit neuen Geschichten für Sherlock Holmes geht es in den „Chronicles“ in der 59. Episode wieder mit einem Klassiker aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle weiter: „Der goldene Kneifer“. Dabei handelt es sich um eine jener Geschichten, die an sich nicht sonderlich komplex sind, aber mit der feinen Beobachtungsgabe des Detektivs spielt. Auftraggeber ist dieses Mal Inspektor Lestrade, sodass der anfängliche Bericht sich erst einmal um die groben Umrisse der Tat dreht. Die genaueren Details werden erst mit den Ermittlungen von Holmes und dessen Befragungen berichtet, sodass sich der Hörer langsam ein komplettes Bild machen kann. Die Beobachtungen von Holmes werden dabei erst im Nachhinein aufgedröselt, sodass er dem Hörer immer einen Schritt voraus ist, was dann schlussendlich für die Spannung sorgt. Die Charaktere und deren Beziehungen kommen gut zur Geltung, die Fragestellungen sind vielseitig, die Tricks der Hauptfigur clever durchdacht, sodass die Episode trotz der vertrauten Szenerie abwechslungsreich wirkt. Die Auflösung des Ganzen kommt zwar etwas plötzlich, da in schneller Zeit viele neue Informationen fließen, ist aber auch sehr unterhaltsam geraten. Gute 50 Minuten Laufzeit sind das richtige Maß für diese Geschichte, die gelungen umgesetzt wurde.

Das liegt natürlich auch am wundervollen Till Hagen, der die Rolle des Sherlock Holmes mit sprödem Charme und bissiger Zunge umsetzt und dabei wieder schnell die Sympathien der Zuhörer auf seiner Seite hat. Bernd Vollbrecht hat als Inspector Lestrade wieder mal eine größere Rolle und gibt den etwas tollpatschigen und einfältigen Polizisten mit prägnanter Stimme und robustem Auftreten. Andrea Aust spricht in dieser Episode die Rolle der Mrs. Marker und fügt der Handlung dabei einige neue und gelungene Facetten hinzu. Weitere Sprecher sind Yvonne Greitzke, Oliver Stritzel und Kaya-Marie Möller.

Der Verlauf dieser Folge ist eher ruhig, Actionszenen oder allzu dramatische Wendungen kommen nicht vor, was sich dann auch in der akustischen Gestaltung niederschlägt. Die Ausstattung mit Geräuschen ist vielseitig und passend, wobei vor allem die Handlungen der Protagonisten gut untermalt werden. Der Einsatz von Musik ist etwas zurückgefahren, die eingebauten Melodien halten sich eher im Hintergrund, unterstützen die Handlung aber gut in ihrer Wirkung.

Das Cover zeigt zwar keine explizite Szene aus der Handlung, ist mit so einigen Elementen gespickt, die eine wichtige Rolle spielen. Das Konterfei des berühmten Detektivs mit recht kühlem Gesichtsausdruck lenkt dabei dennoch die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Im einleitenden Text widmet sich Markus Winter dieses Mal einem Rückblick und einem Ausblick auf das noch Kommende.

Fazit: Ein weiteres Original aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle in einer treffenden und gut gemachten Umsetzung. Die Charaktere kommen gut zur Geltung, ebenso wie der Verlauf flüssig und unterhaltsam geraten ist. Mir gefällt, wie der Fokus langsam auf die entscheidenden Details gelenkt wird und so langsam ein komplettes Bild entsteht.

VÖ: 14. Dezember 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-060-6


Sherlock Holmes Chronicles - 58. Das Vier-Pfeifen-Problem



Professor van Dusen, gemeinhin nur „Die Denkmaschine“ genannt, sendet Sherlock Holmes eine Einladung zu einem Dinner, wo er seinen neuesten Fall aufklären möchte. Die illustre Gesellschaft kommt jedoch nicht in den Genuss, der Entlarvung eines Mörders beizuwohnen, da van Dusen zuvor tot zusammenbricht. Natürlich ist der Ehrgeiz von Holmes angefacht, nicht nur den Mord an dem amerikanischen Amateurkriminologen aufzuklären, sondern auch dessen Fall zu lösen...

Autor Michael Koser hat für die Originalserie seines „Professor van Dusen“ bereits ein Zusammentreffen mit Sherlock Holmes arrangiert, damals noch mit ziemlich parodistischem Hintergrund. In der 58. Folge der „Sherlock Holmes Chronicles“, die nach einer Vorlage von James A. Brett umgesetzt wurde, wird dieser Spieß nun umgedreht und der amerikanische Kollege von Holmes gleich umgebracht. Genau diese Szene ist dann auch direkt an den Anfang gestellt, sodass die Handlung schnell an ihrem Kern ankommt und das Interesse des Zuhörers schnell geweckt wird. Die dargebotene Szenerie ist in der Tat interessant arrangiert, auch einige durchaus humorvolle Kommentare in Bezug auf die Ähnlichkeit der beiden Detektive wissen immer wieder zu gefallen. Die Ermittlungen sind hier gerade zu Anfang ziemlich temporeich erzählt, da Hutchinson Hatch (der natürlich auch auftaucht) schon recht viele Hinweise geben kann – nur eben keine entscheidenden. Auch das zweite Zusammentreffen der anfänglichen Gesellschaft liefert viele weitere Erkenntnisse, die gekonnt aufbereitet sind und von einigen sehr spannenden und unheimlichen Szenen fortgeführt werden. Wie Holmes die Hinweise kombiniert und so langsam der Tat auf die Spur kommt, wird später kleinteilig und unterhaltsam aufbereitet, da warten so einige Überraschungen auf den Hörer. Mit zunehmender Laufzeit steigt die Dynamik der Folge immer weiter, die mir insgesamt wieder sehr gut gefallen hat.

Engelbert von Nordhausen spricht in dieser Geschichte die Rolle des Professor van Dusen und versieht ihn mit der notwendigen Portion Arroganz und Scharfsinn, sodass er die wesentlichen Wesenszüge der bekannten Figur sehr lebendig inszeniert. Jannik Endemann hat mich als Hutchinson Hatch ebenfalls vollkommen überzeugt, seine treffende und lebendige Sprechweise und die charmante Schusseligkeit des Reporters sorgen für einige sehr unterhaltsame Momente. Nicole Hannak ist als Madame Maigret zu hören, die ihre Szenen präzise und mit sehr passendem Ausdruck spricht. Weitere Sprecher sind Sven Gerhardt, Bastian Sierich und Marion Musiol.

Auch in dieser Episode funktioniert das Sounddesign der Serie sehr gut, das mit stimmungsvoller Musik auch hier für eine passende Atmosphäre sorgt. Die Szenenübergänge und manche Dialoge sind damit ausgestattet und lassen den Hörer völlig in die Handlung eintauchen. Auch die Geräusche sind immer sehr passend und mit dem richtigen Timimg eingebaut.

Das Motiv des Cover ist bei dieser Folge recht schlicht gewählt, Sherlock Holmes ist mit seiner typischen Kappe in der Rückansicht in einer Gasse Londons zu sehen. Die Erdtöne passen wieder sehr gut dazu, gemeinsam mit dem geschwungenen Schriftzug ist ein ansehnlich, aber wenig individuelles Cover entstanden. Im Inneren schreibt Markus Winter wieder einige Gedanken zu der Folge und insbesondere zu Professor van Dusen nieder.

Fazit: Das Zusammentreffen der beiden bekannten Figuren ist überraschend – und das auf gleich mehreren Ebenen. Denn den Hörer erwarten immer wieder Wendungen, die das Geschehen am Laufen halten. Die Szenerie ist sofort packend, der Verlauf kurzweilig, die Charaktere treffend umgesetzt. Besonders das mehrmalige Zusammentreffen der anfänglichen Runde ist sehr gelungen.

VÖ: 30. November 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6059-0


Sherlock Holmes Chronicles – 57. Die Katakomben von Paris



Nachdem Sherlock Holmes die Reichenbach-Fälle heruntergestürzt ist, findet er unter falschen Namen Zuflucht in einem Landhaus nahe Paris Unterschlupf – und in David Tristram einen neuen Gefährten. Als ihm ein altes Tagebuch angeboten wird, wittert er seine Chance, einem alten Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen, da es von seiner Großmutter verfasst wurde. Doch bevor es zur Übergabe kommt, ist der Besitzer des wertvollen Buches tot...

Die zeitliche Einordnung der vielen neu geschriebenen Fälle für Sherlock Holmes orientiert sich meist an Kleinigkeit, beispielsweise indem Bezug zu einem früheren Fall genommen wird. Etwas anders tickt da „Die Katakomben von Paris“ aus der Feder von Franziska Franke, die ihre Geschichte bewusst in der Zeit ansiedelt, die bei Arthur Conan Doyle ein schwarzes Loch ist: Von seinem angenommenen Tod bis zu seiner Rückkehr nach London. Aus diesem Grund wird er hier auch nicht von Watson begleitet, sondern von David Tristram, der vielleicht nicht ganz so charmant ist wie der ehemalige Militärarzt, sich aber durchaus in einem ebenso wohlgesonnenen wie zwiespältigen Verhältnis zu dem bekannten Detektiv befindet und sich einige liebevolle Wortgefechte mit ihm liefert. Die Chemie zwischen den beiden funktioniert, ebenso wie die neuen Lebensumstände von Holmes interessant und ausführlich aufbereitet werden. „Ausführlich“ gilt auch für die gesamte Folge, mit satten 171 Minuten ist sie deutlich länger als die meisten anderen Episoden. Langeweile kommt dabei dennoch nicht auf, denn neben den bereits beschriebenen, lockeren Szenen zwischen den beiden Hauptfiguren kann auch die Handlung sehr überzeugen. Einerseits natürlich, weil der Fall um das Tagebuch seiner Großmutter sehr nahe an die immer etwas distanziert wirkende Figur des Sherlock Holmes heranrückt. Aber auch, weil Aufbau und Spannung sehr gelungen vorangetrieben werden. Die Handlung ist komplex, vielschichtig und orientiert sich wie so oft an den genauen Beobachtungen von Holmes. Der Verlauf ist abwechslungsreich und führt über ganz verschiedene Stationen eben bis in die „Katakomben von Paris“, wo es weitere entscheidende Hinweise gibt. Eine sehr lohnenswerte Episode der Serie, die sich nicht mal eben nebenbei konsumieren lässt, sondern Aufmerksamkeit und Zeit braucht.

Olaf Reitz übernimmt folgerichtig nicht nur die Rolle des David Tristram, sondern auch die Erzählparts. Beides macht er mit einer präzisen Ausdrucksweise und lebendigem Klang, wobei auch das besondere Verhältnis zu Holmes gut zur Geltung kommt. Marius Claren ist in dieser Episode als Commissaire Legrand zu hören, der wunderbar in die geheimnisvolle und düstere Szenerie passt und ihn in den verschiedenen Szenen sehr treffend darstellt. Natascha Geisler spricht die Rolle der Madame Carriere mit einer großen Präsenz, sodass diese Rolle ihren festen Platz im Gefüge der Handlung hat. Weitere Sprecher sind Kaspar Eichel, Gerald Schaale und Uschi Hugo.

Wie immer ist diese Folge von WinterZeit sehr sorgsam inszeniert und überzeugt in dieser Episode besonders mit der sehr gut eingebauten Musik. Diese geht auf den französischen Spielort gelungen ein, beispielsweise durch ein einsam spielendes Akkordeon. Das ist nicht aufdringlich oder flach, bringt aber in genau dem richtigen Maße eine eigenständige Einfärbung. Die Geräusche sind sehr gut platziert und verleihen den Szenen mehr Lebendigkeit.

Eine dunkle Gasse in der Pariser Innenstadt mit Blick auf den Eiffelturm ist auf dem Cover zu sehen, die den Mord eines finster dreinblickenden Mannes in schauriger Stimmung zeigt. Das Innere enthält nicht nur weitere Informationen zu Olaf Reitz, sondern auch zu Autorin Franziska Franke. Dafür fehlt der sonst immer so kurzweilige Einleitungstext zu der Folge.

Fazit: Diese Folge ist besonders – nicht nur wegen der recht langen Laufzeit, sondern auch das Eintauchen in diese bisher eher unbekannte Episode aus Holmes Leben ist sehr interessant geraten. Der Fall, an dem Holmes hier ermittelt, punktet mit dem engen Bezug zum Detektiv selbst und durch die komplexe, spannend erzählte Handlung. Holmes kommt dabei mit Charme und Gewitztheit gut zur Geltung.

VÖ: 23. November 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9437-3286-3


Sherlock Holmes Chronicles – 56. Die Akte Ludwig II.



Die Bekanntheit von Sherlock Holmes als Meisterdetektiv ist längst über die englischen Landesgrenzen getreten, sodass sogar ein waschechter Bayer seine Hilfe sucht. Xaver Wanninger weckt sein Interesse mit einer sehr ungewöhnlichen Geschichte: Er hat sein Gedächtnis verloren und kann sich nicht erklären, woher seine frischen Operationsnarben stammen. Doch mehr noch: Im Gegensatz zu alten Fotos hat er nun eine unverkennbare Ähnlichkeit mit dem verstorbenen König Ludwig II....

Viele Geschichten der „Sherlock Holmes Chronicles“ sind nicht exklusiv für diese Reihe entstanden, sondern wurden von bereits veröffentlichten Handlungen adaptiert. In der 56. Episode ist dies anders, hier handelt es sich um eine Auftragsarbeit, die nach einer Idee von Markus Winter von James A. Brett verfasst wurde. Und dabei steht mit dem Märchenkönig Ludwig II. nicht nur eine real existierende, sondern auch sehr faszinierende Persönlichkeit im Mittelpunkt, ohne jedoch selbst aufzutauchen. Die Ereignisse spielen nach dem rätselumwitterten Tod des bayrischen Herrschers und stellen eine merkwürdige, fast schon bizarre Szenerie an den Anfang. Dass es für einen Mann ohne Gedächtnis und einer kürzlich vorgenommenen Schönheitsoperation auch eine außergewöhnliche Auflösung geben muss ist klar, was aber anfangs seltsam klingen mag, entpuppt sich als durchaus gut durchdacht und spannend erzählt. Die Ermittlungen führen über weitere gelungenen Ideen mit Bezug zu einem nicht minder bekannten Komponisten und mehrere unterschiedliche Stationen und markanten Szenerien zu einem überraschenden, aber stimmigen Schluss. Diese Folge entfernt sich schon deutlich von den streng logischen und bodenständigen Ideen Sir Arthur Conan Doyles und ist für Puristen vielleicht nicht die beste Wahl – allein schon, weil nicht alle Geheimnisse restlos aufgeklärt werden, sondern einiges offen bleibt und in einer mysteriösen Schlussszene noch eine große Überraschung auf den Hörer wartet. Sie bringt aber auch viele frische und ungewohnte Ideen ein, die für einen interessanten und kurzweiligen Verlauf sorgen.

Christian Jungwirth steht in der Rolle des Franz Xaver Wanninger oft im Mittelpunkt und bringt dafür einen glaubhaften, aber nicht übertriebenen bayrischen Akzent mit. Er gestaltet seine Rolle lebhaft und in den verschiedenen Szenerien glaubhaft, was einen sehr guten Gesamteindruck hinterlässt. Jill T. Böttcher spricht als Elsa sehr treffend und vielseitig, sie setzt ihre Stimme dabei sehr zielgerichtet ein, um die Emotionen der Frau glaubhaft zu machen. Corinna Doerenkamp setzt die Rolle der Isolde mit einer prägnanten Sprechweise und viel Authentizität um, sodass ein sehr interessanter Charakter entsteht. Weitere Sprecher sind Kirstin Hesse, Leon Boden und Frank Röth.

Die schillernde Ausstrahlung des Märchenkönigs kommt auch ein wenig in der akustischen Gestaltung zur Geltung, die in Sachen Musik einige sehr dazu passende Melodien präsentiert. Dabei werden nicht nur die Szenenübergänge harmonischer gestaltet, sondern auch einige Dialoge atmosphärischer gestaltet. Die Geräusche sind wieder passgenau und lebendig eingefügt, alles passt sehr gut zueinander.

Ludwig der II. Ist auch auf dem Cover zu sehen, sein Kopf schimmert groß und mit intensivem Gesichtsausdruck über einem seiner prächtigen Schlösser. Ein sehr ansehnliches Cover, welches in seiner typischen Farbgebung gut gestaltet ist. Im einleitenden Text verrät Markus Winter, dass die Idee zur dieser Folge bereits in einem anderen seiner Hörspiele umgesetzt wurde, hier aber noch einmal gründlich überarbeitet wurde.

