Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 30. Die Stimme des Verräters

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 29. Brennender Zorn

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 28. Der längste Tag

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 27. Dreißig Silberlinge

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 26. Dunkle Fluten

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 25. Altes Blut

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 24. Der Knochenhändler

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 23. Das Medusa-Syndrom

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 22. Die vierte Macht

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 21. Boleskine House

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 16. Der Austausch

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 14. Labyrinth der Angst

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 13. Die Auktion der Diebe

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 11. Die Namenlose aus der Seine

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 10. Eine Nacht am Brocken

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 9. Das Erbe des Doktors

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 8. Der Röntgen-Zwischenfall

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 7. Ritual des Grauens

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 6. Hexenwald

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 5. Kalter Fels

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 4. Tod der Königin

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 3. Das Geheimnis des Alchemisten

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 2. Finsteres Hochland

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 1. Zeitenwechsel


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 30. Die Stimme des Verräters



Dr. Grell ist im schottischen Grey Tower in Gefangenschaft, nachdem er vom Zirkel der Sieben fallen gelassen und von Oscar Wilde und Mycroft Holmes gefangen genommen wurde. Bei einer Attacke auf sein Leben wird er schwer verletzt und entschließt sich, einige Geheimnisse zu offenbaren – allerdings nur seinen ehemaligen Widersachern. Und so reisen Holmes und Wilde in den hohen Norden in ein gut bewachtes Krankenhaus und erfahren von einer schrecklichen Bedrohung…

Wer erinnert sich noch an Dr. Grell? Zu Beginn der Serie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ hat er den beiden Protagonisten das Leben schwer gemacht und war der erste mehrfach vorkommende Gegenspieler und zudem das erste bekannte Mitglied des Zirkels der Sieben. Die ersten zehn Episoden waren stark von ihm geprägt, bis die Szenerien abwechslungsreicher wurden und Grell schließlich aus der Serie herausgeschrieben wurde – bis zur 30. Episode, in der er unvermittelt wieder auftaucht und erneut eine sehr besondere Stimmung mitbringt. Insbesondere, da er tatsächlich einige Überraschungen parat hat und Details aus dem Verbrecherbund preisgibt, um den mittlerweile ein ganzes Serienuniversum gestrickt wurde. Einiges davon konnte man sich zusammenreimen oder ahnen, es gibt aber eben auch wirkliche Wendungen, die den weiteren Verlauf der Serie verändern werden. Der Hintergrund des Zirkels wird dabei weiter beleuchtet, mit einer fast mythologischen Idee versehen und eine neue Bedrohung auf den Plan gebracht, der den weiteren Verlauf der Episode bestimmt. Der Szenenwechsel nach Island bringt hörbar neuen Schwung in die Handlung, wobei sowohl ruhige denn auch aufregende und druckvolle Momente eingebunden sind, was einen dynamischen Eindruck vermittelt. Gut gefällt mir, dass einige heikle Themen angesprochen werden und auch die Charaktere der Figuren noch einmal von einer anderen Seite beleuchtet werden. Das Ende ist sehr markant geraten und bringt Abwechslung in die Serie – zwar wird es auch hier brenzlig, doch die Auflösung des Ganzen ist dann doch anders als sonst. Eine sehr starke Episode, die die Rahmenhandlung der Serie deutlich nach vorne bringt.

Klaus Dieter Klebsch zeigt einmal mehr, was für ein hervorragender Sprecher er ist, indem er nicht nur seine schnarrende und herrische Stimme zum Besten gibt, sondern auch eine gebrechliche Stimmung heraufbeschwört und dabei ebenso überzeugend klingt. Als Tjark Björnisson ist Jens Wendland zu hören, der auch hier eine überzeugende Leistung abliefert und sich gut an die Atmosphäre der Serie anpasst. Auch Stefan Krause hat mir sehr gut gefallen, seine ausdrucksstarke Stimme fügt der Figur des Victor van Dahlen einige sehr interessante Facetten zu, was eine lebendige Figur erschafft. Weitere Sprecher sind Volker Brandt, Ulrike Möckel und Joachim Tennstedt.

Die akustische Gestaltung der Episode passt sich gekonnt an die dynamischen Wechsel der Handlung an, sodass es neben einigen ruhigen Szenen, in denen nur ein paar Nebengeräusche zu hören sind, auch opulenter ausgestattete Serien zu hören sind. Dann gibt es wieder die gelungene Kombination aus zahlreichen Geräuschen und aufwendigen Orchester-Klängen, die bereits in den vorigen Folgen so gut funktioniert hat.

Ein mittelalterlich anmutender Turm, aus groben Stein erbaut und von einer hohen Mauer umgeben, dazu ein paar Blitze und ein Scharm von Raben, die das Gebäude umkreisen – das Titelbild zur Episode mg zwar etwas beliebig wirken, passt tatsächlich aber mal wieder richtig gut zur Handlung und ergänzt die Covergalerie um ein weiteres ansehnliches Motiv. Das Innere ist wie immer schlicht gestaltet und enthält nur die wesentlichen Informationen zu den Mitwirkenden – sofern diese nicht schon auf der Rückseite genannt wurden.

Fazit: In „Die Stimme des Verräters“ wird nicht nur die Rahmenhandlung der Serie deutlich vorangebracht und noch einige neue Informationen um den Zirkel der Sieben offenbart, sondern auch eine eigenständige Handlung um eine unheimliche Bedrohung in Island erzählt. Das ist spannend, temporeich und markant erzählt, sodass eine sehr gelungene Episode entstanden ist.

VÖ: 27. November 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785781968


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 29. Brennender Zorn



Mitten auf einem Markt geht ein Mann ohne Fremdeinwirkung in Flammen auf und stirbt eines grausigen Todes – nicht der einzige Fall dieser Art, der sich in London ereignet hat. Niemand anderes als Mycroft Holmes scheint den Fall aufklären zu können, der gemeinsam mit Oscar Wilde zu ermitteln beginnt. Schon bald stoßen sie auf eine geheimnisvolle Sekte, die sich unter den russischstämmigen Bewohnern große Beliebtheit erfreut, aber in die Todesfälle verwickelt zu sein scheint…

Im Gegensatz zur vorigen Folge, die recht schnell in die vollen gegangen ist und der dann ein wenig die Luft ausgegangen ist, nimmt die 29. Episode der „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ die genau umgedrehte Richtung. Auch hier gibt es zwar eine markante Introszene, die aus einer harmlos wirkenden Szenerie durch das Auftauchen der spontanen Selbstentzündung eine markante Wirkung erzeugt. Doch danach geht es erst einmal mit recht langsamem Tempo weiter. Die ersten Kenntnisse werden in langen Szenen gezogen, aber auch erst, nachdem Holmes und Wilde in einem unterhaltsamen Wortgefecht zwar für Heiterkeit, aber eben nicht für Spannung sorgen. Das erste Drittel der Handlung ist deswegen für meinen Geschmack zu unaufgeregt geraten, danach gibt es aber deutlich mehr Spannungsmomente. Die Verflechtungen in der russischen Gemeinde, die bemerkenswerten Schauplätze mit einer imposanten Kirche, politisch und gesellschaftliche Themen, die darin eingebunden sind – die Serie findet dann wieder zu ihrer Stärke zurück und präsentiert eine Auflösung, die deutlich umfangreicher ist als zunächst gedacht. „Brennender Zorn“ überzeugt vielleicht nicht von der ersten Minute an, ist aber insgesamt lohnenswert und eine positive Episode der Serie.

Neben den beiden Hauptfiguren der Serie ermittelt hier auch mal wieder Bastien Lavache in dieser Episode, der von Peter Lontzek humorvoll und dennoch energiegeladenen umgesetzt wird. Er passt sich gekonnt den unterschiedlichen Szenen an und sorgt so für einen lebendigen Eindruck. Als Rasputin ist Tetje Mierendorf zu hören, der eine markante Sprechweise mit hartem Klang wählt und so eine beeindruckende Figur erschafft, die bestens in das Ambiente der Serie passt. Auch Torsten Münchow hat mir als Inspector Cullum gut gefallen, auch er schafft einen ausdrucksstarken Charakter, der seine Szenen einen passenden Auftritt verleihen kann. Weitere Sprecher sind Sarah Alles, Werner Wilkening und Tammo Kaulbarsch.

Wieder ist die akustische Umsetzung der Episode sehr vielfältig geraten und überzeugt auch durch seine vielfältige Geräuschkulisse, sodass es für viele Szenen ein passendes Ambiente gibt und die Handlungen oder die Umgebung lebendig erscheinen – und das teilweise auch gleichzeitig mit der orchestral anmutenden Musik. Dennoch überdeckt sich beides nicht gegenseitig, sodass auch die vielfältigen Melodien für eine dichte Stimmung sorgen.

Das Cover zu der Episode ist mal wieder ziemlich ausdrucksstark geraten, und das nicht nur wegen der üblichen Ornamente und der düsteren, rötlichen Farbgebung. Aber der Gesichtsausdruck des Mannes, der in Flammen steht und die Arme weit von sich streckt, ist voller Schmerz und Wut, was hervorragend zu der Handlung passt. Der Raum hinter der CD wird dazu verwendet, alle bisherigen Cover in Kleinformat zu zeigen.

Fazit: Wieder wurde es geschafft, der Serie einen neuen Dreh zu geben, die Ermittlungen bei den russischen Einwanderern bringen eine ganz besondere Atmosphäre mit sich – auch, weil viele markante Figuren in die Handlung geschrieben wurden und eine besondere Wirkung mit sich bringen. Auch wenn ich mir am Anfang etwas mehr Schwung gewünscht hätte, ist dennoch eine spannende Episode entstanden.

VÖ: 2. Oktober 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785781951


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 28. Der längste Tag



Der Zirkel der Sieben holt zu einem empfindlichen Gegenschlag gegen die Unterstützer der Krone aus, die Mycroft Holmes persönlich treffen soll. Und so gibt es eine Attacke auf ehemalige Veteranen, die mit Mycroft zusammengearbeitet haben – doch das ist noch längst nicht alles. Im Laufe eines einzigen Tages sollen zahlreiche andere Personen aus seinem persönlichen Umfeld umgebracht werden – und die Zeit rinnt ihm schneller durch die Hände als gedacht…

Dass der Kampf gegen den „Zirkel der Sieben“ kein leichter ist und die Mitglieder der Geheimorganisation zum Sturz der englischen Krone mit aller Härte zuschlagen, hat das Duo aus „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ in der gleichnamigen Hörspielserie schon des Öfteren erfahren müssen. Dieser Kampf gewinnt in der 28. Episode aber noch einmal an Schärfe, da sich die Attacken dieses Mal direkt gegen Mycroft Holmes richten und ihn sehr persönlich treffen. Dazu wird in der Introszene eben dieser Plan durch zwei Anhänger des besprochen und direkt danach eine dieser Angriffe in einer markanten Szene geschildert – die Spannung ist dementsprechend gleich zu Beginn sehr hoch, was durch Holmes‘ Verschwinden, die Durchsuchung seines chaotischen Zimmers und andere geschickt positionierte Hinweise fortgesetzt wird. Etwa zur Hälfte der Handlung geht der Episode zwar etwas die Luft aus und hält trotz des sehr interessanten Konstrukts die Spannung nicht durchgängig hoch, das dauert aber wirklich nur wenige Szenen lang. Zum Finale hin wird die Geschichte wieder dichter, aufregender und bedrohlicher erzählt, wobei auch die Charaktere wieder gelungen eingebaut sind und ihre ganz eigene Note hinterlassen. Eine weitere hörenswerte Episode, die gut in die Serienhandlung eingebaut ist, aber auch problemlos alleinstehend gehört werden kann.

Die Rolle des Mycroft Holmes wird hier noch einmal mehr in den Mittelpunkt gerückt und durch Reent Reins wie immer sehr sicher umgesetzt, seine volltönende Stimme und seine eingängige Sprechweise überzeugen in jeder seiner Szenen. In der Rolle des Samir ist Matti Klemm zu hören, der seiner Stimme einen düsteren und doch lebendigen Klang verleiht und so einen interessanten Gegenspieler darstellt. Dabei agiert er sehr abwechslungsreich und überzeugt mit gelungenen Facetten. Auch Engelbert von Nordhausen ist in einer kurzen Szene als Bronsky zu hören, er überzeugt mit seiner unverkennbaren Stimme und hinterlässt trotz des kleinen Auftritts einen gelungenen Eindruck. Weitere Sprecher sind Timo Kinzel, Wolfgang Bahro und Martin Sabel.

