Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 17. setzt die Segel

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 16. nimmt die Beichte ab

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 15. in der Totenvilla

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 14. geht ein Licht auf

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 13. spielt Theater

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 11. in der Höhle des Löwen

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 10. kauft die Katze im Sack

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 9. setzt auf Mord

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 8. und der erfundene Tod

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 7. zündet ein Feuerwerk

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 6. schlägt sich selbst

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 5. und das Haus der 1.000 Türen

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 4. jagt einen Schatten

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 3. taut auf

Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 2. reitet das trojanische Pferd

Professor van Dusen: die neuen Fälle – 1. im Spukhaus


Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 17. setzt die Segel



Bei seiner Europareise macht Professor van Dusen auch in den Niederlanden Halt, schließlich sind seine Vorfahren von dort aus nach Amerika ausgewandert. Die Informationen über seine Verwandtschaft gestalten sich aber als eher unerfreulich, sodass ihm ein neuer Kriminalfall gar nicht ungelegen kommt. Der Mord in einer Badekabine zieht aber Ereignisse nach sich, die selbst der Hobbykriminologie nicht erahnen konnte...

Die neuen Fälle von „Professor van Dusen“ landen mit erfreulicher Regelmäßigkeit in den Plattenläden und Onlineshops, sodass nun bereits die 17. Episode der Serie erschienen ist. Der Start ist dabei im typischen, ziemlich ironischen Unterton der Serie geraten und bringt den Hörer mit den Informationen über van Dusens entfernte Familie zum Schmunzeln. Auch die Vorstellung der anderen Gegebenheiten und Charaktere im Hotel ist anregend geraten, dauert aber vielleicht doch eine Spur zu lang – immerhin wird erst etwa nach der Hälfte der Zeit die Leiche aufgefunden, sodass mit den eigentlichen Ermittlungen begonnen werden kann. Mir gefällt auch hier wieder der Stil sehr gut, dass diese ohne Actionelemente oder hanebüchene Wendungen auskommt, sondern sehr ruhig und auf die Dialoge fokussiert erzählt wird. So werden dem Hörer langsam die einzelnen Puzzlestücke geliefert, und es macht hier viel Spaß, diese zusammenzufügen. Die Hinweise liegen offen da, und doch gibt es einige Kniffe, die am Ende eingebaut sind. Das wirkt keinesfalls aufgesetzt, sondern fügt sich sehr stimmig zusammen. Zwei Elemente sorgen für zusätzlichen Reiz: Zum einen wird die Umgebung des Hotels an der See gekonnt eingebunden und wirkt so sehr präsent. Zum anderen wird auf verschlungenen Pfaden ein neuer Gegenspieler für Professor van Dusen eingeführt und mit einer sehr präsenten Aura versehen – der Hörer kann sich also auf einen neuen roten Faden durch die Serie freuen.

Die Sprecher sind wieder sehr gut ausgewählt worden und sorgen für einen sehr präsenten Ausdruck ihrer Charaktere. Die äußerst sympathische Liane Rudolph findet für die Rolle der Greetje Vandermeer wieder eine andere Facette ihrer Stimme und setzt ihre Szenen mit viel Energie um. Douglas Welbats einprägsamer Klang funktioniert auch als Rudolf Hamann in dieser Episode sehr gut, zumal er gekonnt Akzente setzt und die Aufmerksamkeit so auf ausgewählte Passagen lenkt. Niels Rieke ist als Hanno Prott zu hören und passt mit seinem eingängigen Klang gut in die Atmosphäre der Folge. Weitere Sprecher sind Wolf Frass, Peter Weis und Cornelia Wabel.

Auch das akustische Ambiente der Folge punktet eher mit dezenter Zurückhaltung und unterstreicht so die Machart der ganzen Serie. So gibt es nur wenige Melodien, die dafür in ihrer schlichten Eleganz punkten können. Hintergrundgeräusche gibt es da schon deutlich mehr, sodass die Szenen greifbarer wirken, übertrieben wird es aber auch hier nicht.

Hutchinson Hatch tritt gerade kraftvoll gegen die Tür einer der kleinen Umkleidekabinen, während sich Professor van Dusen und sein Begleiter im Hintergrund halten. Schön, dass in der schlichten Bleistiftzeichnung in schwarz-weiß dennoch viel Atmosphäre erzeugt wird. Im Inneren ist neben den üblichen Angaben auch ein Foto einiger Sprecher von den Aufnahmen zu sehen.

Fazit: Die Ahnenforschung und das Abstecken der Umstände nehmen zwar etwas zu viel Zeit in Anspruch, der Unterhaltungswert ist in diesen ersten Szenen dennoch recht hoch. Die ruhigen Ermittlungen mit den präzise geführten Dialogen schließen sich nahtlos an und lassen immer etwas von dem feinen Humor der Figuren durchscheinen. Auch die Einführung eines neuen Gegenspielers ist hier gelungen eingebaut.

VÖ: 15. März 2019
Label: allscore
Bestellnummer: 4015698027532


Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 16. nimmt die Beichte ab



Durch ein Unwetter zu einer unfreiwilligen Pause gezwungen landen Professor van Dusen und sein treuer Begleiter Hutchinson Hatch in einem Nonnenkloster. Doch statt Frieden und Besinnung finden sie Geheimnisse und Intrigen, wie sie in einem kleinen Gespräch zwischen der Ordensmutter und einer Schwester feststellen müssen. Doch zu ihrer großen Offenbarung kommt es nicht, denn nur kurze Zeit später wird die Nonne am Glockenseil stranguliert aufgefunden...

Ein altes Gemäuer, eine stürmische Nacht, ein Mord und nur eine begrenzte Anzahl an Verdächtigen – klassische Motive für viele Krimigeschichten. Auch die 16. Episode der Neuauflage von „Professor van Dusen“ bedient sich dieser Grundidee und fügt einige neue Elemente hinzu. So sorgt der Kniff, die Handlung lediglich in einem Kloster stattfinden zu lassen, für eine besondere Atmosphäre, der sonst so friedliche Ort und dessen gottgläubige Bewohner sorgen für eine feine Variation des Themas. Die Charaktere kommen dabei sehr gut zur Geltung, immer mehr Feinheiten werden ihnen hinzugefügt, sodass man sie im Laufe der Zeit besser kennen- und einzuschätzen lernt. Ansonsten orientiert sich der Verlauf an der bekannten Idee, die Varianz wird eher in Details geboten. Interessanter wird es dann natürlich, wenn es in Richtung der Auflösung geht, denn plötzlich werden die Bewohner des Klosters unter ganz anderen Vorzeichen dargestellt. Schön eingebaut ist der Bezug zu früheren Ereignissen, ebenso wie sich der Kreis um den Täter enger zuzieht. Beim großen Finale spielt van Dusen wieder einige seiner Tricks aus und wirkt dann auch näher an der bekannten Figur als vorher, da er sich in dieser Folge recht weit zurückhält. Eine solide und stimmig erzählte Episode, die zunächst eher konventionell erzählt wirkt und erst später ihre Stärken voll ausspielen kann.

Luise Lunow ist als Klostermutter Ignatia zu hören, ihre knarzige Stimme nimmt sehr unterschiedliche Klänge an, ist man schneidend, mal sanft, mal verunsichert, wobei sie den Spannungsbogen der Handlung gut nachzeichnet. Nicole Hannal ist als Marion zu hören, auch sie passt sehr gut n die Szenerie und stattet die Schwester mit gelungenen Feinheiten aus, sodass ein glaubhafter und präsenter Charakter entsteht. Jenny Maria Meyer punktet mit einer ebenso treffenden Sprechweise und gestaltet ihre Szenen lebendig und eingängig. Weitere Sprecher sind Ilka Teichmüller, Franziska Endres und Peter Lontzek.

Ganz so experimentell wie die ursprüngliche Serie um Professor van Dusen ist diese Neuinterpretation zwar nicht, doch auch hier gibt es einige Melodien, die ein wenig hervorstechen und als deutliche Trennung zwischen den Szenen eingesetzt sind. Die Stimmung der Episode wird dabei gekonnt aufgegriffen, ohne in düstere Orgelmusik zu verfallen. Die Geräusche sind sehr passend und treffsicher eingefügt, was die Szenen lebendiger wirken lässt.