Fazit: Durch die Einbindung der realen Figur des Ludwig II. ist der Reiz der Handlung von Anfang an sehr hoch, die Szenerie ist durch einige skurrile Ideen aber nicht allzu typisch für die Figur des Sherlock Holmes. Die Geschichte wird flüssig und unterhaltsam erzählt, zumal sich die einzelnen Hinweise interessant gestalten und am Ende überraschend zusammengefügt werden.

VÖ: 5. Oktober 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6058-3


Sherlock Holmes Chronicles – Der kopflose Reiter (Halloween-Special)



Durch Zufall wird in einer Londoner Seitenstraße eine Leiche gefunden, der sämtliche Extremitäten abgetrennt wurden. Bei ihren Ermittlungen stoßen Sherlock Holmes und Dr. Watson auf Itchabold Crane, dessen Name Watson direkt an die Geschichte um Sleepy Hollow erinnert. Doch wie eng die Legende und der aktuelle Fall verbunden sind, mag selbst der Meisterdetektiv zu Anfang nicht ahnen...

Bisher haben sich die Special-Folgen der „Sherlock Holmes Chronicles“ auf Geschichten passend zu Weihnachten beschränkt, 2018 ist nun eine Folge rund um Halloween entstanden. Ausdrücklich zum Gruseln gedacht taucht hier nicht nur der unheimliche kopflose Reiter aus der „Sleepy-Hollow“-Geschichte auf und sorgt für einige sehr gruselige Momente, auch der Mordfall in dieser Episode ist deutlich brutaler als von der Serie gewohnt. Dennoch ist ein lupenreiner Kriminalfall entstanden, der am Ende ohne übernatürliche Elemente auskommt und streng logische Erklärungen für die Ereignisse findet, die mit deutlichem psychologischen Einschlag faszinierend geraten ist. Die Ermittlungen des bekannten Duos werden nicht nur durch immer neue Ereignisse verschärft und lebendig gehalten, sondern auch mit dem typischen Humor der Serie gespickt. Die kleine Kabbeleien zwischen Holmes und Watson sorgen für einige amüsante Momente und Auflockerung. Mir gefällt, wie auch der Meisterdetektiv selbst lange im Dunkeln tappt und auch der Hörer lange Zeit nicht ahnt, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird. Das lässt Platz für einige unerwartete Wendungen und eine spannende Handlung, sodass mit „Der kopflose Reiter“ äußerst gut gefallen hat.

Timmo Niesner ist in dieser besonderen Episode als Itchabold Crane zu hören, den er sehr intensiv spricht und feine Facetten herausarbeitet. So bekommt diese wichtige Figur einen sehr lebendigen Ausdruck, wobei er auch die rätselhafte Stimmung gekonnt aufgreift. Engelbert von Nordhausen setzt seine prägnante Stimme hier als Sullivan wieder sehr geschickt ein und hat nichts von seiner Spielfreude verloren, was für eine weitere interessante Figur sorgt. Frank Felicetti bringt als Dr. Adler eine sehr passende Sprechweise mit und sorgt für einen wissenschaftlichen Anklang, der sehr authentisch wirkt. Weitere Sprecher sind Hans Hohlbein, Jan Spitzer und Luisa Wietzorek.

Passend zum Halloween-Thema geht es auch musikalisch hier etwas düsterer zu, die eingesetzten Melodien sind düster und schaffen eine unheimliche Grundstimmung. Jedoch ohne die Atmosphäre der Serie zu überlagern, es werden eher neue Facetten herausgearbeitet. Die Geräusche haben ihren festen Platz und sind sehr stimmig in die Handlung eingefügt.

Das Cover zu dieser Folge könnte auch zu einem Gruselhörspiel gehören, die bedrohliche Stimmung mit dem riesigen Vollmond im Hintergrund und den kahlen Ästen ist sehr ansprechend. Im Mittelpunkt steht jedoch der Schatten des hoch aufragenden kopflosen Reiters, der eine Doppelaxt schwingt – sehr ansprechend. Im Inneren blickt Produzent Markus Winter noch einmal auf die besonderen Episoden der Chronicles zurück.

Fazit: Der deutlich gruselige Einschlag dieser Folge wird sehr gelungen mit der streng logischen Hauptfigur verbunden, beides funktioniert bestens miteinander. Der psychologische Anklang, viele starke Figuren und ein Ermittlerduo in Hochform machen aus „Der kopflose Reiter“ ein sehr hörenswertes Hörspiel, Autor James A. Brett hat wieder ordentlich abgeliefert.

VÖ: 14. September 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6114-6


Sherlock Holmes Chronicles – 55. Der Club der Rothaarigen



Jabez Wilson sucht die Hilfe von Sherlock Holmes in einer ganz und gar merkwürdigen Geschichte: Der Betreiber eines Pfandhauses benötigt dringend einen Nebenverdienst, um den Unterhalt von sich und seinem einzigen Angestellten zu sichern. Zufällig stößt er auf ein lukratives Angebot, bei dem er nur wenig Zeit und Arbeitskraft einsetzen muss. Einzige Voraussetzung: Der Bewerber muss rote Haare haben...

Neben zahlreichen neuen Geschichten um den Meisterdetektiv werden innerhalb der „Sherlock Holmes Chronicles“ auch die Klassiker aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle vertont. Immer mal wieder eingestreut wird der Hörer so auch an die Ursprünge der populären Figur hingeführt, während alte Holmes-Kenner noch einmal die lieb gewonnenen Geschichten erleben und die eine oder andere Feinheit entdecken können. So auch in „Der Club der Rothaarigen“, einem klassisch zu nennenden Fall für Holmes und Watson, der mit vielen Details gespickt ist. Der Bericht des neuen Mandanten des Detektivgespanns ist dabei recht lang und ausführlich geraten, sie bietet dem geneigten Hörer bereits zahlreiche Ansatzpunkte, in welche Richtung sich der Fall entwickeln wird. Auch Ersthörer werden schnell ahnen, bei welcher der Figuren etwas im Argen liegt, zu sehr wird die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt. Aber was hinter allem steckt und wie Holmes dieses Rätsel auflöst, ist unterhaltsam und kurzweilig geraten. Der Szenerie wohnt durchgängig einen Hauch Skurrilität inne, die Figuren wirken dabei immer sehr präsent und sind wohlplatziert, die Bearbeitung durch den Verlag ist sehr stimmig. „Der Club der Rothaarigen“ bietet nicht die ganz großen Überraschungen, aber viele prägnante Momente und die eine oder andere Szenen, die auch geübte Holmes-Hörer aufhorchen lassen und die Freude den wunderbaren Ideen von Doyle in den Vordergrund rücken.

Manfred Lehmann fällt mit seiner tiefen, markanten Stimme auch in diesem Hörspiel positiv auf und überzeugt als Jabez Wilson mit einer facettenreichen Sprechweise, die den anfänglichen Bericht sehr lebendig gestaltet. Julien Haggege ist als Vincent ebenso gut besetzt, auch er kitzelt viele Feinheiten aus seiner Figur heraus und setzt sie lebendig um. Auch Jörg Hengstler überzeugt als Duncan Ross, die Handlung gewinnt durch ihn eine weitere starke Stimme in dem sowieso schon sehr gut besetzten Ensemble. Weitere Sprecher sind Bern Vollbrecht, Bert Franzke und Oliver Baumann.

Die musikalische Untermalung der Folge ist wieder im typischen Stil der Serie gehalten und punktet mit seinen atmosphärischen Klängen, die die Szenenübergänge oder Erzähltexte werden gekonnt untermalt. Doch auch die Geräuschkulisse ist wieder gelungen eingesetzt, auch wenn das knisternde Feuer in Holmes' Zimmer etwas zu prägnant wirkt.

Das viktorianische Zeitalter, in der die Geschichte spielt, wird auf dem Cover sehr ansehnlich dargestellt. Ein hohes Gebäude, eine alte Uhr, ein bisschen Neben, zwei dunkle Gestalten, die darauf zugehen – viele weitere Details sorgen für ein stimmiges Gesamtkonzept. Doch es gibt hier noch einen weiteren Bonus, dieses mal der akustischen Art: Nach der Handlung gibt es etwa eine halbe Stunde lang Musik aus vorigen Folgen zu hören, was nicht nur die Vielfalt der Serie zeigt, sondern auch viele stimmungsvolle Melodien zu Gehör bringt, die sonst vielleicht untergegangen wären.

Fazit: „Der Club der Rothaarigen“ überzeugt mit seinem leicht skurrilen Ansatz, gut eingesetzten Charakteren und einer stimmigen Szenerie. Die Bearbeitung durch WinterZeit konzentriert sich auf die richtigen Schwerpunkte und ist unterhaltsam geraten, sodass eine sehr stimmige Episode geboten wird – ergänzt durch einen kleinen, angehängten Soundtrack.

VÖ: 24. August 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6057-6


Sherlock Holmes Chronicles – 54. Die Kaiserattentate



Der russische Zar Nikolai II ist zu Besuch im Berliner Luxushotel Adlon, wo ein Attentat auf ihn verübt wird. Niemand anderes als der Meisterdetektiv Sherlock Holmes scheint diesen Fall aufklären zu können und wird von dem Zaren selbst beauftragt. Doch schon kurze Zeit später wird ein zweiter Anschlag verübt, und Holmes gerät unter Zeitdruck...

Bei der 54. Episode der „Sherlock Holmes Chronicles“ von WinterZeit ist wieder mal eine Langfolge auf zwei CDs erschienen, was per se auf eine eher komplexe Handlung hindeutet. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit von „Die Kaiserattentate“, denn hier sind viele historische Aspekte eingebunden, die Handlung basiert auf vielen realen Fakten und wurde mit einer spannenden Handlung angereichert. Da sind natürlich viele Erklärungen notwendig, die dann gerade am Anfang auch reichlich geliefert werden. Dr. Watson ist hierfür zuständig und hat dementsprechend einige recht lang geratene Monologe, was dann etwas starr wirkt und den Einstieg etwas holprig gestaltet. Später gleicht sich dieser Eindruck aber wieder sehr aus, dann wird die Handlung deutlich dialoglastiger und auch temporeicher, wobei einige geschickt platzierte Wendungen für Abwechslung sorgen. Gut gefällt mir dabei, dass sich viele Rätsel aneinanderreihen und gelöst werden müssen, damit aber immer nur Teilbereiche aufgedeckt werden. Holmes und Watson arbeiten sich durch mehrere Schichten und kommen dem Kern immer näher, wobei die geschichtlichen Aspekte sehr präsent eingebunden sind. Die Atmosphäre kommt dabei gut zur Geltung und wirkt immer sehr ernsthaft und präsent, verzichtet zugunsten der erwachsenen Stimmung auf die lockeren Sprüche und lockeren Momente. Das ist sehr stimmig konzipiert und spannend erzählt, sodass eine weitere empfehlenswerte Episode entstanden ist.

Die Besetzung der Folge ist sehr gut und punktet mit vielen starken Stimmen. Peter Lontzek ist beispielsweise als Zar Nikolai zu hören und klingt sehr markant und gestaltet seine Szenen facettenreich, sodass ein sehr präsenter Charakter entsteht. Rainer Fritzsche ist als Bobrinski zu hören, auch er bereichert die Handlung mit seiner kräftigen und lebendigen Sprechweise, indem er in seine Szenen viel Energie einfließen lässt. Engelbert von Nordhausens unverkennbare Klangfarbe sticht auch hier hervor, durch seine sehr treffsichere Betonung wirkt auch der Charakter des Pollmann sehr eingängig. Weitere Sprecher sind Frank Felicetti, Cathlen Gawlich und Jannick Endemann.

Die Folge konzentriert sich sehr auf die Handlung und die Dialoge, die akustischen Stilmittel sind dabei eher zurückgefahren. Sicherlich gibt es auch hier wieder einige Melodien, die die Szenenübergänge auflockern, auch Geräusche sind wieder an den richtigen Stellen eingebaut. Doch dies wirkt hier eben noch ein wenig reduzierter und lenkt den Fokus auf die richtigen Dinge.

Das Cover ist dieses mal besonders gelungen und zeigt das Portrait von der Familie Romanov, das in das Konterfei von Sherlock Holmes eingebunden ist – gemeinsam mit dem alten Schriftstück im Hintergrund sehr ansehnlich. Im Inneren gibt es noch zwei Gemälde zu sehen, die eine wichtige Rolle in der Handlung spielen, in dem kleinen Einleitungstext ist noch die Erklärung zu finden, warum der Name Rasputin hier nicht immer gleich ausgesprochen wird.

Fazit: „Die Kaiserattentate“ ist eine außergewöhnliche Episode, die stark in einen geschichtlichen Kontext eingebettet ist und diesen gekonnt auskostet. Die Anschläge müssen dabei auf verschiedenen Ebenen aufgeklärt werden, jede Teillösung bringt weitere Fragen mit sich. Die Atmosphäre ist dabei immer sehr präsent, sodass eine überzeugende Langfolge entstanden ist.

VÖ: 27. Juli 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6056-9


Sherlock Holmes Chronicles – 53. Spuk im Strandhaus



Nach einem tragischen Vorfall in London hat sich die hochgelobte Schauspielerin Catherine Sherwoord in ein einsam gelegenes Haus zurückgezogen, welches sich seit Generationen im Familienbesitz findet. Nur in Gesellschaft ihrer Haushälterin Martha hat sie sich bereits gut erholt, doch dann häufen sich die unerklärlichen Ereignisse, die die beiden Frauen an den Rande des Irrsinns treiben...

Das Aufklären von scheinbar übernatürlichen und unglaublichen Aktivitäten ist ein Kernelement der Sherlock Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle und wird auch immer wieder gern in den zahlreichen Neuinterpretationen unterschiedlicher Autoren aufgegriffen. Auch Peter Neal hat dies in sein „Spuk im Strandhaus“ in den Mittelpunkt gerückt und damit den Einzug in die „Sherlock Holmes Chronicles“ von WinterZeit gehalten. Zunächst wird die Szenerie im Strandhaus sehr ausführlich aufgebaut – bis Watson und Holmes auftauchen, vergeht etwa die Hälfte der Laufzeit von einer Stunde. Das ist zwar sehr atmosphärisch geraten und zeigt auch den psychischen Verfall von Catherine sehr detailliert, allerdings wird das Ganze insgesamt etwas beliebig, zumal bei den späteren Ermittlungen nur recht wenige Details aufgegriffen werden. Zudem ist man anfangs versucht, die Geschichte als allzu durchschaubar abzutun – hier wird man aber bald eines Besseren belehrt. Denn immer wieder werden neue Theorien zu den Vorfällen präsentiert, und eine klingt schlüssiger als die andere. Dabei kommt auch die trockene Sichtweise des Meisterdetektivs und seine völlige Überzeugung von seiner eigenen Überlegenheit sehr gut zur Geltung, was wieder für zahlreiche sehr unterhaltsame Momente sorgt. Das Zusammenspiel der Charaktere ist sehr gelungen, der Aufbau der Handlung ist es ebenso. Die Spannung steigert sich immer weiter, eine leichte psychologische Komponente wird eingebaut, bis man kaum noch weiß, wem man glauben und vertrauen kann. Das ist wirklich sehr gut erzählt und gleich die wenigen langgezogenen Szenen zu Beginn wieder aus.

Sehr lobenswert ist der Sprechercast dieser Episode, bei der natürlich auch Tom Jacobs und Till Hagen in den Hauptrollen einen sehr guten Job abliefern. Wieder mal vollkommen begeistert hat mich Cathleen Gawlich in der Rolle der Catherine Sherwood, die von der selbstbewussten Schauspielerin zu einem psychischen Wrack mutiert und dabei die einzelnen Stationen sehr treffsicher und emotional vermittelt. Auch Dagmar Dempe hat mir als gutmütige Haushälterin Martha sehr gut gefallen, ihre resolute Art passt wunderbar in die Szenerie, sie hinterlässt in ihren Szenen einen sehr positiven Eindruck. Stefan Friedrich ist als Jonathan Stryker mit viel Ausdruck und einer herrlich schmierigen Art zu hören, was einen weiteren starken Charakter schafft. Ergänzt wird der Cast durch den ebenso lobenswerten Hand Hohlbein.

Es gibt Folgen der Chronicles, in denen die Atmosphäre mit dezenter Zurückhaltung überzeugt – hier darf es dann aber auch mal etwas lauter zugehen, was wunderbar zu der Handlung passt. So gibt es immer mal wieder stimmungsvolle, unheimlich angehauchte Melodien, die die unerklärlichen Vorgänge untermalen, und auch die Geräusche sind recht präsent eingebaut, ohne den Sprechern und ihren Dialogen die Show zu stehlen.

Das Haus auf dem Cover erinnert eher an ein herrschaftliches Anwesen mitten im Wald anstatt an ein Strandhaus, wird aber mit dem gewitterumtosten Himmel und der gelungenen Perspektive gekonnt in Szene gesetzt. Im Inneren gibt es neben den üblichen Angaben und den Kurzbiographien der beiden Hauptsprecher wie immer einen kleinen Einleitungstext zur Folge.