Das Sounddesign der Episode hat mir gut gefallen, wobei wieder viel Wert auf markante Musik gelegt wird. Diese ist meist klassischer Natur und drückt die Stimmung der verschiedenen Szenen gekonnt aus, besonders bedrohliche Momente werden durch sie unterstrichen. Aber auch die Geräuschkulisse weiß zu überzeugen und ist lebendig geraten, dadurch entstehen zahlreiche passende Hintergründe, die einen authentischen Ausdruck hinterlassen.

Für das Titelbild der Episode wurde mal wieder ein ungewöhnliches Motiv gefunden: Das riesige Skelett eines Dinosauriers ragt in der imposanten Halle eines Museums über die anwesenden Menschen, die allesamt nur als Silhouetten zu sehen sind. Gepaart mit der dunklen und rötlich geprägten Farbgebung und dem geschickt gestalteten Lichteinfall ist ein ansehnliches Cover gelungen. Wie immer sind die Sprecher auch hier wieder auf der Rückseite zu sehen, während das Innere und auch das kleine Booklet keinen wirklichen Mehrwert bilden.

Fazit: „Der längste Tag“ ist mit den unbarmherzigen Attacken auf das persönliche Umfeld von Mycroft Holmes packend geraten und enthält einen gelungenen Aufbau und viele markante Momente, auch wenn im Mittelteil durchaus kleinere Längen auftauchen. Doch das spannende Konstrukt und die vielen aufregenden Feinheiten sorgen für einen spannenden Verlauf, bei dem man die beiden Hauptfiguren noch ein wenig besser kennenlernt.

VÖ: 28. Juli 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785781289


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 27. Dreißig Silberlinge



Vordergründig werden Mycroft Holmes und – gezwungenermaßen – Oscar Wilde eine Landpartie unternehmen und sich dabei in höchst wichtigen Kreisen bewegen, weil Holmes dadurch einen Krieg zwischen den europäischen Großmächten verhindern will. Doch eigentlich soll Wilde die internationalen Teilnehmer ausspionieren und mögliche Feinde für Großbritannien ausmachen. Doch das Treffen droht zu einem Desaster zu werden, da kurz zuvor einige Mitglieder der gesellschaftlichen Elite unter merkwürdigen Umständen verstorben sind…

Als Rahmenhandlung der „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“-Serie hat sich der intrigante Kampf finsterer Mächte gegen den Adel und das vereinigte Königreich etabliert, was in jeder Folge ganz unterschiedliche Formen annimmt. Auch für die 27. Episode mit dem Titel „Dreißig Silberlinge“ wurde ein neuer Aufhänger gefunden, die Ausführung hätte jedoch insgesamt etwas gestrafft werden können. Die Introszene um die Verschwörer gegen die Krone und die gesellschaftliche Elite ist reichlich lang geraten und kann die Spannung nicht die ganze Zeit über halten, auch wenn das Thema der verfluchten Silbermünzen gut herübergebracht wird. Etwas temporeicher geht es dann mit einem ersten Unglücksfall weiter, zumal dort noch die gesellschaftliche Situation im viktorianischen Zeitalter dargestellt wird. Erst danach wird auf Wilde und Holmes umgeschwenkt, doch auch dort ist die Entwicklung erst einmal recht langsam, sondern wird mit einigen schlagfertigen Dialogen um Wildes neues Hobby ausgeschmückt – und schon wirkt der Einstieg in die Handlung nicht sonderlich kurzweilig. Dieser Eindruck ändert sich auch später nur zeitweise, einige Szenen hätten geschnitten oder gar ganz weggelassen werden können, viele Dialoge können die Spannung nicht durchgängig halten. Dafür gibt es neben der gelungenen Szenerie um die geheimnisvollen Todesfälle noch einige markante Charaktere zu entdecken, die aus ganz Europa zusammengekommen sind, was einige Konflikte und Intrigen ermöglicht. Gegen Ende zieht dann nicht nur die Bedrohung durch die Gegenspieler an, sondern glücklicherweise auch das Tempo, sodass einem überraschenden und gut erzähltem Finale nichts mehr im Wege steht. Eine recht typische Episode für die Serie, die die verschiedenen Bausteine geschickt zusammensetzt.

Eckart Dux sorgt als Gastgeber des Treffens, Sir Rupert Hawley mit wunderbar hochnäsigem Auftreten und hochgestochener Ausdrucksweise für eine sehr markante Figur, die er mit einer realistischen Sprechweise ausstattet. Der russische Adelige Dr. Karol Rudjev wird von Uve Teschner gesprochen, der einer Stimme einen rauen Unterton verleiht und sich sehr gut an die Stimmung der Episode anpasst. Marcel Colle schafft eine ebenso markante und geheimnisvolle Figur und bringt dabei noch einen ganz leichten französischen Akzent als Rene de la Villahuchet mit ein, der authentisch und passend wirkt. Weitere Sprecher sind Oliver Stritzel, Annina Braunmiller-Jest und Florentine Draeger.

Akustisch wird wieder eine solide Leistung abgeliefert, die neben der bekannten und recht flotten Titelmelodie noch viele weitere gelungene Melodien einbindet. So werden die verschiedenen Stimmungen gekonnt aufgegriffen, was durch zahlreiche Geräusche ergänzt wird. Diese wirken manchmal etwas künstlich, sind jedoch passend ausgewählt und gestalten so manchen Hintergrund lebendiger. Schön, dass dabei auch mal lautere Momente möglich sind und die Musik für zusätzliche Dynamik sorgt.

Dreißig Silberlinge sind zwar nicht auf der Titelillustration zu sehen, ein paar historische Münzen sind aber mit ihrer gröberen Struktur zu einigen Beschädigungen abgebildet, was gemeinsam mi dem rötlich-braunen Hintergrund und den schlichten Schriftzügen ansehnlich geraten ist. Während das Backcover dafür genutzt wird, unter anderem die Sprecher aufzulisten, ist der Raum hinter der CD mit einer Folgenübersicht und den bisherigen Covern im Kleinformat ausgefüllt.

Fazit: Eine neue Intrige gegen das britische Königreich mit einigen Ideen, die man bereits aus der Serie kennt, aber gewürzt mit einigen neuen Elementen, die mir gut gefallen haben. So erinnert die Handlung hier ein wenig an eine Edgar Wallace-Szenerie und betont die international angespannte Situation, was für reichlich Zündstoff sorgt. Schade, dass dieser erst gegen Ende so richtig aufflammt und vorher einige langwierig wirkende Szenen zu hören sind, die die Spannung nicht durchgängig halten können.

VÖ: 29. Mai 2020
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 9783785781272


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 26. Dunkle Fluten



Bei einem Spaziergang an der Themse stürzt eine junge Frau versehentlich ins Wasser und wird dort angegriffen und unter Wasser gezogen. Nur kurz darauf findet ein Stadtstreicher die angespülte und zerfetzte Leiche am Ufer des Londoner Flusses. Schnell machen Gerüchte die Runde, dass der legendäre Jack the Ripper zurückgekehrt ist, um sein blutiges Werk zu vollenden. Mycroft Holmes setzt Oscar Wilde auf den Fall an, um Unruhen und Ausschreitungen zu verhindern…

Jack the Ripper ist immer noch ein Mysterium, das Rätsel um den brutalen Mörder im Londoner Stadtteil Whitechapel wurde immer noch nicht gelöst und findet immer wieder Einzug in die moderne Pop-Kultur. Auch die 26. Episode von „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ nimmt sich diesem Thema an und integriert es gelungen in die Struktur der Serie mit ihren exzentrischen und prägnanten Figuren und der dichten Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts. Dazu gibt es einige Introszenen, die zwar atmosphärisch geraten sind, aber leider auch etwas zu lang geraten sind. Auch danach gibt es einige Momente, die gestraffter und gekürzt sicherlich mehr Wirkung entfaltet hätten, zumal es auch etwas merkwürdig wirkt, wenn Oscar Wilde plötzlich seine Vorliebe für Yoga entdeckt. Davon abgesehen ist wieder eine gelungene Episode der Serie gelungen, die die anfänglichen Ereignisse auf unerwartete Weise mit der bisherigen Serie verknüpft und so sowohl eine eigenständige Handlung erzählt als auch die Serie fortführt. Ich mag sehr, wie immer wieder neue Überraschungen und Erkenntnisse für Kurzweil und zahlreiche unterschiedliche Szenen sorgen. Toll ist auch die enge Verbindung zum Schauplatz, London wird mit vielen markanten Örtlichkeiten lebendig, sodass man das Gefühl hat, gemeinsam mit Oscar Wilde durch die Stadt zu ziehen. Die Stimmung ist dabei durchgängig sehr dicht und unheimlich, was sich gegen Ende noch einmal zuspitzt und einen teuflischen Plan aufdeckt, der nur mit knapper Not verhindert werden kann – sehr hörenswert!

Wie immer bringen die Sprecher ihre Figuren mit all ihrem Witz und Charme sehr gut zur Geltung und sind gut zu den Rollen ausgewählt. Allen voran natürlich Sascha Rotermund, der die Rolle des Oscar Wilde wunderbar spitzzüngig und exaltiert umsetzt und dabei die Lacher auf seiner Seite hat, aber auch Spannung erzeugen und Actionszenen lebendig wirken lassen kann. Gordon Piedesack ist als Johan deWitt zu hören, mit seiner markanten Stimme schafft er eine interessante Figur mit einigen Facetten, die durch seine präzise Aussprache gut zur Geltung kommen. Und auch Ilona Otto überzeugt als Roberta O’Donnell mit ihrem unverwechselbaren Klang und passt sich wunderbar an die vorherrschende Stimmung der Episode an. Weitere Sprecher sind Wolf Frass, Tom Raczko und Peter Kirchberger.

Ich mag es, wie die unheimlichen Momente der Episode gekonnt mit leiser Musik untermalt wurde, aber auch heitere Momente um die beiden Hauptfiguren aufkommen oder die gut dosierten Actionszenen lebendig untermalt wurden. Die Geräusche sind punktgenau eingefügt und lassen die Dialoge lebendiger wirken, hätten an einigen Stellen aber ruhig etwas reichhaltiger sein können. Ein kleines Missgeschick ist im Intro geschehen: Hier wird ein falscher Folgentitel angekündigt.

Ein dunkler Abwassertunnel, nur spärlich aus einer herunterführenden Treppe beleuchtet, darin ein in wilder Flucht wegrennender Mann – das Covermotiv der Episode gefällt mir sehr gut und kommt mit der typischen Farbgebung der Serie sehr gut zur Geltung. Wie immer kann man sich bereits auf der Rückseite über die teilnehmenden Sprecher informieren, während die restliche Gestaltung wieder recht schlicht geraten ist.

Fazit: Die Folge verbindet viele positive Aspekte miteinander und erzählt dabei eine sehr eigenständige Geschichte, führt aber auch die Handlung der Serie gekonnt fort. Einige Szenen wirken zwar etwas starr oder zu sehr in die Länge gezogen, insgesamt ist aber eine spannende und abwechslungsreiche Episode entstanden, die wieder mit markanten Figuren und Schauplätzen überzeugen kann.

VÖ: 27. März 2020
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 9783785781265


Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 25. Altes Blut



Mit knapper Not können Oscar Wilde und Abel Hawthorn einen Anschlag des Zirkels auf den Suezkanal verhindern und zahlreiche Mitglieder festnehmen. Doch kaum wieder in ihrer Herberge angekommen treffen sie auf ihren alten Freund Bram Stoker, der auf der Spur des blutsaugenden Dracula ist und ihre Unterstützung benötigt. Und noch ahnen sie dort nicht, dass ihnen finstere Rache geschworen wurde...

Der Start in die Episoden von "Oscar Wilde & Mycroft Holmes" von Sebastian Pobot wirken manchmal etwas schwerfällig, oft genug muss der Bruder von Sherlock Holmes dem exzentrischen Autor erst einmal die Order für den neuen Fall geben. In der 25. Episode ist dies anders gelöst, der unfreiwillige Agent und sein Kollege Abel Hawthorne sind hier am Ende eines Einsatzes zu hören, was direkt actionreich und packend geraten ist. Das ist gut gelungen, danach werden wie gewohnt in eiligen längeren Dialogen die Grundpfeiler der Episode abgesteckt. Dabei gibt es neben dem Zusammentreffen mit Bram Stoker noch neue, unerwartete Bündnisse oder ein ausführlicherer Blick auf den Plan eines Gegenspielers eingebracht. Mir gefällt, wie sich so langsam ein komplettes Bild zusammensetzt und trotz der ausgestrahlten Ruhe eine spannende Atmosphäre entsteht. Wenn dann etwa zur Hälfte der Laufzeit wieder lebendigere und actionreiche Momente zu hören sind und das Tempo merklich anzieht, ist man dann auch schon so in die Handlung eingetaucht, dass man dem Verlauf trotz vieler neuer Informationen leicht folgen kann. Dass die Episode dabei wieder mehr auf den roten Faden der Serie eingeht und verschiedene Stränge zusammenführt, dabei auch noch einige neue Erkenntnisse bringt, ist umso gelungener. Einsteigen sollte man bei dieser Folge besser nicht, da Vorkenntnisse aus den vorigen Geschichten zum Verständnis notwendig sind. Hat man diese, ist "Altes Blut" aber wieder ein Genuss.