Natürlich ist auch bei diesem Titelbild eine Zeichnung verwendet worden, die an eine alte Bleistiftradierung erinnert. Zu sehen ist der Gang durch das Kloster mit seinen Spitzbögen und den dicken Mauern, auch die Mutter Ignatia und ihre Gäste sind zu sehen, was die Stimmung der Folge aufgreift, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Im Inneren gibt es nicht nur die üblichen Produktionsangaben, sondern auch ein Foto von den Aufnahmen.

Fazit: Die Idee, einen Mord an einem von der Außenwelt abgeschnittenen Ort stattfinden zu lassen, ist nicht ganz neu und wird anfangs auf bekannte Weise erzählt, verlässt später aber diese Pfade und fügt eigenständige Elemente hinzu. Durch die dichte Stimmung und die prägnanten Charaktere ist ein hörenswertes Hörspiel entstanden.

VÖ: 23. November 2018
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698019834


Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 15. in der Totenvilla



Als Professor van Dusen und Hutchinson Hatch auf ihrer Weltreise in Berlin halt machen, wollten sie eigentlich einen wissenschaftlichen Vortrag besuchen. Doch als sie mit einem neuen kriminalistischen Fall konfrontiert werden, konzentrieren sich sich ganz auf die Aufklärung der Umstände – und die sind rätselhaft genug, denn gleich 13 Leichen sind in einem abgelegenen Haus merkwürdig posiert...

Der ganz große Durchbruch ist „Professor van Dusen“ zwar bisher verwehrt geblieben, dennoch erscheinen momentan sowohl die Hörspiel-Klassiker als auch neu produzierte Episoden auf CD. Genau diese orientieren sich in der 15. Folge „Professor van Dusen in der Totenvilla“ etwas stärker an den Originalen, was man nicht nur an der etwas exaltierteren musikalischen Begleitung liegt, sondern auch an dem gesteigerten Lokalkolorit – inklusive typisch Berlinerischer Schnauze und Charakteren, die sehr geradeheraus ihre Meinung sagen. Auch die zeitliche Einbindung gefällt mir, denn Hatch setzt hier einen Bezug zu einer der Originalfolgen. Doch natürlich orientiert sich die Folge eher an den neuen Fällen und ist damit deutlich komplexer, aber auch eine Spur düstere als die „Oldies“. Tatsächlich kann man sich als Hörer zwar einige Dinge selbst zusammenreimen, es gibt aber auch durchaus ungewohnte Zusammenhänge und überraschende Wendungen. Es ist sehr spannend zu hören, wie van Dusen dem Fall durch eine immer eingehende Betrachtung aller Umstände der Tat auf die Spuren kommt und einen ihm ebenbürtigen Gegner enttarnen muss, zumal dies in einer dramatischen und packenden Szene aufbereitet wird. So ist auch gegen Ende eine deutliche Steigerung der Spannung festzustellen, viele Details der Handlung werden auch erst hier aufgelöst, was einen sehr runden Eindruck hinterlässt. Hinzu kommt, dass die Nebencharaktere hier ziemlich schrullig und exzentrisch geraten sind und mir die Episode insgesamt sehr gut gefallen hat.

Nicolai Tegeler ist natürlich wieder in der Rolle des Hutchinson Hatch zu hören, wobei ihm die etwas ungewöhnlichere Atmosphäre hörbar viel Spaß macht und er besonders die heiteren Szenen sehr unterhaltsam umsetzt. Yvonne Grützner ist als Mathilda Helm zu hören, auch sie passt sich wunderbar der Berliner Stimmung an und spricht ihre Szenen sehr kraftvoll und mit passender Betonung. Thomas Schmuckert punktet in seiner sehr interessanten Rolle mit der ihm eigenen Stimmfarbe und einer sehr lebendigen Sprechweise. Weiterhin zu hören sind Jürgen Thormann, Jörg Hengstler und Rainer Brandt.

Gerade zu Anfang sind die Anleihen an die ursprüngliche Serie sehr groß, wenn die Szenen mit Anleihen an Marschmusik unterlegt sind. Das bringt Schwung mit und macht Neugier auf mehr. Und auch wenn die übrige Gestaltung etwas zurückgenommener ist, sind hier immer noch zahlreiche passende Geräusche und einige Melodien eingefügt, die die jeweilige Stimmung weiter betonen.

Natürlich gibt es wieder ein Cover im Stil einer Bleistiftradierung, die trotz ihrer Zweifarbigkeit eine erstaunliche Menge an Details vorhanden ist. Van Dusen steht darauf bei weit geöffnetem Fenster und beobachtet die Vorgänge im Berliner Grundewald. Der weinrote Rahmen mit dem schlichten Schriftzug passt sehr gut dazu.

Fazit: Schön, dass van Dusens Aufenthalt in Berlin hier mit einer sehr unterhaltsamen Episode angereichert wird, die dem Hörer viele Rätsel aufgibt und immer wieder mit kleinen Überraschungen für neue Aufregung sorgt. Das Ende ist sehr packend, prägnant und ungewohnt für die Serie, was mit ebenfalls sehr gut gefallen hat.

VÖ: 14. September 2018
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698019759


Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 14. geht ein Licht auf



Zunächst scheint Professor van Dusen nicht sonderlich interessiert an dem angeblichen Selbstmord des Vaters seiner neuen Klientin interessiert. Doch als diese nicht lockerlässt und den Hobbykriminologen sogar zur Rede stellt, nimmt er sich des Falles an. Tatsächlich gibt ihm die an einem Leuchtturm aufgeknüpfte Leiche einige Rätsel auf, die Hutchinson Hatch wohl etwas zu blauäugig angeht...

Auch wenn die Folgentitel der Originalgeschichten von Michael Koser noch eine Spur skurriler waren als bei den aktuell neu erscheinenden Geschichten, sind diese immer noch kreativ erdacht. So wird in der 14. Folge bereits ein Hinweis auf den ungewöhnlichen Schauplatz eines Leuchtturms gegeben, der sehr atmosphärisch wirkt und der Episode eine neue Facette verleiht – wie auch schon die ursprünglichen Episoden immer einen neuen Kniff haben. Die Introszene beschreibt nicht nur das unvergleichliche Duo aus Hatch und van Dusen, sondern auch den ziemlich resoluten und nach vorn preschenden Charakter ihrer neuen Auftraggeberin Roberta Scott. Genau dieser Zug sorgt auch später immer wieder für neue Dynamik und dient eben nicht nur dazu, Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Zunächst wird die Szenerie vorgestellt, wobei auch einige kleine Rückblicke eingebaut sind, wie das Leben von Roberta und ihrem Vater war, der Tag seines Todes, der Fund der Leiche unter merkwürdigen Umständen. Van Dusen und Hatch hangeln sich an einzelnen Beweisen entlang (wobei auch hier wieder viele witzigen Kommentare eingebaut sind, die die Arroganz des Detektivs unterstreichen) und kommen dabei langsam, aber stetig einem komplexen Geflecht auf die Schliche. Das entwickelt sich konsequent in eine Richtung weiter, baut Spannung auf und endet in einigen dramatischen Szenen, wobei immer die sehr prägnante Szenerie mit den Dorfbewohnern wirken kann.

Franziska Endres ist ganz wunderbar in der Rolle der Roberta Scott, spricht mit viel Energie und Stolz, kann aber hinter der harten Fassade auch andere Gefühlsregungen durchblitzen lassen, was sie authentisch wirken lässt – ich würde sie gern noch ein paar mal öfter hören. Rüdiger Schulski ist als Preston Davies perfekt in der Szenerie der Episode aufgehoben und sorgt mit seiner facettenreichen immer wieder für kleine Überraschungen. Auch Lutz Harder hat mir als Roy Mitchell gut gefallen, er setzt seine Szenen gekonnt und auf den Punkt gebracht um. Weitere Sprecher sind Harald Effenberg, Bert Franzke und Tino Kießling.

Der Küstenort Pendeen wird durch eine stimmige Geräuschkulisse aufgebaut, wobei eben nicht nur Wellenrauschen zu hören ist, sondern beispielsweise auch eine sehr lebendig wirkende Szene im örtlichen Pub. So kommt immer eine passende Stimmung auf und belebt die Handlung auf charmante und treffende Weise.