Fazit: Autor Peter Neal verwendet viel Zeit darauf, eine dichte Atmosphäre aufzubauen und lässt die eigentlichen Ermittlungen recht spät beginnen, spickt die Zeit dahin aber mit einigen Hinweisen. Mir gefällt, wie sich erst ganz am Ende offenbart, was nun wirklich hinter den Vorkommnissen steckt, sodass die Spannung durchgängig sehr hoch gehalten wird. Sehr hörenswert!

VÖ: 8. Juni 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6055-2


Sherlock Holmes Chronicles – 52. Die Geisterschlange / Fünf Apfelsinenkerne



Der Geburtstag eines alten Freundes von Dr. Watson, Sir Roderick, gestaltet sich anders als gewünscht, denn ein weiterer Gast stirbt auf seinem Anwesen unter merkwürdigen Umständen. Sherlock Holmes ist ebenfalls anwesend und muss seine ganze Cleverness aufbieten... (Die Geisterschlange)
Sein neuer Mandant John Openshaw berichtet nicht nur von dem Tod seines Vaters und seines Onkels, sondern auch von den Briefen, in denen neben einem kurzen Text auch stets fünf Orangenkerne zu finden waren. Neben den beiden Toten hat nun auch John solche Briefe erhalten... (Die fünf Orangenkerne)

Die „Sherlock Holmes Chronicles“ setzen seit Beginn nicht nur die Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle um, sondern auch Interpretationen der bekannten Figur von anderen Autoren, die sich in verschiedenen Anthologien versammeln. Die 52. Folge der Reihe enthält beides, wobei „Die Geisterschlange“ aus der Feder von Guido Krain den Anfang macht. Es ist eine kleine, aber trickreiche Geschichte in klassischem Ambiente: Ein altes Anwesen inmitten eines Unwetters, von der Außenwelt fast abgeschnitten, dazu ein begrenzter Personenkreis und ein rätselhafter Mord. Dennoch ist der Fall keineswegs vorhersehbar, und auch wenn man den Täter schon recht bald erahnen kann. Denn der Weg, den Tathergang zu entschlüsseln, nimmt mehr Platz ein. Und auch die Überführung ist nicht geradeheraus, sondern trickreich geschehen. Ein kleiner, aber feiner Fall, bei dem die Charaktere gut zur Geltung kommen.
Als zweite Geschichte ist „Fünf Apfensinenkerne“ von Sir Arthur Conan Doyle zu hören, die hier auf den Punkt gebracht wurde. Denn viel zu ermitteln gibt es für Holmes nicht, nach dem Bericht seines Mandanten zieht dieser bereits seine ersten Schlussfolgerungen. Bei seinen Ermittlungen ist der Hörer nicht dabei, hier wird nur kurz Bericht erstattet, bis eine wahrlich unerwartete Wendung die Handlung erschüttert. Das alles geschieht fast nur in einer Szenerie in der Behausung von Holmes umgesetzt und entfaltet dennoch eine große Faszination, gerade weil das Tempo so hoch und das Thema so rätselhaft ist. Angereichert mit viel Charme der beiden Charakteren und einem sehr gut erzählten Intro ist auch diese zweite Episode gut gelungen.

Sir Roderick wird von Bodo Wolf gesprochen, der viel Energie in seiner Stimme legt und einige markante Szenen abliefert. Luisa Wietzorek ist als seine Tochter Grace zu hören und macht diesem Namen auch stimmlich alle Ehre, ihre vornehme Art und ihr gefühlsbetonten Auftreten passen bestens in das Ambiente dieser Episode. Tobias Kluckert überzeugt in der zweiten Episode um die Apfelsinenkerne mit einer sehr eingängigen Sprechweise und seiner wie immer gekonnt eingesetzten Stimme. Weitere Sprecher sind der wundervolle Peter Groeger, Adam Nümm und Bert Franzke.

Das Intro überrascht mit exotischen Klängen und einer Frauenstimme, die eine sehnsuchtvolle Melodie singt – die Aufmerksamkeit wird so direkt geweckt und auf die folgende Geschichte gelenkt. Doch auch danach fügen sich Musik und Geräusche sehr stimmig zusammen, sodass die Szenerie immer sehr präsent wirkt – selbst wenn diese aufgrund der beiden Geschichten nur selten wechselt.

Der Titel „Die Geisterschlange“ verführt ja geradezu zu einem um Aufmerksamkeit heischenden Titelbild. Dieser Versuchung wurde allerdings nicht nachgegeben, sondern es wird ein recht schlichtes Motiv von Holmes mit seiner stilistischen Kappe und seiner Pfeife präsentiert. Mit der düsteren Beleuchtung wirkt das sehr ansprechend, könnte aber auch zu vielen anderen Folgen der Reihe passen.

Fazit: „Die Geisterschlange“ geht gar nicht so sehr darum, den Täter zu ermitteln, das ist schnell geschehen. Vielmehr ist es sehr interessant, seine Vorgehensweise und Motive zu ermitteln und ihn zu überführen, was sehr eingängig geraten ist. Die sehr auf den Punkt gebrachte zweite Geschichte ist durch das hohe Tempo ebenfalls sehr hörenswert.

VÖ: 18. Mai 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-054-5


Sherlock Holmes Chronicles – 51. 28 Stufen



Erster Eindruck: Folge eins nach dem Jubiläum

Sherlock Holmes hatte zwar schon seit einiger Zeit keinen neuen Fall mehr, doch auch der Auftrag einer völlig aufgelösten jungen Frau, die ihren Verlobten vermisst, reizt ihn nicht. So übernimmt Dr. Watson die ersten Ermittlungen, doch als sie nur kurz darauf tot aufgefunden wird, muss Holmes sich eingestehen, die Situation falsch eingeschätzt zu haben...

Nach dem fulminanten Jubiläum in der 50. Folge geht es in 28 Stufen der WinterZeit-Serie „Sherlock Holmes Chronicles“ wieder in etwas gewohnteren, aber immer noch sehr spannenden Bahnen weiter. Auch diese Episode stammt nicht aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, enthält aber gerade in der Rahmenhandlung um Holmes und Watson einige typische Elemente und eine starke Darstellung der Charaktere. Auch die kleine Anspielung auf eine andere Folge der Serie zu Beginn ist gekonnt eingebaut. Der Fall wirkt dank des unheimlichen und intensiven Intros um die geheimnisvollen 28 Stufen schon zu Beginn der reizvoll und erhält mit dem frühen Tod von Holmes' – beziehungsweise Watsons – Auftraggeberin schnell viel Tempo. Die Ermittlungen des Detektivgespanns gestalten sich sehr kurzweilig und fügen dem Gesamtkonstrukt nicht nur laufend neue Informationen hinzu, sondern sind auch recht abwechslungsreich erzählt. Die Auflösung des Ganzes kann dann auch sehr überzeugen – ganz überraschend kommt diese zwar nicht, gerade wenn man schon andere Werke des Detektivs kennt und die Erzählweise langsam kennt, spannend dargestellt und mit vielen interessanten Details versehen ist sie dennoch.

Sonja Deutsch ist in dieser Folge als Vera Stanfort zu hören, was sie wirklich großartig macht. Ihre Stimme zeichnet scharfe Facetten ihrer Figur. Sie passt zudem sehr gut in die Atmosphäre der Serie und macht so einen sehr guten Eindruck. Auch über den Auftritt von Giuliana Jakobeit habe ich mich sehr gefreut, sie verbannt aus ihrer unverkennbaren Stimme alle fröhlichen Schwingungen und konzentriert sich ganz auf ihre Verzweiflung. Martin Kautz ist als Franklin zu hören, auch durch ihn wird der Charakter sehr rund und präsent dargestellt. Weitere Sprecher sind Bernd Vollbrecht, Antje von der Ahe und Marios Gavrillis.

Auch akustisch ist eine sehr stimmige Folge entstanden, die die verschiedenen Szenen in eine passende Kulisse setzt. Dabei sind viele Geräusche für eine stimmige Hintergundgestaltung im Einsatz, insgesamt halten sich diese aber eher zurück und sind dezent eingesetzt. Gleiches gilt auch für die kleinen Musikstücke, die die Szenerie immer wieder auflockern.

Das Cover der Folge gefällt mit ausnehmend gut, die düstere Atmosphäre kommt dabei sehr gut zur Geltung. Die Treppe mit den 28 Stufen wird darauf durch einen Mann bestiegen, der in hellem Gegenlicht steht, während die Felsen in Form eines Totenschädels geformt sind. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben den bereits bekannten Sprecherinformationen wieder einen einleitenden Text von Regisseur und Produzent Markus Winter.

Fazit: Auch diese Folge bietet eine gute Kombination aus einer starken Geschichte und einer runden Produktion. Die Sprecher sind in die spannenden Handlung gut plaziert und lassen die Charaktere gut zur Geltung kommen. Der Verlauf ist sehr kurzweilig, die Auflösung gut erzählt, auch wenn der Hörer schon einige Momente vorher auf den richtigen Hintergrund tippen kann.

VÖ: 27. April 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6053-8


Sherlock Holmes Chronicles – 50. Der verbrauchte Talisman



Erster Eindruck: Die doppelte Entführung

Von einem alten Freund wird Sherlock Holmes nach Hamburg gebeten, um das Verschwinden seiner Tochter aufzuklären. Denn trotz erfüllter Geldforderungen wird diese nicht freigelassen, immer weitere Beträge soll Henry Jasper bezahlen. Bei seinen Nachforschungen konzentriert sich der Meisterdetektiv auf die Hafengegend, in dem mehr als nur eine Gefahr droht...

Herzlichen Glückwunsch an WinterZeit zur 50. Folge der „Sherlock Holmes Chronicles“! Für das wichtige Jubiläum und die damit verbundene, durchaus gesteigerte Erwartungshaltung der Fans hat sich das Label sehr viel Mühe gegeben – und das hat sich auch gelohnt. War die erste Jubiläum (Folge 25) noch einem Original von Sir Arthur Conan Doyle gewidmet, ist hier ein Roman von Michael Buttler vertont worden. „Der verbrauchte Talisman“ entpuppt sich als ideale Geschichte für ein Jubiläum, nicht nur, weil sie deutlich umfangreicher ist. Mit fast drei Stunden Laufzeit übertrifft die Folge eine „normale“ Episode um ein Vielfaches, und jede Minute davon ist angefüllt mit gut erzählter und unterhaltsamer Kost. So ist die Handlung dieses mal auch deutlich komplexer und vielschichtiger als gewohnt, noch mehr Hinweise wollen aufgenommen, doch mehr Informationen verknüpft werden, was sich als durchaus fordernd, aber auch der lohnenswert für den Hörer darstellt. Und dabei wurden viele interessante Elemente verbaut, so gilt es im Grunde gleich zwei Entführungen und noch eine wahre Verschwörung aufzudecken. Auch die vielen kleinen, aber nie überzogenen Actionszenen sind sehr gut eingefügt, die erhöhen an den richtigen Stellen den Druck in der Handlung. Charmant ist auch die Darstellung Hamburg zu Zeiten kurz vor der Industrialisierung, wobei der typische Dialekt zwar erwähnt wird, aber nie selbst zu hören ist. Dafür kommt noch eine große Portion geschichtliches Hintergrundwissen hinzu. Eingerahmt wird das Ganze von einem Blick in die Vergangenheit: Das sehr atmosphärische Intro gibt zunächst Rätsel auf, wie sich der Zusammenhang zur eigentlichen Handlung darstellt, was erst ganz am Ende clever aufgelöst wird. Auch die Zusammenstellung der Charaktere ist äußerst gelungen, ein Querschnitt durch die Gesellschaft, Sympathieträger ebenso wie unangenehme Zeitgenossen – das alles führt in der Summe zu einem sehr hörenswerten 50. Teil dieser wunderbaren Serie.

Zum Jubiläum hat sich WinterZeit etwas ganz besonderes ausgedacht das es bisher selten gab bei Hörspielproduktionen. Neben der gewöhnlichen Abmischung hat Markus Winter auch eine Tonspur in Dolby Surround produziert. Mit einer entsprechenden Abspielanlage ist man also mittendrin, hört Stimmen Geräusche und Musik aus verschiedenen Richtungen. Das ist ziemlich bombastisch geraten und schafft dem Hörer ein neues Erlebnis, sich einem klassischen Krimi zu nähern. Und besonders die Introszene wirkt damit sehr beeindruckend. Technisch ist das sehr gut gelöst, der große Aufwand zu dieser Abmischung hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Bernd Rumpf hat in dieser Jubiläumsfolge die wichtige Rolle des Henry Jasper inne, wobei er immer einen sehr präsenten Eindruck hinterlässt und dem Mann so einige unterschiedliche Facetten abgewinnen kann. Alice Bauer spricht seine Tochter Alice Jasper, auch sie kann man sanft, dann wieder fordernd oder kühl wirken und so die Gefühlswelt der jungen Frau treffend darstellen, besonders gegen Ende hat sie mich vollkommen überzeugt. Als Kommissar Kreyer ist der wunderbare Santiago Ziesmer u hören, der seiner Stimme mal wieder einen ganz anderen Klang verleiht und den Kommissar nervend und überheblich klingen lässt. Das Duo aus Till Hagen und Tom Jacobs harmoniert auch hier wieder bestens, die beiden Hauptsprecher haben auch weiterhin hörbaren Spaß an den Figuren. Weitere Sprecher dieser Folge sind Daniela Molina. Anita Hopt und Kim Hasper.

Dass Musik und Geräusche wie immer bei WinterZeit sehr stimmig eingebaut sind, ist bereits aus den vielen vorigen Folgen bekannt. Durch die Surround-Abmischung erhält das noch einmal eine neue Dimension, das sehr präzise Einfügen von Geräuschen sorgt für einen lebendigen Eindruck, wobei besonders die handlungsreicheren Szenen eindrucksvoll gelungen sind. Die Musik fügt sich dabei sehr stimmig ein und ist bestens auf die unterschiedlichen Szenerien angepasst.

Diese Jubiläumsbox hat dann auch eine ganz besondere Aufmachung erhalten. Allein das Titelbild mit der verschleierten orientalischen Schönheit hat ein großes Lob verdient, wenn das aber auch noch mit Goldfolie und Glanzlack aufgehübscht wurde, kommt ein ganz besonderes Cover dabei heraus. Zudem sind die drei Discs (2 CDs, eine DVD), in einem sehr stabilen Digibook untergebracht, das wegen der gleichen Größe perfekt ins heimische CD-Regal passt. Im Inneren gibt es gleich mehrere schwarz-weiß Aufnahmen, die die damalige Zeit aufleben lassen, aber auch tolle Illustrationen, ein Überblick über die bisherigen Folge und mehrere sehr lesenswerte Infotexte sind dort zu finden. Auch die Biographien von einigen Sprechern sind hier abgedruckt. Auf der DVD befindet sich noch umfangreiches Bonusmaterial in Form von unterhaltsamen Interviews mit einigen Mitwirkenden.

Fazit: Zum Jubiläum hat es WinterZeit ordentlich krachen lassen und ein wahres Schmuckstück geschaffen – nicht nur wegen der sehr hübschen Aufmachung, sondern auch wegen der tollen Folge. Die extra-lange Laufzeit ist angefüllt mit spannenden Szenen, rätselhaften Vorgängen und einer sehr komplexen und dichten Handlung, die den Geist des Meisterdetektivs genau trifft und neben privaten Schicksalen auch geschichtliche Themen in den Vordergrund rückt. Alles ist sehr gut verknüpft und toll aufeinander abgestimmt, sodass „Der verbrauchte Talisman“ zu einem sehr starken Hörspiel wird.

VÖ: 29. März 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6124-5


Sherlock Holmes Chronicles – 49. Silver Blaze



Erster Eindruck: Das verschwundene Rennpferd

Das Verschwinden von Silver Blaze, einem erfolgreichen Rennpferd, schlägt in der Presse hohe Wellen. Als das wertvolle Tier auch nach einigen Tagen nicht auftaucht und der damit verbundene Mordfall nicht aufgeklärt werden konnte, sieht sich Sherlock Holmes in der Pflicht, selbst einzugreifen und reist gemeinsam mit Dr. Watson nach Wessex...