Der wunderbare Hans-Georg Panczak ist in der Rolle des Bram Stoker zu hören und verleiht seiner volltönenden Stimme einen markanten Klang, um den Autor und Abenteurer eine intensive Aura zu verleihen. Er gefällt mir sowohl in den ruhigeren als auch in den aufregenden Szenen sehr gut, da er immer den passenden Ton trifft. Auch Thorsten Michaelis hat mir äußerst gut gefallen, mit seiner ausdrucksstarken Stimme und vielen Facetten liefert eine sehr überzeugende Auftritte ab, die die Atmosphäre der Folge wesentlich beeinflussen. Manja Doering ist als Virginia Goodall zu hören, auch sie passt ihre markante und angenehm tiefe Stimme gekonnt der Szenerie an und sorgt so für eine interessante Figur. Weitere Sprecher sind Stefan Krause, Matti Klemm und Gabriele Pietermann.

Auch hier geht das Soundkonzept der Serie auf, was die düstere und mysteriöse Ausstrahlung der Episode unterstreicht. Die Geräusche und leise Melodien im Hintergrund sind dabei gut auf die verschiedenen Szenen angepasst und sorgen für einen lebendigen Eindruck. Auch die Dynamik der Handlung wird so zur Geltung gebracht, leise und laute Momente wechseln sich gekonnt ab und unterstützen so den Spannungsbogen. Schön, dass sich die akustische Gestaltung auch zurücknimmt und den Dialogen die große Bühne überlässt.

Passend zum Ägypten-Thema sind auf dem Cover die berühmten Pyramiden zu sehen, was wunderbar zu den erdigen Farben passt, in denen auch dieses Titelbild gehalten ist. Der Fledermausschwarm und insbesondere das starr blickende Auge, die ergänzend dazu eingesetzt sind, sind ebenfalls gelungen eingegangen und verleihen dem Cover seine ansprechende Optik. Wie immer sind auch schon hier die Sprecher auf dem Backcover zu finden, während das Innere keine zusätzlichen Informationen bietet.

Fazit: Eine dynamische Folge, die langsame Gespräche ebenso gelungen umsetzt wie dynamische Entwicklungen und spannende Actionszenen. Da verschiedene Handlungsstränge der Serie um den geheimnisvollen Zirkel zusammengeführt werden, ist die Episode besonders spannend, wenn man die Serie bis hierhin verfolgt hat.

VÖ: 31. Januar 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785759974


Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 24. Der Knochenhändler



Als Professor Benjamin Short in einer Anatomie-Stunde seinen Studenten menschliche Köpfe zur Sezierung zur Verfügung stellt, erkennt er einen der Köpfe wieder. Da er sich nicht vorstellen kann, warum die junge Frau ihren Körper der Medizin zur Verfügung gestellt haben sollte. Und so wendet er sich vertrauensvoll an Mycroft Holmes, der gleich alle Hebel in Bewegung setzt - und auch Oscar Wilde einen neuen Auftrag gibt. Die Reise nach York wird für ihn aber härter, als er es zunächst gedacht hätte...

Die Krimi-Serie mit Elementen aus Mystery, die sich um Sherlock Holmes Bruder Mycroft und den Schriftsteller Oscar Wilde dreht, überzeugt mit starken Charakteren - nicht nur bei den beiden sehr individuell gestalteten Hauptfiguren, sondern immer wieder auch in den Nebenrollen. In der 24. Episode der Serie trifft dies insbesondere auf die forsche Tilda zu, die Schwester der ermordeten jungen Frau. Mit ihrer ebenso bestimmten wie direkten Art hält sie ihre Mitmenschen ganz schön auf Trab - und bringt eine sehr eigenständige Stimmung in die Folge mit ein. Die Handlung von "Der Knochenhändler" ist ebenfalls spannend geraten, von der prägnanten Ausgangsszene und den nachfolgenden Nachforschungen entwickelt sich eine kurzweilige Geschichte, die allerdings auch einen etwas abrupten Umschwung hat und plötzlich auf ein anderes Thema als erwartet umschwenkt. Das hätte man durch eine geschicktere Entwicklung vielleicht organischer wirken lassen können, die düstere Szenerie wird dadurch aber nicht gestört. Der Bezug zu einem düsteren modernen Mythos ist gelungen, auch viele spannende und gefährliche Momente sorgen für gute Unterhaltung. Es holpert ab und an, einige Entwicklungen lassen sich vorausahnen, dann handeln die Charaktere wieder irrational und wenig durchdacht, laufen gar offenen Auges in ihr Verderben. Wen diese kleinen Logiklücken nicht stören, wird aber auch bei dieser Episode, die eher für sich selber steht und die Serienhandlung nur nebenbei berührt, gute Unterhaltung vorfinden.

Professor Benjamin Short wird von Volker Brandt gesprochen, der die ersten Szenen des Hörspiels mit seiner markanten Stimme prägt. Dabei überzeugt er mit seinem Hang zu feinen Details, die er auch hier präzise einbringt. Christina Ann Zalamea hat mir als aufgedrehte und energische Tilds äußerst gut gefallen, sie bringt jede Menge Druck in ihre Stimme und bringt die aufgekratzte Art der jungen Frau sehr präzise zur Geltung, ihre Szenen machen durchgängig viel Spaß. Auch Udo Schenk ist als Dr. James Morland überzeugend, mit seiner tiefen und ausdrucksstarken Stimme gestaltet er die nachdrücklich und sehr präsent. Weitere Sprecher sind Markus Pfeiffer, Jaron Löwenberg und Michael Pan.

Die musikalische Gestaltung der Episode zeichnet den Spannungsbogen gekonnt nach, die fröhlichen und energiegeladenen Momente kommen durch dräuende Musik im Hintergrund gut zur Geltung, ebenso wie die fröhliche und energiegeladene andere Seite der Folge mit den vielen Geräuschen und schwungvollen Melodien gekonnt umgesetzt wurde. Manches Stück in den Szenenwechseln wirkt zwar etwas lang, insgesamt ist aber alles sehr stimmig umgesetzt.

Das Cover zu der Episode ist mit seiner dunklen Farbgebung stimmungsvoll geraten, wobei auch die weinroten Absetzungen ansehnlich wirken. Das Motiv ist in Sepia-Tönen gehalten, das einsame Metallbett vor dem Fenster mit den blinden Scheiben ist ansehnlich, wobei sich der Bezug auf die Handlung erst später erkennen lässt. Die restlichen Informationen sind schlicht aufbereitet, wobei die Sprecher wieder auf die Rückseite der Hülle gedruckt wurde.

Fazit: "Der Knochenhändler" wird im Laufe der Zeit immer düsterer gefärbt, überzeugt aber auch mit prägnanten Charakteren und einem dichten Stimmungsaufbau. Viele spannende Szenen, aber auch ein paar Logiklücken prägen die Handlung, die insgesamt sehr unterhaltsam wirkt.

VÖ: 29. November 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785759967


Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 23. Das Medusa-Syndrom



Die Expedition nach Spitzbergen sollte eigentlich Beweise für eine bisher unbekannte Hochkultur in der unwirtlichen Umgebung sammeln. Doch nur ein Teilnehmer ist unbeschadet zurückgekehrt. Sowohl die englische Krone als auch der Unternehmer Jeremiah Spart-Hornton, dessen Sohn ebenfalls mitgereist ist, wollen den Verbleib der Reisegruppe aufklären und beauftragen Mycroft Holmes und Oscar Wilde mit den Ermittlungen...

Es sind immer neue Ansätze, mit denen das ungleiche Duo aus Mycroft Holmes und Oscar Wilde in der nach ihnen benannten Serie konfrontiert wird. Auch die 23. Episode findet wieder einen neuen Aufhänger für die Episode ind entführt den Hörer in die eisige Schneewelt um Spitzbergen. Dazu wird in der Introszene die Expedition in Auftrag gegeben, direkt danach berichtet der einzige Überlebende Jack Adams von den Ereignissen, mit denen die Reisegruppe konfrontiert wurde. Dies ist in vielen Rückblenden geschehen, sodass auch der Hörer in die finstere Szenerie versetzt wird und viele unheimliche Momente miterlebt. Diese Erzählweise hat zudem den Vorteil, dass Oscar Wilde und Mycroft Holmes schon früh in Erscheinung treten und dem Hörer den unterhaltsamen Schlagabtäuschen bieten, selbst wenn sie selbst erst nach etwa der Hälfte der Episode aktiv ins Geschehen eingreifen und Wilde selbst nach Spitzbergen reist. Auch hierbei wird eben nicht nur die Handlung vorangetrieben, sondern auch durch die vielen Beschwerden und Kommentare des bekannten Autoren die Eigenheiten der Serie unterstrichen werden. Mir gefällt, wie sich hier Elemente aus Abenteuer, Mystery und Krimi vereinen und für einen sehr unterhaltsamen Verlauf der Handlung überzeugen, die sehr bedrohlich wirkt und viele gelungene Einfälle für eine dynamische Stimmung sorgen. Oft wird der Hörer dabei überrascht, was die Szenerie sehr dicht wirken lässt.

Der wunderbare Till Hagen ist als Jeremiah Spart-Hornton zu hören, der durch seine markante Stimme eine sehr präsente Aura für die Figur schafft und den Unternehmer mit viel Ausdruck ausstattet. Uve Teschner gestaltet die Rolle des Jack Adams mit rauer, dunkler Stimme und bringt so besonders die gruseligen Momente der Expedition gut zur Geltung. Er sorgt dabei für eine intensive Stimmung, die die Expedition präsent wirken lässt. Reent Reins spricht natürlich wieder die Rolle des Mycroft Holmes und stattet den Sonderermittler der Krone mit scharfem Spott in der Stimme und einer sehr eingängigen Sprechweise aus, was der Reihe erneut eine individuelle Ausstrahlung verleiht. Weitere Sprecher sind Norman Matt, Andreas Borcherding und Tommi Piper.

Die Stimmung, die in der Serie verbreitet wird in dieser Episode gekonnt variiert und mit zahlreichen unheimlichen Momenten versehen, was durch passende Musikstücke, vor allem aber auch durch eine Vielzahl an Geräuschen erzeugt wird. Das Heulen des Windes und das Knirschen von Schnee unter den Stiefeln sorgen zudem für eine passende winterliche Szenerie, sodass die Umgebung Spitzbergens lebendig wirkt.

Die sagenumwobene Medusa, die dem Hörspiel den Titel verleiht, ist auch auf dem Cover der Episode zu sehen. Der mit zahlreichen Schlangen gekrönte Kopf ist mit kaltem Blick in Stein gehauen und wirkt durch die Farbgebung der Serie mit ihren Beige- und dunklen Rottönen noch unheimlicher. Die restliche Gestaltung ist wie immer schlicht und übersichtlich geraten, während der Raum im Inneren vor allem für Produkthinweise genutzt wird.

Fazit: „Das Medusa-Syndrom“ ist von Anfang an mit einer sehr dichten, unheimlichen Szenerie versehen und baut dynamisch eine spannende Handlung auf. Gleich mehrere Rätsel müssen gelöst werden, wobei nie der Fokus von den spannenden Ereignissen um die Charaktere verloren wird. Das wirkt bedrohlich, düster und sehr eindringlich, sodass mir die Episode mal wieder sehr gut gefallen hat.

VÖ: 4. Oktober 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785759950


Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 22. Die vierte Macht



Nur kurze Zeit nach dem letzten Besuch von Oscar Wilde bei einem Lustknaben wird dieser grausam getötet und verstümmelt aufgefunden. Während sich die Presse an der scheinbaren Rückkehr von Jack the Ripper weidet, erkennt Mycroft Holmes die Tragweite des Mordes, da in dem Etablissement zahlreiche hochrangige Mitglieder des Adels und des Unterhauses verkehren. Und so muss Wilde in dem Fall selbst ermitteln...