Natürlich gibt es auf dem Cover wieder die mittlerweile typische Bleistiftzeichnung, die soch von dem dunkelroten Rahmen abhebt. Neben der Küste und dem kleinen Städtchen mit dem Leuchtturm lassen sich auch aufgeregte Männer ausmachen, die zu der kopfüber baumelnden Leichnam am Leuchtturm eilen. Das ist wieder sehr stimmig zusammengestellt und wird durch ein Foto einiger Mitwirkender von den Aufnahmen ergänzt.

Fazit: Ich mag die leicht skurrile Art der Dorfbewohner, die sehr spezielle Beziehung zwischen den beiden Protagonisten, Roberta als wichtigen Nebencharakter. Doch auch der Fortlauf der Geschichte ist gut erzählt und wird durch immer neue Details und am Ende einigen spannenden Szenen angereichert. Eine sehr hörenswerte Produktion.

VÖ: 15. Juni 2018
Label: allscore
Bestellnummer: 4015698015478


Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 13. spielt Theater



Erster Eindruck: Mit einigen Tricks zum Erfolg...

New York scheint nicht mehr sicher, immer mehr Menschen sterben. Doch niemand weiß warum, plötzlich versagt auch bei ansonsten kerngesunden Menschen einfach das Herz. Professor van Dusen mischt sich in das Geschehen ein und hat bald einen ersten Verdacht, denn scheinbar haben alle Verstorbenen aus einem bestimmten Brunnen getrunken. Er versucht, in einem elitären Club von Wissenschaftlern nach Hinweisen zu suchen...

Auch wenn Professor van Dusen in den Originalgeschichten von Michael Koser ziemlich viel durch die Weltgeschichte (und insbesondere Europa) gereist ist, ist er ursprünglich noch New Yorker, und dem wird in der 13. Folge der Neuauflage auch Rechnung getragen. Die Folge spielt nicht nur komplett in der Metropole, auch viele örtliche Gegebenheiten werden dabei in die Handlung eingebaut. Diese präsentiert sich recht abwechslungsreich, denn obwohl die Marschrichtung schnell feststeht und auch der Täter dank der faszinierenden Kombinations- und Beobachtungsgabe des Professors schnell fest. Doch das ist dann auch noch lange nicht das Ende, denn der Täter will noch überführt, zu einem Geständnis gebracht und die New Yorker Wasserversorgung gerettet werden. Das ist mit so einigen Wendungen und kleinen Winkelzügen gespickt, was die Handlung immer sehr aufregend und spannend wirken lässt. Dabei kommen die Charaktere der Folge sehr gut zur Geltung, wobei dem überheblichen Professor einige interessante Gegenparts zur Seite gestellt werden. Schön dass hier gezeigt wird, dass nach der Überführung des Täters noch weitere spannende Sequenzen folgen können, zumal die Idee mit dem vergifteten Wasser eine sehr dichte Atmosphäre erlaubt.

Uwe Jellinek ist als Detective Caruso wieder eine sehr stimmige Sprechweise gelungen, er sorgt in seinen Szenen für einen lebendigen Ausdruck. Ein kurzer Auftritt als Reverend Seligman bekommt durch den kürzlich verstorbenen Christian Rode eine sehr intensive und ausdrucksstarke Note, die im Gedächtnis haften bleibt. Und auch Udo Schenk gibt wieder sein Bestes und setzt seine Rolle mit viel Nachdruck und einer einprägsamen Sprechweise um. Weitere Sprecher sind Peter Reinhardt, Harald Effenberg und Bert Franzke.

Die Originale haben in der musikalischen Begleitung immer etwas Besonderes geboten, bei der Neuauflage ist dies nicht anders. Da gibt es auch mal ungewöhnliche Musikinstrumente zu hören, mal werden die Szenen mit vielen Geräuschen unterlegt, mal sorgt gerade deren Fehlen für eine sehr intensive Stimmung. Da passt alles bestens zueinander.

Klar, dass das Cover wieder in einer Bleistiftradierung gestaltet ist, die dennoch mit vielen Details ausgestattet ist. Zu sehen ist eine Szene in der Gerichtsmedizin, neben van Dusens aufmerksamen Interesse wurde auch das Unbehagen von seinem Chronisten Hutchinson Hatch gekonnt aufgefangen. Im Inneren gibt es neben den üblichen Produktionsinformationen und einer Übersicht der bisherigen Folgen auch ein Foto der Sprecher bei den Aufnahmen.

Fazit: „Professor van Dusen spielt Theater“ - der Titel wird hier gleich in mehrfacher Hinsicht erfüllt. Die Handlung ist sehr gut konzipiert und endet keineswegs mit der Enttarnung des Übeltäters, sondern geht im Gegenteil danach noch einmal richtig los. Das ist sehr spannend und mit viel Energie umgesetzt, sodass mich die Folge vollkommen überzeugen konnte.

VÖ: 23. März 2018
Label: allscore
Bestellnummer: 4015698015379


Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 11. in der Höhle des Löwen



Erster Eindruck: Wer war es nicht?

Richter Max Mallowan liebt nichts so sehr wie die Gerechtigkeit. In den Akten seiner Kollegen hat er eine Unstimmigkeit entdeckt, die einen verurteilten Mörder entlastet. Die Zeit drängt, denn die Hinrichtung steht kurz bevor, doch noch bevor er alles erklären kann, stirbt er bei einem Brand in seinem Haus. Die letzte Hoffnung ruht nun auf Professor van Dusen, der einige Tage mit den dreien auf einer abgelegenen Insel verbringen soll, um den Unschuldigen vor dem Tode zu retten...

Wer ist der Mörder? Das ist die wohl klassischste Frage in Kriminalgeschichten. Die elfte Folge der Neuinterpretation von „Professor van Dusen“ löst diese Fragestellung durch eine sehr gelungene Variation ab: Wer ist nicht der Mörder? Zugegeben, die anfängliche Szene um Richter Mallowan wirkt recht konstruiert, um genau auf diese Situation abzuzielen. Doch wegen der sehr interessanten Szenerie kann man dies schnell verzeihen. An die Szene um ihn schließt sich noch ein Gespräch mit van Dusen an, der in die Grundsituation eingeweiht wird, dann schwenkt die Szenerie schon schnell auf die einsame Insel um und die Charaktere werden vorgestellt. Diese könnten unterschiedlicher nicht sein: Die sanfte Claire, der ruppige Shelby und der geheimnisvolle Blake haben alle ihre eigene Hintergrundgeschichte verpasst bekommen. Zudem spielt auch immer wieder deren Aussicht auf einen baldigen Tod in die Handlung mit ein, sodass die Geschichte noch eine weitere Ebene bekommt. Natürlich kann van Dusen schnell auf die Lösung des Falles schließen, dem Hörer gelingt dies aber erst mit der Hilfe des Detektivs. Das ist alles sehr reizvoll geschildert und flüssig erzählt, sodass zwar keine wirkliche Hochspannung aufkommt, aber alles sehr rund und interessant wirkt.

Marieke Oeffinger ist als sanfte Claire zu hören und verleiht ihrem Charakter eine charmante und liebevolle Aura, die nicht nur Hutchinson bald um den Finger wickelt. Ihr glaubhaftes Agieren sorgt zudem für gelungene Momente. Christian Rodes unverkennbare Stimme verleiht auch der Rolle des Shelby eine intensive Note, wobei er einen scharfen Unterton hineinlegt. Auch Peter Weis ist als Blake gut ausgewählt und agiert in jeder Szene glaubhaft und legt viel Energie in seine Stimme. Weitere Sprecher sind Tobias Nath, Uwe Jellinek und Rainer Brandt.

Klanglich wird dem Hörer hier wie gewohnt stimmige Kost geboten, wobei sich die akustische Gestaltung eher im Hintergrund hält. Die Szenerie auf der Insel wird mit den typischen Geräuschen zwar passend dargestellt und verleiht den Dialogen mehr Lebendigkeit, die Musik ist aber meist sehr zurückhaltend eingesetzt, was insgesamt sehr harmonisch wirkt.

Natürlich gibt es auf dem Cover wieder eine aufwändige Bleistiftzeichnung zu sehen, die die Ankunft der Besucher auf der Insel zeigt. Gut gefällt mir dabei, wie auch auf den Hintergrund viel Wert gelegt wurde, dieser ist ebenso stimmig umgesetzt. Im Inneren gibt es neben der üblichen Auflistung der Mitwirkenden auch einen einleitenden Text zur Folge von Autor Marc Freud.

