Dreamland Grusel – 34. Schattenkinder

Dreamland Grusel – 33. Der Fluch von Morosko

Dreamland Grusel – 32. Hotel der Toten

Dreamland Grusel – 28. Der Atem des Rippers

Dreamland-Grusel – 27. Frankensteins Vermächtnis

Dreamland Grusel – 26. Die Nächte des Werwolfs

Dreamland Grusel – 25. In den Fängen des Todes

Dreamland-Grusel – 22. Im Bann der Teufelskrähe

Dreamland-Grusel – 14. Todesfalle Seytan-Log

Dreamland Grusel – 12. Kap der blutigen Nächte


Dreamland Grusel – 34. Schattenkinder



Erster Eindruck: Der Verlust eines Bruders...

Kay Marsten und ihr Mann Ben haben sich eigentlich auf Zwillinge eingestellt, doch als in einer gewittrigen Nacht Donner über den Himmel grollt, werden sogar drei Kinder auf die Welt gebracht. Doch schon wenige Stunden später stirbt einer der Jungen, während sich seine Fingernägel pechschwarz verfärbt haben. Und auch 17 Jahre später reißen die dramatischen Ereignisse nicht ab...

Mit „Schattenkinder“ startet Dreamland Grusel einen neuen Zweiteiler um die unheilvolle Verknüpfung von Drillingsbrüdern. Die Geschichte ist dabei zweigeteilt und spielt einerseits in der Vergangenheit vor 17 Jahren. Hier werden die schrecklichen Ereignisse bei der Geburt der Marsten-Drillinge geschildert, was zunächst dramatische, später leichte Horror-Elemente annimmt. Hier wird die eigentliche Handlung in der Gegenwart um einige Details und neue Aspekte ergänzt, Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den zum Teenager herangewachsenen Jonathan, der nicht nur mehr von den schrecklichen Vorgängen bei seiner Geburt erfährt, sondern auch einige Schicksalsschläge und unheimliche Vorkommnisse verkraften muss, Dabei gibt es sicherlich einige sehr starke Szenen, besonders eine Schreckensvision auf einem gruseligen Friedhof ist sehr gelungen. Doch ein wirklicher roter Faden durch die Handlung kommt nicht zustande, sodass der Hörer auch nach dem gesamten ersten Teil noch etwas in der Luft hängt, Zusammenhänge höchstens erahnen kann. Schade, denn es gibt eben doch einige Szenen, die eher vor sich hin plätschern, zumal der Erzähler für meinen Geschmack etwas zu viel im Einsatz ist. Das Interesse am zweiten Teil ist zwar geweckt worden, doch ich brenne eben nicht darauf, die weiteren Ereignisse zu verfolgen.

Benjamin Stolz ist in der Hauptrolle des Jonathan Marsten zu hören und kann den sich steigernden Schrecken des jungen Mannes gut darstellen, Trauer, Panik und Beklommenheit klingen bei ihm authentisch und nahbar. Petra Barthel hat mir als seine Mutter Kay ebenfalls sehr gut gefallen, sie sorgt mit einigen emotionalen Ausbrüchen für eine dramatische Wirkung der Schicksalsschläge der Familie. Der wundervolle Christian Rode gestaltet seine Erzähltexte sehr lebendig und eindringlich, sodass auch diese viel unheimliche Atmosphäre ausstrahlen. Weitere Sprecher sind Thomas Nero Wolff, Gerrit Schmidt-Foß und Lara Trautmann.

Die Produktion der Folge ist sauber, der Klang klar, alles ist gut aufeinander abgestimmt. Die Musik ist stimmig auf die Handlung angepasst, hätte aber an einigen Stellen noch einen Schuss mehr Dramatik vertragen. Die Geräuschkulisse sorgt für einige düstere Momente und Schockmomente, bleibt meist aber eher unauffällig.

In düsterem rot und schwarz ist das Cover gehalten, das die Gesichter dreier Menschen zeigt, wobei die Drillinge in verschiedenen Entwicklungsstadien gemeint sein können. Die Blitze und die Wolken, die die drei umspielen, sorgen für die passende Atmosphäre. Leider gibt es weder auf dem Cover noch auf der Rückseite einen Hinweis darauf, dass es sich um die erste Episode eines Zweiteilers handelt – dies hätte ich dem Hörer gegenüber fairer gefunden.

Fazit: In „Schattenkinder“ werden einige düster-dramatische Momente präsentiert, die stimmig zusammengefügt wurden und von engagierten Sprechern vertont werden. Das ist durchaus atmosphärisch geraten, doch das Tempo ist recht gering, die eigentliche Handlung wird nicht deutlich genug herausgearbeitet. So wird man etwas ratlos zurückgelassen, das Interesse auf die weiteren Ereignisse wird dennoch geweckt.

VÖ: 23. März 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-939066-85-9


Dreamland Grusel – 33. Der Fluch von Morosko



Erster Eindruck: Unheimlicher Road-Trip der besonderen Art...

Kurz vor seinem Tod legt Nicolai von Hohenstein seine Lebensbeichte bei dem Journalisten Artur Drayton ab. Er erinnert sich, wie er als junger, mittelloser Student das nächste Semester nicht mehr bezahlen kann, aber eine Chance wittert. Denn in einem Streitgespräch mit einem geheimnisvollen Fremden kündigt sein Professor van den Broek eine längere Forschungsreise an. Nicolai bietet sich an, ihn als wissenschaftlicher Assistent zu begleiten, ahnt aber noch nicht den Grund der Recherchen...