In „Die vierte Macht“ macht die Hörspielserie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ eine Pause von der Rahmenhandlung um den Zirkel, der viele andere Teile bestimmt. Folge 22 kann allerdings für sich allein stehen und erzählt einen Fall, der zeitlich weitgehend unabhängig vom Rest funktioniert und theoretisch auch ohne Vorkenntnisse in der Serie funktioniert. In der Introszene wird nicht nur auf die Beziehung zwischen Oscar Wilde und dem käuflichen Lustknaben eingegangen, sondern auch einige Hintergrundinformationen angebracht, die den Fall von Anfang an geheimnisvoll wirken lassen. Tatsächlich häufen sich bald die Hinweise auf weitreichendere Verwicklungen, als der Mord an einem Prostituierten vermuten lassen würde. Der Bezug zu Jack the Ripper drängt sich dabei förmlich auf, wird aber nur als Aufhänger einiger Szenen gewählt, ohne das es die Handlung dominieren würde. Vielmehr geht es um den Machtkampf zwischen Mycroft Holmes und John Doyle, um Oscar Wilde, der selbst ins Fadenkreuz der Verdächtigungen gerät und um eine gesellschaftspolitische Intrige, der fest im viktorianischen Zeitalter verwurzelt ist. Das vielfältige Ambiente der Serie wird nicht in allen Registern gezogen, funktioniert aber dennoch prächtig und ist eine gelungene Kulisse für einen vielseitigen und durchaus spannend erzählten Fall, der manchmal jedoch eine Spur mehr Tempo vertragen hätte.

Sascha Rotermund ist natürlich wieder in der Rolle des Oscar Wilde zu hören und bietet eine sehr breite Palette an Emotionen - von liebestoll säuselnd bis hin zu süffisanten Kommentaren und spannenden Momenten ist er in jeder Szene sehr prägnant und überzeugend. John Doyle wird von Christian Rudolph gesprochen, der mit seinem harten, lauten Klang eine markante Figur schafft, die sehr gut in die Atmosphäre der Handlung passt und viele treffende Details einbaut. Thomas Nero Wolff spricht den zwielichtigen Alan Drake düster, rau und hinterhältig, was sehr passend wirkt und seinen Szenen einen sehr intensiven Ausdruck verleiht. Weitere Sprecher sind Rüdiger Schulski, Annina Braunmiller-Jest und Michael Pan.

Musikalisch wird dem Hörer solide Kost geboten, die viele Szenen sind mit stimmungsvollen Klängen untermalt und gut an die Handlung angepasst ist. Manche Zwischensequenz erscheint allerdings etwas zu lang. Die Geräusche, die passende Hintergründe für die Dialoge bilden oder die Handlungen der Charaktere verdeutlichen, sind ebenfalls gut angepasst und sorgen für eine passende Stimmung.

Eine düstere Londoner Gasse, spärlich von einer einzelnen Laterne beleuchtet, wodurch eher Schatten als Licht dominiert. Mittendrin ein Mann mit Stock und Zylinder in einem Gehrock - das Cover versprüht düsteren viktorianischen Zeitgeist, was durch die hübsche Optik mit den vielen Ornamenten unterstützt wird. Die restliche Gestaltung ist deutlich schlichter und bereits aus den vorigen Episoden bekannt.

Fazit: „Die vierte Macht“ ist ein gelungener Teil der Reihe, der mir mit seinen interessanten Grundlagen und vielfältigen Themen überzeugt. Der enge Bezug zu Oscar Wilde, der bissige Humor der Figuren und die spannende Handlung trösten über einige etwas lang geratene Szenen hinweg und sorgen für einen positiven Eindruck der Episode.

VÖ: 2. August 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785759264


Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 21. Boleskine House



Bei der Durchsuchung des Hauses von Benjamin Payton, der als Doppelspion im Hintergrund die Fäden für den Zirkel gezogen hat, stoßen die Sonderermittler der Krone auf ein geplantes Treffen des Zirkels. Mycroft Holmes schickt Oscar Wilde in Begleitung von Violet nach Boleskine House, um dem Zirkel weitere Geheimnisse entlocken...

Der Kampf gegen den geheimnisvollen Zirkel, der die britische Monarchie unter Königin Victoria stürzen will, ist seit Beginn der Hörspielserie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ das zentrale Thema, hat in der mittlerweile 21. Episode aber eine andere Form angenommen. Statt einzelner Schläge des Zirkels, denen Mycroft Holmes nur mit Not etwas entgegensetzen kann, hängen die Folgen nun enger zusammen, beschäftigen sich mehr mit der Struktur der Organisation und machen einen geschlosseneren Eindruck. Der Start von „Boleskine House“ ist dabei erneut eher ruhig, aber deswegen nicht weniger eindringlich. Eines der typischen Gespräche der beiden Hauptfiguren führt den Hörer in die Handlung der Geschichte ein und fasst noch einmal die wichtigsten Ereignisse zusammen, stellt aber auch gleich mit Bastien Lavache eine neue Figur vor, die einen neuen Aspekt in die Episode einbringt. Durch sie wird ein wenig mehr Magie eingebracht, aber auch der Bezug zu einer bekannten, realen Person - nicht die letzte Erwähnung einer solchen, die den Hörer aufhorchen lassen dürfte. Der Verlauf der Handlung ist nicht sonderlich temporeich, aber durchgängig interessant erzählt und von einer bedrohlichen Stimmung geprägt. Einige gelungene Ideen und markante Wendungen sorgen dabei für Abwechslung und immer neue Szenarien, was sich besonders im letzten Drittel mit gesteigerter Dynamik niederschlägt. Schön, dass dabei neben der Handlung der Episode auch die große Rahmenhandlung vorangetrieben wurde. Eine starke Episode, die mich sehr überzeugt hat.

Als Bastien Lavache ist Peter Lontzek zu hören, dessen tiefe Stimme einen markanten Ausdruck macht, die eingängige Betonung hat mich überzeugt, zumal er eine geheimnisvolle Aura um die Figur schafft und so die düstere Ausstrahlung unterstreicht. Mit Dietmar Wunder als Paul Annan ist ein weiterer sehr engagierter Sprecher zu hören, der sehr ausdrucksstark und vielseitig spricht. Auch er kann in seinen kurzen Szenen die Eigenheiten der Figur überzeugend darbieten. Als Violet ist wieder Mia Diekow zu hören, die sich mit ihrer hellen und doch harten Stimme von der männerdominierten Szenerie abhebt und sich ebenso wie diese gekonnt beweisen kann. Weitere Sprecher sind Kerstin Draeger, Julian Deuster und Wolfgang Condrus.

Erneut ist die akustische Gestaltung der Episode stimmig geraten, wobei sie sich eher dezent im Hintergrund hält. Dabei sorgen die Geräusche für einen stimmigen Hintergrund, während die Musikstücke die jeweilige Stimmung unterstreichen, was meist während der Szenenübergänge geschieht und die Dialoge eher für sich allein stehen.

Das namengebende Boleskine House ist auch auf dem Titelbild der Folge abgebildet, welche natürlich in der typischen Farbgebung der Reihe gehalten ist. Die Töne in Beige und Schwarz lassen das Gebäude ehrwürdig und düster erscheinen, während der rötliche Rahmen mit den Ornamenten sehr ansehnlich dazu passt. Auf der Rückseite der Hülle sind natürlich wieder bereits die Sprecher aufgelistet.

Fazit: Die langsame, aber eindringliche Entwicklung der Handlung erzählt einerseits eine geschlossene Szenerie, die auf wenige Spielorte und eine kurze Zeitspanne konzentriert ist. Dabei wird aber auch die Rahmenhandlung um den Kampf gegen den Zirkel vorangetrieben, was mit neuen Charakteren und vielen spannenden Momenten gelungen umgesetzt ist - besonders, da die Handlung gegen Ende deutlich an Druck hinzugewinnt.

VÖ: 31. Mai 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785759257


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 16. Der Austausch



Um diplomatische Beziehungen zu pflegen, ist der Austausch zweier Gefangener der politischen Geheimdienste geplant. Als Rahmen wurde eine Operninszenierung gewählt, doch Mycroft Holmes hat Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit seines Gegenübers. Und so schleust er nicht nur Oscar Wilde undercover bei der Produktion ein, sondern auch eine alte Bekannte seines Bruders: Irene Adler...

Oft steht bei der Hörspielserie „ Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ die düstere Stimmung im Vordergrund, die von dem geheimnisvollen Zirkel der Sieben und dessen finsteren Plänen zur Stürzung des britischen Empires ausgeht, was oft mit einigen humoristischen Aspekten garniert wird. In der 16. Episode ist es nun genau umgekehrt: Hier dominieren witzige Szenen mit einem sehr unterhaltsamen Verwirrspiel im Zentrum, während die düsteren Machenschaften eher im Hintergrund ablaufen und recht punktuell eingesetzt worden – entfalten dann aber auch ihre volle Wirkung und sorgen an genau den richtigen Stellen für viel dunkle Atmosphäre. Mir gefällt aber eben auch sehr, wie sich die anfänglich ziemlich problembeladene Beziehung zwischen Hauptfigur Oscar Wilde und der aus einigen Holmes-Geschichten bekannte Charakter der Irene Adler entwickelt und ein Wettstreit zwischen den beiden entbrennt, der einen unerwarteten Twist in die Handlung mit einbringt. Daraus resultiert eine ganz eigene Spannung, in der die beiden Agenten immer kurz vor der Enttarnung stehen und dem einige Male nur knapp entkommen, während sie das Umfeld der Oper mit einigen sehr präsenten Nebenrollen erkunden. Klar, dass es dabei auch einige divenhafte Auftritte gibt (allerdings von unerwarteter Seite), klar auch, dass alles in einem sehr präzise erzählten, großen Finale enden muss, Überraschungen wurden während der Handlung allerdings auch genügend geboten. Und so ist eine Episode entstanden, die gerade wegen der humoristischen Note etwas heraussticht, aber die spannenden Momente nie vernachlässigt – sehr gut erzählt!

Dass mit Irene Adler ein weiterer Charakter aus dem Holmes-Universum einen Auftritt hat ist erfreulich – ebenso, dass Yvonne Greitzke eine gelungene Mischung aus Bissigkeit, Härte und einem Hang zu sarkastischen Sprüchen gefunden hat, die gut in die Szenerie der Serie passt. Vielleicht soll es ja nicht ihr letzter Einsatz gewesen sein. Bodo Wolf ist als Milos Nemec zu hören und bringt den Opernsänger mit viel Pathos sehr lebendig zur Geltung, er wirkt immer sehr präsent und überzeugt mit seiner Strahlkraft. Auch Julia Casper kann sich hier gut plazieren und trifft als Jarmelia Vesela immer den richtigen Ton. Weitere Sprecher sind Jürgen Thormann, Till Hagen und Jochen Schröder.

Dass bei einem Hörspiel im Umfeld einer Opernaufführung auch mal klassische Musik zu hören ist, verwundert nicht weiter. Klanglich will sich dies aber nicht so recht in das ansonsten sehr stimmige Konzept einfügen, das mit vielen passend ausgewählten Melodien die Stimmung der Handlung weiter ausbaut. Auch die Geräusche tragen ihren Teil zum Gelingen bei und sind reichhaltig im Einsatz.

Das Cover erfüllt wieder den künstlerischen Anspruch, den sich das Label anscheinend selbst gesetzt hat und bleibt in der Farbgebung in Sepia mit einigen roten und schwarzen Elementen. Das eigentliche Cover wird von zwei durchscheinenden Gesichter vor dem Hintergrund einer großen Opernbühne geziert, was ebenfalls gut zu der Grundstimmung des Hörspiel passt.

Fazit: Viele humorvolle Szenen prägen dieses Hörspiel, welches dadurch sehr unterhaltsam geraten ist. Aber auch die spannenden Momente kommen gut zur Geltung, sodass eine ausgewogene und dynamisch erzählte Episode entstanden ist, in der nicht nur Wilde, sondern auch Irene Adler sehr gut ihren Charakter zur Geltung bringen können.

VÖ: 27. Juli 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5652-2


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 14. Labyrinth der Angst



Erster Eindruck: Unterirdische Suche mit Hindernissen...

Nach dem unerwarteten Besuch eines alten Studienkollegen verschwindet Mycroft Holmes aus dem Club, wobei der Bedienstete Mr. Mink wertvolle Hinweise geben kann. Oscar Wilde ergreift die Initiative und schart seine Verbündeten um sich, wobei schon bald ein Erpresserschreiben den Weg zur Befreiung von Holmes weist. Die Spur führt die Abenteurer zur Charles Darwin-Gesellschaft und zu einem schier unwirklichen Ort in Londons Untergrund...