Fazit: Mit 61 Minuten eine eher kurze Folge der Serie, wobei hier alles am richtigen Platz ist. Die sehr interessante Szenerie wird durch beachtenswerte Charaktere noch weiter aufgewertet, und auch die Stimmung der Folge hat mir gefallen – inklusive der kraftvollen Schlussszene, in der mehr Zusammenhänge offenbart werden als zuvor gedacht.

VÖ: 15. September 2017
Label: allscore
Bestellnummer: 4015698012118


Professor van Dusen – 10. kauft die Katze im Sack



Erster Eindruck: Delikatessen in Wales...

Wegen eines Erdutsches wird die Reise von Professor van Dusen und Hutchinson Hatch jäh unterbrochen, sodass sie eine durchaus willkommene Zwangspause in Wales einlegen müssen. - nur das Essen mag dem Reporter nicht zusagen. Und dann steht auch schon der nächste Fall für die Denkmaschine an, denn ein Hausmädchen bittet um seine Mithilfe: Lady Agatha ist unter merkwürdigen Umständen gestorben...

Kurz bevor auch die Originalfolgen von Professor van Dusen auf CD fortgesetzt werden, bringt Allscore Media mit „Professor van Dusen kauft die Katze im Sack“ eine neue Geschichte auf den Markt, in der sich der Detektiv mit seinem Chronisten im fernen Wales aufhält. Die humorigen Komponenten der Figuren werden gerade zu Anfang und am Ende noch einmal betont, sei es der sehr spezielle Charakter von van Dusen, Huthcinsons Abneigung gegen das walisische Essen oder auch die ständige falsche Aussprache ihrer Namen. Diese gewisse Lockerheit ist prägend für die Serie, kommt hier aber besonders gut zur Geltung. Gut gefällt mir auch der Fall an sich, der nur langsam Fahrt aufnimmt und dabei alle Stationen bei der Ermittlung gekonnt berücksichtigt – da gibt es keine Logiklücken oder hastig erzählte Dialoge, um mehr Tempo hereinzubringen. Alles ist an seinem Platz und ist unterhaltsam dargeboten. Die Auflösug präsentiert sich dann überraschend und dennoch gut durchdacht, Autor Bodo Traber hat sich so allerlei Rafinessen ausgedacht. Eine Folge, die mir wieder sehr gut gefallen hat und die sich jeder Krimifan einmal anhören sollte.

Nicolai Tegeler spielt als Hutchinson Hatch wieder seinen ganzen Charme aus, sein Widerwillen gegenüber Innereien und auch seine liebenswert tollpatschige Art sorgen immer wieder für heitere Momente. Luisa Wietzoreks helle und klare Stimme passt wunderbar zum Hausmädchen Janie Marble, sie agiert vollkommen natürlich und authentisch. Kerstin Draeger ist als Emma Liammoir ebenfalls sehr lobenswert, mit viel Energie und einer präzisen Betonung schafft sie einen gelungenen Charakter. Weitere Sprecher sind Bernd Stephan, Erich Räuker und Tobias Nath.

Dezent, aber stimmig gibt sich die Atmosphäre der Folge, was dem hohen Niveau der Vorgänger entspricht. So ist beispielsweise nur recht wenig Musik im Einsatz, die sich in den Szenenübergängen jedoch gekonnt auf die Stimmung auswirkt. Auch Geräusche sind eher wenige im Einsatz, diese sind aber gut platziert und lassen die Szenerien gut wirken.

Wieder ist eine Bleistiftzeichnung als Covermotiv ausgewählt worden, die hier noch etwas düsterer wirkt als sonst. Das liegt insbesondere an dem dunklen Schatten, der sich in das Zimmer der alten Dame schleicht. Dieses ist wunderbar detailreich ausgestattet, und auch das Gesicht der Frau ist sehr ausdrucksstark, obwohl es nur halb von hinten zu sehen ist.

Fazit: Toll, wie gut die Charaktere wieder miteinander funktionieren und wie der Humor der Serie immer wieder durchschlägt und für heitere Momente sorgt. Doch auch der Fall an sich ist sehr stark, wird mit vielen überraschenden Momenten und falschen Spuren abwechslungsreich erzählt, wobei jeder Szene die nötige Aufmerksamkeit zukommt.

VÖ: 26. Mai 2017
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698010060


Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 9. setzt auf Mord



Erster Eindruck: Eine fatale Wette mit Folgen...

Lord Babbington sucht den Rat von Professor van Dusen in einem höchst ungewöhnlichen Fall. Denn mit seinem Freund Angus Granger ist er eine verhängnisvolle Wette eingegangen, denn dieser behauptet, mit einem Mord an einem gemeinsamen Bekannten unentdeckt davonzukommen. Der Einsatz ist nichts geringeres als das gesamte Vermögen der beiden. Zunächst lehnt van Dusen empört ab, doch später wird doch noch sein Interesse geweckt...

Die Herangehensweise an einen Krimi ist ja immer sehr unterschiedlich, neben der klassischen Suche nach Täter und Motiv gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, um Spannung zu erzeugen. Die neunte Folge der wiedererschaffenen Professor van Dusen-Serie geht dabei einen sehr interessanten Weg: Sowohl Täter als auch Motiv scheinen von Anfang an bekannt und lassen sich auch aus dem Klappentext herauslesen. Doch es sind die vielen eingewobenen Feinheiten, die diese Folge so hörenswert und prickelnd machen: Da wird nach einer Lücke in einem wasserdichten Albi gesucht, da wird eine sehr intensiv inszenierte Gerichtsverhandlung mit verschiedenen taktischen Manövern der Kontrahenten gezeigt, da wird auch noch bei der Auflösung auf Ungereimtheiten aufmerksam gemacht. Diese sehr detailbezogene Erzählweise passt nicht nur bestens zur schillernden Hauptfigur und ihren sehr analytischen Verstand, sondern macht auch richtig Spaß und gibt dem Hörer einige Rätsel mit auf den Weg. Das Finale endet dann in einem lauten Knall, was recht ungewöhnlich und dennoch sehr passend ist. Das ist alles sehr trickreich und hat mir mal wieder richtig gut gefallen.

Jürgen Kluckert ist in der Rolle des Lord Babbington zu hören, seine tragende und ausdrucksstarke Stimme passt sehr gut zu der Figur, die er sehr gekonnt in seinen Szenen zur Geltung bringt. Bernd Stephan legt als Angus Granger eine sehr bedachte Sprechweise an den Tag, sodass er den manipulativen Charakter in vielen Facetten schimmern lassen kann. Als Richter Rudolph Slaught ist Christian Rode zu hören, der seine Stimme unglaublich schneidend klingen lässt und so sehr authentisch wirkt. Weitere Sprecher sind Tino Killing, Dirk Müller und Tobias Nath.

Akustisch wurde erneut eine sehr saubere Leistung abgeliefert, die Geschichte wird gekonnt in ein passendes Gewand gekleidet. Dabei hält sich die Musik eher zurück und bettet sich harmonisch in das Gesamtkonzept ein, während die Geräusche authentisch wirken und die Dialoge lebendiger wirken lassen. Besonders gegen Ende werden diese effektiv eingesetzt.

Wie immer ist eine Bleistiftzeichnung als Titelbild im Einsatz, für „Professor van Dusen setzt auf Mord“ ist dabei eine recht düstere, aber auch neutrale Szene gewählt worden. Die exzentrische Titelfigur ist samt Zylinder mit einem Begleiter in den beleuchteten Straßen zu sehen, was auch zu anderen Folgen gepasst hätte. Der dunkelrote Rahmen kommt auch hier gut zur Geltung.

Fazit: Eine sehr stimmig erzählte Geschichte, die sich nicht sonderlich mit wer oder warum beschäftigt, sondern das wie in den Mittelpunkt rückt. Dieser Ansatz ist hier sehr gelungen und prickend dargestellt, wobei besonders die Gerischtsverhandlung und das ungewöhnliche Ende ihren Reiz entfalten können.