„Der Fluch von Morosko“, die 33. Folge von Dreamland Grusel, entfernt sich von den Grundsätzen, klassische Horrorhörspiele zu vertonen, recht deutlich und wendet sich eher dem modernen Gruselhörspiel zu – und schafft gerade damit eine sehr starke und hörenswerte Produktion. Die kleine Rahmenhandlung um den alten Nicolai dient am Anfang dazu, eine hübsch unheilvolle Ankündigungen zu machen, am Ende wird die Handlung rund abgeschlossen. Doch auch der Start in die eigentliche Handlung ist mit dem sehr kurzen Auftritt einer bekannten Romanfigur reizvoll, was das Interesse des Hörers zu wecken weiß. Auch das Leben des jungen Studenten wird hier in wenigen Minuten kurzweilig dargestellt, was den Start in die Reise quer durch Europa reizvoll gestaltet. Danach folgen einige Szenen, die eher episodenhaft sind und scheinbar übernatürliche Vorgänge und Orte durchleuchten. Dabei kommt auch die sehr interessante Beziehung zwischen Student und Professor zur Geltung, dieser Mittelteil ist sehr unterhaltsam geraten und punktet mit ganz unterschiedlichen, stimmigen Bildern. Schön, dass durch die klassisch anmutenden Szenerien ein frischer Wind weht und gleichzeitig das Zeitalter der Kutschen und tragbaren Öllampen lebendig zu werden scheint. Das ganze gipfelt dann in einer recht langen Episode mitten im russischen Winter, welche sehr mysteriös wirkt und mit einer sehr prägnanten Gestalt punktet, in der sich tragische Liebe, eine faszinierende Szenerie und ein sehr stimmungsvoller Handlungsverlauf vereinen. Mit „Der Fluch von Morosko“ ist eine überraschende, atmosphärische und düstere Folge entstanden, die mich von Anfang bis Ende gepackt hat. Definitiv die bisher beste Folge der Reihe!

Christian Stark ist als junger Nicolai von Hohenstein in der Hauptrolle zu hören und übernimmt auch viele Erzählerparts, was ihm kurzweilig und sehr intensiv gelingt. Besonders die letzten Szenen wirken durch ihn sehr intensiv, hier zeigt er facettenreiche Wandlungen. Der wunderbare Eckart Dux ist als engagierter Professor zu hören, den er mal grantig, mal voller Elan und auch mal verzweifelt klingen lässt, was einen sehr dynamischen Eindruck hinterlässt. Kathatine von Daake ist als Nastjenka zu hören, die ihre Stimme sehr gezielt und intensiv einsetzt und ihr viel kühle Ausstrahlung verleiht. Weitere Sprecher sind Lara Trautmann, Andreas Fröhlich und Thomas Nero Wolff.

Akustisch sind zwar einige kleinere Unsauberheiten feststellbar, insgesamt wurde die Stimmung des Hörspiels aber gut inszeniert. Dafür sorgen während der Erzähltexte stimmungsvolle Musikstücke, die sich gut einfügen. Zudem gibt es wieder eine Vielzahl an Geräuschen, die die Dialoge plastischer wirken lassen.

Durch die sich abwechselnden Farben des Cover der Serie ist hier wieder ein kühler Blauton in Verwendung, der sich gemeinsam mit der schwarzen Grundfarbe zu einem atmosphärischen Bild zusammenfügen. Ein winterlich verschneites Schloss, dazu eine düstere Silhouette mit leuchtenden Augen – auch das wirkt mystisch und stimmt gut auf die Handlung ein.

Fazit: Eine ungewöhnliche Handlung mit vielen kleinen Episoden quer durch Europa, dazu prägnante Charaktere und ein sehr lebendiger Verlauf. Der Höhepunkt ist dann aber die letzte, deutlich längere Geschichte im winterlichen Russland, die mit ihrer sehr mysteriösen Ausstrahlung punkten kann. Ein sehr starkes Hörspiel, welches mich vollkommen überzeugen konnte.

VÖ: 1. Dezember 2017
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978-3-939066-82-2


Dreamland Grusel – 32. Hotel der Toten



Erster Eindruck: Ein Ausflug mit unerfreulicher Wendung...

Um ihre Bekanntschaft aus der Schule aufzufrischen, wollen vier Freunde einige gemeinsame Tage in einer kleinen Pension verbringen. Doch ihr Auto bleibt wegen eines plötzlichen Schneefalls stecken, an ein Weiterkommen ist nicht mehr zu denken. Glücklicherweise finden sie Unterschlupf in einem nahe gelegenen Schlosshotel, können die Nacht aber nur in unterschiedlichen Flügeln bleiben. Dabei ist der Nachtportier alles andere als geheuer...

Dreamland Grusel versteht sich selbst als Nachfolger der klassischen Gruselhörspiele der 80er Jahre, und klassischer als hier könnte der Start in ein solchen auch kaum beginnen: Eine eigentlich vergnügliche Reise mehrerer Freunde, die durch Zufall in einem düsteren Schloss landen – so oder so ähnlich hat man das schon öfters gehört. Doch schon bald entpuppt sich die Folge als durchaus eigenständig und unheimlich, eben weil sie nicht mit Splattereffekten für Aufsehen sorgen, sondern sich eher auf die gruseligen Momente konzentrieren. Die Stimmung im Schlosshotel kommt dabei gut zur Geltung, auch wenn die Einleitung hier vielleicht etwas zu lang geraten ist und die Entwicklung der Handlung durch umfangreiche Beschreibungen gebremst wird. Doch mit der Zeit kristallisiert sich eine gut konstruierte Geistergeschichte heraus, die bis in die Gegenwart hineinwirkt und auf clevere Weise verknüpft ist. Dabei werden in einigen Rückblenden auch die Szenen aus dem Mittelalter stimmungsvoll eingebaut. Das ganze ist etwas zu sehr in die Länge gezogen, was auch für das an sich sehr gut konstruierte Finale gilt. Durch die spannende Erzählweise und die sehr dichte Atmosphäre ist dennoch eine hörenswerte Produktion entstanden, die aus der Serie positiv hervorzustechen weiß.

