John Sinclair -154. Ich und der Poltergeist



Endlich kann Jane Collins wieder nach London zurückkehren und soll dort vorerst bei Lady Sarah Goldwyn unterkommen. Diese hat auch spontan eine Überraschungsparty mit allen Freunden organisiert. Doch als nur noch John Sinclair zu Gast ist, erklingen plötzlich seltsame Geräusche vom Dachboden: Ein Poltergeist scheint sich eingenistet zu haben. Doch noch ahnt keiner der Beteiligten, was tatsächlich hinter dem scheinbar normalen Spuk steckt…

Der große Handlungsstrang um Jane Collins, den Würfel des Unheils und ihr neues Herz scheint zwar abgeschlossen, doch die 154. Episode der langlebigen Geisterjäger-Serie „John Sinclair“ beweist, dass auch die Nachwirkungen noch sehr reizvoll sein können. So wird sich in dem entspannt-freundschaftlichen Intro nicht nur eine gelungene Stimmung geboten, sondern auch der Status Quo noch einmal festgehalten. Doch schon schnell danach werden die ersten bedrohlich-übernatürlichen Ereignisse eingebunden, die direkt in Lady Sarahs Haus angesiedelt sind. Trotz des dadurch beengten Schauplatzes kommt eine sehr dynamische und spannende Handlung auf, die sich immer weiter zu steigern weiß. Immer weitere Hinweise deuten darauf hin, dass nicht nur ein einfacher Poltergeist hinter dem Ganzen steckt. Mir gefällt, wie sich dabei die Machtverhältnisse immer wieder verschieben, aber auch wie die Rolle von Sarah Goldwyn und Jane Collins nicht starr bleibt, sondern Entwicklungen eingebunden sind. Sehr reizvoll ist dabei, dass die aktuellen Ereignisse eng mit einigen Vorkommnissen aus der Vergangenheit verbunden sind und dabei eine dichte Stimmung aufkommt. Das ist eine knackig erzählte und sehr stringent erzählte Episode, die gut in den Handlungsrahmen der Serie eingebunden ist und dennoch einen sehr eigenständigen Schwerpunkt bietet. Schön, dass die Serie immer wieder neue Ideen für seine Charaktere bereithält.

Karyn von Ostholt punktet als Sarah Goldwyn mit ihrer gewohnt zugänglichen und herzlichen Art, bringt aber auch eine verschmitzt humorige Stimmung ein und zeigt die resolute Seite der alten Dame, sodass ein sehr runder Charakter entsteht. Wolf-Dietrich Sprenger spricht die Rolle des James Fallon mit viel Engagement und einem eingängigen Ausdruck, sodass seine Szenen sehr gut zur Geltung kommen. Mir gefällt aber auch, wie Katy Karrenbauer hier noch einmal die sanftere Seite von Jane Collins betont und der Figur in ihrem neuen Leben noch einmal viel Tiefgang verleiht. Weitere Sprecher sind Mathias Renneisen, Ronald Nitschke und Jonas Minthe.

Das Produktionsteam um Regisseur Dennis Ehrhardt hat auch für diese Episode wieder eine sehr vielseitige und passende Szenerie geschaffen, die sich gelungen an die Handlung anpasst. So kommt die gelöste Stimmung während der anfänglichen Party ebenso gut zur Geltung wie spannende, bedrohliche oder emotionale Momente, wobei Geräusche, Stimmen und Musik dabei sehr gut aufeinander abgestimmt sind.

Das Titelmotiv stammt natürlich wieder von der Heftromanserie und ist im Jahr 1985 erschienen, sodass es heute einen nostalgischen Charme verbreitet. Durch die düstere Beleuchtung von einem Feuer, den umherschwebenden Möbelstücken und dem grünlichen leuchtenden Dämon wirkt das sehr stimmig, insbesondere auch durch John Sinclair, der die Arme abwehrend erhoben hat.

Fazit: „Ich und der Poltergeist“ gestaltet sich sehr dynamisch – und das, obwohl der Schauplatz recht begrenzt ist. Aber durch immer neue Konstellationen und Herausforderungen sowie das hohe Tempo ist eine spannend erzählte Geschichte entstanden, die durch die Entwicklung der Charaktere gelungen ergänzt wird. Hörenswert!

VÖ: 24. Juni 2022
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785784549

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