VÖ: 24. Februar 2017
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698010053


Professor van Dusen – 8. und der erfundene Tod



Erster Eindruck: Ein öffentlicher Todesfall

Im Battery-Park findet eine Erfindermesse statt, und auch Professor van Dusen will den von ihm entwickelten Lügendetektor vorstellen. Doch dazu kommt es vorerst nicht, denn gleich am ersten Tag der öffentlichen Vorführungen stirbt einer der Erfinder unter merkwürdigen Umständen direkt vor den Augen des schockierten Publikums. Natürlich nimmt van Dusen sofort seine Ermittlungen auf...

Professor van Dusen war schon in den Originalgeschichten von Michael Koser eine ziemlich extreme Figur, seine Überheblichkeit, seine oft unfreundliche und ruppige Art, sein scharfer Verstand, all das kombinierte sich zu einer reizvollen und prägnanten Persönlichkeit. In der Neuauflage der einstigen Radiohörspiele bei Allscore, bei der neue Geschichten für den klugen Ermittler geschrieben wurden, sind seine Attribute ebenso stark in Szene gesetzt, während die humorvolle Seite noch weiter gestärkt wurde. So gibt es auch in der achten Folge rund um den erfundenen Tod viel zu Schmunzeln, was an dem sehr guten Zusammenspiel der Charaktere liegt. Doch auch der Fal selbst ist wieder treffend und pointiert erzählt, die Szenerie um die Erfindermesse wird gekonnt vorgestellt, womit die durchaus etwas zu lang geratene Zeit bis zum ersten Tod unterhaltsam überbrückt wird. Der sehr visuell beschriebenen Unfall auf der Bühne, die nachfolgenden Ermittlungen, die weiteren gefährlichen Vorkommnisse – alles gut aufeinander abgestimmt. Und fast schon typisch für die Serie lässt sich besonders die Überführung des Täters viel Zeit, in einer ausgedehnten und sehr unterhaltsamen Szene mit einem gelungenen Kniff wird hier ein gelungener Schlusspunkt gesetzt. Und so ist eine sehr flüssige, spannend erzählte Folge in interessantem Umfeld gelungen, die den Hörer schnell mit einigen guten Ideen in seinen Bann zieht.

Wieder versammeln sich zahlreiche starke Stimmen um die Mikrophone, und jeder setzt seine Rolle mit vollem Einsatz um. Christian Rode ist beispielsweise als Dr. Sparkle zu hören, mit seiner unverkennbaren Stimme bringt er eine eigene Note mit ein und bringt zudem viel Energie mit ein. Wolfgang Condrus kann als Theodore Sullivan ebenso sehr überzeugen, er kann in seinen Szenen mit einer facettenreichen Sprechweise punkten. Mogens von Gadow ist als Henry W. Toller eine weitere starke Stimme, mit Nachdruck und sehr authentisch ist ein lebensnaher Charakter entstanden. Weitere Sprecher sind Gerald Paradies, Ilka Teichmüller und Dirk Hardegen.

Schon die Intromelodie ist sehr schwungvoll und pfiffig, und das zieht sich durch die gesamte Handlung. Immer wieder stechen für ein Hörspiel ungewöhnliche, aber sehr passende und schmissige Musikstücke eingebaut, die die Szenenübergängte individuell gestalten. Auch die Geräusche sind wieder passgenau eingesetzt und gestalten die Dialoge lebendiger.

Natürlich ist das Cover wieder mit dem breiten, dunkelroten Rahmen versehen, während das Motiv wieder in Stil einer Bleistiftzeichnung gehalten ist. Gezeigt wird die letzte Schlüsselszene mit mehreren Figuren, van Dusen fällt mit seiner wilden Frisur dabei besonders auf, und auch die anderen Charaktere lassen sich gut wiedererkennbar zuordnen.

Fazit: Schon von Anfang an wird das Interesse des Hörers geweckt und mit einer fanszinierenden Szenerie bei Laube gehalten. Trotz der recht langgezogenen Dialoge wirkt alles flüssig und wird mit immer neuen Reizpunkten unterhaltsam gehalten. Die pfiffige Auflösung und die starken Charaktere sorgen für eine weitere starke Folge der Serie.

VÖ: 18. November 2016
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698007930


Professor van Dusen – 7. zündet ein Feuerwerk



Erster Eindruck: Ein schrecklicher Flammentod

Eher unfreiwillig sind Professor van Dusen und Hutchinson Hatch am Silvesterabend zu Gast im Lunatic Asylum, einer Irrenanstalt in New York. Doch das scheinbar langweilige Fest wird bald aufgemischt, als ein Mann in Flammen aufgeht und zu Tode kommt. Auch wenn lange Zeit ein Selbstmord vermutet wird, ermittelt van Dusen und lernt dabei ganz unterschiedliche Charaktere kennen...

Wie einige seiner Kollegen bekommt auch Professor van Dusen seit einiger Zeit neue Fälle auf den Leib geschrieben, die den Geist der Geschichten Jacques Futrelle atmen und dennoch eine ganz eigenständige Herangehensweise an die Krimis haben. Viel bissiger, oft hintergründiger Humor fließt deswegen auch in die siebte Folge ein, die mit dem Irrenasyl eine sehr prägnante Kulisse zu bieten hat – und fast schon automatisch eine sehr interessante Besetzung durch sehr starke und prägnante Charaktere. Und genau die sind es, die die Geschichte so stark machen, denn van Dusen führt mit diesen intensive Gespräche und kommt so immer weiter hinter deren Motivation. Besonders der Leiter der Anstalt und der Seelsorger der Gemeinde hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck, aber auch die ürbigen Charaktere können mit einer speziellen Attitüde unterhalten. Dabei ergeben sich einige Hinweise und Spuren, die interessant aufbereitet sind – und am Ende noch einmal eine überraschende und sehr gut durchdachte Wendung bekommen, die alle bisherigen Erkenntisse in einem anderen Licht erscheinen lässt. Durch den stetigen Informationsfluss ist eine sehr unterhaltsame Geschichte entstanden, die mit dem rätselhaften Hintergrund und einer ganz besonderen Atmosphäre überzeugen kann.

Eckart Dux ist als Reverend George Walcott zu hören, seine knarzige Stimme und seine sehr präsente Sprechweise sorgen für ausdrucksstarke Momente. Auch Dirk Müller kann mich als Professor Feldman vollkommen überzeugen, seine Szenen wirken sehr lebendig, er kann mit der exzentrischen Titelfigur mithalten und sie mit einen starken Gegenpart ergänzen. Van Dusen wird natürlich wieder vom fantastischen Bernd Vollbrecht gesprochen, mit viel Energie und einer ganz eigenen Attitüde setzt er die Figur präzise in Szene. Weitere Sprecher sind Manfred Lehmann, Anke Reitzenstein und Dirk Hardegen.

Auch hier ist wie in den Vorgängern eine sehr zurückhaltende, aber sorgfältige akustische Umsetzung gelungen. Musik ist fast gar nicht präsent, aber einige wohl platzierte Geräusche sorgen für eine lebendige Atmosphäre, wobei der Fokus weiterhin auf den Dialogen liegt. Durch die hochwertige Aufnahmetechnik ist alles sehr klar verständlich und kommt in angenehmen Sound aus den Boxen.

Das Coverkonzept der Serie geht auch hier wieder vollkommen auf, in dem dunkelroten Rahmen ist eine schlichte Bleistiftzeichnung in schwarz-weiß zu sehen. Eine ansprechende Szenerie aus dem Hörspiel ist dabei als Motiv ausgewählt worden, die durch die vielen Schatten einen mysteriösen Ausdruck bekommt, was durch en Hintergrund mit dem herrschaftlichen Gebäude noch verstärkt wird.

Fazit: Von Anfang an baut „Professor van Dusen zündet ein Feuerwerk“ eine dichte Atmosphäre auf, in denen stetig neue interessante Informationen einfließen. Und auch die Spannung steigert sich immer weiter, durch die prägnanten Charaktere weiß der Hörer schon bald nicht mehr, wem er trauen kann – sehr gelungen!

VÖ: 9.September 2016
Label: Allscore Media
Bestellnummer: 4015698007923



Professor van Dusen – 6. schlägt sich selbst



Erster Eindruck: Unfreiwillige Hilfe

Als Professor van Dusen aus der Zeitung erfährt, dass ein bekanntes Gemälde aus dem Metropolitan Museum gestohlen und der Täter bereits dingsfest gemacht wurde, wird ihm bewusst, dass er selbst an dem Raub beteiligt gewesen ist. Denn er hat einige Tage vorher einem eher unscheinbaren Mann in allen Einzelheiten die Schwächen eines ähnlichen Plans dargelegt, sodass dieser sein Verbrechen perfektionieren konnte...

