Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 10. Die Wahrheit der Gloria Scott

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 9. Duell im Vermissa Valley oder Das Tal der Angst

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 8. Die Bestie von Grimpen oder Der Hund der Baskervilles

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 7. Skandal in Bohemia

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 6. Die Crumply-Morde

Sherlock Holmes – Die Rückkehr

Sherlock Holmes – Die Memoiren

Sherlock Holmes – Die Abenteuer

Sherlock Holmes – Die Monographien

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 5. Der letzte Tanz

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 4. Der Sommerset-Fall

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 3. Die Spur des Teufels

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 2. Ein Fluch in Rosarot

Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street - 1. Das Rätsel von von Musgrave Abbey


Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 10. Die Wahrheit der Gloria Scott



Lange Zeit hat John Watson damit zugebracht, den E-Mail-Verlauf von Sherlock Holmes lesen zu können. Doch dieser enthält lediglich Aufzeichnungen zu einem lange zurückliegenden Fall, den der spätere Detektiv noch als Student gelöst hat. Genervt von seinem partybesessenen Mitbewohner flüchtet er sich zu nächtlichen Experimenten in das Chemielabor der Universität, wobei er eher zufällig einige merkwürdige Beobachtungen macht und einen Juniorprofessor auf frischer Tat ertappt…

In der zweiten Staffel von „Sherlock & Watson“ des Audio Verlags, der Neuinterpretation der klassischen Figuren in der heutigen Zeit, ist mit der Rahmenhandlung um den mittlerweile verstorbenen Detektiv und der andauernden Blogtätigkeit über sein Leben von seinem Freund eine Konstante vorhanden, die einzelnen Fälle spielen dann zu verschiedenen Zeiten im Leben der beiden. Die zehnte Episode geht weit zurück in die Vergangenheit und schildert einen Fall, an dem die beiden Hauptfiguren sich noch nicht kennen, in dem aber zahlreiche Weichen für das Leben von Sherlock gestellt werden: Viele bekannte Figuren aus dem Universum tauchen erstmals in seinem Umfeld auf, und auch das Verhältnis zu seinem Bruder Mycroft wird hier näher beleuchtet. Verpackt ist das in einen Fall im Umfeld von Sherlocks Universität, in dem er einen zunächst harmlos wirkenden Drogendealer auffliegen lässt, aber noch zahlreiche weitere Elemente enthält und immer wieder überraschende Einfälle bietet. Das ist abwechslungsreich und spanend geraten, wenn auch die Thrilerelemente der anderen Episoden nicht so sehr in den Vordergrund treten. Klassischer Krimi also – jedenfalls über weite Teile der Handlung, denn gegen Ende dreht die Handlung noch einmal richtig auf und punktet mit temporeichen Entwicklungen und erstaunlichen Umwälzungen. Doch es wird noch besser: Auch die Rahmenhandlung wird noch einmal auf überraschende Weise weiterentwickelt, gerade die anonymen Kommentargeber unter Watsons Blog werden noch einmal in ein anderes Licht gerückt. Das gipfelt in einem fiesen Cliffhanger, doch auch davor ist ein überzeugendes und sehr gelungenes Hörspiel entstanden, welches die Qualität der Serie unterstreicht und ihr erneut eine andere Ebene hinzufügt.

Florian Lukas ist natürlich wie immer in der Rolle des John Watson zu hören, der hier nur in der Rahmenhandlung und in den Erzähltexten zu hören ist, Dialoge sind für ihn nicht vorgesehen. Und dennoch schafft er es sehr gelungen, die Aura der Figur zu erfassen und in seine Texte einfließen zu lassen, aber auch die Spannung zu steigern und für zusätzliche Atmosphäre zu sorgen. Kai Magnus Sting ist in der Rolle des Mycroft Holmes zu hören, seine markante Stimme setzt er sehr standfest ein und schafft eine intensive Ausstrahlung für seinen Charakter, wobei er ganz andere Wege geht als man es von der Figur erwarten würde. Fritzi Haberland hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, mit ihrer klaren Stimme passt sie sehr gut zu der Rolle und fügt sich hervorragend an die moderne Atmosphäre der Episode an. Weitere Sprecher sind Heikko Deutschmann, Peter Jordan und Lisa Hrdina.

Auch in der Akustik ist der Transport der Handlung in die Gegenwart sehr gut gelungen, neben den markanten Chatelementen und den Einblicken in die schnelle Gedankenwelt von Holmes sind auch die Erzähltexte und Dialoge überzeugend gestaltet – insbesondere mit viel ausdrucksstarker, aber hintergründig eingesetzter Musikstücke, aber auch wieder mit vielen Geräuschen, die die Handlungen der Figuren unterlegen.

Wie bereits auch bei den früheren Episoden ist das Duo aus Johann von Bülow und Florian Lukas als Hauptsprecher gemeinsam auf dem Titelbild zu sehen, wobei als Hintergrund scheinbar die schottische Universität von Holmes gewählt wurde. Schön, dass hier trotz des feststehenden Konzeptes immer eine neue Stimmung geschaffen wird. Das Innere ist ansehnlich und übersichtlich gestaltet, neben den Mitwirkenden ist wieder auch eine Auflistung der eingespielten Musikstücke zu finden.

Fazit: „Die Wahrheit der Gloria Scott“ enthält nicht nur einen spannenden Fall, der sich komplexer darstellt als anfangs gedacht und einige gelungene Wendungen einbaut. Auch die Weichen, die in Holmes‘ Leben gestellt werden, sind sehr hörenswert – und ebenso, wie auch die Rahmenhandlung zu überraschen weiß und mit erstaunlichen Enthüllungen aufwartet. Das hat mir sehr gut gefallen und punktet mit einer wie immer dichten Atmosphäre.

VÖ: 18. März 2021
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 9783742417954


Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 9. Duell im Vermissa Valley oder Das Tal der Angst



John Watson ist immer noch auf der Suche nach dem geheimen E-Mail-Account von Sherlock Holmes, erinnert sich aber während eines Chatverlaufs mit seinen Followern an den Fall um Mr. Douglas, der ihm als Informant bei seinen Ermittlungen gegen James Moriarty weiterhelfen soll. Doch er findet nur noch die Leiche des Mannes, der sich scheinbar selbst erschossen hat. Doch genau in diesem Moment taucht die Polizei am Tatort auf…

„Sherlock & Watson“, die Neuinterpretation des bekannten Detektivs vom Audio Verlag, orientiert sich nicht nur bei den Figuren, sondern auch bei den erzählten Fällen lose an den Vorlagen von Sir Arthur Conan Doyle – allerdings nur in kleinen Motiven. So wurden die Geschichten nicht einfach in die heutige Zeit versetzt, sondern ein komplett neuer Plot mit einigen Elementen aus den Vorlagen geschrieben. So hat die neunte Episode Anleihen als „Das Tal der Angst“ und dreht sich um einen geplanten Hackerangriff und einen geschickten Versuch, diesen zu verschleiern und Sherlock Holmes von der Spur abzubringen. Es macht Spaß zu hören, wie dieser gewohnt hartnäckig und konsequent nachforscht und so langsam ein komplettes Bild des Falles zusammenbaut. Besonders, dass er auch den Hörer immer wieder an seinen Rückschlüssen teilhaben lässt, ist gelungen eingebaut und bringt die Handlung deutlich voran. Gerade im ersten Drittel der Handlung ist das Tempo allerdings recht langsam, viele Szenen wirken etwas zu sehr in die Länge gezogen – insbesondere da der Hörer nur eine vage Ahnung von dem bekommt, was sich im Hintergrund abspielt. Später ändert sich das aber, die Erzählweise wirkt kompakter und spannender, der Druck auf die Charaktere ist deutlicher zu spüren. Im Nachgang gefällt mir das Konstrukt der Episode auch gut, wieder ist ein moderner und packender Krimi mit Thriller-Elementen gelungen, in dem sich die beiden Hauptfiguren sehr gekonnt bewegen.

