Sherlock Holmes - 54. Tod eines Giftforschers



Alfred Humbler, ein renommierter Rechtsanwalt, sucht den Rat von Sherlock Holmes. Einer seiner Mandanten, der sich mit verschiedensten Giften beschäftigt hat, wurde von seinem Neffen tot in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Alles sieht wie ein Selbstmord aus – und in diesem Fall würde eine hochdotierte Lebensversicherung nicht ausgezahlt werden. Holmes soll beweisen, dass es sich um einen Unfall oder eine Verwechslung handelt, doch der Detektiv hat schon bald einen anderen Verdacht…

Titania Medien hat ja schon einige Geschichten von Herman Cyril McNeile adaptiert und den eigentlichen Ermittler gegen den bekannten Detektiv „Sherlock Holmes“ in der nach ihm benannte Serie ausgetauscht. Das ist bislang immer gut gelungen, doch „Tod eines Giftforschers“ wirkt noch mehr so wie ein Original von Sir Arthur Conan Doyle. Der Aufbau der Handlung, die Charaktere, die trickreiche Auflösung – das alles passt perfekt zu der Stimmung um den bekannten Ermittler. Zunächst gibt es eine klassische Szene, in dem Holmes und Watson in der Baker Street Besch von dem Mandanten bekommen und mit ersten Informationen versorgt werden. Geschickt ist dabei, dass dieser selbst noch nichts aus erster Hand weiß und vieles noch im Unklaren bleibt, das vermeidet Wiederholungen und sorgt dafür, dass die Details erst nach und nach bei den Ermittlungen vor Ort aufgedeckt werden. Dabei macht es Spaß zu hören, wie Holmes seinen Mitmenschen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und mit nebulösen Ankündigungen oder kleinen Tricks für einen spannenden Verlauf sorgt. Und auch wenn die Zuhörenden bald eine Ahnung davon bekommen, wer für den Tod verantwortlich ist, sind die näheren Umstände und die Auflösung bis ins Detail inklusive eines genauen Ablaufs immer noch überraschend und können mit gelungenen Feinheiten punkten. Eine sehr starke Episode, die mir äußerst gut gefallen hat.

Es sind nur wenige Stimmen zu hören, die dafür umso mehr Eindruck hinterlassen. Neben der Stammbesetzung aus Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt und Regina Lemnitz ist Torsten Münchow zu hören, der seiner Stimme einen sehr ernsten und ausdrucksstarken Klang verleiht und in seinen Szenen sehr authentisch wirkt. Auch Pascal Breuer hat mir sehr gut gefallen, er formt mit seiner Stimme einen sehr präsenten Charakter, der bestens in die dichte Szenerie der Episode passt. Thomas Balou Martin zeigt eine weitere Facette seines Könnens und wandelt seine Stimme noch einmal deutlich. Ich mag, mit wie viel Einsatz er seiner Figur Leben einhaucht.

Der Spannungsbogen der Handlung ist konstant, bietet aber wenige wirkliche Höhepunkte, sodass auch die akustische Gestaltung wie immer in dieser Serie eher zurückgenommen ist. Doch die Elemente, die eingebaut wurden, sind wieder sehr überzeugend. Die klassisch anmutende Musik begleitet die Dialoge und Erzähltexte dezent, aber stimmungsvoll, während die Geräusche perfekt an die Handlungen der Charaktere angepasst sind.

Die düstere Szenerie auf dem Titelbild mit den dunklen Blau- und Grüntönen ist sehr ausdrucksstark geraten, und sticht aus der bisherigen Covergalerie damit noch einmal hervor. Wie Holmes und Watson dabei inmitten der Chemikalien genauere Untersuchungen anstellen, ist ebenso simpel wie effektiv. Gepaart mit der edel wirkenden Rahmengestaltung ist ein ansprechendes Cover entstanden.

Fazit: „Tod eines Giftforschers“ passt wunderbar in die Serie und wirkt mehr denn je wie eine Originalgeschichte von Arthur Conan Doyle. Der Fall ist ebenso simpel wie trickreich, die wenigen Figuren ausdrucksstark und prägnant, der Ablauf durchgängig unterhaltsam und mit sehr geschliffenen Dialogen versehen. Dabei sind so einige Tricks und Überraschungen eingebaut, was sehr überzeugend geraten ist.

VÖ: 25. November 2022
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785784556

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