Sehr gefreut habe ich mich über den Reinhilt Schneider in einer der Hauptrollen, die immer noch sehr frisch und jugendlich klingt und ihre ganze Erfahrung als Sprecherin einsetzt, um eine vielseitige Rolle zu schaffen. Gerade während des Finales ist sie sehr stark und präsent. Dietmar Wunders prägnanter Klang passt ebenfalls sehr gut in die Handlung, er unterstützt die Stimmung gekonnt in ihrer Wirkung und verstärkt diese mit seiner düsteren Ausstrahlung. Lutz Mackensy gebührt für seine Leistung hier ebenfalls großes Lob, kann er doch viele Facetten einbringen. Weitere Sprecher sind Ulrike Stürzbecher, Torsten Münchow und Marc Schülert.

Insgesamt sind Musik und Geräusche hier gut aufeinander abgestimmt, wobei durch düstere Klänge die Atmosphäre in dem alten Schloss gut zur Geltung kommt. Dafür sorgen einige stimmungsvolle Musikstücke und die passenden Effekte, auch wenn nicht alle Geräusche hundertprozentig zur Handlung passen wollen.

Sehr gut gefällt mir das Cover dieser Folge, welches in rot und schwarz die opulente Ausstattung des Hotels andeutet, im Vordergrund aber einen Henker mit Kapuze und Beil, das er in die Höhe streckt. Auch die verschleierte Frau in dem spitzenbesetzten, ausladenden Kleid trägt ihren Teil zum Gelingen des Titelbildes bei.

Fazit: Vom Anfang über den Mittelteil bis zum Finale ist „Hotel der Toten“ eine kleine Spur zu lang geraten. Doch die dichte Atmosphäre in dem Hotel, die gut platzierten Charaktere und eine gut erdachte Handlung mit gelungenem Spannungsbogen können dies wieder ausgleichen. Der enge Bezug von den Szenen aus der Vergangenheit mit den aktuellen Ereignissen macht den Reiz dieses Hörspiels aus.

VÖ: 1. Dezember 2017
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978-3-939066-19-4


Dreamland Grusel – 28. Der Atem des Rippers



Erster Eindruck: Eine Legende wird enttarnt...

Peter Henry Ousten liegt im Sterben. Um in Frieden diese Welt verlassen zu können, offenbart er zum ersten Mal das große Geheimnis seines Lebens. Denn er kennt die Lösung zu einem der größten Rätsel der Menschheit, kann ein Mysterium aufdecken. Denn er kennt die Identität des Mörders, der im Londoner Stadtteil Whitechapel mehrere Frauen grausam ermordete...

Jack, the Ripper – wohl jeder kennt die ebenso geheimnisvolle wie bedrohliche Geschichte um den Frauenmörder, der 1888 mindestens fünf Prostituierte ums Leben gebracht hat. Zahlreiche Legenden um die Identität ranken sich um den Mörder, was schon häufiger Einzug in die moderne Popkultur gefunden hat. Auch Dreamland Grusel hat sich diesem Thema nun gewidmet und präsentiert eine weitere, gelungene Variante dieses Themas. Dabei wird sehr genau auf den Werdegang des Mannes eingegangen, der zu Jack the Ripper werden sollte, und auch die Morde bekommt der Hörer präsentiert. Trotz der Aufklärung und der Enttarnung entwickelt sich Spannung, denn nie ist klar, wo die Geschichte hinführen, welche Wendung sie noch nehmen wird. Das ist stimmig konzipiert, doch leider krankt das Hörspiel an entscheidender Stelle. Denn hier ist nicht nur ein Erzähler im Einsatz, sondern im Prinzip gleich derer drei. Das sind zu viele Metaebenen, die doch nur von dem gleichen berichten. Was Dynamik erwecken soll, wenn die Berichte vom einen auf den anderen Erzähler wechseln, wirkt leider eher befremdlich und ist mir irgendwann ein wenig auf die Nerven gegangen. Hinzu kommt, dass der Anteil an Dialogen sehr gering ist, nur wenige gespielte Szenen lassen das Hörspiel oft zu starr wirken. Dennoch konnte der Stoff an sich durchaus überzeugen, die gelungene Idee hätte aber noch lebendiger umgesetzt werden müssen.

Christian Rode ist der „klassische“ Erzähler in dieser Folge, und seiner markanten und ausdrucksstarken Stimme ist es zu verdanken, dass auch längere Passagen gut zru Geltung kommen und zur Steigerung der Atmosphäre beitragen. Bert Stevens übernimmt als Pater Henry Ousten ebenfalls Erzähltexte, die er durchaus stimmig umsetzt und mit Leben zu füllen versteht. Detlef Bierstedt setzt seine Stimme ebenfalls sehr gekonnt ein und steigert dabei die Atmosphäre des Hörspiels. Weitere Sprecher sind Werner Wilkening, Peter Groeger und Marc Schülert.