Auch in dieser Episode überzeugen mich die Sprecher vollkommen, insbesondere Johann von Bülow in der Titelrolle des Sherlock Holmes, der seine ganz eigene Interpretation des Ermittlers schafft und dabei viele feine Facetten einbaut. Das wirkt sehr lebendig und authentisch und hinterlässt einen markanten Eindruck des Charakters. Thomas Arnold ist in dieser Episode in der Rolle des Ted Baldwin zu hören und passt sich gelungen an die Atmosphäre der Handlung an, spricht betont und mit viel Ausdruck, sodass eine facettenreiche Figur entsteht. Auch Kathrin Angerer gefällt mir als Irene Adler sehr gut, mit viel Ausdruck und einer dynamischen Sprechweise bleibt sie positiv im Gedächtnis. Weitere Sprecher sind Heikko Deutschmann, Nina Weniger und Wilfried Hochholdinger.

Ich mag auch hier die moderne Umsetzung der Serie, die mit einigen Eigenheiten einen sehr individuellen Eindruck hinterlässt. Dazu gehören neben den gelesenen Chat-Verläufen oder den Gedankenfetzen von Sherlock Holmes, die schnell aneinandergeschnitten sind, auch viele Sounds aus der modernen Informationstechnologie und ungewöhnliche Musikstücke, die zwar nicht häufig, dann aber umso treffender eingebaut sind.

Auch hier wurden wieder Portraits der beiden Hauptsprecher für das Titelmotiv verwendet, die direkt in die Kamera schauen und so einen ersten Eindruck der Figuren vermitteln. Als Hintergrund wurde eine technisch-kühl wirkende Industriekulisse präsentiert, die den geplanten Hacker-Angriff gelungen thematisiert. Auch hier wurde wieder eine hübsches Digipack als Verpackung gewählt, das ansehnlich und übersichtlich gestaltet ist.

Fazit: Auch wenn der Start von „Duell im Vermissa Valley“ etwas zögerlich geraten ist und die Episode nur langsam in Schwung kommt, ist die Szenerie mit geheimen Informanten, trickreichen Intrigen und Verwechslungsspielen gut gelungen. Die Figuren bringen wieder ihren speziellen Charme mit ein, die moderne Inszenierung weiß ebenfalls zu überzeugen. Hörenswert!

VÖ: 19. Februar 2021
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3742417930


Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 8. Die Bestie von Grimpen oder Der Hund der Baskervilles



Auf einer Seite für Kleinanzeigen findet Sherlock Holmes ein interessantes Inserat: Charles Baskerville veranstaltet auf seinem Anwesen einen Wettbewerb für Detektive – doch nicht aus bloßem Vergnügen, sondern weil er sein Leben bedroht sieht. Eine solch skurrile Anzeige weckt natürlich sofort das Interesse des Privatdetektivs, sodass er mit dem unter Alpträumen und einer Belastungsstörung leidenden Dr. Watson auf den Landsitz fährt. Doch schon auf dem Weg dorthin begegnen sie einer verwirrten Frau, die offensichtlich von einem wilden Tier angegriffen wurde…

Für viele ist Sherlock Holmes eng mit dem nebligen London des späten 19. Jahrhunderts verbunden, doch genau diese Zuordnung wird vom Audio Verlag in der Serie „Sherlock & Watson“ aufgebrochen. Die achte Episode transportiert dabei den wohl bekanntesten Fall von Sir Arthur Conan Doyle in die heutige Zeit, wobei „Die Beste von Grimpen“ dem Titel „Der Hund der Baskervilles“ vorangestellt wurde. In einer kurzen Introszene um die Rahmenhandlung nach dem Tod von Holmes und den traumatischen Erlebnissen von Watson im Vietnam-Krieg wird recht schnell auf die eigentliche Handlung umgeschwenkt – und trotz einer Laufzeit von über einer Stunde und 50 Minuten ist das auch sehr notwendig, denn die Geschichte ist sehr dicht erzählt und reiht die Ereignisse eng aneinander. Dabei gibt es zahlreiche Charaktere, die auf dem Anwesen der Baservilles anzutreffen sind, allesamt Ermittler, angebliche Geisterjäger oder übersinnlich begabte Menschen – inklusive einigen wohlbekannten Figuren aus anderen Geschichten, die namentlich genannt werden und mit Humor eingebunden sind. Das bringt eine lockere Stimmung mit ein, was in der ansonsten spannend und druckvoll erzählten Handlung guttut. Dabei werden einige Motive aus der ursprünglichen Geschichte aufgegriffen, aber auf eine ganz andere Ebene geführt und mit aktuellen Themen verbunden, dabei in einen anderen Kontext gesetzt und auch ganz anders aufgelöst als bekannt – was die Episode natürlich auch für diejenigen interessant ist, die den Kanon von Holmes auswendig kennen. Die Geschichte wirkt dabei sehr ausgewogen und ist hervorragend auf die Figuren zugeschnitten, wobei besonders Sherlock Holmes einige überraschende, aber sehr passende Seiten von sich zeigen kann.

Die Sprecher der Episode gefallen mir äußerst gut und gestalten ihre Figuren sehr passend und lebendig, was bis in die kleine Nebenrolle gewährleistet ist. Die Sprecherin der Miss Marple ist mit ihrem feinen Humor und dem markanten Auftreten beispielsweise trotz vergleichsweise kurzen Auftrittes positiv in Erinnerung geblieben und füllt meine Vorstellung der Figur gekonnt aus. Charles Baskerville bekommt durch seinen Sprecher ebenfalls eine ausdrucksstarke Aura verliehen und überzeugt mit vielen feinen Facetten, die einen spannenden Charakter formen. Auch die Sprecherin der Eliza Barrymore passt sich gelungen der Szenerie an und verstärkt die düsteren und unheilvollen Elemente der Handlung mit ihren Anmerkungen.

Die akustische Umsetzung der Episode ist sehr vielseitig geraten, so sind neben den schnell geschnittenen Chatverläufen mit den entsprechenden elektronischen Geräuschen auch viele Szenen enthalten, die zurückhaltend inszeniert wurden und lediglich ein paar Hintergrundgeräusche enthalten, an anderen Stellen erklingt gut an die vorherrschende Stimmung angepasste Musik, was ganz verschiedene Atmosphären erzeugt und einen lebendigen Eindruck hinterlässt.

Die Covergestaltung konzentriert sich auch bei dieser Episode auf die beiden Hauptsprecher Johann von Bülow und Florian Lukas, die durch ihren Status als bekannte Schauspieler natürlich einen gewissen Werbeeffekt erzielen, aber auch gut zu ihren Rollen passen. Der Hintergrund spielt dabei auf die düstere Moorlandschaft Baskervilles an, was durch moderne geometrische Formen an die heutige Zeit angepasst wird.

Fazit: Der wohl bekannteste Fall von Sherlock Holmes wird mit vielen gelungenen Elementen angereichert – dem gelungenen Transport in die heutige Welt mit aktuellen Themen, interessanten Charakteren, ein wenig düstere Stimmung und einer gehörigen Prise feinen Humor. Die Handlung ist kurzweilig und verläuft dynamisch, wobei sich die Hinweise immer weiter verdichten und zu einem überraschenden Ende führen. Eine Episode, die mir mal wieder sehr gut gefallen hat.