Die 49. Folge der „Sherlock Holmes Chronicles“ ist mal wieder ein Original aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, mit „Silver Blaze“ ist ein ziemlicher Klassiker vertont worden. Das ist nahe am Original gehalten und clever aufgebaut. So ist nach einer kurzweiligen Introszene zunächst die Zugfahrt von Holmes und Watson ins ländlichere Wessex zu hören, auf der der Meisterdetektiv den bisherigen Verlauf des Falles nacherzählt, wie von ihm in der Presse berichtet wurde. Es folgen eine Unterhaltung mit dem allseits beliebten Inspector Lestrade, eigene Ermittlungen des Meisterdetektivs, ein Ausflug in die nahe gelegenen Moore und viele weitere Szenen, in denen langsam immer mehr Hinweise aufkommen. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern sorgt auch dafür, dass der Hörer seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Und dann gibt es einen gelungenen Kniff, wenn das Detektivgespann scheinbar unverrichteter Dinge wieder abreist und die anderen Beteiligten im Unklaren lässt. Zum großen Finale kehren sie natürlich wieder zurück, wobei es mehr als nur einen gelungenen Kniff gibt. Ein sehr solider und interessanter Fall für Sherlock Holmes, der zu Recht zu einem Klassiker geworden ist.

Till Hagen ist als Sherlock Holmes natürlich wieder eine Bank, seine leicht süffisante Sprechweise unterstreicht den sarkastischen Charakter der Figur, dennoch bleibt er sehr bodenständig und verleiht der Figur zudem viel Charme. Reinhard Kuhnert ist als Colonel Ross zu hören, sein recht rauer Ton und der markante Ausdruck schaffen eine intensiv wirkende Figur, die gut in die Handlung passt. Auch Tim Moeseritz hat mich als John Straker überzeugt, seine sehr variable Stimme kann in den unterschiedlichen Szenen gut zur Geltung kommen. Weitere Sprecher sind Anke Reitzenstein, Oliver Baumann und Rosario Bona.

Die Szenen sind in diesem Hörspiel sehr passend untermalt. So sorgen viele Geräusche für eine jeweils passende Hintergrundgestaltung, beispielsweise wirken die Szenen in der Bahn oder auf dem Rennplatz lebendig, während die Wanderung durch das Moor deutlich reduzierter wirkt. Die Musik sorgt für eine gelungene Trennung der einzelnen Szenen.

Wie auch schon die vorigen Cover ist das Titelbild dieser Folge ziemlich düster und entfaltet so eine geheimnisvolle Atmosphäre. Zu sehen ist selbstverständlich Silver Blaze, der gerade durch den Wald zu galoppieren scheint. Im Inneren des Booklets ist wieder ein einleitender Text zu lesen, der sich nicht nur um die Geschichte selbst dreht, sondern auch um die Schäden, die durch illegale Downloads entstehen.

Fazit: Der Aufbau der Geschichte ist sehr interessant und weicht von vielen anderen Episoden ab. Der Fall ist abwechslungsreich erzählt und bietet viele Hinweise, die sich am Ende zu einem sehr interessanten Ganzen zusammenfügen. Die Umsetzung sehr nahe am Original ist zudem eingängig gelungen.

VÖ: 26. Januar 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-051-4


Sherlock Holmes Chronicles – 48. Die verschwundene Witwe



Erster Eindruck: Vier Fälle für den Meisterdetektiv

Die junge Beth kommt auf Dr. Watson zu, da ihre Mutter spurlos aus einem Hotelzimmer verschwunden ist. Doch sie zweifelt an ihrem Verstand, denn auch die Eintragung aus dem Gästebuch ist nicht mehr zu erkennen. Doch auch ein Fall in einem Zug mit einer eher unangenehmen Begleitung mit einem Autor will aufgeklärt werden, denn ein Mord erschüttert die Fahrgäste...

Till Hagen hat sich als Hauptsprecher der „Sherlock Holmes Chronicles“ von WinterZeit etabliert, doch ab und an ist auch Karlo Hackenberger in dieser Rolle zu hören. Wer sich nicht entscheiden kann, wen von beiden er lieber hören mag, kann getrost zu der 48. Folge der Serie greifen. Hier sind gleich vier kurze Geschichten um die bekannte Romanfigur zu hören, und jeweils zwei der kleinen Episoden werden von den beiden Sprechern vertont. Der titelgebende Fall um „Die verschwundene Witwe“ wartet mit einem verzwickten Rätsel auf, auch die Not der jungen Mandantin bringt Reiz in diese Erzählung. Sehr gradlinig erzählt und auf das Wesentliche reduziert ist dabei eine kurzweilige Geschichte entstanden, die dann auch gleich das Highlight der CD darstellt – was auch durch die interessante Umgebung der Weltausstellung unterstützt wird. „Das indische Kraut“ ist eine pfiffige kleine Geschichte mit gelungener Auflösung, während „Sherlock Holmes trifft Old Shatterhand“ meinen Geschmack leider nicht so recht getroffen hat. Die Geschichte konzentriert sich zu sehr auf den unangenehmen Charakter der Gastfigur, während die Auflösung des Mordes ziemlich einfach gehalten ist. „Der ägyptische Gnom“ macht den Abschluss der vier Episoden und ist da wieder etwas umfangreicher und bietet eine interessante Wendung, sodass die Folge gelungen abgeschlossen wird. Durch die Einfachheit der Geschichten ist der Reiz beim zweiten mal Hören jedoch erst einmal verloren, nach einiger Zeit macht die Folge aber sicherlich wieder Spaß.

Anna Gamburg ist in der ersten Episode als Beth zu hören, sie kann die Verzweiflung der jungen Frau, aber auch ihren natürlichen Charme sehr gut wiedergeben und schafft so in wenigen Momenten eine sehr präsente Figur. Dirk Hardegen ist als Karl May zu hören, sein Akzent wirkt aber ebenso wie die recht dümmliche Verhaltensweise reichlich überzogen, was selbst innerhalb des satirischen Kontextes nicht so recht passt. Bernd Vollbrecht gibt sich mal wieder als Inspector Lestrade mal wieder die Ehre, seine markante Stimme bereichert auch diese Produktion. Weitere Sprecher sind Johannes Berenz, Bert Stevens und David Riedel.

Bei gleich vier verschiedenen Geschichte und unterschiedlichen Ansätzen sind natürlich auch viele Szenerien zu hören, die allesamt sehr stimmig umgesetzt wurden. Sei es die hektische Zeit der Weltausstellung oder das gleichmäßige Rattern des Zuges, alles ist mit passenden Hintergründen ausgestattet. Musik ist auch im Einsatz, aber eher im Hintergrund und nicht sehr hervorstechend.

Das Cover wirkt sehr mystisch und fast wie das Plakat zu einem Gruselfilm. Nebst dem alten Hotel und einer verschleierten Frau im Rollstuhl wird das Titelbild durch die Augen einer jungen Dame beherrscht, die über allem zu schweben scheinen. Im Inneren gibt es wie immer ein kleines Booklet mit einigen einleitenden Worten zu dieser besonderen Folge.

Fazit: In dieser Folge wird mit gleich vier Episoden viel Abwechslung geboten, sowohl was Stimmungen als auch Themen angeht. Die Fälle sind natürlich bei weitem nicht so komplex und bleiben wohl auch nicht so lang in Erinnerung, sind aber dennoch sehr kurzweilig und dienen auch als kleine Hörspielhappen für zwischendurch.

VÖ: 5. Januar 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-050-7

Sherlock Holmes Chronicles – 47. Verrat um Mitternacht



Erster Eindruck: Der Detektiv außer Gefecht...

Ein geheimnisvolles Treffen in einer dunklen Nacht, eine Übergabe in einer dunklen Ecke in London, und plötzlich fallen Schüsse. Auch Sherlock Holmes wurde dabei schwer verletzt und liegt im Koma. Dr. John Watson sieht es als seine Pflicht an, die Hintergründe aufzudecken und forscht nach, an welchem Fall der Meisterdetektiv gearbeitet hat. Doch er ahnt nicht, in welches Wespennest er dabei sticht...

Auch wenn Dr. Watson ein fester Bestandteil der Sherlock Holmes-Geschichten ist und fast ebenso wichtig für deren Flair ist wie der Meisterdetektiv, ist er meist nur wenig an der Lösung eines Falles beteiligt. Anders sieht dies in der 47. Folge der „Sherlock Holmes Chronicles“ aus, denn hier ist die eigentliche Hauptfigur außer Gefecht gesetzt und der Mediziner muss übernehmen. Dabei sorgt die erste Szene, in der der verhängnisvolle Schuss zentrales Element ist, für eine beklemmende Grundstimmung und einen intensiven Start in die Handlung. Gut auch, dass der Hörer hier lange Zeit im Dunkeln tappt – kein Auftraggeber lenkt den Fall in eine bestimmte Richtung, nur wenige Hinweise können zunächst kombiniert werden. Während Watsons Ermittlungen lichtet sich dieser Schleier nur langsam, und auch Holmes ' Gesundheitszustand sorgt in dieser Geschichte für zusätzliche Reizpunkte. Es slässt sich hingegen deutlich erahnen, wie sehr sich dieser Fall auf die Geschicke des ganzen europäischen Kontinents auswirkt, die politische Brisanz steigert sich im Laufe der Zeit und wird gut in die Geschichte eingebaut. Toll auch die Erzählweise des Finales – erst hier offenbaren sich alle Zusammenhänge, es wird ziemlich brenzlich für Watson und es gibt noch eine dicke Überraschung. In einer Dreiviertelstunde knackig erzählt ist „Verrat um Mitternacht“ eine sehr starke Folge der Serie.

Tom Jacobs fällt als Dr. John Watson hier eine noch wichtigere Rolle zu als sonst, schließlich fungiert er nicht nur als Erzähler, sondern auch als Ermittler und Triebfeder der Handlung. Wie immer setzt er die Rolle mit viel Charme um und wirkt hier noch etwas ernster als sonst. Hendrik Martz ist als geheimnisvoller Lord Kitchener zu hören, die er sehr eindrucksvoll umsetzt und mit einer eingängigen Sprechweise überzeugt. Gerald Schaale ist als Professor Sprout zu hören, behandelnder Arzt von Holmes und alter Bekannter von Watson, der hier mit seiner treffenden Intonierung punkten kann. Weitere Sprecher sind Frank Röth, Sven Gerhardt und Edda Fischer.

Akustisch ist die Folge sehr treffend umgesetzt, wobei sich die dadurch erzeugte Dramatik gemeinsam mit dem Spannungsbogen entwickelt. So gibt es immer wieder eingebaute Musikstücke, die die vorherrschende Stimmung aufgreifen, aber auch die Geräusche sind sehr stimmig, sodass die verschiedenen Szenen mit einer passenden Kulisse unterlegt sind.

Das Cover wirkt sehr mysteriös und hat mit der spärlichen Beleuchtung eine düstere Ausstrahlung. Zu sehen ist eine Londoner Szenerie inklusive Gaslaternen und dem Glockenturm von Big Ben, dazu Westminster Abbey und im Vordergrund ein Gentleman mit Zylinder, Pfeife und Spazierstock. Im Inneren gibt Markus Winter in dem Vorwort zur Folge Hinweise darauf, dass einige Elemente dieser Folge durchaus der Wahrheit entsprechen.

Fazit: Die Folge startet mit einem packenden Höhepunkt und endet auch mit einem solchen. Und auch dazwischen ist eine starke und gelungene Episode entstanden, in der Watson ermittelt und ein Krieg bei dem kleinsten Fehler auszubrechen droht. Das ist sehr temporeich erzählt und bringt viele reizvolle Elemente mit ein, die die Folge individuell und spannend machen.

VÖ: 1. Dezember 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-049-1


Sherlock Holmes Chronicles – 46. Der Baumeister von Norwood



Erster Eindruck: Der Beweis der Unschuld...

Der junge Anwalt John Hector McFarlane sucht die Hilfe von Sherlock Holmes, da er in einem Mordfall als Hauptverdächtiger gilt. Um an das Erbe des Baumeisters Jonas Oldacre zu kommen, soll er diesen getötet haben. Doch das Motiv scheint unklar, denn McFarlane plagen keine finanziellen Nöte, auf das Erbe hätte er wegen des hohen Alters von Oldrace auch nicht mehr lange warten müssen. Zunächst sind die Ermittlungen des Meisterdetektivs jedoch von wenig Erfolg gekrönt...

In Folge 46 der „Sherlock Holmes Chronicles“ ist es wieder Zeit für ein Original aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, wobei „Der Baumeister von Norwood“ zu den Geschichten zählt, die recht spät in die Sammlung eingefügt wurden. Und doch wurde hier ein neuer Ansatz gefunden und einige tatsächlich überraschende Details eingefügt, sodass auch dieses Hörspiel sowohl für Holmes-Kenner als auch für Neueinsteiger in die Materie sehr lohnenswert ist. Der Einstieg ist noch recht klassisch, wenn John Hector als neuer Mandant von Holmes zunächst einmal von den bisherigen Gegebenheiten berichtet. Doch schon hier ist ein interessanter Kniff eingebracht, denn der Verdacht, der auf Hector lastet, bringt einen neuen Reiz in die Handlung mit ein. Und tatsächlich scheinen sich auch während der Ermittlungen nur belastende Beweise zu sammeln, so tief Holmes auch in den Umständen stochern mag. Diese sind sehr eingängig und atmosphärisch geschildert, die Charaktere werden gut herausgearbeitet, die Dramatik steigert sich im Laufe der Folge. Und auch wenn es klar ist, dass der Fall am Ende gelöst wird – allein schon weil es sich um Holmes handelt – kann auch die Auflösung mit so einigen kleinen und großen Überraschungen überzeugen und die Geschichte sehr clever abschließen. WinterZeit hat sich dabei eng an die Vorlage gehalten und nur hier und da ein wenig „geschliffen“, sodass die Geschichte im Medium Hörspiel besser funktioniert, sodass auch Kenner der Geschichte mit der Umsetzung zufrieden sein werden.

Marius Claren ist in der Rolle des Hector McFarlane zu hören und macht seine Sache sehr gut, indem er einen sehr lebendigen Ausdruck in seiner Stimme wählt und seine Szenen mit viel Energie auflädt, sodass eine sehr präsente Figur entsteht, mit der man mitfiebert. Beate Gerlach ist in der Rolle der Mrs McFarlane zu hören, auch ihr habe ich wegen ihrer markanten Stimme und dem präzisen Einsatz verschiedener Facetten sehr gern zugehört. Bernd Vollbrecht taucht mal wieder in der Rolle des Inspector Lestrade auf, wobei er eine eingängige Sprechweise anschlägt. Weitere Sprecher sind Frank Otto Schenk, Patrick Bach und Oliver Baumann.

Das Sounddesign der Serie funktioniert auch bei dieser Geschichte sehr gut, wobei sie eher ruhig und bedächtig umgesetzt wurde. Dabei wird insbesondere auf eine vielseitige Gestaltung des Hintergrundes gelegt, die mit den immer passenden Geräuschen ausgestaltet ist. Auch Musik ist ab und an im Einsatz und steigert dann die Stimmung der Handlung.

Das Cover ist durch ein sehr gelungenes Spiel von Licht und Schatten geprägt, wobei der titelgebende und deutlich gealterte Baumeister von Norwood als Motiv gewählt wurde. Angestrahlt von einer Lampe sitzt er an seinem Arbeitsplatz und führt seine Bücher, wobei sein langer Bart, die weißen Augenbrauen und seine Glatze ein markantes Gesicht schaffen.

Fazit: Mit „Der Baumeister von Norwood“ wurde eine sehr starke Geschichte von Arthur Conan Doyle von WinterZeit vertont, was dann auch mit starkem Ausdruck, tollen Sprechern und einem gelungenen Klang geschehen ist. Dabei wird sich eng an die Vorlage gehalten, worin einige sehr gut eingebaute Überraschungen enthalten sind.

VÖ: 24. November 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-048-4


Sherlock Holmes Chronicles – 45. Im Auftrag der Krone



Erster Eindruck: Fesselnde Langfolge

Dass sich Sherlock Holmes bereits mehrfach in äußerst verzwickten Kriminalfällen bewiesen hat, hat sich bis in die höchsten Kreise der Regierung herumgesprochen. Und so kommt der neue Auftrag direkt vom König des Landes, denn die Mordserie an französischen Prostituierten erinnert frappierend an die Taten von Jack the Ripper. Um weitere Panik zu vermeiden, ist eine schnelle Aufklärung der Taten unausweichlich...