Wer die vorigen Folgen der Serie bereits gehört hat, kann ganz gut einschätzen, wie sich die akustische Gestaltung präsentiert, denn sonderlich viel hat sich gegenüber den Vorgängern nicht getan. So gibt es einige passende Melodien und auch die Geräusche sind meist stimmig eingefügt. Durch die langen Erzähltexte kommt aber auch hier keine richtige Dynamik auf, die dem Hörer ein lebendiges Erlebnis vermitteln könnte.

Das Prinzip des Covers ist auch hier übernommen worden, sodass neben der schwarzen Grundfarbe nur rote und weiße Flächen eingesetzt wurden. So dargestellt wurde das stilisierte Gesichte des Rippers nebst seiner erhobenen Hand mit langem, gezackten Messer. Das Innere des kleinen Booklets enthält neben den üblichen Angaben im Wesentlichen Produkthinweise auf andere Hörspiele von Maritim.

Fazit: „Der Atem den Rippers“ ist ein interessanter Auftakt zu einem Zweiteiler, kann aber auch für sich allein stehen. Die Idee, sehr auf den Charakter dieser fast mysthischen Figur aufzugreifen, ist gut gelungen und bietet zahlreiche interessante Aspekte. Doch durch die merkwürdige Erzählweise mit mehreren Ebenen, die sich aber alle auf das gleiche konzentrieren, kommt die Produktion immer wieder ins Stocken und kommt nicht so recht in Schwung.

VÖ: 10. März 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-939066-15-6


Dreamland-Grusel – 27. Frankensteins Vermächtnis



Erster Eindruck: Rückblick mit einigen Überraschungen

Der Dozent Prof. Wollstonecraft zieht sich von seiner lehrenden Tätigkeit zurück und will sich nur noch seinen Forschungsprojekten widmen. Die beiden Studenten David Grant und Larry Brown haben ihn jedoch so sehr beeindruckt, dass er sie zu einem Experiment bei sich zu Hause einlädt. Doch dort angekommen läuft einiges anders, als die beiden Studenten es sich vorgestellt haben...

Dreamland-Grusel sieht sich selbst als Nachfolger der legendären Europa-Grusel-Serie und greift dabei auch wie die Vorlage klassische Motive aus der Literatur auf, sodass in Folge 27 auf Merry Shellys berühmte Monster angespielt wird. Auch Frankenstein spielt eine ganz besondere Rolle und tritt in einigen sehr interessanten Rückblenden auf, in der auch Autorin Merry Shelly einen festen Platz hat. Gerade diese Szenen bringen eine ganz eigene Note und einen düsteren Ausdruck in die Handlung, zudem gefällt mir die Idee, die dem zugrunde liegt, sehr gut. Verpackt sind diese Momente in ein solides Gruselhörspiel mit fast schon klassischem Aufbau, wobei die Figur des Professor Wollstonecraft die Triebfeder ist. Sein unheimlicher Kollege Dr. Black und Haushälterin Emily brinegn zusätzlichen Grusel mit ein, während die beiden Studenten vor allem dazu da sind, den steigenden Schrecken der Geschichte auf den Hörer zu übertragen. Die Spannung steigert sich im Laufe der Handlung und endet wortwörtlich in einem großen Knall. Zwar haben sich nicht nur genre-, sondern auch labeltypische Ungereimtheiten in die Handlung eingeschlichen, insgesamt ist aber ein stimmungsvolles und unterhaltsames Hörspiel entstanden, das mir gut gefallen hat.

Christian Rode fühlt sich in der Rolle des Professor Wollstonecraft hörbar wohl und hat viel Spaß dabei, dem exaltierten Stil des Wissenschafters eine hintergründig schaurige Note zu verleihen. Auch Katja Brügger hat mir als Emily gut gefallen, mit ihrer markanten und kratzigen Stimme hat sie in den entscheidenden Szenen immer wieder für Aufsehen gesorgt. Marie Bierstedt sorgt mit ihrer klaren Stimme in den Rückblenden für die richtige Stimmung und bringt diese sehr intensiv herüber. Weitere Sprecher sind Christian Stark, Patrick Bach und Santiago Ziesmer.

Auch musikalisch werden hier Erinnerungen an die Grusel-Serie von Europa wach, indem die Melodien wie aus den 80er Jahren entsprungen scheinen. Das ist in sich stimmig, wirkt aber an einigen Stellen auch eher etwas komisch als wirklich gruselig. Die Geräusche fügen sich größtenteils gut in die Dialoge ein und lassen diese lebendiger wirken. Nur das Finale hätte noch etwas lauter ausfallen dürfen.

Klar, dass eine klassisch anmutende Darstellung von Frankensteins Monster auf dem Titelbild zu sehen ist, der charakteristische eckige Schädel mit den vielen Narben und der hohen Stirn sind hier vor dem Hintergrund eines angedeuteten herrschaftlichen Hauses zu sehen, die typische Farbgebung wird auch hier wieder verwendet. Das Innere ist übersichtlich aufgebaut und enthält keine weiteren Informationen zur Produktion.

Fazit: Der Aufbau ist klassisch, wird aber durch einige sehr gelungene Rückblicke gekonnt aufgelockert. Die beiden Hauptcharaktere bleiben etwas blass, für die richtige Stimmung sorgen allein die Nebencharaktere. Das ist insgesamt recht spannend aufbereitet, sodass man die kleinen Logiklücken verzeihen kann.