VÖ: 22. Januar 2021
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 9783742417916


Sherlock & Watson: Neues aus der Bakerstreet – 7. Skandal in Bohemia



Dr. Watson ist wild entschlossen, die Reputation des verstorbenen Detektivs Sherlock Holmes wiederherzustellen. Doch als ihm anonym Posts zugehen, die auf einen nie veröffentlichten Fall anspielen, ist er verwundert, wie viele Details um den „Skandal in Bohemia“ bekannt waren. Und so erinnert er sich an den Besuch von Godfroy Norton, einem erfolgreichen Moderator im Kinderfernsehen, mit dem dieser Fall begonnen hat…

Nach etwas längerer Pause geht es mit „Sherlock & Watson“ vom Audio Verlag Schlag auf Schlag weiter, gleich zwei Episoden sind zum Start der neuen Staffel erschienen. Bereits im direkten Vorgänger von „Ein Skandal in Bohemia“ wurde die neue Rahmenhandlung ausführlich geschildert, sodass hier direkt darauf zugegriffen werden kann. Und so werden weitere Facetten der Idee eingebaut, wie John Watson das Ansehen seines Freundes retten will und dafür alte Fälle erneut erzählt, aber auch wie er mit Depressionen und Schuldgefühlen zurechtkommt – eine interessante Facette, die der Serie eine ganz neue Ebene verleiht. Der Fall an sich gefällt mir ebenfalls sehr gut und geht von einer geheimnisvollen Erpressung aus, die den bekannten Moderator vieler Kindersendungen Godfroy Norton ängstigen. Bereits zu Beginn sind viele interessante Beobachtungen eingebaut, die den Hörern Rätsel aufgeben, ebenso wie Bildbearbeitungen oder soziale Medien sehr authentisch ihren Platz einnehmen. Der Verlauf des Falles ist sehr abwechslungsreich, insbesondere da der Fall einige unerwartete Bahnen einnimmt und zu einem Finale führt, das die Ausgangssituation nicht vermuten ließ. Dass einige bekannte Figuren dabei mitwirken, steigert den Reiz nur noch weiter.

Felix von Manteuffel ist als Godfroy Norton eine hervorragende Wahl, nicht nur weil seine gealterte und sympathische Stimme so gut zu der Rolle passt, sondern auch weil er eine sehr feine und glaubhafte Darstellung seines Charakters darbietet und feine Facetten einbringt. Peter Jordan ist als Inspector Lestrade ebenfalls eine sehr gute Wahl, seine markante Stimme und sein pointiertes Auftreten sorgen für viel Aufmerksamkeit für den bekannten Ermittler, der hier seinen eigenen Charme entfaltet. Als Irene Adler ist Kathrin Angerer zu hören, die ihrer Stimme passend zu der Rolle einen dramatischen Klang verleiht und zudem viele gelungene Feinheiten einbaut. Weitere Sprecher sind Britta Steffenhagen, Patrick Güldenberg und Tonio Arango.

Die akustische Gestaltung gefällt mit einmal mehr sehr gut und unterstreicht das Tempo der Handlung, lässt aber auch ruhige Momente mit klassischer Musik vorkommen. Ein gelungener Kontrast dazu: Die moderne, elektronische Musik während der Internet-Chats. Aber auch die die schnellen Gedankenketten von Sherlock Holmes werden mit passender Musik und Halleffekten unterlegt, was ihnen eine sehr reizvolle Note verleiht. Alles wirkt sehr gut aufeinander abgestimmt und wurde sehr hochwertig in Szene gesetzt.

Erneut wurde für das Titelbild eine Fotografie der beiden Hauptsprecher gewählt, wobei besonders der verschmitzte Ausdruck von Johann von Bülow überzeugt. Als Hintergrund wurde dabei ein mit vielen hölzernen Ornamenten verziertes Treppenhaus ausgewählt, was viel zusätzliche Stimmung mit sich bringt. Im Inneren des mehrfach aufklappbaren Digipacks befinden sich neben den üblichen Angaben inklusiver der verwendeter Songs noch Kurzinformationen zu den beiden Sprechern und eine hübsche Fotografie.

Fazit: Auch die zweite Episode der Rückkehr von „Sherlock und Watson“ ist äußerst stark geraten und überzeugt mit einer flüssig erzählten Handlung voller gelungener Ansatzpunkte über überraschender Wendungen. Doch auch die Einbettung in die Rahmenhandlung ist sehr gelungen, mehr als zuvor ist bemerkbar, dass die Fälle eng zusammenhängen und auch gemeinsam eine Geschichte erzählen – sehr gelungen!

VÖ: 23. Oktober 2020
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 9783742417114


Sherlock & Watson: Neues aus der Bakerstreet – 6. Die Crumply-Morde



Fünf Jahre nach dem Tod von Sherlock Holmes wird ein Enthüllungsbuch über den bekannten Detektiv veröffentlicht, in dem Irene Adler von Drogen und Missbrauch des Einfluss seines Bruders Mycroft thematisiert, insbesondere aber die Behauptung aufstellt, er habe die gelösten Fälle selbst begangen, um sein Ansehen zu steigern. Seitdem zieht sich John Watson immer mehr zurück und kommt kaum noch gegen das Echo auf seinem Blog an. Dennoch gibt er nicht auf und rollt einen alten Fall noch einmal auf…

Fünf Jahre ist es her, dass die Hörspielserie „Sherlock & Watson“ um eine moderne Version des bekannten Detektivgespanns die bis dato letzte geplante Episode veröffentlicht hat. Nun ist die sechste Episode erschienen, in der die Handlung nach dem Tod Sherlocks ebenfalls fünf Jahre vergangen sind. So widmet sich der Start von „Die Crumply-Morde“ auch der Aufarbeitung der Zwischenzeit und konzentriert sich dabei auf Watsons Umgang mit dem Tod seines Freundes und der medialen Aufbereitung seines Lebens. In einer Rückblende wird dann aber ein Fall dargestellt, den Homes und Watson noch gemeinsam gelöst haben. Einige Motive wurden dabei dem klassischen Arthur Conan Doyle-Fall „Das Zeichen der Vier“ entnommen, aber völlig neu zusammengesetzt und in einen neuen Kontext gebracht. Der Aufbau des Falles ist von Anfang a recht spannend, schnell wird der Hörer an die Geschichte herangeführt und mit ersten Informationen versorgt. So ist das Interesse schnell geweckt, aber auch danach geht es mit steigender Spannungskurve weiter. So wird es auch für die Ermittler brisant und gefährlich, es gibt eine sehr packende Auflösung, in der es um die Sicherheit des gesamten englischen Königreichs geht, die aber auch noch Platz für zahlreiche Überraschungen bereit hält. Das ist heftig und wirkt sehr real, weckt Erinnerungen an einige schreckliche Medienberichte und unterstreicht einmal mehr, wie gut der Transport in die heutige Zeit geraten ist. Die geänderte Rahmenhandlung mit dem thematisierten Tod der Hauptfigur und ein spannender Fall mit aktuellen Themen sorgen für eine sehr gelungene Produktion der Reihe, die etwas weniger Wert auf die Social Media-Atmosphäre legt und neue Schwerpunkte setzt.

Florian Lukas ist der Serie treu geblieben und schlüpft erneut in die Rolle des John Watson und kann hier besonders in den Szenen in der heutigen Zeit mit sehr genauem und intensivem Gefühlsausdruck überzeugt und dabei nicht nur die Dialoge, sondern auch die Erzähltexte lebendig vertont. Auch Johann von Bülow ist in dem Fall wieder als Sherlock Holmes im Einsatz, er bringt die scharfsinnige, oft schroff wirkende Figur gekonnt zur Geltung und lässt so einen schillernden und markanten Ermittler entstehen. Udo Schenk setzt seine ausdrucksstarke Stimme wieder gekonnt ein und passt sich sehr gut an die vorherrschende Atmosphäre an, fügt aber auch einige eigene Facetten mit ein und prägt so den Ausdruck seiner Figur. Weitere Sprecher sind Stefan Kaminski, Fritzi Haberland und Peter Jordan.

Der Stil der erste n Episoden hat sich auch in der akustischen Umsetzung nicht wesentlich geändert, immer noch sind besonders die typischen Geräusche der modernen Zeit zu hören: Das Klingeln des Smartphones, die verzerrten Stimmen des Polizeifunks, ein belebter Pub oder das Quietschen eines Autoreifens. Im Gegensatz dazu ist die Musik sehr klassisch angelegt, Streichinstrumente oder ein leises Klavier begleiten häufig die Dialoge oder gestalten die Erzähltexte atmosphärischer. Aufwendig und dicht, eine sehr gelungene Produktion!

Für das Titelbild wurde – wie bereits bei den ersten Episoden der Serie - auf eine Fotografie der beiden Hauptsprecher, die typische Merkmale ihrer Rollencharaktere aufweisen. Der düstere und bläuliche Hintergrund mit dem Glockenturm Big Bens sorgt für eine gelungene Atmosphäre, die gut zu dem modernen Ausdruck der Serie passt.