Die letzten Folgen der „Sherlock Holmes Chronicles“ von WinterZeit passten allesamt auf eine CD, manchmal waren sogar zwei besonders kurze Episoden auf einer Scheibe vorhanden. Und so ist der Bruch in der mittlerweile 45. Folge mit dem Titel „Im Auftrag der Krone“ recht stark, denn in einer Laufzeit von deutlich über zwei Stunden lässt sich natürlich deutlich mehr und komplexer erzählen, was Autor G.G. Grandt auch sehr punktiert und spannungsgeladen gelungen ist – und das, obwohl es seine erste Geschichte um den legendären Detektiv ist. Dabei hat er gleich mehrere positiv Aspekte mit eingebracht, die den Reiz deutlich erhöhen: Das Anheben des Falles auf eine politische Ebene, die Parallelen zu den Ripper-Morden und sehr gradlinige Dialoge sind dafür unter anderem zu nennen. Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel zwischen Holmes und Watson, das eben nicht von perfekter Zusammenarbeit und Harmonie geprägt ist, sondern hier deutlich ins Holpern gerät. Und auch die Reduktion auf wenige, dafür umso wichtigere Charaktere zeigt, dass der Autor sein Handwerk hier verstanden hat. Die Handlung ist sehr spannend und unterhaltsam geschildert, da der stete, aber nie vollständige Informationsfluss zu einigen falschen Fährten führt, die clever aufgelöst werden, da sie dennoch einen Teil zur Lösung beitragen. In einem typischen Monolog werden von Holmes dann zum Finale hin alle Informationen und Hinweise zusammengetragen und der Fall dann überraschend, aber sehr stimmig aufgelöst. Eine sehr gute Folge der Serie, die weitgehend auf lockeres Geplänkel verzichtet und die ernsthafte Seite der Figuren betont.

Hervorragend ist dabei auch wieder die Sprecherleistung von Till Hagen in der Hauptrolle des Sherlock Holmes, die er sehr präzise und scharf umrissen vertont und den Charakter des Meisterdetektivs in allen Situationen sehr gekonnt zum Vorschein bringt. Auch die Nebenrollen sind sehr gut besetzt, unter anderem ist Jürgen Kluckert als Vincent Richard in einer überzeugenden Darbietung zu hören, wobei seine markante und volltönende Stimme immer wieder hervorsticht. Matti Klemm hinterlässt einen sehr engagierten Eindruck als Peter Kronwald und lässt seine Figur realistisch und lebendig wirken. Neben Tom Jacobs als Watson sind auch Mario Hassert und Santiago Ziesmer zu hören.

Akustisch wird von WinterZeit wieder eine sehr saubere und hörenswerte Umsetzung geboten. Die Auswahl der Musik ist gelungen, diese steigert die Atmosphäre noch weiter und greift die in den Dialogen vorherrschende Stimmung gut auf. Geräusche sind vielfältig und mit sicherer Hand eingefügt, sodass alles wie aus einem Guss wirkt und gut zusammen passt.

Das Konterfei von Sherock Holmes höchstpersönlich ist auf dem Cover zu sehen, doch da das Licht hier von hinten kommt, sind seine Gesichtszüge nur zu erahnen – mit seinen typischen Symbolen Pfeife und Hut kommt er vor dem Buckingham Palace aber sehr gut zur Geltung. Die erdigen Töne des Cover und der schlichte, aber ansehnliche Schriftzug sind hierzu eine passende Ergänzung. Wie immer gibt es im Inneren einige einleitende Worte von Markus Winter zu lesen.

Fazit: Eine richtig tolle Folge der Serie, die trotz der langen Laufzeit keine Sekunde verschwendet und immer unterhaltsam und spannend bleibt. Die Geschichte ist gelungen konstruiert und wird flüssig erzählt, die Charaktere kommen gut zur Geltung, der Fall ist dramatisch und reizvoll geschildert. Auch die angespannte, ernste Atmosphäre der Folge gefällt mir hier sehr gut.

VÖ: 3. November 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-047-7


Sherlock Holmes Chronicles – 44. Der todkranke Patient



Erster Eindruck: Ein paar Jahre in der Zukunft

Im Jahr 1909 scheint der Ruhm von Sherlock Holmes etwas verblasst, er und Dr. Watson müssen ihre Miete immer wieder zusammenkratzen. So muss der Meisterdetektiv sogar den schlichten Diebstahl einer Handtasche aufklären, während sich Dr. Watson mit dem rätselhaften Fall eines Patienten auseinander setzen muss, der immer schwächer und schwächer wird...

Die zeitliche Kontinuität ist bei Sherlock Holmes weder sonderlich wichtig, noch gibt es in vielen Geschichten einen Hinweis, wann die Handlung stattfindet. Von diesem Muster ist die 44. Folge der „Sherlock Holmes Chronicles“ aber abgewichen und versetzt die Figuren einige Jahre weiter in die Zukunft der sonstigen Erzählungen, was sie in einem ganz neuen Kontext erscheinen lässt. So erfährt man etwas über den Verbleib von Mrs. Hudson und lernt die beiden Charaktere in einem anderen Licht kennen, nachdem der ganz große Ruhm verblasst scheint. Für meinen Geschmack hält sich die Geschichte etwas zu lang an diesem Part auf und schwenkt zu langsam auf den eigentlichen Fall um. Dieser wird dann aber intensiv beschrieben, das Leiden des sympathischen Mr. Jones ist gut inszeniert, zumal der Hörer schon nach einigen Kommentaren eine Ahnung davon bekommt, wie die Handlung ausgehen könnte. Viele Hinweise deuten auf diese Auflösung hin, doch natürlich gibt es noch einige Wendungen und eine überraschende Auflösung, die in der Szenerie der Serie äußerst stimmig wirkt. Das ist ein ganz neuer Dreh und erinnert an einige kleine, leise Folgen von Doyle, die eben nicht mit einem perfekt konstruierten Verbrechen ausgestattet sind, sondern ein trickreiches Finale bieten.

Es sind gerade einmal drei Gastsprecher in dieser Folge zu hören, und von ihnen fällt wohl Arne Stephan als Mr. Jones die größte Bedeutung zu. Das meistert er mit Bravour, zeichnet er doch sehr genau den Krankheitsverlauf des Mannes nach, klingt mal schwach und gebrechlich, mal vor Kraft strotzend. Seine Frau wird von Christine Morgenstern gesprochen, die ihrer Figur eine gutmütige, aber auch leicht geheimnisvolle Aura verleiht und man die Folge so nicht allzu leicht durchschauen kann. Bernd Vollbrecht hat mal wieder einen unterhaltsamen Auftritt als Inspector Lestrade und gestaltet diese sehr unterhaltsam und locker. Natürlich sind auch Tom Jacobs und Till Hagen mit dabei.

Ganz getreu dem Stil der Serie ist die akustische Gestaltung der Folge recht zurückhaltend und setzt nur wenige Akzente. Im Hintergrund sind zwar immer wieder leise Geräusche zu hören, um die jeweilige Umgebung mit einzubauen, doch die Sprecher und ihre Dialoge stehen immer im Vordergrund. Das wirkt in sich sehr stimmig und sorgt dafür, dass man sich sehr gut auf die Handlung konzentrieren kann.

„Der todkranke Patient“ heißt diese Folge, sodass es nicht verwundert, dass ebendieser auch auf dem Cover zu sehen ist. Bleich und ausdruckslos liegt er aufrecht in einem Bett, während seine Frau im Hintergrund die Vorhänge öffnet – nur hat deren Gestalt nichts mit der Beschreibung im Hörspiel zu tun. Im Inneren gibt es wieder einen kleinen einleitenden Text von Markus Winter.

Fazit: Die etwas gealterte Version des Detektiven wird dem Hörer reizvoll näher gebracht, auch wenn das anfangs etwas in die Länge gezogen wurde. Der Fall an sich ist rätselhaft und enthält sehr gelungene Elemente, zumal die Auflösung am Ende mit einer großen Überraschung aufwartet. Eine solide und hörenswerte Folge der Serie.

VÖ: 8. September 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6046-0


Sherlock Holmes Chronicles – 43. Das Familienritual / Belladonna



Erster Eindruck: Ein lange gehütetes Geheimnis...

Auch wenn Dr. Watson ziemlich gut über das aktuelle Leben von Sherlock Holmes Bescheid weiß – zu seinem Leidwesen insbesondere über seine Unordnung – ist der Meisterdetektiv über seine Vergangenheit oft sehr verschwiegen. Das ändert sich, als er seinem Kumpanen von einem seiner alten Fälle berichtet, bei dem er seinem alten Freund Reginald bei einem alten Rätsel über seine Familie behilflich ist...

Mit „Das Familienritual“ ist in den Sherlock Holmes Chronicles ein weiterer Klassiker aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle umgesetzt worden, der auch unter dem Titel „Das Musgrave-Ritual“ bekannt ist. Dabei wird wie in der Originalgeschichte auch ein unterhaltsames Intro geboten, das auf die ganz besondere Beziehung zwischen Holmes und Watson eingeht. Danach berichtet Holmes von dem zurückliegenden Fall, was durch einige Rückfragen von Watson aufgelockert wird – was sehr geschickt ist, weil die Erzähltexte so mehr in einen Dialog umgewandelt wurden. Der Fall an sich ist eher schlicht und konzentriert sich ganz auf das gestellte Rätsel der Familie, zeigt dabei sehr gut die durch und durch logische Herangehensweise der bekannten Romanfigur. Vielleicht nicht die stärkste Vorlage, diese wurde aber gut und auf den Kern beschränkt umgesetzt. Daran schießt sich noch eine weitere, neue Kurzgeschichte an: „Belladonna“, das sich um eine äußerst seltene und wertvolle Geige dreht, eine schwarze Stradivari. Die Geschichte um eine geheimnisvolle Dame in Schwarz spielt mit so einigen Motiven, die ein stimmiges Ganzes ergeben. Die ganz große Spannung kommt auch hier nicht auf, durch die mysteriöse Stimmung ist aber eine starke Episode der Serie entstanden.

Olaf Reichmann ist als Reginald Musgrave zu hören, seine ausdrucksstarke Stimme passt sehr gut zu der Figur, zumal er hörbaren Spaß an der Umsetzung hatte. Dennis Schmidt-Foß schafft es, seiner Stimme eine weitere Facette zu entlocken und passt sich sehr gut der vorherrschenden Atmosphäre an. Antje von der Ahe hat mit sehr gut gefallen, durch sie bekommt die Figur der Dame in Schwarz eine sehr präsente Aura. Weitere Sprecher sind Magdalena Turba, Tommi Piper und Assad Schwarz.

Die erste Episode ist noch recht ruhig umgesetzt, schafft aber passende Stimmungen für die unterschiedlichen Szenerien. Deutlich mehr passiert da in der zweiten Episode „Belladonna“, da hier natürlich auch auf der Geige gespielt wird. Die klassischen Klänge sind eine echte Bereicherung für die Folge, die viel an Atmosphäre dazugewinnt.

Ein glitzernder und funkelnder Goldschatz, der von einer juwelenbesetzten Krone getoppt wird, ist auf dem Cover abgebildet, was durch die dunkle Gestaltung des Covers eine sehr gelungene Aura verströmt. Im Inneren gibt es natürlich wieder einen einleitenden Text zu dieser Folge, während eine recht lange Hörprobe zum ebenfalls sehr lohnenden „Eifel-Krimi“ auf der CD vorhanden ist.

Fazit: Zwei sehr unterschiedliche Geschichten, die verschiedene Aspekte des Detektiv beleuchten. Während „Das Familienritual“ sehr reduziert auf ein interessantes Rätsel ist, schafft „Belladonna“ eine sehr düstere Atmosphäre und punktet mit einer sehr gelungenen Auflösung. Beide Episoden haben mir gut gefallen.

VÖ: 18. August 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6045-3


Sherlock Holmes Chronicles – 42. Das verwunschene Haus



Erster Eindruck: Junge Erbin in Nöten

Sherlock Holmes ist ein durch und durch logisch denkender Mensch, sodass ihm der Bericht seiner neuen Klientin zunächst nicht sonderlich überzeugt. Denn in der kleinen Waldhütte, die sie vor kurzem geerbt hat, erklingen unheimliche Stimmen und verändern sich Gemälde. Dennoch nimmt der Meisterdetektiv den Fall an und reist in die abgelegene Kate...

Es ist immer wieder spannend, wie andere Autoren mit der bekannten Figur des Sherlock Holmes umgehen. Manche fügen sehr kreativ eigene Elemente ein und lassen die Figuren in einem anderen Licht erscheinen, andere besinnen sich auf die Ursprünge und finden sich sehr gut in die bereits vorhandenen Stimmungen ein. Mit „Das verwunschene Haus“, welches als 42. Folge der Sherlock Holmes Chronicles vertont wurde, beweist Autor James A. Brett, dass er eindeutig in die zweite Kategorie gehört. Schon der Beginn der Handlung erinnert stark an die Vorlagen von Arthur Conan Doyle, in der die neue Klientin Myra in ruhiger Atmosphäre von den merkwürdigen Ereignissen berichtet. Das ist so konzentriert, dass ein plötzlicher Ausspruch von Watson überraschend kommt und fast wie ein Fremdkörper wirkt. Die Ermittlungen des Detektivgespanns in dem abgelegenen Waldstück lassen die zunächst übernatürlich wirkenden Momente sehr gut zur Geltung kommen und nähern sich in gewohnter Manier langsam an den Kern der Handlung an. Das ist unterhaltsam gelungen, zumal die Auflösung dann sehr gut erzählt ist. Eine sehr runde Folge der Reihe, die sehr unterhaltsam geraten ist.

Kaya Marie Möller gibt sich hier wieder die Ehre und spricht die Rolle der Myra O'Neill mit einer gelungenen Attitüde, wobei sie mit ihren Berichten um die übernatürlichen Ereignisse eine hübsch unheimliche Note mit einbringt. Thomas Petrou hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, seine markante Stimme sorgt als Wilbert Weilberforce für einige sehr eindrucksvolle Momente, in die er viel Energie investiert. Mit Torsten Sense hat sich eine weitere starke Stimme vor das Mikrofon von WinterZeit gesellt, er wirkt in seiner Rolle sehr authentisch. Weitere Sprecher sind Gerald Schaale, Sven Gerhardt und Till Hagen.

Knisternde Kaminfeuer sind ja ein bewährtes Stilmittel in Geschichten von Sherlock Holmes und ist auch hier im Einsatz, wirkt aber schon fast ein wenig zu laut. Die Umsetzung ist insgesamt sehr stilsicher und stellt die Dialoge immer in den Mittelpunkt, wobei diese durch passende Geräusche und stimmungsvolle Musikstücke ergänzt werden.

Das kleine Haus im Wald, das Hauptschauplatz der Handlung ist, ist auch auf dem Cover abgebildet, sodass man sich gleich einen Eindruck hiervon machen kann. Nur spärlich durch die dichten Äste beleuchtet kommt es fast ein wenig verwunschen herüber. Auch die restliche Gestaltung ist wieder sehr stimmig und enthält einen kleinen einleitenden Text von Markus Winter.

Fazit: Viele Elemente und die Stimmung erinnern hier tatsächlich stark an die originalen Geschichten, wobei sich die geheimnisvollen Elemente sehr stimmig einführen. Die unterhaltsamen Ermittlungen schließen mit einer spannenden und überraschenden Auflösung ab. Eine runde Folge mit vielen starken Momenten.

VÖ: 4. August 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6044-6


Sherlock Holmes Chronicles – 41. Der Fluch von Blackwood Castle



Erster Eindruck: Düstere Gestalten in altem Gemäuer

Ein ganzer Landstrich in Schottland glaubt daran, dass Werwölfe die Gegend terrorisieren. Und so wird auch bald Sherlock Holmes auf den Fall aufmerksam und reist mit Dr. Watson auf das alte Gemäuer Blackwood Castle. Holmes zweifelt keine Sekunde, dass es sich um kein übernatürliches Phänomen handelt. Doch als er selbst einem der Wesen gegenübersteht, macht er einige wichtige Entdeckungen...

Die Verbindung von der durch und durch rationalen Figur des Sherlock Holmes und scheinbar übernatürlichen Phänomenen stand bei Sir Arthur Conan Doyle, dem Erfinder der berühmten Figur, nur ab und an im Vordergrund, ist aber durchaus reizvoll. Dies beweist auch die 41. Folge der Sherlock Holmes Chronicles, in der sich der Meisterdetektiv mit dem Werwolfmythos auseinandersetzen muss. Dafür wurde eine hübsch düstere und unheimliche Atmosphäre geschaffen, die sich schnell auf den Hörer überträgt. Besondere Highligts sind dabei immer wieder das Auftauchen der Bestien, die die Spannungskurve nach oben schnellen lassen, aber eben auch neue Hinweise für die Lösung des Falles bieten. Auch hier gelingt es Holmes in seiner typischen Art, kleinste Details zu logischen Schlussfolgerungen zusammenzuführen und so die Tat zu entschlüsseln, was sehr gut erzählt wurde. Auch das Konstrukt hinter dieser Folge hat mir sehr gut gefallen, da es verschiedenen Komponenten vereint und gar nicht so leicht zu durchschauen ist, obwohl genügend Hinweise gestreut wurden. So gefällt mir diese Reihe richtig gut!