Professor van Dusen, der wohl sprödeste und wissenschaftlichste der klassischen Ermittler, erfährt gerade wie einige seiner Kollegen in neu verfassten Hörspielen seine Renaissance, bereits die sechste Folge ist nun bei allscore erschienen. Wunderbar werden hier wieder die sehr speziellen Eigenschaften der Hauptfigur aufgegriffen und überspitzt, sodass sein rauer Charme und die überhebliche Art bestens zur Geltung kommen und viel Flair mit sich bringen. Doch natürlich muss auch die Geschichte selbst gut funktionieren, und hier hat Autor Eric Niemann wirklich Vortreffliches geleistet und eine ebenso reizvolle wie spannend erzählte Handlung verfasst. Gleich zu Beginn wird der Hörer in die wichtigsten Ereignisse einbezogen, und von nun an geht die Jagd auf den gewieften Dieb los, der sehr clever vorgegangen ist. Ihn zu enttarnen, und das anhand nur weniger Hinweise, gestaltet sich für van Dusen als nicht gerade einfach und für den Hörer höchst unterhaltsam. Denn mit einigen geschickten Winkelzügen und Finten, gepaart mit dem scharfen Verstand, kommt van Dusen dem Täter immer näher. Dabei wurden nicht nur einige sehr interessante Themen eingebaut, sondern auch ein überraschendes und sehr eindringlich Ende verfasst, das mehr als nur eine Wendung bereit hält. Um es kurz zu machen: Das ist einfach richtig, richtig gut!

Bernd Vollbrecht scheint die ideale Besetzung für den leicht grantigen van Dusen zu sein, mit seiner eindrucksvollen Stimme und facettenreichem Ausdruck kann er einen spannenden und außergewöhnlichen Charakter formen. Georg Tryphon ist als Richard Carradine zu hören, auch er passt wunderbar in die Atmosphäre der Serie und passt sich sehr gut an jede seiner Szenen an. Sonja Deutsch hat einen kurzen, aber sehr gelungenen Auftritt als Dr. Duval, ihre tiefe und energische Stimme lässt die Rolle förmlich zum Leben erwecken. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Gerald Paradies und Tom Deininger.

Produzent Gerd Naumann hat sich hier bei der Musik sehr zurückgehalten, sodass der eher nüchterne Charakter der Hörspielserie unterstrichen wird. Auch Geräusche sind nicht allzu viele eingefügt, der Fokus liegt klar auf den Dialogen und den Stimmen, dennoch ist mit wenigen Mitteln eine lebendige und passende Atmosphäre enstanden, in der alles stimmig zusammengefügt ist.

Wie schon bei den Vorgängerfolgen ist eine Bleistiftzeichnung als Titelbild zu sehen, die dem Trend von den vielen bunten und computeranimierten Covern wirksam entgegensteuert. Und auch das Motiv mit den beiden Männern an einem Tisch erschließt sich erst im Laufe des Hörspiels wirklich, passt dann aber sehr gut zusammen. Auch der weinrote Hintergrund kommt erneut gut zur Geltung.

Fazit: Wieder überrascht die Serie mit einigen ungewöhnlichen Ansatzpunkten und einer sehr reizvollen Geschichte, sodass es nie langweilig wird. Der interessante Ausgangspunkt und die vielen Verwicklungen, das packende Ende und ausdrucksstarke Charaktere - „Professor van Dusen schlägt sich selbst“ ist wieder sehr hörenswerte Krimikost.

VÖ: 27.Mai 2016
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698005325


Professor van Dusen – 5. und das Haus der 1.000 Türen



Erster Eindruck: Ein verhängnisvoller Schritt...

Überraschend wird Professor van Dusen zur Testamentseröffnung des kürzlich verstorbenen Milliardärs Hugh Vandergast eingeladen. Trotz anfänglicher Skepsis stimmt er wegen eines geheimnisvollen Telefonanrufes zu und reist gemeinsam mit Hitchinson Hatch zu dem unheimlichen Anwesen. Dort angekommen erwartet ihn eine ungewöhnliche Gruppe an Erben mit vielen schwelenden Konflikten – und eine noch ungewöhnlichere Bedingung für die Auszahlung des Erbes...

Ein hochdotiertes Erbe, eine streitsüchtige Gruppe von Hinterbliebenen, ein altes Gemäuer, eine Mordserie – eine fast schon klassische Konstellation für ein Kirminalhörspiel, das auch in der fünften Folge von „Professor van Dusen“ Nutzung gefunden hat. Doch Professor van Dusen wäre nicht Professor van Dusen, wenn hier nicht viele eigenständige Elemente und eine sehr wissenschaftliche, auf harten Fakten beruhende Atmosphäre eingebracht werden würden. Schon ganz zu Anfang werden wie nebenbei Hinweise auf die Auflösung gegeben, so nebenbei, dass man ihnen kaum Bedeutung zumisst, aber doch offensichtlich genug, dass hinterher alles bestens zusammenpasst. Der Verlauf bis dahin ist trotz einer Spielzeit von 70 Minuten sehr kurzweilig und spannend geraten, zumal durch eine Verletzung van Dusens der sympathische Hutchinson Hatch einiges von der Ermittlerarbeit übernimmt. Und auch die bestens zusammengestellten Charaktere verleihen der Folge ihren Charme, die durch einige sehr witzige Momente aufgelockert wird. Natürlich spitzt sich zum Ende hin alles zu, das ist aber so packend erzählt, dass man der Folge eine gewisse Stromlinienförmigkeit sofort verzeiht – zumal nach der vermuteten Auflösung noch ein unerwarteter Dreh eingebaut ist.

Bernd Vollbrecht ist wieder in der Rolle des Professor van Dusen zu hören. Mit einer leicht exzentrischen Art und dem Hang zu trockenem Humor kann er eine schillernde Hauptfigur abgeben, sich in den passenden Momenten aber auch zurücknehmen und die anderen Sprecher wirken lassen. Margit Straßburger ist als Cassandra Wakefield zu hören, eine der Erben. Ihre Stimme lässt sie mal sanft, mal kraftvoll und herrisch wirken, wobei sie immer einen authentischen Eindruck hinterlässt. Manfred Lehmann spricht Dr. Reginald Palmer mit der ihm eigenen Vehemenz, seine Stimme passt dabei wunderbar in die Atmosphäre der Episode. Weitere Sprecher sind Fabian Kluckert, Peter Groeger und Tino Kießling.

Wie bereits die Vorgängerfolgen ist die Geschichte recht spartanisch umgesetzt, sodass der Fokus deutlich auf den Sprechern und den Dialogen liegt. Die eingebauten Geräusche verleihen der Handlung mehr Tiefe und Ausdruck und sind dabei sehr geschickt platziert, während nur sehr wenig Musik eingesetzt ist, die aber zur Steigerung der Atmosphäre beiragen.

Auch für das Cover dieser Folge wurde eine Bleistiftzeichnung von Lidia Beleninova angefertigt, die sehr detailreich und trotz der fehlenden Farben lebendig wirkt. Zu sehen ist das namengebende Schloss der 1.000 Türen, das sich herrschaftlich an der nahen Klippe platziert hat. Im Inneren gibt es wieder einen einleitenden Text zu dieser Geschichte.

Fazit: Wieder baut sich eine sehr dichte Atmosphäre auf, die sich durch die gut zusammengestellte Gesellschaft und den flüssigen Handlungsverlauf ergibt. Der eingestreute Humor und die vielen Zusammenhänge, sie sich erst nach und nach offenbaren, sorgen für einen sehr unterhaltsamen Eindruck.

VÖ: 4.März 2016
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698002348


Professor van Dusen – 4. jagt einen Schatten



Erster Eindruck: Ein auferstandener Massenmörder?

Professor van Dusen fährt nach einer Einladung des renommierten Psychiaters Dr. Montgomery gemeinsam mit dem eher wenig interessierten Hutchinson Hatch zu einem Fachkongress. Doch dann gesteht der Forscher, dass er eigentlich die Hilfe des kriminalistischen Professors in Anspruch nehmen will, denn kurz zuvor wurde er in einem merkwürdigen Telefonanruf mit dem Tode bedroht – von einem verurteilten und hingerichteten Massenmörder. Und tatsächlich kommt Montgomery kurz darauf ums Leben...