Fazit: Die Rückkehr der Serie ist sehr gelungen geraten – nicht nur, weil die geänderte Rahmenhandlung einige emotionale Momente bietet und den Umgang mit sozialen Medien auf einem ganz anderen Level hinterfragt als bisher, sondern auch weil ein sehr spannender Fall entstanden ist. Dieser entwickelt sich konsequent weiter und birgt einige Gefahren und Überraschungen, sodass für eine durchgängig aufgeheizte Atmosphäre gesorgt ist. Da auch die akustische Gestaltung mit der Verbindung von klassischer Musik und modernen Geräuschen reizvoll ist und die Sprecher eindringlich agieren, gefällt mir „Die Crumply-Morde“ sehr gut.

VÖ: 23. Oktober 2020
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 9783742417091


Sherlock Holmes – Die Rückkehr



Erster Eindruck: Neue Fälle nach dem Tod...

Vor drei Jahren ist Sherlock Holmes bei einem Duell mit seinem Widersacher in den Tod gestürzt, und seitdem vermisst Dr. Watson ihn schmerzlich. Doch eines Tages läutet ein Mordfall, der ganz London schockiert hat, ein neues Kapitel ein, denn Watson trifft auf einen Mann, der ihm seltsam bekannt vorkommt. Und so können die beiden noch einer verängstigten Radfahrerin, einem entführten Adeligen, einer verzweifelten Verlobten und einem ratlosen Inspector helfen...

Sherlock Holmes erlebt zwar zurzeit eine wahre Renaissance und ist und ist in zahlreichen Umsetzung zu sehen und zu hören, doch die Faszination für den Meisterdetektiv bestand auch schon in den 60er Jahren, wie der Audio Verlag wieder einmal beweist. Denn die Box mit dem Titel „Sherlock Holmes – Die Rückkehr“ ist die Fortsetzung einer Reihe mit Sets alter Radiohörspiele, die nun wieder – manchmal auch erstmals – auf CD erhältlich sind. Fünf Geschichten vereinen sich hier, wobei vier davon recht kurz sind und beweisen, dass Arthur Conan Doyle es meisterhaft verstanden hat, Fälle auf das Wesentliche zu reduzieren. Meist ist es nur eine kleine Grundidee, die die Fälle trägt und reizvoll macht, die knappe Erzählweise dieser Umsetzungen verschärft diesen Eindruck noch. So konzentrieren sich die Folgen dann auch auf recht lange Dialoge, doch dazwischen schimmert auch immer viel von dem exzentrischen Charakter hervor. Der Fall des „goldenen Klemmers“ ist mit 43 Minuten der längste der fünf Episoden und als einziger auf einer eigenen CD untergebracht. Ein wenig komplexer ist der Fall schon, doch auch hier wird sehr gradlinig erzählt und eine trickreiche Auflösung geboten.

Peter Pasetti ist in drei der vier Fällen als Sherlock Holmes zu hören, seine unverkennbare Stimme mit dem leicht knarzigen Unterton verleiht der bekannten Figur ein sehr markantes Auftreten, er kann sich ebenso in den Vordergrund stellen wie zugunsten der Nebenfiguren zurücknehmen. Zweimal steht im Klaus Behrendt als Dr. Watson zur Seite, der eine eher ernsthafte Interpretation der Rolle abliefert und sich sehr gut an die jeweils vorherrschende Atmosphäre anpasst. In „Sherlock Holmes verfolgt eine Fährte“ hat Alexander Kerst die Rolle des Meisterdetektivs übernommen, der nicht ganz den Pfiff hat wie Pasetti, aber durch viel Authentizität überzeugt. Weitere Sprecher sind Heinz Leo Fischer, Erik Schumann und Marlies Schönau.

50 Jahre sind die Aufnahmen mittlerweile alt, doch durch ein gelungenes Remastering haben die Stimmen den damals üblichen blechernen Unterton fast vollständig verloren. Die Geräuschkulisse ist für Hörspiele der damaligen Zeit recht umfangreich und schafft glaubhafte Szenerien. Musik ist dabei eher wenig im Einsatz, alles passt hier sehr stimmig zueinander.

Die Box, die die drei CD-Hüllen umgibt, ist zwar etwas dünn geraten, wurde aber hübsch in Schwarz und Gold gestaltet. Auch die Silhouette von Holmes mit der markanten Kappe und der typischen Pfeife ist mehrfach eingebunden. Die einzelnen CDs haben jeweils ein eigenes Cover verpasst bekommen, mal mit Foto, mal grafisch gemustert, und immer sind im Inneren auch die Mitwirkenden der Produktionen ausführlich aufgelistet.

Fazit: „Die Rückkehr“ beinhaltet fünf kurze Fälle des Meisterdetektivs, alle eher schlicht in der Erzählweise, aber mit pfiffiger Wendung und einem ausgeklügelten Verbrechen. Hierbei wird viel Abwechslung geboten, von merkwürdigen Gegebenheiten bis zum Mord aus den verschiedensten Gründen ist vieles mit dabei. Die sehr stimmige Umsetzung macht auch wegen ihres klaren Klangs auch heute noch richtig Spaß – vor allem für Holmes-Puristen.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0460-2


Sherlock Holmes – Die Memoiren



Erster Eindruck: Acht Fälle für den Meisterdetektiv

Lange Zeit hat Sherlock Holmes den ersten Fall für sich behalten, den er selbst als Detektiv gelöst hat. Doch nach der langjährigen Freundschaft mit Dr. Watson berichtet er ihm dann doch von der Gloria Scott und seinem alten Studienkollegen Victor Trevor. Doch wo es einen Anfang gibt, muss es auch ein Ende geben, und so scheint Sherlock Holmes zum ersten mal einem Gegner nicht gewachsen zu sein...

Das Phänomen „Sherlock Holmes“ ist ungebrochen, vielleicht heute populärer denn je. Dem geschuldet (und weil es einfach richtig, richtig gute Vertonungen sind) hat der Audio Verlag im September 2017 zwei Boxen mit alten Radiohörspielen veröffentlicht, im Februar 2018 sind nun zwei weitere erschienen. „Die Memoiren“ enthält dabei satte acht Hörspiele auf fünf CDs mit einer Gesamtlaufzeit von über viereinhalb Stunden – genug Zeit also, um die Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle noch einmal aufleben zu lassen. Interessant ist dabei, dass in dieser Box sowohl der erste als auch der (scheinbar) letzte Fall des Detektivs vorhanden sind. Aber auch Sherlocks Bruder Mycroft wird hier chronologisch das erste mal erwähnt, man lernt also die Hauptfigur etwas besser kennen. Die Darstellung seiner Figur ist hier durchweg sehr gelungen, der leise Humor, der dabei zum Tragen kommt, kommt dabei immer wieder hervor. Und auch die Fälle sind gut zusammengestellt und sorgen für viel Abwechslung: Es gilt den Mord an einem Jockey zu klären (Silberstrahl), ein brisantes Dokument aufzuspüren, das aus dem Besitz eines Regierungsangestellten verschwunden ist (Das Geheimabkommen) und einem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen (Das Musgrave-Ritual) – ganz unterschiedliche Ansätze und auch verschiedene Lösungswege sind hier zu hören, was nicht nur Fans alter Radiohörspiele erfreuen wird.

Drei unterschiedliche Sprecher sind hier in der Hauptrolle des Sherlock Holmes zu hören, die meisten Einsätze hat Peter Pasetti, der sich die Figur völlig zu eigen macht und mit trockenem Humor, Gewitztheit und einer ordentlichen Portion Scharfsinn eine sehr überzeugende Leistung abliefert. Rolf Henninger bleibt da schon etwas blasser und versprüht nicht so viel Charme, sondern bleibt auf einer sachlicheren Ebene, was insgesamt einen soliden Eindruck hinterlässt. Alexander Kerst reiht sich dabei irgendwo in der Mitte ein, er lässt immer wieder den feinen Humor der Figur aufblitzen, widmet sich den Ermittlungen aber sehr ernsthaft. Weitere Sprecher dieser Box sind Horst Tappert, Elmar Wepper und Gert Grellmann.