VÖ: 27. Januar 2017
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978-3-939066-14-9


Dreamland Grusel – 26. Die Nächte des Werwolfs



Erster Eindruck: Ausbruch aus dem Zoo oder bösartige Dämonen?

Seit einige Wölfe aus dem örtlichen Zoo ausgebrochen sind, werden in Greenlaw immer wieder grausame Todesfälle gemeldet. Auch Daniel Shaw, der ein Anwesen in der Ortschaft geerbt hat, ist beunruhigt, doch er ahnt nicht, wie tief er in diese Geschichte hineingezogen wird. Denn als er selbst nachforscht, ob es sich tatsächlich um die ausgebrochenen Wölfe oder doch etwas anderes handelt, ist es für ihn längst zu spät...

Werwölfe waren seit Beginn der Dreamland Grusel-Serie ein fester Bestandteil, immer wieder gab es Geschichten um die haarigen Wesen. Auch Folge 26 greift wieder auf dieses Thema zurück, und anfangs hatte ich das Gefühl, dass die Macher schon alles erzählt haben, was man zu den grausamen Monstern erzählen könnte. So gestaltet sich das erste Drittel durchaus unterhaltsam, aber eben auch recht vorhersehbar. Das ändert sich mit dem Auftauchen einer recht interessanten Figur, die der Handlung noch einmal einen anderen Schliff verleiht und kurz nach ihrem Auftauchen den Werwolf-Mythos noch aus anderen Perspektiven beleuchtet. Ihr Auftritt bringt dann auch den nötigen Schwung mit, sodass die restliche Handlung recht kurzweilig gelungen ist. Auch die Atmosphäre ist gar nicht mal so schlecht gelungen, sodass „Die Nächte des Werwolfs“ recht solide erzählte Hörspielkost ist, der man das Herzblut der Produzenten wieder deutlich anmerkt, die aber auch einige der bekannten Fehler nicht vermeiden. Doch insgesamt ist hier eine gelungene und hörenswerte Folge entstanden, die zu den stärkeren der Reihe gehört.

Christian Rode ist natürlich ein absoluter Vollprofi und sticht aus dem Sprechercast als Erzähler positiv hervor, mit getragener Stimme kann er die Spannung der Handlung immer wieder beeinflussen und gestaltet seine Passagen alles andere als langwierig. Joschi Hajek ist in der Hauptrolle des Daniel Shaw nicht immer ganz überzeugend, er hätte noch mehr Energie hineingeben können und klingt in manchen Szenen etwas hölzern. Farina Brock liefert als Valeria O'Hara eine solide Leistung ab und bringt die Härte der Figur recht gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Tom Steinbrecher, Christian Weygand und Rainer Schmitt.

Die Musik zu der Folge stammt – wie so häufig – von Tom Steinbrecher und Andreas Max, die mit recht wenigen Mitteln eine passende Atmosphäre für die Handlung geschaffen haben. Der Spannungsbogen der Geschichte wird dabei gut nachgezeichnet und durch einige Geräusche ergänzt. Besonders in den Kampfszenen kommen diese zum Einsatz, doch auch ansonsten werden die Dialoge durch passende Effekte ergänzt.

Daniel Theilen ist für das Cover dieser Folge zuständig, dabei hat er die engen Vorgaben mit den lediglich drei Farben rot, schwarz und weiß gut genutzt und ein ansehnliches Titelbild geschaffen. Die wütenden Augen eines Werwolfes schweben über Daniels Haus, der mit einer Laterne die Umgebung absucht – und natürlich darf ein Vollmond nicht fehlen. Im Inneren gibt es die üblichen Produktionsinformationen übersichtlich aufbereitet.

Fazit: Auch wenn der Anfang recht konventionell scheint, schlägt die Handlung noch um und präsentiert einige gelungene Momente und einen dynamischen Spannungsbogen. Einige Formulierungen hätten noch geschliffen werden können und einige Szenen wirken eine Spur zu lang, doch insgesamt ist eine hörenswerte Folge entstanden.

VÖ: 28. Oktober 2016
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978-3-939066-09-5


Dreamland Grusel – 25. In den Fängen des Todes



Erster Eindruck: Bekannte Ermittler im neuen Gewand

Das Altemheim Seelenfrieden gilt als gute Adresse, vor allem gut betuchte ältere Menschen verbringen dort ihren Lebensabend. Auch der ehemalige Agent Larry, der sich ob der zahlreichen Todesfälle der letzen Zeit verwundert zeigt und dies auch seinen Freunden John und Kurt mitteilt. Er will aufdecken, ob es sich tatsächlich im Morde handelt, doch sein Plan findet ein jähes Ende...

Herzlichen Glückwunsch, Dreamland Grusel! 25 Folgen sind bereits von der Indipendent-Hörgruselserie erschienen, und zum Jubiläum hat man sich eine besondere Sprecherliste mit vielen alten Bekannten und einigen Anspielungen zusammengestellt. Das Dreamteam Rode und Groeger, momentan besonders als Holmes und Watson bekannt und erfolgreich, ist in den Hauptrollen zu hören, Rainer Schmitt spricht den ehemaligen Agenten Larry – der Einstieg in die Handlung wird so gerade für Hörspielfreunde sehr unterhaltsam. Leider kann die Folge da nicht ganz mithalten, wobei mich nicht einmal die fehlenden Gruselelemente stören, diese tauchen noch ganz am Ende auf. Die Idee, hier vorrangig einen Krimi zu erzählen, sorgt sogar für angenehme Abwechslung, leider ist aber die Handlung deutlich zu lang geraten. Lange Dialoge, die das Hörspiel nur stückchenweise voranbringen, dazu ein deutlicher Wissensvorsprung des Hörers, der die Protagonisten also dabei zuhört, wie völlig klare Sachverhalte recht unspektakulär aufgeklärt werden. Hier hätte man deutlich mehr Schwung hereinbringen können, was dem an sich guten Ansatz gerechter geworden wäre, denn die Charaktere machen auch in dieser Konstellation viel Spaß und bringen ihren ganz eigenen Charme in die Handlung mit ein,