Professor van Dusen hat zwar nicht ganz die Bekanntheit eines Sherlock Holmes erreicht, wird aber zumindest unter Hörspielhörern ebenso sehr geschätzt. Besonders erfreulich, dass „Die Denkmaschine“ nun neue Geschichten auf den Leib geschrieben bekommt, mit „Professor van Dusen jagt einen Schatten“ ist bereits die vierte Folge der Reihe bei Allscore erschienen – und die hat es in sich. Nicht nur, dass in einer sehr erheiternden Introszene die ganz besondere Beziehung zwischen dem Ermittler und seinem Chronisten Hutchinson Hatch gelungen gezeigt wird und immer wieder solche sehr charmanten, unterhaltsamen Momente aufblitzen, auch der Fall selbst kann sehr überzeugen. Mit einigen verschlungenen Pfaden und interessanten Winkelzügen baut sich langsam ein sehr komplexes Gesamtbild auf, das in sich sehr logisch ist. Stückchenweise nähert sich Professor van Dusen dem Täter, ergründet seinen Antrieb, seine Psyche, seine Hintergründe, was sehr spannend erzählt wurde – und so konnte ich mich völlig in diese recht düstere Folge hineinfallen lassen. Besonders die Auflösung konnte mich dann überzeugen, in der sich die Geschichte des Massenmörders sehr gelungen integriert. Eine herausragende Folge, die ihre sehr guten Vorgänger sogar noch übertreffen kann.

Auch die Sprecher sind ganz hervorragend besetzt, sodass die Handlung bestens zur Geltung kommt. Gerald Paradies ist als Rigoletto Caruso zu hören, der van Dusen als Detective bei den Ermittlungen unterstützt. Seine prägnante Stimme setzt er gekonnt ein und hat eine sehr eingängige Betonung. Tino Kießling ist als Peter Forbes ebenfalls eine gute Wahl, er setzt gekonnte Akzente und kann dabei zusätzliche Spannung in die Handlung bringen. Nicole Hannak bringt als Elisabeth viel Energie mit ein, ihr anfängliches Grauen kommen ebenso glaubhaft und energiegeladen herüber wie ihre späteren Szenen. Weitere Sprecher sind Christian Rode, Jürgen Thormann und Alexis Krüger.

Die akustische Umsetzung hält sich – wie schon bei den Vorgängern – eher zurück und überlässt die erste Reihe den Sprechern. Dennoch sind einige passende Melodien eingebaut, die das Hörspiel auflockern. Die Geräusche werden insbesondere im Hintergrund eingesetzt, sodass die Schafherde am Anfang ebenso gut zur Geltung kommt wie die späteren, ruhigeren und düsteren Szenen.

Wieder ist für das Cover eine aufwändige Bleistiftzeichnung entstanden, die die Szene in dem zwielichtigen Gasthaus sehr gekonnt in Szene setzt. Gepaart mir dem dunkelroten Rahmen ergibt dies wieder ein ansehnliches Titelbild, und auch das Innere kann hier sehr überzeugen. Neben den üblichen Angaben gibt es nämlich noch einen lesenswerten Text von Autor Bodo Traber sowie einige Szenen, die aus dem Dialogbuch zur Straffung gestrichen wurden.

Fazit: Diese Folge von Professor van Dusen konnte mich vollends überzeugen. Die Figuren ergeben einige interessante Kontraste. Und während man sich immer weiter dem Täter und dem Hintergrund nähert, entstehen spannende Szenen, in die gekonnt die Geschichte von Thomas Holmes eingeflochten ist. Auch die psychologischen Aspekte können sehr überzeugen.

VÖ: 27.November 2015
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698000153


Professor van Dusen – 3. taut auf



Erster Eindruck: Kalte Geschäftsmänner und ein ungewöhnlicher Auftraggeber

Eigentlich sollte es lediglich ein gemütlicher Abend bei italienischem Essen für Professor van Dusen und Hutchinson Hatch werden, doch ihre Gastgeberin „La Mamma“ bittet sie erneut um Mithilfe. Und obwohl die Machenschaften der Mafia keineswegs die Zustimmung von van Dusen findet, ermittelt er in dem Fall eines Mannes, der in einem riesigen Eisblock gefunden wurde – nicht die einzige Leiche in diesem rätselhaften Fall...

Die von Allscore Media produzierte Professor van Dusen-Serie verbindet sich in der dritten Folge noch enger mit der bekannten Vorlage, denn diese nimmt direkten Bezug auf einen der Original-Fälle. „Der Mafia-Mord“ wird hier anfangs aufgegriffen, in der stimmigen Eingangsszene wird van Dusen recht höflich von „La Mamma“ dazu gebracht, er kriminellen Vereinigung erneut zu helfen. Der darauf folgende Fall ist sehr gut erdacht und hübsch rätselhaft, der Hörer selbst kommt hier lange Zeit nicht selbst auf die Lösung, die trotzdem stimmig und gut erklärt ist. Das ist durchaus komplex und dynamisch erzählt, allerdings kommt im Mittelteil ein kleines Tief auf, bei dem die Geschichte merklich nachlässt. Doch gegen Ende zieht die Handlung dann wieder an und präsentiert sich in Hochform. Besonders gefällt mir dabei der humoristische Aspekt in der Geschichte. Neben der wunderbaren Figur von La Mamma ist auch das Zusammenspiel zwischen Hutchinson Hatch und Detective Caruso sehr erheiternd und mit vielen spitzen Bemerkungen gesäumt. Wieder eine sehr gut erdachte Geschichte, die wendungsreich, mit vielen spannenden Sequenzen und runden Charakteren gut unterhalten kann.

Hildegard Meier hat mir als „La Mamma“ außerordentlich gut gefallen, ihre ebenso herzliche wie resolute Art gestaltet ihre Szenen sehr erheiternd, mit lauter und polternder Stimme lenkt sie die Aufmerksamkeit gelungen auf sich. Der prägnante Klang von Eckart Dux passt sehr gut zu der Rolle des Norris Gilliett, mit feiner Akzentuierung sorgt er für eine sehr glaubwürdige Vorstellung. Und auch Gerald Paradies kann als Caruso voll überzeugen, seine bissige Art und der oft genervte Unterton passen sehr gut zu der Rolle. Weitere Sprecher sind Christian Brückner, Horst Naumann und Sandra Steinbach.

Musikalisch wurde eine atmosphärische und dichte Atmosphäre geschaffen, nur einige Melodien wollen sich nicht so recht in das Konzept einfügen und tanzen etwas aus der Reihe. Die Geräusche sind dabei vielfältig eingebaut und unterstützen die Sprecher in ihrer Wirkung, die Szenen wirken so lebendiger und versetzen den Hörer in die jeweilige Stimmung der Szenen.

Wie auch schon bei den Vorgängern wurde auf dem Cover eine Kohlezeichnung verwendet, die vielen Striche ergeben ein überraschend ausdrucksstarkes Motiv. Professor van Dusen, wie so oft in nachdenklicher Pose, steht darauf in dem weitläufigen Kühlhaus, der Gang von tierischen Überresten gesäumt, während im Hintergrund ein Mann samt Schubkarre und Hund zu sehen ist.

Fazit: Autor Marc Freund ist eine sehr wendungsreiche und spannende Folge gelungen, die immer wieder kleine Highlights setzt, im Mittelteil aber etwas abfällt und nicht allzu dynamisch erzählt wurde. Die gelungenen Charaktere und die runde, hörenswerte Umsetzung ergänzen diese Folge, die das positive Bild der beiden Vorgänger fortsetzen kann.

VÖ: 25.September 2015
Label: Allscore Media
Bestellnummer: 4015698000146


Professor van Dusen – 2. reitet das trojanische Pferd



Erster Eindruck: Besuch in der Türkei

Bei seiner in die Türkei, die eigentlich seiner Erholung dienen soll, trifft Professor van Dusen seinen Freund und Kollegen Spiros Makropulos, der ihn bald um seine Meinung bittet. Denn der hat von einer geheimnisvollen Frau ein Stück des legendären trojanischen Pferdes gekauft – angeblich jedenfalls. Denn van Dusen ist davon überzeugt, dass es sich um eine Fälschung handelt. Doch die Hintergründe sind weitreichender, als er zunächst vermutet...