Zwei der Hörspiele stammen aus dem Jahr 1984, die übrigen aus den 60er Jahren. Der Klang ist dabei überraschend gut, die Stimmen klingen größtenteils klar, ein Grundrauschen oder ähnliche störende Nebengeräusche sind nicht wahrzunehmen. Die Geräuschkulisse ist etwas reduzierter als bei aktuellen Produktionen, doch durch wohlplatzierte Sounds und einige kleine Musikstücke ist dennoch eine gute atmosphärische Gestaltung entstanden.

Ein kräftiges Türkisblau ist als Hauptfarbe der Gestaltung gewählt worden, was sich durch die gesamte Aufmachung in Kombination mit Schwarz und etwas Weiß zieht. Das Cover des etwas dünn geratenen Pappschubers ist bereits von den anderen Teilen der Serie bekannt und auch in dieser Farbkombination sehr ansehnlich, während auch die Titelbilder der einzelnen CDs individuell und ansprechend gestaltet wurden.

Fazit: Die acht Fälle dieser Box sind sehr unterschiedlich angelegt und sorgen so für viel Abwechslung und verschiedene Grundstimmungen. Dabei sind einige sehr prägnante Fälle vorhanden, wobei „Das letzte Problem“ aufgrund seiner Dramatik besonders heraussticht. Die Umsetzungen sind klassisch, auf den Punkt gebracht und sehr unterhaltsam.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0459-6


Sherlock Holmes – Die Abenteuer



Erster Eindruck: Neun Fälle für den bekannten Detektiv

Sherlock Holmes hat sich längst einen Namen als erfolgreicher Detektiv gemacht, sodass er sich über Nachschub an neuen Fällen keine Gedanken machen muss. Denn immer wieder suchen ihn neue Klienten in seiner Wohnung in der Baker Street 221b auf, wo er sich gemeinsam mit seinem Freund Doktor Watson eine Wohnung teilt...

Sherlock Holmes ist eine der bekanntesten Romanfiguren überhaupt und hat in den letzten Jahren noch einmal einen großen Popularitätsschub bekommen. Doch auch früher gab es schon viele Umsetzung der Klassiker von Sir Arthur Conan Doyle, was die neue Box vom Audio Verlag zeigt. Denn hier sind ganze neun (!) Produktionen verschiedener Radiosender versammelt, die zwischen 1962 und 1996 entstanden sind. Die Auswahl der Folgen beschränkt sich eher auf die kürzeren Geschichten, die zwar nicht sonderlich komplex sind, aber dafür jeder einen kleinen Kniff haben. Die Zusammenstellung ist so ähnlich bereits einmal in einer schlichteren Aufmachung erhältlich gewesen, allerdings ist „Das getupfte Band“ erstmals in dieser Version mit Peter Pasetti auf CD erschienen. Die Geschichte ist so ein Klassiker, der sehr ruhig erzählt ist und fast nur recht lange Dialoge enthält, dessen Auflösung beim ersten mal gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Das ist sehr pfiffig und macht auch in dieser Version viel Spaß. Ebenso auch „Die Weihnachtsgans“, die während der festlichsten Zeit des Jahres spielt und dabei einiges an Stimmung einbringt, ist recht turbulent und spielt mit einer wendungsreichen Handlung. Schön auch, dass bekanntere Geschichten wie „Ein Skandal in Böhmen“ mit eher unbekannten Episoden wie „Das Beryll-Diadem“ kombiniert werden und so ein guter Überblick über das Schaffen des Autors gegeben wird. Eine wirklich lohnenswerte Box, die nicht zuletzt auch die Entwicklung des Mediums Hörspiel nachzeichnet.

Wegen der unterschiedlichen Radiostationen und Produktionsjahren sind verschiedene Sprecher in der Rolle des Sherlock Holmes zu hören. Der bekannteste dürfte wohl der wunderbare Peter Pasetti sein, der die Rolle auch gleich in einem Drittel der hier vorhandenen Produktionen spricht. Seiner fast schon etwas knarrigen Stimme verleiht er einen scharfsinnigen Unterton und trifft so den Kern der Rolle. Rolf Henninger erreicht zwar nicht ganz seine Strahlkraft, spricht aber immer noch sehr präzise und facettenreich. Alexander Kerst punktet mit einer eingängigen Betonung und einer authentischen Sprechweise, wobei er insgesamt recht nüchtern klingt. Walter Renneisen wählt eine etwas lockerere Sprechweise und bringt noch einmal andere Facetten mit ein, sodass auch ein großes Spektrum an verschiedenen Interpretationen der Rolle zu hören ist. Als Dr. Watson sind Peter Fritz, Heinz Leo Fischer, Klaus Behrendt, und Heinz Meier zu hören.

Natürlich ist auch die akustische Gestaltung der Hörspiele bei einem Abstand von über 30 Jahren sehr unterschiedlich. Während die Produktionen aus den 60er Jahren mit nur wenigen Geräuschen unterlegt sind, wirkt „Ein Skandal in Böhmen“ aus dem Jahr 1996 schon deutlich ausgefeilter. Zudem ist der Klang von den älteren Aufnahmen naturgemäß ein wenig blechern, was Freunde des gepflegten Krimis aber nicht abschrecken dürfte.

Die Aufmachung der Box ist wirklich hübsch. Die fünf CDs stecken in einem ansehnlichen Pappschuber, der vorne in Schwarz, Weiß und einem dunklen Orange gestaltet ist und das Konterfei des Detektivs zeigt. Jede einzelne CDs steckt noch einmal in einem individuell gestalteten Jewel-Case, das mal mit geometrischen Formen und mal mit einer eigenständigen Zeichnung geziert wird. Zu jeder Folge gibt es eine kleine Zusammenfassung und eine ausführliche Auflistung der Mitwirkenden.

Fazit: Nicht nur die Aufmachung der Box ist gelungen, auch die Zusammenstellung der Folgen hat mir gut gefallen. Die eher kurzen Geschichten werden meist temporeich umgesetzt und sorgen immer wieder mit kleinen Wendungen für Kurzweil. Die Sprecher sind engagiert, die Atmosphäre trotz der unterschiedlichen Produktionsjahren sehr dicht. Eine tolle Box!

VÖ: 8. September 2017
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0199-1


Sherlock Holmes – Die Monographien



Erster Eindruck: Drei Meilensteine von Sherlock Holmes

Nach London zurückgekehrt sucht der Militärarzt Dr. John Watson eine neue Bleibe. Als ihm ein Bekannter von dem exzentrischen Sherlock Holmes erzählt und die beiden sich zum ersten mal getroffen haben, ziehen sie tatsächlich zusammen. Und Watson wird deswegen auch gleich in den Kriminalfall um „Eine Studie in Scharlachrot“ verwickelt. Fortan lösen sie noch weitere Rätsel, beispielsweise um „Das Zeichen der Vier“ und den „Hund von Baskerville“...

Mit „Die Monographien“ hat der Audio Verlag eine dicke Hörspielbox um den wohl bekanntesten Detektiv der Welt auf den Markt gebracht, der Meilensteine in der Entwicklung der Figur beinhaltet: „Eine Studie in Scharlachrot“ ist der erste Fall, den das beliebte Gespann aus Holmes und Watson gemeinsam löst. So kommt neben dem recht verzwickten und gut erzählten Fall auch jede Menge Atmosphäre auf, wenn sich die beiden so unterschiedlichen Persönlichkeiten annähern, kennenlernen und zu einem Team zusammenwachsen. Die sehr lebendige Inszenierung des damaligen SWF ist sehr rund und unterhaltsam. „Das Zeichen der Vier“ ist der zweite Fall, den beide gemeinsam lösen. Auch hier sind so noch einige gelungene Reibereien zwischen den Protagonisten zu erleben, der Fall steht aber deutlich im Mittelpunk, der sich um eine junge Dame dreht, die jedes Jahr eine wertvolle Perle von einem unbekannten Gönner erhält. Die Hintergründe sind sehr rätselhaft und werden hier gekonnt dargeboten. Der dritte Fall ist wohl auch der bekannteste: „Der Hund von Baskerville“. Hierbei ist interessant, dass das bekannte Duo nur recht wenig vorkommt, aber mit viel düsterer Atmosphäre und einer verzwickten Handlung überzeugen kann. Der Fall ist etwas gekürzt erzählt, dennoch ist alles an seinem festen Platz, sodass eine sehr runde Erzählung entstanden ist. Eine tolle Box mit sehr starken Geschichten um die bekannte Figur.