Der „Zirkel der Sieben“ hat sich in der Serie um „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ längst als härtester Gegner des ungleichen Duos etabliert, tritt aber dennoch nicht in jeder Folge gleichermaßen in Erscheinung. Auch in der 14. Episode gibt es keine direkte Konfrontation, aber dafür jede Menge Hintergrundinformationen zur Entstehung des Geheimbundes – eine gelungene Art, die Serienhandlung weiterzubringen, ohne in bekannte Muster abzudriften. Schön auch das Thema, welches mit „Labyrinth der Angst“ schon ziemlich gut beschrieben ist. Die Entführung von Holmes ist stimmig in Szene gesetzt, Wildes Handlungen, um ihn aus der Geiselhaft zu befreien ebenfalls. Kernelement ist eine unterirdische Suche durch ein gefahrvolles Gebiet, was sehr stimmig inszeniert wurde und die Spannung konstant hoch hält. Schade nur, dass kurz zuvor noch im Schnelldurchlauf einige Charaktere vorgestellt werden. Das bedeutet nicht nur eine kurze Stagnation der Handlung, sondern sorgt auch nicht gerade für einen intensiven Eindruck dieser Rollen. Vergessen ist dies aber spätestens bei dem packenden Finale, das nach der sehr aufregenden Zeit eine interessante Begegnung in den Mittelpunkt stellt. Eine dynamische Folge mit verschiedenen Stimmungen und einem gut konstruierten Hintergrund, die der Serie eine neue Facette hinzufügt.

Peter Kirchberger gestaltet die ersten Szenen dank seiner hochgestochenen Sprechweise sehr lebendig, indem er Mr. Mink mit einer sehr besonderen Ausstrahlung versieht und Verwunderung und Aufregung gleichermaßen gekonnt darstellt. Mia Diekow ist mal wieder als Violet Ishiguro zu hören, deren Stimme hier unterschiedliche Facetten aufgreift, die harte Agentin aber immer mit einem rauen Charme ausstattet. Sven Plate bereichert diese Folge als Ning ebenfalls, sein markanter Klang passt wunderbar zu dem Charakter, der durch ihn immer sehr präsent wirkt. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Tobias Schmidt und Norbert Langner.

Wieder ist es eine andere Szenerie, in die uns die Handlung versetzt, und wieder ist dafür eine passende Hintergrundgestaltung geschaffen worden. Dabei sind gerade die letzten Szenen sehr gelungen umgesetzt und schaffen ein intensives Bild von der Umgebung. Die Musik fügt sich dabei stimmig ein und sorgt für einen lebendigen Ausdruck der Folge.

Ganz so geometrisch perfekt wie auf dem Cover dargestellt wird sich das unterirdische Labyrinth zwar nicht erstrecken, das Cover entfaltet aber dennoch einen starken Reiz – besonders durch die einsame Person im Mittelpunkt des kreisförmigen Gebildes. Die Farbgebung in Sepia und rötlichen Tönen ist auch hier wieder gekonnt angewendet worden.

Fazit: Eine Folge, die kurz vor dem Hauptteil zwar einen kleinen Knick in Sachen Spannung zu verzeichnen hat, allerdings auch mit vielen phantastischen Elementen, packenden Entwicklungen inklusive Todesfällen und einem flüssigen Verlauf in der unterirdischen Suche überzeugen kann. Starke Charaktere und eine unerwartete Auflösung, dazu Bezüge zur Biologie – eine gelungene Folge der Serie!

VÖ: 29. März 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5641-6


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 13. Die Auktion der Diebe



Erster Eindruck: Wilde undercover...

Die Inhaftierung eines legendären Meisterdiebes, der sich selbst „Der Schatten“ nennt, ist ein großer Erfolg für Scotland Yard. Doch beim Verhör verspricht dieser weitere Informationen für eine geringere Strafe zu liefern. Denn schließlich ist die jährlich stattfindende Auktion der Unterwelt, in der wertvolles Diebesgut seinen Besitzer wechselt, nicht nur ein Magnet für zwielichtige Gestalten, auch sollen dieses mal äußerst brisante Pläne versteigert werden...

Auch wenn im Titel der Serie Schriftsteller und unfreiwilliger Geheimagent Oscar Wilde sowie der Bruder von Sherlock Holmes Mycroft in einem Atemzug genannt werden, sind gemeinsame Szenen mit den beiden eher rar gesät. Auch die 13. Folge der Serie macht da keine Ausnahme, da beide Charaktere für verschiedene Teile der Geschichte verantwortlich sind: Holmes für den Beginn und das Verhör, Wilde für den Mittelteil. Beides geht gelungen ineinander über, beides hat viel Atmosphäre und einen kurzweiligen Verlauf. Doch ganz so stark wie einige seiner Vorgänger ist diese Folge nicht, da waren andere Handlungsstränge klarer umrissen und prägnanter erzählt. Doch auch hier gibt es einige Highlights, der Sklavenmarkt, auf den Oscar unversehens gerät beispielsweise, oder eben die titelgebende Auktion der Diebe. Diese ist das unbestrittene Highlight der Geschichte und gut mit der bisherigen Serienhandlung und realen Ereignissen verknüpft, hier kommt die Bedrohung der Welt durch diverse Superschurken wieder sehr gut zur Geltung. So verzeiht man, dass sich auf dem Weg dorthin kleinere Längen eingeschlichen haben und das Ende eine Spur zu abrupt erzählt ist, denn wieder ist eine abenteuerlich-mysteriöse Stimmung entstanden, die zum Markenzeichen der Serie geworden ist und mich immer wieder begeistert.

Markus Pfeiffer ist als geheimnisvoller „Schatten“ zu hören und gestaltet seine Szene sehr intensiv, indem er seiner Stimme einen dunklen Klang verleiht und so in wenigen Momenten eine einprägsame Figur erschafft. Michael Pans unverkennbarer Klang erzeugt auch hier wieder viel Aufmerksamkeit und sorgt so für eine intensive Szene, die mir richtig gut gefallen hat. Auch Tommi Piper ist als Felix Perrin eine Bereicherung für das Hörspiel, eine weitere starke Stimme, die sehr gut in die vorherrschende Atmosphäre passt. Weitere Sprecher sind Tobias Lelle, Holger Mahlich und Rüdiger Schulski.

Die Atmosphäre ist auch hier wieder sehr gut ausgestaltet, was insbesondere durch die vielen unterschiedlichen Melodien gewährleistet ist. Hier kommt sogar ein wenig nordafrikanisches Flair auf, wenn Wilde in Marrakesch unterwegs ist, aber auch die restlichen Szenen sind sehr stimmig untermalt worden. Hinzu kommen zahlreiche treffende und authentische Geräusche, die die Dialoge lebendig wirken lassen.

Es ist eine Art kleiner Altar, der da in der typischen Farbgebung der Covergestaltung auf dem Cover zu sehen, wertvolles Diebesgut, sanft von einer Kerze beleuchtet. Das reichverzierte Design ist dabei sehr ansehnlich und stimmig inszeniert und hat einen Bezug zur Handlung, ohne zu viel von ihr zu verraten. Wie immer sind die Sprecher auch hier bereits auf der Rückseite angegeben.

Fazit: Ganz so prägnant wie einige andere Folgen der Serie ist „Die Auktion der Diebe“ zwar nicht, dafür weist der Mittelteil einen zu geringen Bezug zum eigentlichen Thema auf Doch die dichte Atmosphäre und besonders der sehr starke Schlussteil können hierfür entschädigen. So ist dennoch ein gutes Hörspiel entstanden, das mit markanten Charakteren punktet.

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5549-5


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 11. Die Namenlose aus der Seine



Erster Eindruck: Ermittlungen und Verfolgungen in Paris

Zunächst klingt es nicht nach einer Staatsaffäre, sondern nach einem zwar mysteriösen, aber harmlosen Fall: In Paris ist eine verwirrte junge Frau aufgetaucht. Dennoch wird Oscar Wilde als Sonderermittler in die französische Metropole geschickt, denn es soll sich um niemand anderen als die Tochter des Präsidenten handeln. Doch auch finstere Mächte haben Interesse an der jungen Frau und wollen das Land einmal mehr ins Chaos stürzen..

Nachdem in der vorigen Folge ein weiteres Mitglied des Zirkels der Sieben vorgestellt wurde, hält sich „Die Namenlose aus der Seine“ auffällig zurück, was dieses Thema angeht. Denn auch wenn der finstere Geheimbund natürlich Erwähnung findet, in direkte Erscheinung tritt keines der Mitglieder. Das tut der Spannung keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Handlung ist sehr kurzweilig und mit so einigen Actionszenen versehen, zumal im mittlerweile typischen Stil der Serie auch eine mysteriöse Stimmung entsteht. Das Rätsel um die verschwundene Präsidententochter ist mit einem gelungenen Gedankenspiel verknüpft, das bestens zu der Serie passt. Und noch ein weiterer Aspekt in dieser Folge ist bemerkenswert: Die sehr interessante Bindung zwischen Wilde und der faszinierenden Fremden, die sich emotional sehr annähern. Das wirft einen neuen Aspekt auf Oscar Wilde, der sonst eher für amouröse Ausschweifungen bekannt ist. Das Finale ist dann schlichter erzählt als man es vorher vielleicht erwartet hätte, doch dieser passt gut zu der dynamischen und kurzweiligen Handlung. Eine runde und hörenswerte Folge, die ein gelungenes Zwischenspiel zwischen den ganz großen Dramen der Serie ist.

Sascha Rotermund liefert als Occar Wilde wieder eine ebenso ungewöhnliche wie treffende Leistung als Oscar Wilde ab. Seine oft snobistisch und exzentrisch überspitzte Art kommt dabei ebenso gut zur Geltung wie seine sanfte, empathische Art. Julia Fölster präsentiert sich einmal mehr als sehr ernstzunehmende und gereifte Hörspielsprecherin, klingt geheimnisvoll und sehr eindringlich in der Rolle der Madeleine. Till Hagen passt als Professor Arronait ebenfalls sehr gut in die Handlung und setzt seine sprecherische Erfahrung sehr zielgerichtet ein. Weitere Sprecher sind Holger Löwenberg, Alexander Turrek und Matthieu Carriere.

Die akustische Gestaltung der Folge hat mir ein weiteres mal bei dieser Serie gut gefallen. Die einzelnen Szenen sind individuell gestaltet und zeichnen den Spannungsbogen der Handlung gekonnt nach. Dabei sorgt insbesondere die Musik für eine gekonnte Ausstrahlung, die Geräusche sind insbesondere während der Verfolgungsszenen sehr lebendig inszeniert.

Das Cover zu dieser Folge mutet künstlerisch und mystisch zugleich an. Eine verwaschene Frauengestalt wurde als Titelmotiv ausgewählt und scheint ganz als Wellen zu bestehen, wobei auch die kühle Farbgebung einen gelungenen Kontrast zu der sonst erdigen Gestaltung ist. Wie immer gibt es auch hier schon auf der Rückseite der Hülle die Übersicht der Sprecher.

Fazit: Schnell baut die Folge eine geheimnisvolle Stimmung auf und führt diese konsequent weiter. Dabei punktet das Mysterium um die titelgebende „Namenlose aus der Seine“ mit einigen spannenden Actionszenen und einer sehr interessanten Hauptfigur. Schön, dass Wilde hier noch einmal andere Seiten von sich zeigt und ein weiterer Aspekt der Serie einfließt.

VÖ: 29. September 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5466-5


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 10. Eine Nacht am Brocken



Erster Eindruck: Zwei von Sieben

Drei englische Reisende treffen durch Zufall im deutschen Kaiserreich am Fuße des Brockens in einem Gasthaus aufeinander. Trotz – oder gerade wegen – der eindringlichen Warnung des Wirtes wollen die drei den als Hexenplatz verschrienen Berg besteigen, es fehlt nur noch an dem passenden Führer durch das Gebirge. Einige Zeit später werden Mycroft Holmes und Oscar Wilde auf den Fall aufmerksam und kommen einer schrecklichen Verschwörung auf die Spur...

In den bisherigen Folgen von „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ hat sich bereits herauskristallisiert, dass die geheimnisvolle Zirkel der Sieben eine zentrale Rolle spielt. Doch bisher kannte der Hörer lediglich den ebenso genialen wie diabolischen Dr. Grell, was sich in der zehnten Folge jedoch ändert. Ein weiteres Mitglied des Zirkels betritt hier die Bühne und legt eine ganz andere Attitüde an den Tag – nicht minder bösartig und hasserfüllt auf die englische Monarchie, aber geheimnisvoller, intriganter und mysteriöser. Das bringt noch einmal ganz andere Würze mit sich, zumal lange Zeit nicht klar ist, was hinter dem Plan des neuen Bösewichtes steckt. Zu Anfang wird recht viel Zeit darauf verwendet, die Grundsituation der drei Reisenden wird ausführlich dargelegt. Auch wenn dieser Teil sicherlich etwas gestrafft hätte werden können, ist er keinesfalls langweilig geraten, weil die düstere Stimmung am Brocken gut eingefangen wird. Später wird das Geheimnis um die drei verschwundenen Männer aufgedeckt, was sehr unterhaltsam erzählt ist. Das Tempo und die Dramatik nehmen dabei sukzessive zu, zumal der Plan ebenfalls an Intensität zunimmt. Diese Folge lebt von der düsteren Stimmung am Brocken und der Vorstellung des neuen Gegenspielers, was mit vielen spannenden Szenen gespickt wurde. Schön, dass auch innerhalb der Serie eine Weiterentwicklung zu bemerken ist.