Tom Jacobs ist natürlich als Dr. Watson mit dabei und stellt die bekannte Figur wieder sehr charmant dar, passt sich aber auch der düsteren Atmosphäre an. Besonders in den Erzähltexten fährt er den humoristischen Anteil zurück und sorgt für eine intensive Stimmung. Roland Hemmo ist als Lord Arthur ebenfalls sehr stark, mit seiner markanten Stimme sorgt auch er dafür, dass sich die Geschichte noch mehr verdichtet. Uschi Hugos unverwechselbarer Klang passt sich ebenfalls sehr gut an die düstere Handlung an und ist wunderbar undurchsichtiger. Weitere Sprecher sind Kaspar Eichel, Boris Tessmann und Michael Iwannek.

Ein altes Schloss, nächtliche Szenen, Werwölfe, die jagend durch die Gänge streifen – genau das hat Winterzeit auch akustisch sehr gut umgesetzt, aber dabei nicht zu dick aufgetragen. Die Stimmung wird insbesondere durch die vielen eingebauten Musikstücke erzeugt, aber auch die Geräusche und Klangeffekte sorgen für eine lebendige und düstere Atmosphäre.

Herrlich atmosphärisch ist auch das Cover gelungen, das herrschaftliche Schloss ragt düster empor, von Nebelschwaden umgeben, davor ein kleiner Friedhof mit schlichten Kreuzen, einer düsteren Gestalt und einem Hirschen, darüber ein Schwarm Raben – sehr unheimlich und stimmig! Schön, dass es im Inneren wieder einen kleinen, unterhaltsamen Text von Markus Winter gibt.

Fazit: Die Handlung ist spannend, kurzweilig erzählt und gut konstruiert. Das spricht an sich schon einmal für ein gelungenes Hörspiel, wird aber auch noch durch eine intensive Atmosphäre unterstützt. Die Kombination aus logischen und deduktiven Elementen und dem mystischen Einschlag sorgen für sehr gute Unterhaltung.

VÖ: 7. Juli 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6043-9


Sherlock Holmes Chronicles – 40. Der Detektiv auf dem Sterbebett



Erster Eindruck: Letzter Vorhang für Holmes?

Als Dr. Watson von dem Zustand von Sherlock Holmes' schlechtem Zustand erfährt, macht er sich sofort auf in der Baker Street, denn der Meisterdetektiv liegt seit Tagen krank im Bett, es steht äußerst schlecht um ihn. Wie im Delirium berichtet er Watson von einer seltenen Krankheit, mit der er sich im Hafen angesteckt hat. Scheinbar kann nur ein einziger Mann jetzt noch helfen...

Sir Arthur Conan Doyle hat für seinen Detektiv Sherlock Holmes zahlreiche Geschichten geschrieben, die sich teilweise sehr voneinander unterscheiden. Dabei gibt es auch Erzählungen, die eine ganz andere Erzählweise haben, und dazu gehört auch „Der Detektiv auf dem Sterbebett“. Winterzeit hat diese Geschichte als 40. Folge der Chronicles aufgenommen und eine sehr stimmige Umsetzung der Handlung abgeliefert, die sich eng an die Vorlage hält. Das bedeutet gleichzeitig, dass hier keine wirkliche Hochspannung aufkommt, dass keine ausgeklügelten Ermittlungstechniken zum Einsatz kommen. Weite Teile konzentrieren sich dann auf das Gespräch zwischen Holmes und Watson, der voller Sorge um seinen Freund und Kollegen ist. Immer wieder werden wirre Gedanken von Holmes eingebaut, und wie Holmes weiß auch der Hörer nicht so recht, was einem Fiebertraum entsprungen und was von Bedeutung ist. Erst im zweiten Teil nähert sich die Geschichte dann der eigentlichen Auflösung, und diese ist dann durchaus trickreich und wendungsreich erzählt. Doch es dauert einfach zu lange, bis die Handlung auf den Punkt kommt, die Geschichte franst zunächst etwas aus. Das ist durchaus unterhaltsam, kann aber mit den stärkeren Folgen der Reihe einfach nicht mithalten.

Als Gastsprecher ist in dieser Folge Manfred Lehmann zu hören, dessen markante Stimme sehr gut in die Serie passt und dem tollen Duo aus Tom Jacobs und Till Hagen einen starken Klang entgegensetzen kann – zumal er die Rolle mit viel Energie und düsterem Charme ausstattet. Bernd Vollbrecht ist mal wieder als Inspector Lestrade zu hören, er wirkt darin sehr authentisch und setzt die bekannte Figur mit viel Ernsthaftigkeit um. Bert Franzke ist zudem noch in einer kleinen Rolle als Butler zu hören und hinterlässt dabei einen soliden Eindruck.

Winterzeit hat der Folge wieder mal ein passendes Kleid geschneidert und gerade die Szene mit dem verwirrten und im Delirium liegenden Holmes sehr sorgsam inszeniert. Da gibt es viele Melodien, die sich um die Szenen legen und ihnen so viel Stimmung verleihen. Auch die Geräusche fügen sich stimmig in das Gesamtkonzept ein und lassen das ganze authentischer wirken.

Wieder ist ein schlichtes Motiv sehr aufwändig und spannend für das Cover umgesetzt worden. Zu sehen ist das ausgezehrte Gesicht des Meisterdetektivs zu sehen, der sich einer alten Öllampe zugedeht hat. Die düstere, orangefarbene Einfärbung sorgt für eine ganz besondere Stimmung. Im Inneren erklärt Markus Winter, warum ihm gerade diese Geschichte so gut gefällt.

Fazit: Eine einfache und reduzierte Geschichte, die sich gut zweiteilen lässt. Während zunächst der Dialog zwischen Holmes und Watson zwar einige Informationen enthält und durchaus unterhaltsam geraten ist, kommt hier keine wirkliche Spannung auf. Das ändert sich erst später und präsentiert eine sehr trickreiche Auflösung.

VÖ: 23. Juni 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6042-2


Sherlock Holmes Chronicles – 39. Die Rache des Pharao



Erster Eindruck: Aufregung im British Museum

Von übernatürlichen Phänomenen hält Sherlock ja bekanntlich ziemlich wenig. Und so schenkt er auch Sir Edward Thompson, dem Direktor des British Museum, wenig Glauben, als dieser von der Mumie berichtet, die scheinbar im den weiten Räumen umherwandert – und einen jungen Archäologen umgebracht haben soll. Und so macht er sich selbst einen Eindruck vom Tatort...

Bereits in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle hatte Sherlock Holmes einen Hang zum Sarkasmus, James A. Brett hat dies in seiner Erzählung „Die Rache des Pharao“ noch weiter ausgebaut und stattet den Meisterdetektiv mit äußerst schlechter Laune aus. So bringt er immer wieder ziemlich bitterböse Spitzen gegen seine Gesprächspartner und muss sogar von Watson zurechtgewiesen werden, was den humorigen Faktor der Serie deutlich steigert. Doch auch der Fall an sich ist unterhaltsam und gut auf die bekannten Figuren zugeschnitten. Denn wieder ist es die genaue Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, die unterhaltsam dargeboten ist und die bekannte Figur gelungen ausformt. Es werden in recht langen Dialogen viele Details offenbart, sodass auch der Hörer einige Rückschlüsse ziehen kann. Ein Verdacht verdichtet sich dann immer weiter, in einer typischen Auflösungsszene wird der Täter dann überführt – allerdings mit einem recht merkwürdig anmutenden Trick, der nicht so recht zum Rest der Handlung passen will. Dennoch ist hier eine gute und klug durchdachte Folge entstanden, die mit einem Hauch des Mysteriösen spielt und einen Holmes in Hochform präsentiert.

Dieser wird hier wieder vom wundervollen Till Hagen gesprochen, der den Meisterdetektiv hier mit einem immer leicht ironischen Unterton ausstattet und die sarkastischen Kommentare sehr treffsicher spricht. Dietmar Wunder hat mir als Sir Edmund ebenfalls sehr gut gefallen, seine intensive und variable Stimme verleiht jeder Szene eine ganz besondere Aura. Eine sehr gute Leistung hat auch Ulrike Stürzbecher abgeliefert, denn auch wenn ihr Charakter nur wenige Minuten vorkommt, hat sie ihn mit ihrer lebendigen Sprechweise ins rechte Licht gerückt. Weitere Sprecher sind Hans-Eckart Eckardt, Jürgen Thormann und Reinhard Kuhnert.

Akustisch ist diese Folge wieder sehr stimmig umgesetzt, wirkt aber etwas reduzierter als andere Episoden der Serie. So liegt die Konzentration klar auf den vielen Dialogen, während die Geräuschkulisse stimmige Szenarien schafft und einige Handlungen untermalt. Die dezente Musik fügt sich sehr gut in dieses Bild ein und verstärkt den Ausdruck der Folge.

Auf dem Cover ist in erdigen Tönen ein an die Wand gelehnter, geöffneter Sarkophag zu sehen, während die Mumie nur von der Seite zu sehen ist und so vielem der Fantasie des Betrachters überlassen ist. Ein stimmiges Motiv mit vielen Details, welches auch im Inneren noch einmal wiederholt wird. Ziemlich kreativ ist der Hinweis auf die eigene Homepage, auf der man sich ein alternatives Ende für diese Handlung anhören kann.

Fazit: Ein Hauch Mystik, ein spöttelnder Detektiv und eine gut durchdachte Story - „Die Rache des Pharao“ ist eine weitere gute Folge der Serie und bringt frischen Wind in die Erzählungen. So gibt es neben dem typischen Flair der Figuren auch einige neue Elemente, die sich stimmig einfügen.

VÖ: 19. Mai 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6041-5


Sherlock Holmes Chronicles – 38. Das gefleckte Band



Erster Eindruck: Die Frage Wie

Helen Dorner ist entsetzt über den Tod ihrer Zwillingsschwester, die trotz abgeschlossenen Zimmers und bester Gesundheit in einer Nacht verstorben ist. Vor ihrem Tod hat ihre Schwester noch von einem seltsamen Pfeifton berichtet, der scheinbar nur in ihrem Zimmer zu hören ist. Doch als auch Helen das Pfeifen hört, bekommt sie es mit der Angst zu tun und sucht Meisterdetektiv Sherlock Holmes auf...

Dass die Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle auch heute noch so beliebt sind, ist sicherlich kein Zufall, denn neben seinen so charakteristischen Figuren hat er seinen Geschichten auch immer wieder einen besonderen Kniff verliehen. So auch der Kurzgeschichte „Das getupfte Band“, die als 38. Folge der Sherlock Holmes Chronicles vertont wurde. Denn hier recht von Anfang an ein Motiv klar, und auch die Identität des Täters ist keine Überraschung. Hier stellt sich eher die Frage, wie der Mord verübt wurde, und hierfür wurden zahlreiche Hinweise eingebaut, mal wie nebenbei, mal als offensichtliches Indiz. Dabei entwickelt sich eine ganz besondere Art der Spannung, die gemeinsam mit der dichten Atmosphäre zu einer kurzweiligen Geschichte führt. Toll ist auch, dass gerade die Reduziertheit dieser Produktion die Stimmung so sehr verdichtet, nur wenige lange Dialoge konzentrieren sich voll auf den Fall, der bis zur cleveren Auflösung sehr unterhaltsam gestaltet ist. Dass sich die Macher dabei sehr nah ans Original halten, ist auch hier wieder lobenswert zu erwähnen.

Tatsächlich sind es gerade einmal sechs Sprecher, um diese Handlung zu erzählen, darunter auch die drei bereits bekannten Sprecher Tom Jacobs, Viola Sauer und Till Hagen als Sherlock Holmes. Viola Sauer ist als Helen Stoner gerade in den ersten Szenen sehr präsent und setzt ihre klare Stimme sehr gekonnt ein, um einen zarten und sympathischen Charakter zu schaffen und gleichzeitig ihre tiefe Trauer auszudrücken. Ihre Schwester taucht nur kurz auf, Luisa Wietzorek kann aber auch dabei in Erinnerung bleiben und gestaltet die paar Worte sehr eingängig. Gut gefallen hat mir auch Oliver Stritzel, der den grantigen Unssympath sehr energiegeladen umsetzt.

Zur Steigerung der Atmosphäre wurde für jede Szene ein passender klanglicher Hintergrund geschaffen, so sorgt in der ersten Szene mit dem Bericht von Helen ein prassendes Kaminfeuer für eine behagliche Stimmung. Musik ist in dieser Folge recht wenig im Einsatz, lenkt aber immer wieder die Aufmerksamkeit auf besonders wichtige Szenen oder sorgt für fließende Übergänge.

Das Spiel von Licht und Schatten ist auf dem Cover von Mark Freier richtig gut umgesetzt worden. Zu sehen ist eine junge Frau, die mit fragendem, fast ängstlichen Gesichtsausdruck eine Lampe in die Höhe hält und suchend in die Gegend schaut. Gepaart mit dem dunklen, ein wenig verschwommenen Hintergrund kommt das sehr gut zur Geltung. Im Inneren gibt es wieder einen einleitenden Text zur Folge.

Fazit: „Das getupfte Band“ gehört zu meinen Lieblingsgeschichten von Sherlock Holmes, weil eben nicht die Frage nach dem Täter, sondern nach der Art des Mordes gestellt wird. Das wirft ganz andere Fragen auf und ist mit seiner ruhigen Erzählweise sehr detailliert geschildert. Die gelungene Umsetzung von Winterzeit macht die 38. Folge der Serie zusätzlich hörenswert.

VÖ: 21. April 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6016-3


Sherlock Holmes Chronicles – 37. Der verschwundene Diplomat / Der Rheingauer Prinzenraub



Erster Eindruck: Auf Spurensuche in einem Koffer

Eigentlich sollte der britische Diplomat nach Frankreich reisen, doch dort kommt er nie an. Da es sich um einen Fall von politischer Brisanz handelt, bittet Mycroft Holmes seinen Bruder Sherlock um Mithilfe, denn nur ein leerer Koffer kann Hinweise auf seinen Verbleib geben. Natürlich entdeckt der Meisterdetektiv sofort einige Hinweise, die seinem treuen Begleiter Dr. Watson verborgen bleiben...

Auf der 37. CD der Sherlock Holmes Chronicles von Winterzeit versammeln sich mal wieder zwei in sich abgeschlossene Geschichten, beide stammen dieses mal nicht von Sir Arthur Conan Doyle. Den Anfang macht „Der verschwundene Diplomat“, dessen Inhalt oben kurz angerissen ist. Die ersten Szenen widmen sich dabei ganz den Dialogen zwischen Holmes und Watson und sind sehr treffend geraten, der Meisterdetektiv registriert dabei jeden noch so kleinen Hinweis und deduziert daraus den Hergang des Verschwindens. Trotz der Reduzierung dieses Intros stehen diese den nachfolgenden Szenen keineswegs nach. Hier ermittelt das Duo vor Ort und stellt ihren Feinden eine Falle, wobei mir sehr gut gefallen hat, dass der Hörer genauso wie Watson keine Ahnung hat, wohin dies alles führen soll. Und auch das Auftauchen einer bekannten Figur verleiht der trickreichen Handlung einige passende Stimmung. Die zweite Geschichte mit dem etwas sperrigen Titel „Der Rheingauer Prinzenraub“ hat mich leider nicht so sehr gepackt, der Aufbau ist etwas zu schlicht, es kommt keine wirkliche Spannung auf. Im Gegensatz zur ersten Geschichte kommen auch die Figuren nicht wirklich gut zur Geltung, sodass hier eher eine schwächere Episode vorliegt – was durch den sehr gelungenen ersten Teil aber wieder ausgeglichen werden kann.

Karlo Hackenberger hat hier den Part von Sherlock Holmes übernommen, entwickelt dabei aber nicht die gleiche Strahlkraft wie sein Kollege Till Hagen in dieser Serie. Zwar bringt er den leicht überheblichen Charakterzug der Figur gut zur Geltung, spart aber mit dem humoristischen Element, welches daraus entstehen kann. Konrad Börherz ist in der kleinen Rolle des Kippler gut aufgehoben, seine Sprechweise passt sich an die verschiedenen Situationen gut an. Thomas Krause ist in der zweiten Geschichte in der Rolle des Inspektor Cornelius zu hören, den er konsequent und sehr solide umsetzt. Weitere Sprecher sind Bernd Vollbrecht, Werner Wilkening und Ben Steinhoff.

Die Sherlock Holmes Chronicles sind als inszenierte Lesung umgesetzt, weswegen auch der akustischen Umsetzung viel Aufmerksamkeit zuteil wird. So sind die kleinen Melodien nicht nur während der Szenenübergänge eingebaut, sondern untermalen auch einige besonders wichtige oder spannende Dialoge. Der Geräuschanteil ist zudem recht hoch, wodurch eine lebendige Atmosphäre entsteht.