Walter Renneisen betont die exzentrische Seite des Sherlock Holmes in den ersten beiden Fällen, sodass dessen Eigenheiten sehr gut zur Geltung kommen. Seine Sprechweise ist sehr präzise und passt sich den jeweiligen Gegebenheiten an. An seiner Seite macht Peter Fritz als Dr. Watson eine gute Figur, auch er geht gut auf die ganz besondere Beziehung zwischen den beiden Protagonisten ein und gestaltet diese mit seiner charmanten Art aus. Peter Pasetti ist im „Hund von Baskerville“ in der Titelrolle zu hören, mit seiner prägnanten, unverkennbaren Stimme und scharfem Ausdruck wählt er eine andere, aber ebenso gelungene Sprechweise. Joachim Wichmann ist hier als Dr. Watson zu hören, der ihm eine sehr lebendige und greifbare Aura verleiht. Weitere Sprecher in den drei Hörspielen sind Gisela Uhlen, Katja Teichmann und Johannes Grossmann.

Drei Hörspiele aus drei unterschiedlichen Jahrzehnten – verständlich, dass sich der Klang da deutlich unterscheidet. Nicht nur, dass die frühere Aufnahme des um den Baskerville-Fall etwas blechern klingt, auch die Kulisse ist hier recht schlicht, was durch die sehr gute Sprecherleistung allerdings aufgefangen wird. Die anderen Produktionen des heutigen SWR sind sehr rund produziert und bieten einen stimmigen klanglichen Hintergrund.

Die sehr hübsche Gestaltung der Box wertet diese noch einmal auf. Die Gestaltung in Schwarz, Weiß und Grau wirkt edel, wobei das bekannte Konterfei des Detektivs auf dem Cover abgebildet ist. Die einzelnen CDs haben zudem ein individuelles Cover bekommen, mal mit hübschen Linien oder Punkten, mal mit einem stimmigen Motiv, wobei die tolle Grafik zum „Hund von Baskerville“ hervorsticht. Zu jedem Hörspiel gibt es neben einer kurzen Inhaltsangabe noch die Mitwirkenden, die übersichtlich aufgelistet wurden.

Fazit: Drei sehr stimmige und atmosphärische Geschichten um Sherlock Holmes, die verzwickt und komplex die Stärke der Figur voll ausspielen. Die Hörspielproduktionen greifen die jeweilige Thematik sehr gelungen auf, wozu auch die sehr guten Sprecher beitragen. Eine lohnenswerte Box mit drei wahren Klassikern.

VÖ: 8. September 2017
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0198-4


Sherlock & Watson – 5. Der letzte Tanz



Erster Eindruck: Solo für Watson

Der 40. Geburtstag von Sherlock Holmes steht kurz bevor. Doch der sonst so öffentlichkeitsscheue Meisterdetektiv gibt nicht nur ganz ungewohnt zahlreiche Interviews und tritt in TV-Shows auf, er wünscht sich sogar ein großes Fest zu seinem Ehrentag – erscheint dann aber nicht pünktlich. Vielmehr hat er auf der Herrentoilette eine schier unfassbare Begegnung mit seinem Erzfeind Moriaty...

Was sich der Audio Verlag für seine Krimireihe „Sherlock & Watson“ so alles hat einfallen lassen, hat mich schon immer begeistert zurückgelassen. Doch was nun mit der fünften Folge „Der letzte Tanz“ auf den Zuhörer zukommt, ist schon harter Tobak und unglaublich spannend erzählt. Diese letzte Folge der ersten Staffel wendet nämlich einen ebenso einfachen wie genialen Kniff an und erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sondern setzt eine der letzten Szenen an den Anfang, sodass man von Anfang an auf Hochspannung steht, denn hier geht es ordentlich zur Sache. Keinesfalls ist dabei klar, wer unbeschadet aus dieser Situation entkommt, man fiebert somit regelrecht dem weiteren Verlauf entgegen. Der Weg dorthin ist dann wieder ziemlich flüssig und launig erzählt – der wunderbar bissige Humor kommt nämlich auch hier nicht zu kurz -, wobei noch ein zweiter Fall eingebaut ist, in dem Watson die Ermittlungen anstellt. Auch dieser ist durchaus gelungen und mit interessanten Elementen versehen, doch die Entwicklungen um Sherlock und seine plötzliche medienwirksame Wandlung, sein verhärteter Kampf mit Moriaty stehen im Mittelpunkt und füllen diese Folge. Das hat mich absolut mitgerissen und teilweise sprachlos hinterlassen, wobei zahlreiche Fragen unbeantwortet bleiben. Das Interesse auf die hoffentlich bald folgende zweite Staffel ist jedenfalls noch weiter geweckt.

Auch die Sprecher laufen wieder zu Hochform auf, man hört jedem einzelnen die Freude an diesem hervorragenden Drehbuch an. Stefan Kaminski ist mit seiner intensiven, leise bedrohlichen Stimme bestens für die Rolle des diabolischen und manipulativen Moriaty geeignet und lässt beim Hörer im Laufe der Folge nicht nur einen Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Johann von Bülow ist als Sherlock Holmes ebenso genial, spricht mit dem Holmes-typischen ironischen Unterton, findet aber seinen ganz eigenen Weg der Interpretation. Und auch Florian Lukas begeistert als John Watson, immer etwas aufgedreht kann er sämtliche Facetten der Figur zum scheinen bringen. Weitere Sprecher dieser Folge sind Katharina-Marie Schubbert, Christin Marquitan und Wilfried Hocholdinger.

Die akustische Umsetzung der Folge kann die Wirkung der Geschichte noch unterstreichen und setzt wirklich jede Szene sehr gekonnt um. Dabei spielt die Vielfalt an passenden und glaubwürdigen Geräuschen die wichtigste Rolle, wodurch die leise umgesetzten Gespräche zwischen Holmes und Moriaty durch den entstehenden Kontrast noch einmal wirkungsvoller werden.

Auf dem Cover sind wieder die beiden Hauptsprecher zu sehen, diese ebenso ungewöhnliche wie gelungene Idee wird erneut durch einen realistischen Hintergrund des modernen London ergänzt. Die sehr klare und ansehnliche Gestaltung des stabilen Digipacks ist typisch für den Verlag und stellt die wichtigsten Informationen übersichtlich dar.

Fazit: Packend inszeniert, herausragend erzählt, voller Spannung und Dramatik. Die Geschichte konzentriert sich dabei auf das nervenaufreibende Spiel zwischen Holmes und Moriaty und endet in einem fesselnden Cliffhanger. Eines der Hörspiele, die mich in letzter Zeit am meisten gefesselt und begeistert haben, und das von der ersten Minute an.

VÖ: 18.März 2016
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-86231-535-2


Sherlock & Watson – 4. Der Sommerset-Fall



Erster Eindruck: Doppelbelastung statt Erholung

Nach seinem letzten Fall ist Sherlock Holmes völlig erschöpft und erliegt wieder seiner Drogensucht, sodass sich sein Freund und Arzt Dr. Watson dazu entschließt, ihn mit auf seine Reise ins beschauliche Somerset zu einer alten Freundin zu nehmen. Doch das Dorf ist in Aufruhr, denn neben einem Einbruch hat das kleine Dorf bald auch einen Mord zu verzeichnen. Sofort ist Sherlocks Spürsinn geweckt...