Die Besetzung der Folge konnte mich ebenso überzeugen, beispielsweise hat Sven Plate einen sehr gelungenen Auftritt als Seth Reynolds, bei dem er seiner kratzigen Stimme einen sehr ausdrucksstarken Klang verleiht. Auch Detlef Bierstedt hinterlässt als Clint Abbott einen positiven Eindruck, mit energiegeladener Stimme sorgt er für einige intensive Momente am Brocken. Gabrielle Pietermann kann in ihrer Rolle einige neue Seiten von sich zeigen und kann die aufwühlende Gefühlswelt der jungen Frau sehr treffend inszenieren. Weitere Sprecher sind Martin Sabel, Michael Grimm und Alexandra Lange.

Die Geschichte ist wie immer sehr atmosphärisch umgesetzt, sodass gerade die ersten Szenen sehr unheimlich wirken. Dafür sorgen einige gut plazierte Musikstücke, aber auch viele Geräusche, die die Dialoge lebendiger wirken lassen. Das ergänzt sich alles sehr gut, sodass eine eingängige und passende Stimmung für die verschiedenen Szenen geschaffen wurde.

Das verschlungene Coverdesign mit den vielen Ornamenten kommt auch hier wieder gut zur Geltung, was sich gut mit dem Motiv der Folge, einer unheilvollen Mühle, ergänzt. Auch der Hintergrund mit den vielen kleinen Details ist in gedeckten, erdigen Tönen gehalten. Wie immer stehen bereits auf dem Backcover die Sprecher, wobei jedoch einige Zeilen merkwürdigerweise in Fettschrift gedruckt sind.

Fazit: Die Serie entwickelt sich hier noch einmal weiter, indem ein neuer Gegenspieler von Wilde und Holmes präsentiert wird, der noch einmal ein ganz anderes Auftreten mitbringt. Das ist sehr gut inszeniert und in einer spannenden und düsteren Geschichte angesiedelt, sodass trotz einer recht langen Introszene alles sehr unterhaltsam geraten ist.

VÖ: 21. Juli 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5465-8


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 9. Das Erbe des Doktors



Erster Eindruck: Ein Anschlag mit Folgen...

Dr. Grell entwickelt einen weiteren, diabolischen Plan, um das englische Königreich zu stürzen. Dafür beschafft er sich ein Elixier, dass in den Menschen enorme, aber auch zerstörerische Kräfte weckt. Als an den Folgen der französische Innenminister stirbt und der englische Geheimdienst dafür verantwortlich gemacht wird, will Mycroft Holmes Oscar Wilde auf den Fall ansetzen – und findet ihn in ziemlich prekärer Lage vor...

Der geneigte Hörer der Agenten-Serie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ wird sich nach dem Finale der letzten Folge bereits gedacht haben, dass Dr. Grell keinesfalls in den Schweizer Bergen umgekommen ist, sondern schnell mit weiteren finsteren Plänen von sich hören lassen wird. Dies wird schon in der ersten Szene von „Das Erbe des Doktors“ thematisiert, auch der geheimnisvolle Trank wird hier schon in die Handlung eingeführt. Der Schatten, der sich dadurch als düstere Ankündigung auf die kommende Geschichte legt, hätte schon vollkommen ausgereicht, doch anschließend wird auch noch die Szene um den Tod des französischen Ministers ausführlich dargeboten. Dies nimmt etwas Fahrt aus der Handlung, zumal auch die ersten Szenen um Holmes und Wilde noch viel Raum einnehmen. Nach diesem zu langen Intro entwickelt sich jedoch eine sehr unterhaltsame Handlung , die auf eine bekannte Geschichte zurückgreift und diese weiterentwickelt. Und: Langsam entfaltet sich auch die komplette Plan von Dr. Grell, was sehr intensiv und dramatisch umgesetzt wurde. Auch die unheilvollen Ankündigungen den Zirkel der Sieben betreffend fügen sich in das packende Finale gut mit ein. Gespickt mit einem gelungenen Zusammenspiel mit Violet ist so eine runde Folge entstanden.

Mia Diekow ist in der Rolle der Violet zu hören und kann besonders die spöttischen Kommentare der Agentin gekonnt darstellen und passt sich gut der vorherrschenden Atmosphäre der Handlung an. Sascha Rotermund ist als Oscar Wilde ebenfalls wieder sehr stark und legt viel Exzentrik in seine Stimme, sodass er einen schillernden und nie um einen Spruch verlegenen Charakter schafft. Constantin von Westphalen hinterlässt als Baptiste Perrin einen positiven Eindruck und bringt seine eigene Note in die Handlung ein. Weitere Sprecher sind Jochen Schröder, Otto Strecker und Markus Pfeiffer.

Akustisch wird von dem Produzententeam eine sehr saubere Leistung abgeliefert, sodass jede Szene eine passende Atmosphäre verliehen bekommt. Mal ruhig, dann wieder bestimmt von dramatischer Musik oder prägnanten Geräuschen, wird so auch die Dynamik der Folge gesteigert. Das passt alles gut zusammen und steigert den Reiz der Folge.

Der Eiffelturm ist nicht nur eines der bekanntesten Bauwerke der Neuzeit, sondern auch das Wahrzeichen von Paris und ganz Frankreich. Da er eng mit der Handlung verknüpft ist, passt er auch wunderbar auf das Cover, was aus einer interessanten Perspektive dargestellt ist und zusätzlich einen Mann mit ernstem Blick und Monokel ist der typischen, romantischen Art des Designs zeigt.

Fazit: Das Intro zu dieser Folge ist recht lang geraten und sorgt dafür, das die durchaus spannenden Komponenten schnell wieder verpuffen. Doch im Mittelteil kommt die Geschichte in Schwung und steigert sich bis zum packenden Finale immer weiter, wobei eine gelungene Einbettung einer bekannten Geschichte für ein reizvolles Gedankenspiel sorgt.

VÖ: 26. Mai 2017
Label: Highscor Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5464-1


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 8. Der Röntgen-Zwischenfall



Erster Eindruck: Showdown in den Schweizer Bergen

Der deutsche Wissenschaftler Willhelm Röntgen hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Strahlen, die das Innere eines Menschen sichtbar machen können. Lange hat er sich mit einer Publizierung zurückgehalten, doch nun hat er erste Ergebnisse veröffentlicht – und dabei gleich die Aufmerksamkeit dunkler Mächte auf sich gezogen. Und so stehen nur noch Mycroft Holmes und Oscar Wilde zwischen seiner Rettung und einem Krieg, der das ganze Land erschüttern könnte...

Weiter geht es mit Oscar Wilde & Mycroft Holmes, und nachdem die Rahmenbedingungen mit dem Kampf gegen den diabolischen Zirkel der Sieben abgesteckt wurden, konzentriert die die Handlung hier mehr auf einen einzelnen Fall, der jedoch gut in den roten Faden der Serie eingebunden wurde. Dazwischen ist eine sehr gute Kombination gelungen, die durch eine gelungene Introszene um einen Cafe-Besuch von Willhelm Röntgen eingeläutet wird. Auch die erste Szene um Holmes und Wilde ist kurzweilig und unterhaltsam gelungen, bevor dann recht schnell zum Fall des entführten Röntgen geschwenkt wird. Es gibt neue Verbündete, neue, sehr prägnante Feinde, wieder einige schreckliche Experimente an Lebewesen – und die Rückkehr eines alten Bekannten. Das ist alles sehr unterhaltsam geraten und mit sehr prägnanten Szenen gespickt. Es kommt noch ein wenig mehr Agenten-Feeling auf als sonst, die Geschichte ist spannend aufbereitet, wenn auch ein paar mehr überraschende Wendungen noch mehr Reiz entfaltet hätten. Dennoch: Eine sehr runde und gelungene Folge der Serie, die mit ihrer Einbindung von realen Personen viel Reiz erhält.

Joachim Tennstedt ist in der Rolle des Willhelm Röntgen gut besetzt, seine markante und ausdrucksstarke Stimme verleiht ihm eine sehr ernsthafte Aura. Rainer Fritzsche und Peter Lontzek sind als ungleiches Brüderpaar zu hören und bringen dabei eine sehr eigenständige und exzentrische Note mit in die Handlung ein, was mir sehr gut gefallen hat. Reent Reins ist als Mycroft Holmes wieder sehr stark, mit seiner markanten Stimme bringt eine immer neue Facetten in seinen Charakter mit ein. Weitere Sprecher sind Tobias Lelle, Holger Löwenberg und Nils Rieke.

Akustisch wird wieder eine runde Leistung abgeliefert, die einzelnen Elemente greifen dabei gut ineinander. Besonders die Geräusche und Sounds sind gekonnt eingebaut und sind in der Lautstärke der jeweiligen Situation angepasst. Die Musik bietet eine stimmige Begleitung einiger Dialoge und sorgt auch während einiger Dialoge für eine dichte Stimmung.

Gut hat mir wieder die Gestaltung des Covers gefallen, welches besonders beim Hören der Folge noch mehr an Bedeutung gewinnt. Das einsame Kreuz eines Telegrafenmastes in den halten Höhen der Schweizer Berge entfaltet aber auch so eine sehr düstere Stimmung, die detailreiche Ausgestaltung des Hintergrundes sorgt gemeinsam mit dem hübschen Schriftzug für eine ansehnliche Optik.

Fazit: Die Handlung wird hier sehr gradlinig erzählt und immer weiter vorangetrieben. Das wirkt sehr spannend und atmosphärisch, wobei die Geschichte in einem spektakulären Finale gipfelt. Die Einbindung realer Figuren ist dabei wieder sehr gelungen und steigert die gelungene Atmosphäre noch weiter.

VÖ: 16. März 2017
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5327-9


Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 7. Ritual des Grauens



Erster Eindruck: Ein unheimlicher Mörder...

Sherlock Holmes hat die polizeilichen Ermittler an seinen Bruder Mycroft verwiesen, da er den aktuellen Fall von Scotland Yard in seinem Bereich sieht. Dieser ist zunächst verwundert, denn der Mord an einigen Wissenschaftlern ist zwar durchaus mit einigen Fragen behaftet, bedroht aber eigentlich nicht die Sicherheit des Königreiches. Doch die Untersuchung der Lehmspuren an den Tatorten führt die Sonderermittler der Krone zu einem unglaublichen Verbrechen...

Sherlock Holmes ist vollkommen rationaler Natur, im Gegensatz dazu muss sich sein Bruder Mycroft in der Maritim-Serie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ auch mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigen. Die Krimiserie mit Mysteryelementen schlägt in der siebten Folge wieder einen direkten Bogen zwischen den beiden Geschwistern, auch wenn Sherlock selbst nicht in Erscheinung tritt. Doch das ist nur ein kleines Vorspiel um die Ermordung einiger Wissenschaftler, die von dem ungewöhnlichen Gespann auf Wilde und Holmes gelöst werden muss. Leser von Fantasyliteratur werden sich schon recht schnell zusammenreimen können, wie diese geschehen sind, und bereits im ersten Drittel wird auch die Identität des Mörders nebst seinem Motiv offenbart. Dann bleibt nur noch recht wenig Spannung übrig, auch wenn der weitere Verlauf mir der Verfolgung des Täters durchaus einige reizvolle Momente bietet – und wer die Hinweise nicht gleich entschlüsseln kann, wird sich dann noch mit einer gelungenen Auflösung überraschen lassen können. Der eingebaute Humor gefällt mir hier sehr gut, auh die kleinen Anspielungen auf die Hintergründe der beiden Hauptfiguren lockern die Handlung etwas auf. Zudem wird auch die Rahmenhandlung um den diabolischen Geheimbund weitererzählt, sodass trotz einiger zu langer Szenen und einer allzu offensichtlichen Auflösung eine runde Folge der Serie entstanden ist.