Der verschwundene Gentleman ist auf dem Cover abgebildet, aristokratisch gekleidet blickt er dem Betrachter ernst entgegen, während im Hintergrund eine alte Dampflokomotive zu sehen ist, der Hintergrund ist dabei wie ein handgeschriebener Brief gestaltet. Das passt alles sehr gut zusammen und schafft ein reizvolles und ansehnliches Cover für diese Folge.

Fazit: Zwei Folgen auf einer CD, und während die zweite etwas schwächelt und keine wirkliche Spannung erzeugen kann, ist „Der verschwundene Gentleman“ eine sehr gelungene Erzählung, die die beiden Hauptfiguren gut wirken lässt und die Deduktion von Holmes in den ersten Szenen in den Mittelpunkt stellt. Das ist undurchsichtig, überraschend aufgelöst und sehr gut komponiert.

VÖ: 17. März 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6015-6


Sherlock Holmes Chronicles – 36. Die Entführung aus der Klosterschule



Erster Eindruck: Ein Fahrad als Hinweis?

Ein Skandal ausgerechnet in den Mauern eines Eliteinternats ruft einmal mehr Sherlock Holmes auf den Plan. Denn ein adeliger Schüler ist verschwunden, mit ihm sein Deutschlehrer und ein Fahrrad. Zunächst hat der Meisterdetektiv nur wenige Anhaltspunkte, beginnt aber wie immer gewissenhaft mit seinen Ermittlungen. Doch obwohl der Vater des Jungen ein hohes Lösegeld ausgesetzt hat, kommt er der Sache nur langsam auf die Spur...

„Original Klassiker“ prangt auf dem Cover der 36. Folge der Sherlock Holmes Chronicles von Winterzeit, was nichts anderes bedeutet, als dass hier eine Originalgeschichte von Sir Arthur Conan Doyle umgesetzt wurde. Die Wahl ist auf „Die Entführung aus der Klosterschule“ gefallen, einer eher unbekannten Erzählung, die jedoch deutlich mehr Beachtung verdient hat – wie auch diese Umsetzung zeigt. Denn von Anfang an präsentiert sich die Geschichte sehr geheimnisvoll, die nach und nach aufgedeckten Hinweise feuern die Spannung dabei immer weiter an, geben aber nicht zu viel vom Gesamtbild preis. Dieses eröffnet sich erst ganz zum Schluss mit einer ebenso überraschenden wie ungewöhnlichen Auflösung, wobei besonders die unkonventionelle Reaktion des Meisterdetektivs zu überzeugen weiß. Dabei hat Winterzeit für eine sehr eingängige Umsetzung des Stoffes gesorgt und die Kernelemente der Handlung besonders betont. Die Umsetzung wirkt ernster und nicht so verspielt wie manch andere Variante, entwickelt so ihren eigenen Charme und lässt nur ab und an den Humor der Figuren aufblitzen. Eine stimmige und hörenswerte Umsetzung des Klassikers.

Till Hagen ist einmal mehr in der Rolle des Sherlock Holmes zu hören und sorgt mit seiner volltönenden, angenehmen Stimme, die er sehr gut an die jeweilige Szenerie anpasst, für eine gelungene Hauptfigur. Thomas Nero Wolff spricht die Rolle des Huxtable sehr ausdrucksstark und treffend, wobei er der Rolle seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Auch Axel Lutter punktet als Lord Holderness mit einer überzeugenden und glaubwürdigen Leistung, die mich gerade im Finale sehr gepackt hat. Weitere Sprecher sind Louis-Friedemann Thiele, Klaus Lochthive und Wolfgang Wagner.

Die Inszenierung punktet nicht nur mit dem gut geschriebenen Skript und den passenden Sprechern, sondern auch mit der gut angepassten akustischen Gestaltung. Hier greifen Musik und Geräusche gut ineinander, sodass jeder Szene ein passendes Kleid geschneidert wurde. So wird auch die Dynamik der Folge nachgezeichnet, indem die entscheidenden Szenen mit besonders auffälliger Musik untermalt wurde.

Ein einsames, umgestürztes Fahrrad, sanft von der Sonne beschienen, liegt in einem angedeuteten Wald – ein sehr gelungenes Cover, das mit seiner orangefarbenen Farbgebung die Stimmung der Geschichte gut einfangen kann. Ein kleiner einleitender Text zu dieser Folge und die bereits bekannten Kurzinformationen zu den beiden Hauptsprecher runden den positiven Eindruck der Gestaltung ab.

Fazit: Auf das Wesentliche heruntergebrochen, undurchschaubar und knifflig – diese Hörspielfassung des Klassikers ist Winterzeit gut gelungen und lässt die Stimmung im Moor gut zur Geltung kommen. Die Sprecher sind toll ausgewählt, die Geschichte ist dynamisch und rätselhaft und wird durch ein starkes Finale gekrönt – eine tolle Umsetzung!

VÖ: 10. Februar 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6014-9


Sherlock Holmes Chronicles – 35. Holmes soll sterben



Erster Eindruck: Morddrohung mit Folgen

Dass nicht alle Menschen Sherlock Holmes freundlich gesinnt sind, musste der Meisterdetektiv ja schon einige male erfahren. Und so kann ihn auch die unverhohlene Morddrohung in einem Brief nicht aus der Bahn werfen, sofort analysiert er die wenigen Worte, die auf dem Papier sehen – jedenfalls, bis seine Hände plötzlich taub werden und zu zittern beginnen...

Die Sherlock Holmes Chronicles sind zwar als inszenierte Lesung deklariert, erinnern aber dennoch oft an ein Hörspiel. Auf „Holmes soll sterben“ nach einer Geschichte von Heiko Grießbach ist dies aber tatsächlich sehr zurückgefahren, weite Teile der Handlung besteht aus Dialogen zwischen Holmes und Watson oder Erzählanteil des Meisterdetektivs. Wer nun fürchtet, das sei langwierig oder belanglos, irrt gewaltig, denn die Geschichte ist sehr gehaltvoll erzählt und sehr kurzweilig geraten. Gerade aus dieser sehr reduzierten Szenerie zieht die Handlung viel Kraft und reduziert sie auf das Wesentliche: Die Deduktionskraft und Kombinationsgabe der Hauptfigur. Hier werden verschiedene Möglichkeiten ausgelotet und wieder verworfen, bevor im letzten Drittel die Geschichte an Fahrt aufnimmt und nach einigen Wendungen eine wirklich spannende und trickreiche Handlung erzählt, bei der nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. So kommt dann auch eine gewisse Dramatik auf, die der Folge noch einmal einen ganz anderen Anstrich verpasst. Die sehr starke Vorlage wurde intensiv und lebendig umgesetzt, sodass eine richtig gute Folge der Serie entstanden ist.

Bernd Vollbrecht ist in dieser Folge mal wieder als Inspector Lestrade zu hören und verleiht der bekannten Figur seine ganz eigene Note, sodass seine Szenen auch hier gut zur Geltung kommen. Wolfgang Wagner ist in einer kleinen, aber effektiven Nebenrolle zu hören, die er mit viel Energie und einer sehr eingängigen Sprechweise umsetzt. Toll ist auch wieder Till Hagen als Sherlock Holmes, der den Humor der Figur nur sehr leise anklingen lässt und mit seiner tiefen, volltönenden Stimme für sehr intensive Momente sorgt. Weitere Sprecher sind Viola Sauer, Tim Moeseritz und Arne Stephan.

Mir gefällt, wie dynamisch sich die 56 Minuten Laufzeit hier entwickeln und die Akustik mit der Spannungskurve der Geschichte mitgeht. So sind die besonders spannungsgeladenen Momente mit passender Musik unterlegt, während sich ruhigere Momente nur auf die Dialoge konzentrieren oder nur mit einigen Geräuschen unterlegt sind.

Die triste Szenerie auf dem Cover passt dazu sehr gut, der Grabstein mit dem Namen der bekannten Romanfigur beschriftet ist. Einige kahle Äste, eine Krähe und zahlreiche weitere Kreuze im Hintergrund ergänzen dieses kühl wirkende Titelbild. Dieses ist auch auf der CD abgedruckt, während im Inneren des kleinen Booklets ein kleiner einleitender Text von Markus Winter zu finden ist.

Fazit: Die Folge ist sehr dynamisch erzählt, da sie sowohl sehr reduzierte Dialoge als auch aufregende und spannende Momente enthält. Dass dabei Holmes selbst das Opfer ist, macht die Folge natürlich noch interessanter, wobei einige sehr gelungene Kniffe angewendet wurden, um die Geschichte am Laufen zu halten. Sehr gut aufeinander abgestimmt und lebendig erzählt.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: WInterzeit
Bestellnummer: 978-3-9456-2452-4


Sherlock Holmes Chronicles – 30. Das gelbe Gesicht / Die beiden Sonderlinge



Erster Eindruck: Untreue Gattin?

Lange sind Grant Munro und seine Gattin Effie noch nicht verheiratet, doch schon zweifelt der junge Mann an ihrer Treue. Denn nachdem Effie eine beträchtliche Geldsumme von ihren Mann erbeten hat, aber nicht den Grund der Zahlung angeben wollte, hat Grant sie verfolgt und in ein Haus gehen sehen, aus dessen oberen Fenster ein entstelltes, gelbes Gesicht herausschaut. Grant Munro bittet Sherlock Holmes um Mithilfe...

Beinahe schon alte Tradition setzt Winterzeit in der 30. Folge der Sherlock Holmes Chronicles-Serie gleich zwei Geschichten um, wobei der Hauptteil von „Das gelbe Gesicht“ bestritten wird. Leider ist dies nicht die stärkste Folge aus den Fundus von Sir Arthur Conan Doyle, sodass die Geschichte trotz der wie gewohnt stimmigen Umsetzung des Labels ein wenig blass bleibt. Bereits einen großen Teil der Handlung wird von dem Bericht von Grant Munro eingenommen, was immerhin recht unterhaltsam und rätselhaft ist. Doch die nachfolgenden Ermittlungen entfallen quasi komplett, nach einer (sich im Nachhinein als falsch herausstellenden) Vermutung von Holmes geht es nahtlos in die Auflösung über. Dass es sich dabei sogar genau genommen nicht einmal um einen wirklichen Krimi, sondern die Beschreibung persönlicher Schicksale handelt, trägt nicht zur Steigerung der Spannung bei. Die nachfolgende Geschichte „Die beiden Sonderlinge“ klingt mehr wie ein Teaser zu einer noch kommenden Geschichte, denn neben recht langen Monologen und einer ziemlich knappen, nicht gerade aufregenden Handlung ist diese Episode auch schon wieder vorbei. So bleibt ein eher durchwachsener Eindruck dieser Folge.

Manuel Straube ist in der Geschichte über das gelbe Gesicht als Grant Munro zu hören, er wählt eine passende Sprechweise und lässt die aufgewühlte Gefühlswelt des Mannes gut durchklingen, ohne die nüchterne Atmosphäre der Holmes-Geschichten zu sehr zu verändern. Seine Frau wird von Andrea Aust gesprochen, die mit viel Leidenschaft dabei ist und deren Flehen und Unsicherheit im Laufe der Handlung immer intensiver wird. Natürlich ist auch Tom Jacobs als Dr. Watson wieder mit dabei, der launig und charmant wirkt wie eh und je. Weitere Sprecher sind Magdalena Turba, Tanya Kahana und Dirk Hardegen.

Akustisch ist die Folge stimmungsvoll umgesetzt worden, wofür besonders die eingebauten Melodien sorgen, die harmonisch sind und die das viktorianische Zeitalter, in der die Geschichten spielen, gekonnt aufleben lassen. Dabei sind nur recht wenige im Einsatz, was ebenso für Geräusche gilt, sodass der Fokus immer auf den Sprechern und den Dialogen liegt.

Das gelbe Gesicht, das der ersten Geschichte den Titel gibt, ist auf dem Cover sehr unheimlich und düster umgesetzt worden. Es späht hinter einem Fensterbalken hervor und wird in eher grünlichen Tönen statt dem üblichen Sepia dargestellt. Durch die düstere Farbgebung und die recht detailreiche Darstellung passt dieses Motiv dennoch sehr gut in die bisherige Covergalerie.

Fazit: An der Umsetzung ist nichts auszusetzen, hier ist Winterzeit stark wie immer. Doch die Auswahl der Geschichten ist nicht allzu gut gelungen, da beide keinen wirklichen Spannungsbogen aufbauen können. Die Ausrichtung auf ein persönliches Schicksal statt auf einen Kriminalfall bringt zwar eine interessante neue Färbung, ist aber zu kurz abgehandelt.

VÖ: 24.Juni 2016
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9456-2439-5


Sherlock Holmes Chronicles – 29. Der schwarze Peter / Das Glas mit dem Magenbitter



Erster Eindruck: Ein Kapitän und ein Grundbesitzer

Dr. Watson versteht nicht so recht, warum Sherlock Holmes tatsächlich mit aller Macht versucht, Schweinehälften mit nur einem Schlag zu durchbohren. Doch als der Tod des Kapitäns Carey an das Duo herangetragen wird, der mit einer Harpune getötet wurde, wird dem Mediziner einiges klar. Doch der Fall ist verzwickter, als man es anfangs vermuten könnte...

Auch bei Winterzeit gibt es seit einiger Zeit eine eigene Sherlock Holmes-Reihe, wobei hier gleichsam bekannte und neue Geschichten über den Meisterdetektiv erzählt werden. Die 29. Folge kombiniert wieder beides und erzählt neben „Der schwarze Peter“ von Arthur Conan Doyle noch „Das Glas mit dem Magenbitter“, welches von Wolfgang Schüler für eine Anthologie verfasst wurde. Gerade hier ist bestens ersichtlich, wie nah sich einige Autoren an den Originalen halten, wie gut sie neue Fälle konstruieren un verzwickte Geschichten spannend erzählen, denn beide Episoden sind hier sehr gleichwertig und vom Aufbau her ähnlich. Einem längeren Bericht der Auftraggeber folgen einige Ermittlungen in dem Fall, die Überraschendes offenbaren und zu einem unerwarteten Ende führen. Auch die wunderbare Darstellung des Holmes als quasi allwissender und überlegene Detektiv, der sich nicht in die Karten schauen lässt, ist sehr gut getroffen. Und trotz dieser Gleichförmigkeit behalten beide Geschichten eine eigene Identität und können mit einem interessanten Hintergrund und prägnanten Szenen überzeugen. Für Holmes-Liebhaber gibt es sogar eine zeitliche Einordnung des Falles, ein kleines, gelungenes Bonbon für Fans.

In „Das Glas mit dem Magenbitter“ ist statt Till Hagen Karlo Hackenberger als Sherlock Holmes zu hören. Er findet eine einprägsame Sprechweise für diese Rolle und kann den Charakter des Detektivs gekonnt unterstreichen, setzt aber eher auf die ernsthafte Seite des Detektivs. Nora Jokhosha war mit bis dato kein Begriff als Sprecherin, in der zweiten Geschichte überzeugt sie aber als Miss Wolverham mit einem sehr prägnanten Ausdruck und einer glaubhaften Sprechweise. Auch Ricardo Richter ist als John Hopley Nelligan eine sehr gute Besetzung, mit sehr pointierter Sprache und energiegeladenem Ausdruck kann er vollkommen überzeugen. Weitere Sprecher sind Helmut Winkelmann, Bernd Vollbrecht und Konrad Bösherz.

Wieder wurde eine gekonnte akustische Umsetzung geschaffen, um die Handlungen gut zur Geltung zu bringen. Dafür sorgen insbesondere die eingebauten Melodien, die sehr stimmungsvoll geraten sind und mit klassischen Instrumenten eine eingängige Atmosphäre schaffen. Auch die Geräusche passen sehr gut in die Szenerie und lassen die Dialoge lebendiger wirken.

Ein bärtiger, ernst dreinblickender Mann ist in den Fokus auf dem Cover gerückt, das von Mark Freier stammt und sehr gut in die bisherige Covergalerie passt. Wie immer ist es in Brauntönen gehalten und spielt mit dem Verhältnis von Licht und Schatten. Im Inneren sind Kurzbeschreibungen von den drei Hauptsprechern vorhanden, auch Fotos der drei sind zu sehen.

Fazit: Die beiden Geschichten fangen den Geist der Figuren sehr gekonnt ein, und auch wenn beide Handlungen einem ähnlichen Muster folgen, sind beide eigenständig genug, um mit einigen Überraschungen zu punkten. Der unterhaltsame und kurzweilige Verlauf bietet gelungene Spannungsmomente, auch die Umsetzung mit den verschiedenen Hauptsprechern ist sehr passend gewählt.