Für „Sherlock & Watson“ wurde das bekannte Detektivgespann samt einiger Nebenfiguren in die heutige Zeit versetzt, wobei auch viele Motive aus den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle übernommen wurden. In der vierten Folge „Der Sommerset-Fall“ wird beispielsweise nicht nur auf das lockere Verhältnis des Ermittlers zu Betäubungsmitteln eingegangen. Vielmehr wird Holmes auch hier in einem geplanten Erholungsurlaub von einem Mordfall beschäftigt, was äußerst kurzweilig geraten ist. Starke Charaktere und verworrene Beziehungsverhältnisse prägen diesen Fall, der trotz der ländlichen Idylle und die Begrenzung auf die nähere Umgebung einen Bezug zum aktuellen politischen Geschehen nicht verzichtet. Gut gelungen ist auch die kleine Unterbrechung dieser Geschichte durch einen zweiten Fall, bei dem eine verzweifelte junge Frau die Hilfe des Meisterdetektivs sucht und recht ausführlich ihre Geschichte erzählt. Mehr denn je atmet diese Handlung die Ausstrahlung der Originale, ganz am Ende wird dann auch die Auflösung zu diesem Fall präsentiert. Wie immer ist auch hier Sherlocks Scharfsinn, Beobachtungsgabe und Kombinationstalent prägend für die Folge, die lockerer und launiger, aber nicht weniger spannend als ihr Vorgänger wirkt.

Die alte Freundin von Dr. Watson, die Brigadegenerälin a.D. Haffat, wird von Lena Stolze gesprochen, die mit ihrer resoluten und forschen Art eine sehr präsente und ausdrucksstarke Sprechleistung abliefert. Winnie Böwe überzeugt in der Rolle der Joanna Openschaw, die ihren Bericht zu der unbekannten Bedrohung sehr lebendig und eindringlich verfasst. Christian Koerner ist als Alec Cunningham zu hören, auch er kann eine sehr überzeugende Leistung abliefern und kann das schlichte Gemüt des Dorfbewohners gekonnt zur Geltung bringen. Weitere Sprecher sind Gerd Wameling, Katharina Matz und Nina Weniger.

Der positive Eindruck der Produktion wird auch durch die gelungene technische Umsetzung unterstützt. Dabei sorgt eine stetige Geräuschkulisse für einen lebendigen und dynamischen Eindruck, wobei vom Klacken einer Computertastatur bis zu ländlichen Tiergeräuschen ein breites Spektrum geboten wird. Prägnant sind wieder die Kommentare der Blog-Leser von Dr. Watson umgesetzt, hier kommen zusätzlich Stimmverzerr-Effekte zum Einsatz.

Wie schon bei den vorigen Episoden ist auch hier auf dem Cover der Folge das Sprecherduo aus Johann von Bülow und Florian Lukas zu sehen, das in typischer Pose ihrer Figuren zu sehen ist. Der technisch-kühle Hintergrund passt allerdings nicht allzu gut zu dem ländlichen Ambiente der Folge. Die restliche Gestaltung ist wie immer beim Label schlicht, aber sehr übersichtlich gelungen.

Fazit: Schön, dass nach der heftigen und weltpolitischen Vorgängerfolge eine lockerere Stimmung verbreitet wird, wobei die Verknüpfung aus zwei verschiedenen Fällen sehr gut gelungen ist. Starke Charaktere und gute Verknüpfungen innerhalb der Dorfgemeinschaft sorgen für einen interessanten Verlauf, wobei einige sehr gelungene Kniffe eingebaut sind. Wieder äußerst hörenswert!

VÖ: 18.März 2016
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-86231-534-5


Sherlock & Watson – 3. Die Spur des Teufels



Erster Eindruck: Geheimdienste und ein brisantes Schriftstück

Ein ungewöhnlicher Besucher steht plötzlich vor der Tür von Sherlock Holmes und John Watson. Alexej Romanov bricht aber direkt zusammen und kann nur einige Wortbruchstücke von sich geben. Als Arzt begleitet Watson den Russen selbstverständlich ins Krankenhaus, doch noch auf der Fahrt wird der Rettungswagen gestoppt und Watson von Unbekannten entführt...

Der Audio Verlag hat mit „Sherlock & Watson“ eine eigene Reihe um den wohl bekanntesten aller Detektive entwickelt, die Handlung aber in die heutige Zeit verlegt. Schon die ersten beiden Folgen konnten mich voll überzeugen, sodass ich sehr gespannt auf den zweiten Schwung neuer Veröffentlichungen mit gleich drei Folgen war. „Die Spur des Teufels“ macht dabei den Anfang und führt den Hörer weiter auf den Weg, den diese Serie beschreiten will - es geht um Geheimdienste und weltweite Verschwörungen, erhält dabei wie einige Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle eine gewisse politische Brisanz. Verpackt ist dies in eine recht turbulente Geschichte, die immer wieder andere Grundbedingungen hat und so sehr dynamisch bleibt. Dabei dröselt sich die Geschichte langsam auf, immer wieder gibt es kleine Auflösungen, welche der vielen Menschen, die ihre Hände im Spiel haben, welches Ziel verfolgen. Auch einige actionreiche Szenen sind dabei vorhanden, im Mittelpunkt stehen aber starke Charaktere, die jeweils eine ganz eigene Ausstrahlung haben und verschiedene Stimmungen mit sich bringen.

Die Stimmen zu den Charakteren wurden sehr sorgfältig ausgewählt, jeder von ihnen ist mit Leidenschaft dabei und verleiht seiner Figur eine intensive Ausstrahlung. Stefan Kaminski hat beispielsweise als diabolischer James Moriarty einen sehr prägnanten Auftritt ganz am Anfang, er verleiht seiner so wandelbaren Stimme wieder einen ganz neuen und reizvollen Klang. Kai Magnus Sting hat mit als Mycroft Holmes ebenfalls sehr gut gefallen, mit seinem kraftvollen Klang und dennoch vielen feinen Nuancen liefert er eine absolut überzeugende Leistung ab. Horst Kotterba ist als Alexej Komarow ebenfalls die ideale Besetzung, seine anfangs kräftige, später gebrochene und leise Stimme enthält immer einen starken Ausdruck. Weitere Sprecher sind Martin Engler, Gunnar Teuber und Michael Rotschopf.

Das Team um Regisseurin Viviane Koppelmann hat wieder eine sehr stimmige und lebendige Atmosphäre geschaffen, die mit zahlreichen Geräuschen, Effekten und Melodien jede Szene gekonnt ausgestaltet. Dabei stechen wieder die Internet-Chats und Sherlocks bestens untermalte Gedankengänge heraus. Doch auch die Handlung wird mit vielen passenden Elementen eingängig unterlegt.

Wieder sind die beiden Sprecher der Hauptfiguren, Florian Lukas und Johann von Bülow, auf dem Cover abgebildet, sie stehen vor dem nächtlichen London, das von hellen Lichtern beschienen wird – was sehr atmosphärisch gelungen ist. Das stabile Digipack enthält alle notwendigen Informationen und wurde ansehnlich und übersichtlich gestaltet.

Fazit: Auch Folge drei der neuen Serie um Sherlock Holmes und Dr. Watson konnte mich packen. Die dynamisch und temporeich erzählte Handlung vermittelt ganz unterschiedliche, aber immer sehr eindringliche Stimmungen und ist sehr spannend – und lässt auch eine gute Prise Humor nicht vermissen. Sehr hörenswert!

VÖ: 18.März 2016
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-86231-520-8


Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street – 2. Ein Fluch in Rosarot



Erster Eindruck: Bekanntes Gespann, neuer Fall

John Watsons Blog gerät ins Stocken, denn für Sherlock Holmes ergibt sich einfach kein neuer Fall. Da trifft es sich für ihn recht gut, dass Inspector Lestrade mit einer merkwürdigen Serie an vermeintlichen Selbstmorden an den bekannten Detektiv herantritt. Denn das in den Boden geritzte Wort eines Rabbi kurz vor seinem Tod lässt einen ganz anderen Hintergrund vermuten: Rache...