Christian Rode läuft hier wieder mal zu Hochform auf, er hat deutlich Spaß an der Rolle und dem Stoff, seine markante Stimme ist auch hier ein passender Mittelpunkt und setzt immer wieder gekonnt Akzente. Perfekt darauf abgestimmt ist Peter Groeger als Kurt Wagner, der seinem Gegenüber immer wieder Bälle zuspielt und mit seiner liebenswerten, leicht schusseligen Art für einige Lacher sorgt. Ursela Monn ist als Dr. Catherine Gale ebenfalls eine gute Besetzung, sie setzt ihre Stimme zielsicher ein und setzt so jede einzelne Szene sehr treffend um. Weitere Sprecher sind Wolfgang Rüter, Björn Schalla und Hörspiellegende Heikedine Körting.

Tom Steinbrecher beweist auch hier wieder sein großes Talent als Hörspielmusiker und findet treffende Melodien für die einzelnen Szenen, die dadurch mehr Lebendigkeit verliegen bekommen. Doch auch die eingebauten Sounds und Geräusche sind gut eingefügt, sie dienen dabei manchmal als Kulisse für die Protagonisten, drängen sich an den richtigen Stellen aber auch mal mehr in den Vordergrund.

Das Cover zu dieser Folge ist besonders gelungen, die schwarz-blaue Farbgebung kommt dabei besonders gut zur Geltung. Zu sehen ist die Altenresidenz, die sich düster nach oben reckt und von hinten leicht beleuchtet wird. In der geöffneten Tür steht ein düsterer Sensenmann, dessen Schatten durch einen Totenkopf geziert wird. Im Booklet findet Thomas Birker rührende Worte für viele seiner Wegbegleiter in der bisherigen Geschichte der Serie und gibt glechzeitig Ausblick auf das kommende.

Fazit: Die sehr gelungene Sprecherkonstellation mit den gut getroffenen Figuren sorgt für Kurzweil, auch wenn zahlreiche Dialoge deutlich zu lang geraten sind. Die Handlung kommt leider kaum in Schwung und hätte gestraffter erzählt werden können, denn das auf den Punkt gelungene Finale beweist, dass die Autoren hier einiges an Spannung haben liegen lassen.

VÖ: 1.Juli 2016
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978-3-939066-13-2


Dreamland Grusel – 22. Im Bann der Teufelskrähe



Erster Eindruck: Ermittlungen an einem Internat

Auf Schloss Krähenfels, einem Internat, werden immer wieder Schüler und nun sogar eine Lehrerin angegriffen. Und alle berichten übereinstimmend von einer riesigen Krähe, die die Attacken ausgeübt hat. Die Direktorin Frau Meyer fragt die beiden Detektive Tom und Nina um Rat. Beide schleichen sich undercover als Schüler ein und haben schon bald erste Verdächtige...

Schon seit einigen Jahren ist die Reihe „Dreamland Grusel“ mit in sich abgeschlossenen Hörspielen auf den Markt, nun wird mit „Im Bann der Teufelskrähe“ mal eine andere Richtung eingeschlagen. Nicht nur, dass für das Dialogbuch Paul Burghardt und Tom Steinbrecher sowie Initiator der Serie Thomas Birker verantwortlich sind, zusätzlich werden nun zwei klassische Hörbuch-Genres miteinander vermischt: Die mysteriösen Elemente treten etwas zurück, dafür wird ein fast schon eine klassische Jugenddetektiv-Geschichte erzählt. Tom und Nina – die Namen sind höchstwahrscheinlich nicht ganz willkürlich gewählt, sondern erinnern an eine „klassische“ Hörspielserie – sind dabei schon etwas älter, können sich aber noch problemlos in die Oberstufe einschleichen und so unbemerkt unter den Schülern bemerken. Das Leben im Internat kommt dabei gut zur Geltung, wobei die beiden Hauptifguren in unterschiedliche Richtungen ermitteln und mehrere Verdächtige untersuchen. Dabei kommen sie der Lösung des Rätsels immer näher und erleben sogar selbst den Angriff des unheimlichen Krähenwesens. Die dabei erzeugte mysteriöse Stimmung ergänzt sich wunderbar mit der Detektivgeschichte, sodass ein sehr gelungener Genremix entsteht. Zum Finale hin zieht das Tempo noch einmal deutlich an, und auch die Auflösung ist spannend erzählt und versetzt die Protagonisten in eine ziemlich brenzlige Situation.

Tom wird von Sascha Draeger gesprochen, wobei seine Stimme schon etwas zu alt für die Rolle wirkt. Dennoch kann er authentisch agieren und mit viel Energie eine überzeugende Leistung abliefern. Kerstin Draeger ist als seine Partnerin Nina zu hören, ihre fröhliche Art kommt sehr gut zur Geltung, wobei sie eine sehr engagierte Sprechweise an den Tag legt. Katja Brügger ist als Direktorin Meyer zu hören, ihre tiefe und angenehme Stimme passt wunderbar zu der freundlichen Frau, die eine sehr ruhige Aura ausstrahlt. Weitere Sprecher sind Sven Plate, Tim Kreuer und Udo Schenk.