Reent Reins verleiht der Figur des Mycroft Holmes mit seiner kraftvollen Stimme wieder ein sehr präsentes Auftreten und ein harsches Auftreten, besonders in den späteren Szenen gewinnt er so viel Aufmerksamkeit. Tobias Lelle überzeugt in der Rolle des Andrew Wabbercott mit einer dynamischen Sprechweise, mit der er sich sehr gut an die unterschiedlichen Situationen anpasst und so den Spannungsbogen der Folge unterstreicht. Auch Arianne Borbach setzt den Fokus gelungen auf ihre Rolle der Agnes, ihre Stimme kommt in der düsteren Atmosphäre gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Wolfgang Condrus, Norman Matt und Kerstin Draeger

Die szenische Gestaltung des Hörspiels ist angemessen und verleiht den Dialogen mehr Stimmung. Insbesondere die Musik sticht dabei immer wieder heraus und sorgt für eindringliche Momente. Auch während der Dialoge ist diese teilweise im Einsatz und lenkt so die Aufmerksamkeit auf entscheidende Stellen, während der Einsatz von Geräuschen eher zur besseren Verdeutlichen der Dialoge dient.

Das Cover ist natürlich wieder im Stil der bisherigen Titelbilder gehalten und ist sehr ansprechend gestaltet. Zu sehen sind die Seiten aus einem alten Folianten, die mit mystischen Zeichnungen und Symbolen übersät sind. Die Farbgebung in Sepia mit vielen roten Elementen trägt noch mehr dazu bei, die Stimmung des Hörspiel auch optisch einzufangen.

Fazit: Kann man aus den gestreuten Hinweisen und entwas Wissen über mystische Figuren den Tathergang der Morde erschließen, entfällt leider etwas der Reiz der Folge, die ansonsten spannend und größtenteils flüssig erzählt wurde. Die Figuren kommen wieder sehr gut zur Geltung und sorgen gemeinsam mit der gelungenen Atmosphäre für viele düstere Momente mit einem dazu passenden Humor.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5326-2


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 6. Hexenwald



Erster Eindruck: Auf den Spuren der Brüder Grimm

Der Schwarzwald verliert einiges von seinem idyllischen Anschein, als einige bestialisch zugerichtete Frauenleichen gefunden werden. Die alten Mythen der Gegend verbreiten sich wieder, die Menschen haben Angst. Auch Mycroft Holmes erfährt von den Morden und schickt Oscar Wilde allein nach Deutschland, um in dem Fall zu ermitteln. Doch ein alter Bekannter wartet dort schon ausf ihn...

Es ist schon eine beachtliche Themenvielfalt, die bisher bei der Mystery-Serie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ präsentiert wurde, wobei sich reale Elemente mit Fiktion vermischen. Die sechste Folge der Serie bringt noch eine ganz neue Idee mit ein und verknüpft ein altes Märchen der Brüder Grimm mit dem äußerst grausamen Fall zweier Frauenmorde im Schwarzwald. Das ist sehr interessant aufbereitet und mein persönliches Highlight dieser Folge, seien es die kleinen Andeutungen während der Einführung, die vielen Anspielungen während der Ermittlungen oder die Konzentration in einer Schlüsselszene. Und auch der Fall selbst ist durchaus stimmig erzählt und hat eine klare Linie zu bieten, ist eher ein in sich abgeschlossenes Abenteuer als ein großer Wust an Geheimnissen wie in einigen vorigen Folgen. Doch leider finden sich auch hier einige Stolpersteine, was nicht nur an den erneut zu lang geratenen Dialogen liegt, sondern auch an einigen offensichtlichen Ungereimtheiten, die sich leider ziemlich offensichtlich präsentieren und so einige Fragezeichen beim Hörer entstehen lassen. Wieder wäre eine deutliche Straffung wünschenswert gewesen, auch wenn die „Hexenwald“ nach drei eher lagwierigen Folgen einen Sprung nach vorn und in die richtige Richtung gemacht hat.

Sascha Rotermund beweist, dass er als Oscar Wilde auch allein und ohne Mycroft Holmes sehr gut funktioniert, seine spitzzüngigen Kommentare und die immer hervorblitzende Scharfsinnigkeit machen ihn auch hier zu einem sehr interessanten Hauptcharakter. Jaron Löwenberg kehrt als Abel Hawthorne zum Cast zurück, auch hier liefert er eine sehr saubere und glaubhafte Leistung ab, allerdings wäre eine noch prägnantere Gestaltung der Rolle schön gewesen. Michael Pans unverkennbare Stimme ist als Konrad Wagner sehr gut in die Atmosphäre der Handlung integriert. Weitere Sprecher sind Bernd Stephan, Sven Dahlem und Anita Hopt.

Ein großer Pluspunkt der Serie ist nachwievor die sehr stimmige atmosphärische Gestaltung, die jede Szene in ein passendes Licht taucht. Immer eher düster, bedrückend und geheimnisvoll werden sehr hübsche Melodien eingebaut, die nicht nur die Szenenübergänge, sondern auch die Dialoge gelungen gestalten. Die Geräuschkulisse könnte hier manchmal noch etwas vielfältiger sein, doch auch diese ist insgesamt stimmig.

Ein einsames Holzhaus mitten im Wald, davor ein Mann mit Zylinder und Gehstock – das Cover der Folge fängt die Stimmung der Folge gut ein und ist mit seinem Detailreichtum und den erdigen Farben ansehnlich gestaltet. Die restliche Gestaltung bietet keine zusätzlichen Informationen, die Sprecherliste auf dem Backcover ist dabei aber wieder gesetzt.

Fazit: Ein interessanter Fall, eine sehr gelungene Verknüpfung zu dem Märchen, eine stimmige Einbettung in die bisherigen Erkenntnisse der Serie – viele gelungene Elemente, die jedoch durch ein zu lang geratenes Drehbuch und einige Seltsamheiten wieder abgeschwächt werden. Doch insgesamt ist eine Steigerung zu den Vorgängen festzustellen.

VÖ: 18. November 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5325-5


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 5. Kalter Fels



Erster Eindruck: Neue Verbündete, neue Feinde

Pasquale, der für den Zirkel der Sieben gearbeitet hat, will sich seine Gefangenschaft mit einigen Informationen über den geheimnisvollen Bund erträglicher kaufen. Und so haben Mycroft Holmes und Oscar Wilde endlich eine Spur, die sie verfolgen können. Sie begeben sich auf eine einsam gelegene, felsige Insel und erfahren dort Schreckliches...

Mit dem Zirkel der Sieben wird den Hörern der noch recht neuen Hörspielserie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ ein sehr präsentes Feindbild mit klarem Ziel mit auf den Weg gegeben, doch vieles bleibt auch in der fünften Folge noch im Dunkeln. Vielleicht etwas zu viel, denn auch wenn hier der Ursprung der Bewegung ergründet wird, werden nicht sonderlich viele Fragen beantwortet, sondern eher Detailarbeit geleistet. Dabei hätte der Serie ein ordentlicher Schritt in diese Richtung gut getan, die sich scheinbar schon jetzt etwas verfangen hat und nicht so recht auf den Punkt kommt. Und so wird auch hier einiges an Potenzial verschenkt, denn nach dem stimmungsvollen Intro um Pasquales Aussage sind wieder viele zu lange Dialoge entstanden. Hinzu kommt, dass die wenigen eingebauten Highlights nicht so recht zur Geltung kommen und zu ruhig, zu unspektakulär inszeniert sind, um wirklich mitreißen zu können. Zwar gibt es auch hier wieder gerade am Ende einige stimmungsvolle Bilder, die faszinieren können, und auch Setting und Charaktere gefallen mir weiterhin, es fehlt aber immer eine kleine Schippe, um mich wirklich begeistern zu können. Die neu eingeführten Rollen – sowohl auf der Seite der beiden Sonderermittler als auch deren Gegenspieler – bringen sehr individuelle Noten mit ein und sind interessant gestaltet, leider sind aber zu viele auf einmal eingeführt worden, sie drohen etwas unterzugehen.

Reent Reins ist wie in den vorigen Folgen auch wieder als Mycroft Holmes zu hören. Seine markante und harte Stimme und sein recht kühles Auftreten ergänzen sich sehr gut und lassen einen spannenden Charakter entstehen, dessen geheimnisvollen Anspielungen Würze in die Handlung bringen. Jaron Löwenberg ist in der Rolle des Abel Hawthorne zu hören, auch er passt sehr gut in die geheimnisvolle Atmosphäre und sorgt für einige gelungene Momente. Mia Diekow zeigt sich als Vioet Ishiguro mal von ihrer harten und mysteriösen Seite, was zu einem spannenden Charakter führt. Weitere Sprecher sind Bernd Rumpf, Peter Lpntzek und Christian Stark.

Im Grunde kann die akustische Gestaltung der Serie überzeugen. Die Musik ist sehr eingängig gestaltet und sorgt für eine eingängige und dichte Atmosphäre, was auch durch viele passende Geräusche unterstützt wird. Doch sobald die Geschichte etwas dramatischer wird, zieht die Stimmung leider nicht recht mit und bremst so die Wirkung dieser Szenen aus.

Das Cover ist wieder äußerst ansehnlich geraten, die Kombination aus Schwarz, Beige und einigen roten Elementen wirkt düster und geheimnisvoll. Angedeutet ist darauf eine Insel, die von einem stilisierten Totenkopf überlagert wird. Die restliche Gestaltung ist bereits bekannt und wie immer übersichtlich gelungen.

Fazit: Zwar gibt es auch hier viele positive Aspekte, doch die Geschichte wird zu langsam erzählt, um wirklich packen zu können. Zudem werden viele neue Elemente hinzugefügt, die aber eher wie schmückendes Beiwerk wirken und die eigentliche Handlung nicht vorantreiben. Die geheimnisvolle Atmosphäre und die interessanten Charektere kommen auch hier wieder gut zur Geltung.

VÖ: 9. September 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5324-8


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 4. Tod der Königin



Erster Eindruck: Ein Schritt in Richtung Jules Verne...

Der Zirkel der Sieben, ein geheimnisvoller Bund, der es sich zum Ziel gemacht hat, hat einen diabolischen Plan ersonnen, um die Königin Englands zu beseitigen und die Bevölkerung vom Joch der Monarchie zu befreien. In Dr. Grell haben sie einen scharfsinnigen Verbündeten gefunden, und nur zwei Personen stehen noch zwischen ihm und dem Gelingen seines Planes: Mycroft Holmes und Oscar Wilde, der die Monarchin in einer ungewöhnlichen Verkleidung beschützen will...

Die Serie um das ungewöhnliche Gespann aus Oscar Wilde und Mycroft Holmes ist in der vierten Folge immer noch in der Startphase, und auch wenn die Richtung der Serie bereits abgesteckt ist, gibt es immer noch viele Elemente, die in die Serie eingebaut werden können. In „Tod der Königin“ hat man sich für eine sehr interessante Variante entschieden, die sogar einige Anleihen an Jules Verne hat – zu der mysteriösen Stimmung gesellt sich hier nun auch eine Fantasy-Variante um Maschinen und scheinbar übermenschliche Körperkräfte. Das wirkt tatsächlich neuartig und konnte mich noch einmal überraschen. Verpackt ist das in eine Geschichte, die im Grunde sehr interessant ist und einen spannenden Verlauf bietet, aber wie seine Vorgänger auch etwas zu langatmig gelungen ist. Gerade die ersten Szenen hätten deutlich gestrafft werden und so auch mehr Dynamik erzeugen können. Und auch die Actionszenen wirken etwas gebremst, die Kommentare der Protagonisten zum Geschehen wirken nicht sonderlich dramatisch oder auch nur aufgeregt. Gut gefällt mir, dass der geheimnisvolle Zirkel der Sieben in Dr. Grell ein neues Gesicht bekommt, das sicherlich noch im weiteren Folgen für Aufregung sorgen wird. So überwiegen die positiven Aspekte dieser Folge, auch wenn für zukünftige Produktionen eine deutliche Kürzung des Skriptes wünschenswert wäre.

Sascha Rotermund ist natürlich wieder als Oscar Wilde zu hören und verteilt mit seiner spitzen Art wieder einige bissige Kommentare, beweist aber auch sein Gespür für ernsthaftere Szenen und einen gelungenen Spannungsbogen. Luise Lunow ist in einer kurzen Szene als Königin von England zu hören, ihre prägnante und kratzige Stimme passt sehr gut zu der Figur und haucht ihr Leben ein. Wunderbar ist Klaus Dieter Klebsch als Dr. Grell, mit seiner teuflischen Art und seinem unverkennbaren Klang ist so ein eingängiger Widersacher entstanden. Weitere Sprecher sind Leonhard Mahlich, Rüdiger Schulski und Dietmar Wunder.

Atmosphärisch wurde hier wieder eine sehr positive Leistung abgeliefert – eine der größten Stärken der Serie! Nicht nur, dass das viktorianische Zeitalter gekonnt wiedergegeben wird, auch der starke Einschlag in das Genre Mystery wird mit zahlreichen stimmungsvollen Melodien unterstrichen. Die Geräuschkulisse ist vielfältig und gewinnt den eher langsam erzählten Actionszenen noch glaubhafte Seiten ab.