Zum Start der neuen Sherlock Holmes-Reihe vom Audio Verlag, der hier eine aufwändige Eigenproduktion veröffentlicht hat, sind gleich zwei Folgen erschienen. „Ein Fluch in Rosarot“ erinnert dabei vom Titel her an einen der Ursprungsfälle, wurde jedoch komplett neu erdacht. Wieder gefällt das Konzept, die bekannten Figuren in der heutigen Zeit agieren zu lassen, es entlockt den bekannten Thema ganz neue Facetten. Doch hier zeigt sich, dass noch mehr hinter der Serie steckt und scheinbar ein roter Faden integriert wird, der dem Detektivgespann einen mächtigen Gegner entgegensetzt. Dieser handelt wie bereits im ersten Fall nur am Rande der Handlung, baut aber schon jetzt eine geheimnisvolle und mystische Aura um sich auf. Schön auch, dass nicht nur die Hauptfiguren übernommen wurden, sondern auch beispielsweise Lestrade oder Sherlocks Bruder Mycroft ihren Platz gefunden haben, sie reichern die Handlung um gelungene Perspektiven an. Der Fall um den toten Rabbi hat mir dabei sogar noch etwas besser gefallen als sein direkter Vorgänger, er ist sehr flüssig und spannend erzählt, enthält aber auch genügend Nebenarme, um die Geschichte Tiefgang und Komplexität zu verleihen. Neben dem gut erzählten Handlungsbogen kann noch etwas sehr überzeugen: Der feinsinnige Humor, der oft die Szenen begleitet und für viel Schmunzeln sorgt. Eine sehr runde Sache!

Die Sprecher sind auch hier lobend hervorzuheben, hier wurde viel Wert auf eine gelungene Auswahl gelegt. Peter Jordon überzeugt beispielsweise als grantiger Inspector Lestrade, dessen Widerwillen einer Zusammenarbeit mit Sherlock Holmes aus jeder Silbe heraustropft. Kai Magnus Sting ist als Mycroft Holmes zu hören, mit seiner sehr lebendigen und kraftvollen Stimme stellt er einen interessanten Gegenpol zu seinem eher nüchternen Bruder da. Ganz besonders gut gefallen hat mir jedoch der wunderbare Stefan Kamsinki, der mal wieder eine weitere Facette seinen vielfältigen Stimmumfangs zeigt und aus Moriaty eine sehr undurchsichtige und interessante Figur formen kann. Weitere Sprecher sind Brigitte Grothum, Cathlen Gawlich und Britta Steffenhagen.

Sehr passend ergänzt werden die Dialoge durch die feine, lebendige atmosphärische Gestaltung. Die Internet-Chats zwischen Watson und seinen Lesern oder die sehr bildlich dargestellte Gedankenwelt von Holmes sind zwei sehr prägnante und außergewöhnliche Merkmale, aber auch die restliche Umsetzung mit den stimmigen Melodien und den zahlreichen Geräuschen kann sich hören lassen und passt sich der jeweils vorherrschenden Stimmung gekonnt an.

Die Grundidee des Covers des ersten Teils wurde auch hier wieder aufgegriffen, sodass man die beiden Hauptsprecher in ziemlich lässiger Pose und als die beiden Charaktere hergerichtet sehen kann. Der Hintergrund ist dieses mal deutlich düsterer und zeigt einen modernen Gebäudekomplex in London bei Nacht. Untergebracht ist das Hörspiel in einem hübsch gestaltetet Digipack.

Fazit: Dynamisch und sehr modern erzählt, humorvoll und spannend erzählt – ein gelungener Fall für das bekannte Detektivgespann. Doch auch der aufkommende rote Faden und die zahlreichen Bezüge zu den Originalgeschichten sind passende und interessante Elemente. Auch der zweite Fall der neuen Serie ist ein Volltreffer!

VÖ: 23.Oktober 2015
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-86231-519-2

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Sherlock & Watson: Neues aus der Baker Street - 1. Das Rätsel von von Musgrave Abbey



Erster Eindruck: Klassiker in die moderne Zeit gebracht

Rebecca Westwood, eine sehr erfolgreiche Belletristik-Autorin, wird ihr Laptop gestohlen – kurz vor dem Abgabetermin für ihren neuen Roman, dessen einige Kopie sich auf dem Gerät befand. In ihrer Not wendet sie sich an Sherlock Holmes, der durch einen spektakulären Fall gerade in allen Medien vertreten ist. Doch der Detektiv ist auch mit einem anderen Fall beschäftigt, bei dem ein Junge spurlos aus einem Internat verschwunden ist...

1887 wurde die erste Geschichte über Sherlock Holmes veröffentlicht. Schon damals extrem populär, schwimmt er momentan auf einer erneuten Welle des Erfolges zu schwimmen, zahlreiche Umsetzungen der Geschichten und neu erdachte Fälle werden momentan veröffentlicht. Der Audio Verlag hat nun eine Eigenproduktion gewagt, die einen anderen Ansatz verfolgt und die Figuren in die heutige Zeit transportiert. Das ist sehr stimmig geschehen, die wesentlichen Charakterzüge bleiben bestehen, doch das Internet, Massenmedien und moderne Technologie beeinflussen die Geschichte immer wieder. Watson ist beispielsweise passionierter Blogger und berichtet über die Fälle von Holmes, was prompt von anderen Usern kommentiert wird. Diese Szenen wirken war anfangs etwas konfus, können aber auch ihren ganz eigenen Reiz entfalten. Besonders gelungen sind auch die Szenen, in denen Holmes die vielen Details an dem Fall aufnimmt, aneinandergereihte Wortfetzen mit stimmigen Sounds untermalt geben einen gelungenen Eindruck in diesen unsteten Geist. Die Handlung nimmt immer wieder Bezug zu einem Fall aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, dieser wurde gerade gelöst, sodass die aktuellen Geschehnisse völlig eigenständig sind. Es ist interessant, wie die Autoren die beiden scheinbar unabhängigen Fälle miteinander verwoben werden, wie man immer tiefer in ein recht komplexes Geflecht eindringt. Dabei steigert sich die Spannung immer weiter bis zu dem gelungenen Finale, das alle losen Fäden aufgreift und zu einem passenden Ende führt.

Der Audio Verlag hat sich für die beiden Hauptrollen für etablierte Schauspieler entschieden, die man eher aus Film oder Theater kennt, hier aber ebenso gut passen. Johann von Bülow ist als Sherlock Holmes eine hervorragende Besetzung, verleiht dem Meisterdetektiv seine ganz eigene Note, klingt dabei sehr passend etwas steif und distanziert, um den kühlen Verstand des Ermittlers zu betonen. Florian Lukas spricht Dr. Watson auf sehr engagierte Weise und verleiht ihm einen charmanten, aber auch leicht verschrobenen Eindruck. Lediglich Hansi Jochmann kann mir als Rebecca Westwood nicht sonderlich gefallen, sie wirkt leider ziemlich gekünstelt und steif. Weitere Sprecher sind Stefan Kaminski, Tonio Aragno und Udo Schenk.

Die akustische Umsetzung der Geschichte ist sehr dynamisch gelungen und klingt sehr modern. Einige typische Geräusche des digitalen Zeitalters sind eingebaut, beispielsweise das Tippen auf einer Tastatur oder das Ankommen einer Nachricht, aber auch eingängige und atmosphärische Melodien finden ihren Platz. So entsteht eine sehr dichte Atmosphäre, die sehr gut auf die Handlung abgestimmt ist.

Ungewöhnlich ist das Cover, das ein Foto der beiden Hauptdarsteller zeigt. Der Trenchcoat von von Bülow und das etwas legere Outfit von Lukas geben einen gelungenen Eindruck der beiden Hauptcharaktere, während im Hintergrund Motive des modernen London zu sehen sind. Der schlichte Schriftzug unterstützt die Fotografie in ihrer Wirkung.

Fazit: Der Transport der klassischen Figuren in die moderne Zeit ist dem Audio Verlag äußerst gut gelungen, neue Technologie und eine schnelllebigere Gesellschaft geben ihnen neuen Schwung. Die Charaktere sind gelungen dargestellt, die Handlung flüssig und spannend erzählt. Ein sehr gelungener Auftakt zu einer hoffentlich langlebigen Serie.

VÖ: 23.Oktober 2015
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-86231-518-5

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