Die akustische Gestaltung erinnert tatsächlich stark an Abenteuerhörspiele der 80er Jahre, hat aber einen moderneren Ausdruck. Dazu sind viele Melodien eingesetzt, die – obwohl extra für diese Produktion entstanden – vertraut wirken und gut zu der jeweiligen Szenerie passen. Der Klang ist dabei gut abgemischt, das Verhältnis zwischen Musik, Geräuschen und Dialogen gut gewählt, alles kommt klar und deutlich aus den Boxen.

Natürlich ist das Cover im Stil seiner Vorgänger gehalten, wobei das tiefe Rot, das neben schwarz und weiß die vorherrschende Farbe ist, eine sehr düstere Atmosphäre verbreitet. Zu sehen ist eine Krähe, die den Schnabel leicht geöffnet bösartig in die Umgebung schaut, ein heller Vollmond und ein Totenschädel sind weitere optische Elemente.

Fazit: Eine Folge der Reihe, die wirklich Spaß macht. Die Verknüpfung von Detektivgeschichte und Mystery-Elementen funktioniert wunderbar und wirkt im positivsten Sinne des Wortes „oldschool“. Die sehr dichte Stimmung – mal wie an einer Schule, mal düster und gefährlich – ist sehr variabel und kann den Hörer fesseln.

VÖ: 2.Oktober 2015
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978-3-939066-05-7


Dreamland-Grusel – 14. Todesfalle Seytan-Log



Erster Eindruck: Gruß von einer Kultserie

Der Raumkreuzer unter der Leitung von Commander Bill Turner steuert einen abgelegenen Planeten an, auf dem eine Basis für den Raumhandel von Menschen erschaffen wurde. Doch sie erhalten keinerlei Lebenszeichen und müssen feststellen, dass die Station menschenleer ist. Bei ihrer Erkundungsreise verliert das Team ein Besatzungsmitglied, dem das komplette Skelett aus dem Körper gesaugt wurde…

Dreamland Grusel versteht sich ja selbst als Hommage an die 80-Jagre Gruselserie von Europa. Doch in der 14. Folge „Todesfalle Seytan-Log“ wird noch einer weiteren Kultserie gehuldigt: Jan Tenner. Dazu wurde nicht nur die Originalbesetzung der Kiosk-Produktion um das Mikrofon versammelt (dieses mal sogar wörtlich, denn die Hauptsprecher haben die Szenen tatsächlich gemeinsam aufgenommen), auch die Figuren in der Handlung sind unüberhörbar an die Charaktere Jan Tenner, Professor Futura, Laura und General Forbit angepasst. Da kommen schon einige nostalgische Erinnerungen auf, auch wenn der Transport des Jan Tenner-Feelings in die heutige Zeit an einigen Stellen nicht ganz so sehr geglückt ist. Eine recht hanebüchene Szene, die die Vergangenheit des Professors aufgreift, birgt nicht nur einige Ungereimtheiten (ein einzelnes Gehirn ohne Mund, das reden kann?), sondern ist für den Fortlauf der Handlung auch nur ganz am Rande relevant. Hinzu kommt, dass hier leider kaum Spannung aufkommt, der Hörer bleibt hier recht unbeteiligt. Die Auflösung des Ganzen kommt dann auch ein bisschen weit hergeholt her und scheint wie übergestülpt. Allerdings konnte mich die Stimmung des Hörspiels durchaus überzeugen, das Weltraumabenteuer wirkt tatsächlich ein bisschen wie aus den 80ern entsprungen und kann mit seiner lockeren Atmosphäre punkten. Ein durchwachsenes Hörspiel, das aber durchaus interessante Ansätze verfolgt hat.

Den drei Sprechern der Jan Tenner-Serie kommt hier – gemeinsam mit Tilo Schmitz als General Baker in sehr guter Form nehmen sie fast die ganze Handlung ein. Lutz Riedel kann den Bill Turner mit viel Leidenschaft und dem für ihn typischen Kampfgeist ausstatten, durch ihn steht der Commander im Mittelpunkt des Teams. Klaus Nägelen ist auch hier wieder als genialer Professor zu hören, nur dass dieser hier Davies heißt. Seine Stimme ist in den Jahren kaum gealtert, er kann die Figur wieder gut umsetzen. Marianne Groß, die zumindest den Vornamen ihrer damaligen Figur behalten hat, kann auch hier die Besorgnis und die Vorsicht ihrer Figur verkörpern, kann aber auch kämpferisch und entschlossen klingen. Weitere Sprecher sind Udo Schnenk, Alexandra Doerk und Joschi Hajek.

Die Musik stammt erneut von Tom Steinbrecher, der auch schon vorige Folgen der Reihe in Szene gesetzt hat. Seine verwendeten Melodien passen sehr gut ins Weltraumambiente, bleiben aber meist eher im Hintergrund und lassen den Sprechern den Vortritt. Und auch die Geräuschkulisse ist gefällig und kann die Handlung gut unterstützen, besonders die Actionszenen wirken lebendig und dynamisch.

Eine kleine Weltraumszene ist auf dem Cover abgebildet, doch dieses wirkt recht beliebig und ist mir persönlich nicht prägnant genug. In rot, schwarz und weiß gehalten ist ein Mann von hinten zu sehen, der vor einem futuristisch anmutenden Schacht steht. Besonders gelungen ist jedoch der Bonustrack, der der Produktion angehangen ist. Dabei handelt es sich um ein Interview mit Lutz Riedel, Marianne Groß und Klaus Nägelen, das sehr unterhaltsam und kurzweilig gelungen ist.