VÖ: 3.Juni 2016
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9456-2438-8


Sherlock Holmes Chronicles – 28. Der Orchideenzüchter



Erster Eindruck: Das aufgeregte Dienstmädchen...

Patsy Payton, die bei Dr. Maltravers als Angestellte tätig war, berichtet Sherlock Holmes von einigen merkwürdigen Vorgängen in dessen Haus, die ihr Misstrauen erregt haben. Besonders, nachdem ein neuer Gebäudeteil nach einem Brand errichtet wird und sie dort seltsame Kettenvorrichtungen entdeckt, will sie mehr über die Vorgänge in dem Anwesen wissen. Auch das Interesse des Meisterdetektivs ist geweckt...

Die 28. Folge der „Sherlock Holmes Chronicles“ stammt aus der Feder von K.P. Walter, der diese für eine Sammlung von Kurzgeschichten um den bekannten Detektiv verfasst hat. Der Aufbau hingegen ist sehr klassisch und orientiert sich an den vielen Vorlagen von Arthur Conan Doyle, indem erst einmal ein neuer Mandant – hier in Form von Patsy – bei Holmes und Watson ankommt und von einigen recht geheimnisvollen Ereignissen berichtet. Schon hier ergründet das Gespann einiges im Gespräch und kommt so dem Geheimnis auf die Spur, erste Vermutungen werden geäußert. Nach diesem recht ruhigen, aber unterhaltsamen Teil geht es später deutlich lebendiger zu, indem der Meisterdetektiv ein ziemlich ungewöhnliches Kostüm auswählt und auch sonst noch einige überraschende Tricks anwendet, um der Geschichte direkt im Gebäude des Professors auf den Grund zu gehen. Das ist nicht nur ziemlich humorvoll gelöst und macht richtig Spaß, sondern endet fast nahtlos in einem spannenden Finale mit einem packenden und unerwarteten Ende. Das ist sehr gut konstruiert und kann die Spannung über die gesamte Länge halten.

Es sind gerade einmal sechs Sprecher, die für diese Handlung benötigt werden, und allesamt sind gut ausgewählt und können die Stimmung gekonnt einfangen. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich wieder Till Hagen als Sherlock Holmes, der seine ganz eigene Weise findet, die bekannte Figur zu interpretieren und seine dunkle Stimme genau die richtige Portion an Humor verleiht. Corinna Dorenkamp sorgt mit ihrer aufgedrehten und sehr charmanten Art für einen gelungenen ersten Teil und bringt mit einigen niedlichen Versprechern viel Leben mit ein. Frank Röth ist als Dr. Maltravers mit seinem tiefen Klang eine sehr geheimnisvolle Figur und kann besonders in der Auflösung mit bewegtem Ausdruck überzeugen. Weitere Sprecher sind Tom Jacobs, Klaus Lochthöve und Louis Friedemann-Thiele.

Wie bereits bei den vorangegangenen Folgen ist die akustische Gestaltung recht zurückhaltend, sodass der Fokus immer auf den Sprechern und ihren Dialogen liegt – was sehr gut zu der Erzählweise der Geschichte passt. Zwar sind vielfältige Geräusche eingefügt, diese drängen sich aber nie in den Vordergrund. In der Auflösung sind diese noch etwas prägnanter und sorgen hier für den richtigen Ausdruck für diesen interessanten Part.

Schade, dass auf der Rückseite im Klappentext schon ein zu deutlicher Hinweis auf die Auflösung des Ganzen gegeben wird, dafür ist das Cover mit den beiden vermummten Kuttenträgern sehr stimmungsvoll geraten, was durch die Sepiafärbung noch verstärlt wird. Das kleine Booklet hält neben den üblichen Produktionsinformationen noch Kurzbiographien zu den beiden Hauptsprechern samt Foto bereit.

Fazit: „Der Orchideenzüchter“ führt einige sehr interessante Elemente zusammen und punktet mit einer unterhaltsamen und kurzweiligen Handlung, in der sich spannende und lustige Momente die Waage halten. Besonders die lange Zeit unklare und ungewöhnliche Auflösung hat mir sehr gut gefallen.

VÖ: 29.April 2016
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9456-2437-1


Sherlock Holmes Chronicles – 27. Die drei Studenten / Die drei Kameraden



Erster Eindruck: Bekanntes und Neues

Ein Universitätsprofessor wendet sich in höchster Eile an Meisterdetektiv Sherlock Holmes, denn am Vortag einer wichtigen Prüfung ist in seine privaten Räume eingebrochen worden, sodass die Aufgaben eingesehen werden konnte. Um die Prüfung nicht verschieben zu müssen sollen Holmes und Watson den Täter schnellstmöglich ausfindig machen, die bald die Zahl der verdächtigen Studenten auf drei reduzieren können...

Die „Sherlock Holmes Chronicles“-Reihe von Winterzeit bietet sowohl die Vertonungen der originalen Geschichten von Arthur Conan Doyle als auch neu erdachte Fälle von wechselnden Autoren – oder wie im Fall der 27. Folge gleich beides, denn hier sind zwei Kurzgeschichten zu hören. Den Anfang macht die bereits bekannte Geschichte „Die drei Studenten“, die sehr sauber und nah am Original umgesetzt wurde. Der Fall lässt sich wegen der Kürze der Zeit auch nur wenig Zeit für ein Intro, sodass schnell mit dem Fall gestartet werden kann. Zu Anfang ist es wieder Holmes' unglaubliche Beobachtungsgabe, die auch scheinbar unwichtige Details erfasst und in seine Auswertungen mit einbezieht. Auch die nachfolgende Ermittlung mit der Befragung verschiedener Zeugen bringt einiges ans Licht und gibt auch dem Hörer einige Rätsel auf. Die Auflösung des Ganzen gestaltet sich dann stimmig und hält kleine Überraschungen parat. Sicherlich ist dies nicht der aufregendste Fall von Holmes, aber ein gut erzählter zum Miträtseln ist es allemal. Die drei Kameraden aus der Feder von Barbara Büchner ist – wie Watson vorsorglich schon am Anfang betont – ebenfalls nicht sonderlich spektakulär, kann aber mit einer intensiven Eingangsszenerie und einer kurzweiligen Handlung punkten. Die Kombination aus beiden Geschichten ist interessant gewählt, sodass eine runde Folge der Chronicles entstanden ist.

Tom Jacobs ist hier wieder von Tom Jacobs gesprochen worden, der mit einem leicht humorigen Einschlag in den richtigen Momenten den Charme der Figur gut herauskitzeln kann, aber auch die Rolle des Erzähers mit fester und überzeugender Stimme vorträgt. Rainer Fritzsche ist als Soames zu hören, sein markanter Klang passt wunderbar zu der Figur, die durch ihn einen sehr autehntischen Anklang findet. Auch Klaus Lochthove hat einen positiven Eindruck hinterlassen, er passt sich sehr gut der Atmosphäre des Hörspiels an und bietet eine facettenreiche Sprechweise. Weitere Sprecher sind Manuel Straube, Brigitte Carlsen und Bernd Vollbrecht.

Das Team um Regisseur Markus Winter hat eine stimmige akustische Umsetzung geschaffen, die nicht zu dick aufträgt und sich eher schlicht um die einzelnen Episoden legt. Dafür sorgen insbesondere die Geräusche, die sorgsam eingefügt wurden und so die Dialoge lebendiger wirken lassen, aber auch einige Melodien unterstreichen gekonnt die Atmosphäre der Handlung.

Statt in einer gewöhnlichen Plastikhöhle stecken die CDs dieser Serie in einer etwas anders geformten Hülle, sodass aucg oben und unten der Folgentitel zu sehen ist. Das Cover zu dieser Folge zeigt passend zum Titel die Silhoetten dreier Studenten, die vor imposanten Universitätsgebäuden samt Blitzeinschlag prominent platziert sind, wobei die erdige Farbgebung auch hier wieder gut funktioniert.

Fazit: Die beiden Geschichten weisen trotz der ähnlichen Titel unterschiedliche Färbungen auf und können dabei mit einer kurzweiligen Erzählweise unterhalten. Beides sind keine Knaller-Folgen, aber unterhaltsam erzählt und mit dem typischen Charme, der von dem tollen Detektiv-Gespann ausgeht.

VÖ: 18.März 2016
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9456-2436-4


Sherlock Holmes Chronicles – 26. Sein schrecklichster Fall



Erster Eindruck: Ein unerwarteter Todesfall

Der Mord an einer Prostituierten ist nicht gerade das, was Meisterdetektiv Sherlock Holmes interessiert, erst auf Bitten von Dr. Watson hilfr er Inspector Lestrade auf die Sprünge. Doch als er mehr von den Hintergründen erfährt, ist er plötzlich in höchster Alarmbereitschaft, denn das Gesicht der jungen Frau wurde mit ätzendem Vitriol übergossen – ganz so wie in einem früheren Fall. Doch seine Ermittlungen reizen seinen Gegner, sodass Holmes bald einen schrecklichen Verlust hinnehmen muss...

Mit einer Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden ist „Sein schrecklichster Fall“ eine der längsten Hörspiele um Sherlock Holmes, erschienen als 26. Folge der „Chronicles“ aus dem Hause Winterzeit. Die Vorlage stammt dabei von Gary Lovisi, der sich in seiner Geschichte recht weit von den Vorlagen von Sir Arthur Conan Doyle entfernt und neue Elemente einbringt, so sind hier recht viele – in Ermangelung eines besseren Wortes – Actionszenen eingebracht, überstürzte Handlungen und gefühlsbetonte Entscheidungen von Holmes, der mehr als einmal seinen klaren Verstand verliert. Auch richtet sich diese Folge nicht an minutiösen Ermittlungen aus, sondern konzentriert sich auf den unerwarteten Tod von Dr. Watson, die einiges an Ungemach bereit hält und Holmes in einer gänzlich ungewohnte Situation bringt. Sehr gut gelungen ist die Verknüpfung mit einem der ursprünglichen Fälle, dessen Protagonist hier wieder sein Unwesen treibt, dies zu erkunden ist sehr spannend und bringt eine zusätzliche Brisanz in die Folge. Der Erzähleranteil ist hier recht hoch – auch, weil Holmes über weite Teile der Handlung auf sich selbst gestellt ist, dennoch wirkt auch hier trotz den verwendeten Begriffes „Inszenierte Lesung“ die Produktion eher wie ein Hörspiel. Leider zieht sich die Handlung im Mittelteil etwas in die Länge, hier passiert einfach zu wenig, um den Hörer bei Laune zu halten. Doch gepaart mit dem düsteren Ausdruck, dem diabolischen Gegenspieler und der spannenden Handlung ist eine hörenswerte Folge der Serie entstanden.

Till Hagen übernimmt hier nicht nur die Rolle des Sherlock Holmes, sondern übernimmt als dieser auch einen Großteil der Erzähleraufgaben. Beides meistert er mit der ihm eigenen Souveränität, er spricht sehr eingängig und kann die aufgewühlte Gefühlswelt des Ermittlers auf den Punkt bringen. Viola Sauer ist als Mrs. Hudson im Einsatz und hat eine etwas größere Rolle als sonst, die sie mit viel Energie und einer eingängigen Betonung spricht. Sehr gut gefallen hat mir auch Markus Pfeiffer, der mit unheilvollem und bedrohlichem Klang und leichtem, glaubhaften Akzent eine sehr überzeugende Vorstellung abliefert. Weitere Sprecher sind Louis-Friedemann Thiele, Michael-Che Koch und Jodie Blank.

Normalerweise hält sich die akustische Gestaltung in dieser Serie ja eher zurück, durch die dramatischere und actiongeladenere Handlung dreht sie aber auch hier etwas mehr auf. Das Finale ist sehr prägnant mit Geräuschen in Szene gesetzt worden, die eine sehr dichte Atmosphäre schaffen, während ansonsten stimmungsvolle Melodien im Einsatz sind die die Aura der Geschichte unterstreichen.

Der Gegenspieler von Holmes in dieser Folge ist auf dem Cover abgebildet, das Gesicht eine entstellte Fratze, das Gesicht halb im Dunkeln verborgen, der Blick bösartig und hinterhältig, doch sehr gut gekleidet ist er in einem alten Gemäuer zu sehen – sehr stimmig! Das Booklet enthält neben Produkthinweisen zu anderen Holmes-Produkten auch die bereits bekannten Informationen zu den beiden Hauptsprechern.

Fazit: Diese Folge ist recht zweispältig: Einerseits bringt sie viel frischen Wind in die Serie, ist spannend und actiongeladen, andererseits entfernt sie sich recht weit vom Original. Leider sind auch einige langwierige Szenen in die Produktion gelangt, dennoch hat mir „Sein schrecklichster Fall“ gut gefallen, die Fortführung einer bekannten Geschichte ist insgesamt gut erzählt und mit einiger Schärfe umgesetzt.

VÖ: 22.Januar 2016
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9437-3268-9


Sherlock Holmes Chronicles – X-Mas Special 4. Das Rätsel der grauen Katze



Erster Eindruck: Ein weihnachtliches Rätsel...

Charles McDermott sucht die Hilfe des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, denn der Tod seines Vaters gibt ihm und der Polizei Rätsel auf. Holmes, der von dem Fall bereits aus der Presse erfahren hat, muss dabei aber direkt in drei Morden ermitteln – denn auch zwei andere Tote sind unter merkwürdigen Umständen gestorben. Nur die Spuren einer Katze sind am Tatort hinterlassen worden. Mitten im weihnachtlichen Trubel stehen Holmes und Watson unter Hochdruck...

Fast schon eine kleine Tradition bei den Sherlock Holmes Chronicles aus dem Hause Winterzeit ist die Veröffentlichung einer Weihnachtsfolge, „Das Rätsel der grauen Katze“ ist bereits die vierte derartige Folge. Die Geschichte wurde eigens für diese Episode von James A. Brett geschrieben, der es geschafft hat, punktuell weihnachtliches Flait durchscheinen zu lassen, die Konzentration dabei aber stets auf der Handlung zu haben. So muss sich Dr. Watson in ein von Holmes aufgezwungenes Kostüm zwängen, was sehr gut intergriert ist und zudem noch eine ordentliche Prise Witz einbringt. Der Fall an sich ist sehr clever durchdacht, wobei als wichtiger Beweis tatsächlich das Auftauchen der titelgebenden grauen Katze ist. Wie diese mit den Morden zusammenhängt und welches Motiv dahintersteckt ergibt sich recht langsam, aber durch immer neue Informationen ist das Geschehen sehr spannend gehalten. Gern rätselt man mit, verwirft Theorien und ist erstaunt über die kleinen Wendungen. Dass alles in einem stimmigen und packenden Finale endet, schließt die Handlung dann gekonnt ab und sorgt mit einigen cleveren Kniffs für einen gekonnten Abschluss dieser sehr starken Folge der Serie.

Auch wenn die Produktion eher wie ein Hörspiel denn wie eine inszenierte Lesung wirkt – die Anzahl von gerade einmal sieben Sprechern spricht ebenfalls für zweiteres. Hendrik Martz ist in der Rolle des Charles McDermott zu hören, den er mit überzeugender und lebhafter Sprechweise umsetzt und seine Szenen gut zur Geltung bringt. Sven Gerhardt hält sich als Inspektor Bradstreet eher zurück, liefert aber eine ebenso gelungene Leistung ab, die gut zur der Rolle passt. Frank Röth ist als James Nelligan mit seiner markanten Stimme und der passenden Attitüde auch eine sehr gute Besetzung. Neben den Hauptsprechern Tom Jacobs und Till Hagen sind auch Dirk Hardegen und Gerald Schaale zu hören.

Die eingesetzte Musik ist eingängig und vielseitig, wobei nur sehr wenige weihnachtliche Melodien eingesetzt wurden. Die Szenen wirken sehr eingängig, auch durch die Geräuschkulisse, die sehr gut an die jeweilige Situation angepasst wurde. Durch diese lebendige Herangehensweise wirken auch die langen Dialoge kurzweilig und prägnant.

Vor der Kulisse des verschneiten Londons mit ihren typischen Wahrzeichen sitzt eine graue Katze, den Blick konzentriert auf den Boden vor sich gerichtet, die Augen gelblich leuchtend – das Cover der Folge ist gelungen und weckt die Lust auf die kommende Geschichte. Ergänzt durch den Schriftzug mit dem stilisierten Konterfei des Detektivs ist ein stimmiges Titelbild entstanden.

Fazit: Wie die Geschichte von den Katzenspuren zu ihrem eigentlichen Thema kommt, eine spannende Handlung mit einem Hauch weihnachtlicher Stimmung kombiniert, ist sehr gelungen und eine sehr gelungene Neuinterpretation der bekannten Figuren. Die spannende und kurzweilige Geschichte ist zudem sehr gelungen umgesetzt.

VÖ: 28.Oktober 2016
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9456-2455-5

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