Sehr gut gefällt mir wieder das Cover der Folge, das die Atmosphäre des Hörspiel gekonnt einfängt – auch wenn der Anteil an Frauen doch deutlich geringer ist als suggeriert wird. Die Darstellung des schönen Frauengesichtes mit den geschickt eingewobenen Gruselelementen ist jedenfalls sehr ansehnlich und wird durch die erdige Farbgebung mit den roten Einschüssen stimmig in Szene gesetzt.

Fazit: Leider ist die Folge wieder deutlich zu lang geraten, eine deutliche Straffung hätte ihr gut getan. Ansonsten sind sehr viele positive Aspekte zu finden, von dem neuen bösartigen Gegenspieler über die interessanten Figuren und die spannende Handlung bis hin zum leichten Fantasy-EInschlag.

VÖ: 14. Juli 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5323-1


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 3. Das Geheimnis des Alchemisten



Erster Eindruck: Oscar Wilde undercover

Im Vatikan haben sich gleich zwei merkwürdige Todesfälle ereignet, sowohl ein Priester als auch der britische Botschafter wurden ermordet aufgefunden. Mycroft Holmes wird auf den Fall angesetzt und schickt seinen nicht ganz freiwilligen Ermittler Oscar Wilde nach Italien, wo er sich als Priester verkleider mitten in das Herz Roms einschleicht...

Bereits zum dritten mal ist das ungewöhnliche Duo aus Mycroft Holmes, dem fiktiven Brider von Sherlock, und dem real existierenden Schriftsteller Oscar Wilde in „Das Geheimnis des Alchemisten“ gemeinsam zu hören. Nachdem in den vorigen Folgen die Grundlagen der Serie abgesteckt wurde, kehrt hier langsam Normalität ein – und das ist leider nicht so stark erzählt wie erhofft. Das liegt nicht an dem interessanten Umfeld des Vatikan, welcher durchaus reizvoll umgesetzt wurde, und auch die Atmosphäre ist hier recht dicht. Nur leider ist die Folge recht langatmig erzählt, was schon gleich zu Beginn spürbar zu Tage tritt. Denn nachdem der Hörer einen Mord direkt erzählt bekommt, wird ihm direkt anschließend ein Bericht über diesen präsentiert, in dem nur wenige weitere Details zu dem bereits Bekannten hinzugefügt werden. Und als wenn dies noch nicht genug ist, wird danach noch eine weitere Szene angeschlossen, indem Holmes Wilde noch einmal von den Morden berichtet – eine dreifache Wiederholung, die deutlich gestrafft werden müsste. Auch anschließend schafft es die Handlung nicht, Spannung zu erzeugen oder flüssig zu wirken. Immerhin kommt der Humor der Serie wieder gut zur Geltung, die bissigen Kommentare von Wilde und auch die stimmige Szenerie der Rahmenhandlung sind positive Aspekte dieser Folge.

Reent Reins ist als Mycroft Holmes wieder eine sehr starke Wahl, mit seiner markanten und harten Stimme passt er bestens zu der unnachgiebigen Figur und bringt dabei eine facettenreiche Ausgestaltung seiner Rolle mit ein. Konrad Bösherz ist als Marcelo Calvi zu hören, auch er setzt gekonnt Akzente und trifft genau den richtigen Ton für seine Rolle. Uschi Hugos prägnanter Klang ist als Therea Crunetti zu hören, mit Nachdruck und ihrer variantenreichen Sprechweise passt auch sie sehr gut in diese Folge. Weitere Sprecher sind Lutz Schnell, Martin Sabel und Holger Löwenberg.

Auch hier gefällt mir die akustische Umsetzung sehr gut, alles ist stimmig zusammengestellt und unterstreicht die mysteriösen Aspekte der Serie. Die Musik gewinnt der recht gradlinigen Folge noch einige dramatische Punkte ab, und auch die Geräuschkulisse punktet mit einem vielfältigen und passenden Gesamteindruck.

Der unheimliche Alchemist, der der Folge seinen Titel gibt, ist auh auf dem over abgebildet. Recht klischeehaft mit langem braunen Umhang und tief ins Gesicht gezogener Kapuze ist er vor einer kleinen Dorfkirche zu sehen. Die erdigen Farbtöne mit den roten Applikationen kommen auch dabei gut zur Geltung, die restliche Gestaltung ist bereits von den Vorgängern bekannt.

Fazit: Im Grunde wird auch hier eine interessante Geschichte erzählt, die sowohl einen eigenständigen Fall erzählt als auch die Rahmenhandlung etwas voran treibt. Doch leider ist dies ziemlich langgezogen geraten, besonders am Anfang wird bereits einiges wiederholt. Schade, denn so kommt die spannende Grundsituation kaum richtig herüber.

VÖ: 13. Mai 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5322-4


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 2. Finsteres Hochland



Erster Eindruck: Zweites Abenteuer mit anderen Vorzeichen

Menschen verschwinden im schottischen Hochland, es gehen Gerüchte von einem schrecklichen Untier um. Oscar Wilde, der immer noch von Mycroft Holmes wegen seiner Freiheit erpresst wird, soll mit einer kleinen Gruppe von Ermittlern für Auflärung sorgen, doch Holmes selbst wird ihn nicht auf der Reise begleiten. Und so erfährt Wilde nicht nur bald, was in Schottland wirklich vor sich geht, sondern auch mehr aus der Vergangenheit seines Erpressers...

Bei Maritim erscheint mit „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ eine neue Krimiserie, die neben der fiktiven Romanfigur Mycroft Holmes, der Bruder des bekannten Meisterdetektivs, noch den real existierenden Autor Oscar Wilde als Hauptfigur hat. Schon in der zweiten Folge verschiebt sich das Gleichgewicht der beiden Hauptfiguren deutlich zugunsten von Wilde, denn Holmes kommt hier nur recht sporadisch vor, gibt seinem unfreiwilligen Mitarbeiter den Auftrag, ist in kleinen Rückblenden zu hören. Dennoch erfährt man hier einiges über den „Sonderermittler der Krone“, er scheint so einige Geheimnisse zu bergen und ist keineswegs der Saubermann, für den man ihn halten könnte. Schön, dass sich die Charaktere so schnell weiterentwickeln und mehr in ihnen steckt, als anfangs vermutet. Die Geschichte an sich ist durchaus interessant und wird atmosphärisch erzählt. Lange wird der Hörer im Dunkeln über die wirklichen Vorgänge gelassen, die Auflösung ist reizvoll und spannend in Szene gesetzt. Leider ist auch diese Folge schon wie ihr Vorgänger recht träge erzählt, zu lange Dialoge bremsen die Entwicklung immer wieder und lassen einen eher starren Eindruck entstehen. Dennoch kann auch diese Folge mit ihrer interessanten Szenerie überzeugen.

Sascha Rotermund ist als Oscar Wilde eine sehr gute Wahl, er spricht den Autoren sehr spitzzüngig und kann auch dessen durchsetzungsstarke, kraftvolle Art gut zur Geltung bringen. Douglas Welbat bringt seine ganze Erfahrung als langjähriger Hörspielsprecher in seine Rolle als Barnabas Moore ein, auch er hat dabei einen gelungenen Ausdruck. Volker Brandt ist als Gordon McKinnock zu hören, seine ungewöhnliche Stimme passt auch sehr gut in die Atmosphäre des Hörspiels. Weitere Sprecher sind Dietmar Wunder, Jaron Löwenberg und Marie Bierstedt.

Gut gefallen hat mir auch die Produktionsweise des Hörspiels, durch den Einsatz von zahlreichen Melodien entsteht eine leicht romantische Atmosphäre, die sehr gut zu der Handlung passt. Auch die Geräusche sind treffend eingebaut und fügen sich gut ein, sodass alles wie aus einem Guss wirkt. Durch die gute Aufnahmetechnik wirken die Stimmen zudem sehr klar und kommen ohne störende Nebengeräusche aus den Boxen.

Das Cover stammt aus der Feder von Mark Freier, der sich an erdigen Sepiatönen orientiert und eine sehr ansehnliche, bergige Landschaft darstellt, durch die zwei englische Gentleman wandern. Durch den Detailsreichtum gibt es viel zu entdecken, was durch die bereits aus der ersten Folge bekannten Ornamente noch unterstrichen wird. Die Sprecher sind hier direkt auf der Rückseite aufgedruckt, sodass der Käufer gleich weiß, worauf er sich einlässt.

Fazit: Schon die zweite Folge fühlt sich ganz anders an als die Vorgängerfolge, da Mycroft Holmes selbst nur wenig in Erscheinung tritt – und dennoch das Geschehen mit einigen Hintergrundinformationen beeinflusst. Die Erzählweise ist für meinen Geschmack wieder zu langsam, die Story kann aber mit vielen spannenden Elementen punkten.

VÖ: 11.März 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5321-7


Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 1. Zeitenwechsel



Erster Eindruck: Ungewöhnliche Kombination

Als der bekannte Schriftsteller Oscar Wilde eines Tages wegen seiner sexuellen Ausschweifungen festgenommen wird, droht ihm eine harte Gefängnisstrafe. Doch ein Unbekannter tritt an ihn heran und macht ihm ein Angebot, dass er wegen seiner derzeitigen Situation kaum ablehnen kann: Er soll gemeinsam mit dem Fremden, der sich als Mycroft Holmes entpuppt, Ermittlungen für die englische Krone anstellen...

Sherlock Holmes ist momentan wieder in aller Munde. Doch was tun, wenn der Hörspielmarkt bereits von diversen Serien um den Detektiv überflutet wird? Die neue Serie von Maritim hat hierauf eine äußerst kretaive Antwort gefunden und ergänzt Sherlocks unbekannteren Bruder Mycroft mit dem real existierenden Schriftsteller Oscar Wilde, der wegen seiner Homosexualität zu Lebzeiten bekannt und teilweise verachtet wurde. Genau dies ist dann auch der Aufhänger für diese außergewöhnliche Zusammenarbeit, die eher unfreiwillig und heimlich geschieht. Das gut gelungene Szenario ist durchaus reizvoll, ebenso wie es diese erste Geschichte ist. Denn die beiden müssen gleich mehrere Fälle aufklären, in denen bisher unauffällige Menschen dem Wahnsinn anheim zu fallen scheinen. Die Aufklärung der Zusammenhänge und die Erkundung der Hintergründe sind der rote Faden dieser Folge und in einigen spannenden Szenen dargeboten. Allerdings ist diese Folge auch etwas in die Länge gezogen, manche Dialoge erstecken sich über eine Viertelstunde hin und sind schlicht zu lang geraten. Eine Straffung der Handlung wäre dementsprechend genauso hilfreich gewesen wie mehr Dynamik durch häufigere Szenenwechsel. Dennoch ist eine unterhaltsame und hörenswerte Folge enstanden, die mit ihrem gelungenen Ansatz und einer interessanten Ästhetik überzeugen kann.

Sascha Rotermund ist als Oscar Wilde zu hören, der dem Autoren eine exaltierte und immer leicht ironische Sprechweise zu eigen werden lässt und in den ganz unterschiedlichen Situationen glänzen lassen kann. Reent Reins steht ihm als Mycroft Holmes zur Seite, der eine ernste und trockene Art an sich hat und mit seiner tiefen Stimme immer wieder für Aufsehen sorgen kann. Leonhard Mahlich konnte mich als Dr. Benjamin Payton überzeugen, er passt sich sehr gut der Atmosphäre der Produktion an. Weitere Sprecher sind Holger Löwenberg, Konrad Börherz und Annina Braunmiller-Jest.

Die akustische Gestaltung ist sehr atmosphärisch gelungen, das viktorianische Zeitalter wird mit passenden musikalischen Klängen ausgemalt, sodass eine leicht romantische Stimmung entsteht. Und auch die Geräusche sind hier sehr treffsicher eingefügt, durch sie erhalten die Dialoge mehr Tiefe und wirken lebendiger und glaubwürdiger.

Dunkle Rot- und Orangetöne prägen das Cover zu dieser Folge, durch einige eingebaute Ornamente bekommt es einen sehr ansehnlichen Audruck verliehen, der sich gut mit dem schlichten Schriftzug verträgt. Als Motiv wurde ein Mann mit Zylinder und langem Mantel gewählt, dessen Gesichtszuüge wegen der Beleuchtung von hinten aber nicht zu erkennen sind.

Fazit: Das Zusammentreffen der beiden so unterschiedlichen Charaktere ist zwar streckenweise etwas dialoglastig und starr geraten, kann aber nicht nur mit der interessanten Kombination punkten. Auch die Handlung um die völlig verwirrten und agressiven Menschen kann mit einer gelungenen Auflösung und vielen spannenden Momenten punkten.

VÖ: 11.März 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5320-0

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