Fazit: Die Schwelle zum modernen Hörspiel können Thomas Birker und sein Team auch mit dieser Folge nicht überschreiten, die Old-School-Produktionsweise funktioniert hier aber recht gut. Die Handlung weist im Gegensatz zur Atmosphäre jedoch deutliche Schwächen auf. Wirklicher Grusel kommt zudem auch nicht auf, sodass man eher in positiven Erinnerungen an die Vorbildserie schwelgt.

VÖ: 1.Juli 2013
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978-3-939066-63-7


Dreamland Grusel – 12. Kap der blutigen Nächte



Erster Eindruck: Was bisher geschah...

Das Schiff von Kapitän Regnier segelt unter keinem guten Stern: Auf mysteriöse Weise verschwinden immer mehr Mitglieder seiner Crew. Als ein schrecklicher Sturm losbricht, werden sie durch das Leuchtfeuer von Strandpiraten angelockt und erleiden Schiffbruch. Doch auch die räuberische Bande, die den Kapitän als Geisel gefangen hält, ist ihres Lebens nicht mehr sicher, als ein übernatürliches Wesen dem Schiff entsteigt...

Nach einer Pause, die dann doch nicht so lang ausfiel wie geplant, meldet sich Dreamland Productions mit der zwölften Folge seiner Gruselserie wieder. Als inoffizieller Nachfolger der legendären Europa Gruselserie von H.G. Francis wird hier zum zweiten mal Bezug auf die Kultserie genommen und die Vorgeschichte zu „Gräfin Dracula, Tochter des Bösen“ erzählt. Dabei treten die ersten unheimlichen Elemente schon recht früh auf, in Form eines weißen Wolfes, der an Bord auftaucht. Das weiß ebenso zu gefallen wie die Einleitung von Erzähler Christian Rhode und die durchaus gelungene Introszene an Deck. Mit dem Auftauchen des Leuchtfeuers und den Strandpiraten geht dann die eigentliche Handlung los, hier verliert die Geschichte ein wenig an Dynamik und Tempo, die sie erst im Laufe der Zeit mit dem unheimlichen Verschwinden eines der Piraten wiedergewinnt. Und ab da steht die übermächtige Figur der Gräfin Dracula im Mittelpunkt, sorgt immer wieder für gruselige Szenen und schließlich auch für ein actiongeladenes Finale am Strand. Gut ist hier die Erzählweise, in der teilweise zeitgleiche Ereignisse nacheinander erzählt werden und der Hörer alles gut verfolgen kann. Ganz am Schluss ist dann sogar der Anfang vom Europa-Original zu hören, sodass ein nahtloser Übergang zur Vorlage entsteht. Spannungsbogen und dramatische Entwicklung sind hier also als gelungen zu betrachten, die Folge gehört zu den stärksten der Serie, nur das Dialogbuch ist wieder in großer Kritikpunkt. Die Dialoge wirken häufig gekünstelt und hölzern, hier wäre wieder einmal Feinschliff nötig gewesen. Ansonsten eine gute Folge, der Bezug zur Europaserie verleiht dem Ganzen zusätzliche Würze.

Die anfängliche Szene auf dem Schiff ist zwar eine gut erzählte, nur sind die Sprecher hier nicht in Topform und besonders bei den Schreien recht unglaubwürdig. Ansonsten ist die Sprecherleistung solide bis gut. Gefallen hat Gabriele Wienand als Gräfin Dracula, die das bösartige Wesen gekonnt darstellt und wirklich bedrohlich wirkt – nur ihre Geräusche, wenn sie Blut saugt, wirken ein wenig merkwürdig. Katja Brügger ist als Strandpiratin Joana de Silva zu hören, ihre tiefe und raue Stimme passt gut zu der Rolle, die leichten moralischen Anflüge der Frau kann sie wirkungsvoll platzieren. Erzähle Christian Rhode sorgt mit seiner markanten Stimme immer wieder für gelungene Akzente. Weitere Sprecher sind Lutz Mackensy, Christian Stark und Daniel Welbat.

Akustisch gesehen ist die Geschichte ebenfalls solide produziert und sorgt mit seinen Melodien immer wieder für hübsche Atmosphären. Mehr Raum wird hier jedoch den Geräuschen zugesprochen, die fast ständiger Begleiter der Dialoge sind. Sowohl in der ersten Szene auf dem Schiff wie auch in der letzten mit dem Möwenschwarm treten sie stärker in den Vordergrund.

Das Cover – dieses mal ist wieder rot als dominante Farbe an der Reihe – zeigt und die zähnefletschende Gräfin mit leicht irrem Blick und erinnert damit zusätzlich an die Vorlage. Das Booklet ist im Inneren schwarz-weiß und enthält neben einigen Infos – auch zur Europaserie – zahlreiche Fotos der Mitwirkenden. Als Bonustrack auf der CD gibt es übrigens noch die Gedanken einiger Hörspielmacher zum mittlerweile verstorbenen H.G. Francis.

Fazit: Trotz unausgereifter Dialoge ist hier ein spannendes und schwungvolles Hörspiel gelungen, das durchaus gruselige Momente zu bieten hat und die Vorgeschichte gut umsetzen kann.

VÖ: 1.Juli 2012
Label: Dreamland Productions
Bestellnummer: 978-3-939066-61-3

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