Sherlock Holmes, die berühmte Romanfigur von Arthur Conan Doyle, tritt bereits bei mehreren Labels in neu verfassten Fällen in Erscheinung. Der etwas weniger bekannte, aber im Hörspielkreisen sehr geschätzte Professor van Dusen tut es ihm seit einiger Zeit gleich, Michael Koser selbst hat für die zweite Folge der neuen Serie das Skript verfasst. Und das beginnt mit wie immer mit einer gelungenen Einführung in die Handlung von Hutchinson Hatch, der die Rahmenbedingungen klärt und auch in der übrigen Handlung immer wieder Erzähltexte von sich gibt. Dass er sich dabei direkt an das zuhörende Publikum wendet, verleiht diesen Zeilen immer wieder eine besondere Ausstrahlung. Auch van Dusens leicht arroganter und sehr scharfsinniger Charakter kommt sehr gut zur Geltung, was besonders in den Diskussionen mit Makropulos äußerst unterhaltsam dargestellt ist, die spitzzüngigen Wortgefechte auf recht anspruchsvollem Niveau prägen dieses Hörspiel und machen richtig Spaß. Der Fall ist verzwickter, als man anfangs denkt, durch die Ermittlungen des Detektivduos kommen langsam immer neue Informationen ans Tageslicht, was sehr kurzweilig und unterhaltsam aufbereitet ist. Durch einige Wendungen führt Koser seine Zuhörer in immer neue Situationen und lässt dabei die Charaktere sehr stark in Erscheinung treten. Auch das Zusammenspiel mit zahlreichen geschichtlichen Fakten und einem Hauch der griechischer Sagenwelt fügt vielfältige Elemente mit ein.

Hervorragend ist die Besetzung der Charaktere gelungen, wobei nicht auf bekannte Namen gesetzt wurde, sondern auf ausdrucksstarke Stimmen. Georg Tryphon ist als Spiros Makropulos mit viel Leidenschaft bei der Sache, seine lebendige Ausdrucksweise bringt viel Schwung mit sich. Nicole Hannak ist als Rosa sehr variabel in ihrem Ausdruck und passt sich sehr gut an der unterschiedlichen Gegebenheiten an. Christian Rhodes unverkennbare Stimme sticht auch hier wieder heraus, er verlieht Dr. Kallimachos eine sehr prägnante Note. Weitere Sprecher sind Jürgen Thormann, Lutz Harder und Peter Groeger.

Tom Steinbrecher ist für die akustische Untermalung verantwortlich und hat im Gegensatz zur Originalserie eine deutlich stimmungsvollere Szenerie ausgewählt. So werden auch die Dialoge von leider Musik oder eine vielfältigen Geräuschkulisse begleitet, was eine sehr dichte Atmosphäre erzeugt. Trotzdem liegt der Fokus weiterhin deutlich auf den Dialogen, die von der Untermalung aber deutlich profitiert.

Der dunkle, rote Rahmen mit wenigen Ornamenten in den Ecken wurde auch für dieses Cover übernommen, wie bei der vorigen Folge ist das eigentliche Motiv eine schwarz-weiße Bleistiftzeichnung, die jedoch sehr detailliert gezeichnet wurde. Zu sehen in eine Ausgrabungsstätte, die von van Dusen und Hatch betrachtet wird. Im Inneren gibt es einen einführenden Text von Michael Koser sowie Portraits einiger Sprecher.

Fazit: Der neue Fall aus der Feder von Michael Koser steht seinen bekannten Vorgängern in nichts nach, ist wieder ein recht verzwickter Fall voller Spuren und Ermittlungen. Das Geheimnis um das trojanische Pferd ist dafür ein guter Aufhänger, während wie immer die eine oder andere Skurrilität nicht fehlen darf. Sehr gelungen!

VÖ: 17.Juli 2015
Label: Allscore Media
Bestellnummer: 4015698000139


Professor van Dusen – 1. im Spukhaus



Erster Eindruck: Neustart für die Denkmaschine

Professor van Dusen zeigt zunächst keinerlei Interesse an der Geschichte seinen Chronisten Hutchinson Hatch, der gemeinsam mit seiner langjährigen Freundin Penny de Witt eine Nacht in einem angeblichen Spukhaus verbracht hat. Erst als in eben diesem als verflicht geltenden Haus ein Toter unter merkwürdigen Umständen gefunden wird, wittert auch der Naturwissenschaftler einen neuen Fall...

„Professor van Dusen“ genießt bei vielen Hörspielhörern Kultstatus, die ursprünglich für das Radio vertonten Produktionen des Autors Michael Koser werden momentan als CDs veröffentlicht. Doch nun hat sich Highscore Music dazu entschieden, dass noch mehr Potenzial in der Figur steckt und eine Hörspielserie mit neuen Geschichten begonnen. „Professor van Dusen im Spukhaus“ lautet der erste Titel dieser Reihe und ist vom Gefühl her sehr nahe an den erfolgreichen Vorgängern. Die Handlung lässt sich dabei viel Zeit, alles genau zu erläutern, die Umstände des Todes darzulegen und die Charaktere vorzustellen. Das ist jedoch auf unterhaltsame Weise geschehen und versprüht wie die Vorgängerserie auch viel herrlich spröden Charme. Bis sich van Dusen selbst an die Ermittlungen macht vergeht etwa die Hälfte des Hörspiels, was aber viele wichtige Informationen enthält. Der Fall ist dann auch verzwickter als anfangs vermutet, wobei die „Denkmaschine“ wieder dem Hörer immer einige Schritte voraus zu sein scheint – und mit seinen überheblichen und ironischen Kommentaren zudem für gute Unterhaltung sorgt. Hier wurde es geschafft, das nostalgische Krimigefühl, das ohne Actionsequenzen auskommt und auf viele Dialoge setzt, zu übertragen und sehr gut zur Geltung zu bringen.

Bernd Vollbrecht hat in dieser Neuauflage die Rolle des Professor van Dusen übernommen und legt dabei viel Spielfreude an den Tag. Mit seiner markanten Stimme und seinem stets etwas überheblichen Klang kann er eine ganz eigene Aura um sich erschaffen, die bestens zu der Figur passt. Ihm zur Seite steht Nicolai Tegeler, der als Hutchinson Hatch auch die Rolle des Erzählers übernimmt. Er wirkt durch seine lebendige Sprechweise sehr greifbar und ergänzt die Serie um eine gelungene Facette. In dieser Folge ist die wunderbare Luise Lunow als Emily Addams zu hören, sie zeigt wieder, wie wandelbar und treffsicher ihre kratzige Stimme ist. Weitere Sprecher sind Vera Bunk, Lothar Blumhagen und Peter Groeger.

Auch akustisch orientiert sich die Serie eher an den guten alten Radiohörspielen denn an neuen Produktionen und setzt auf eine eher sparsame, aber durchaus ansprechende Vertonung. Die Musik ist dabei klassisch angehaucht und wurde von einer Querflöte eingespielt, was der Serie einen sehr individuellen Ausdruck verleiht. Die Geräusche sind gut eingefügt und werden streckenweise auch als atmosphärische Gestaltung der Szenen eingesetzt, halten sich aber sehr im Hintergrund.

Auch recht außergewöhnlich ist die Gestaltung des Covers, das in einem weinroten Rahmen mit einem recht schlichten Schriftzug eine interessante Zeichnung enthält. Diese hat den Ausdruck einer Bleistiftzeichnung und zeigt im Vordergrund den recht verwegen blickenden van Dusen, während im Hintergrund das Spukhaus, Hatch und de Witt angedeutet werden. Im Inneren gibt es einen lesenswerten Text von Autor Michael Koser.

Fazit: Der erste der neuen Fälle um Professor van Dusen ist äußerst gut gelungen und versprüht viel Charme der ursprünglichen Serie, bringt aber gleichsam eigene Elemente mit ein. Die Handlung baut sich langsam auf und erklärt alle Hintergründe ausführlich, während eine unheimliche Szene für Stimmung sorgt. Die Auflösung wurde hervorragend präsentiert. Mehr davon!

VÖ: 3.April 2015
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698000122

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