Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 32. Die Abrechnung



Als Phileas Fogg in sein Londoner Anwesen zurückkommt, ist er entsetzt, als er seine Frau Aouda nicht antrifft. Mycroft Holmes kann allerdings Entwarnung: Aouda ist gemeinsam mit Irene Adler unterwegs zum Haus des Richters, der Phileas verurteilt hat. Doch dort angekommen können sie nur noch seine Leiche finden – und hören schon bald merkwürdige Geräusche eines unbekannten Eindringlings…

Eine große Verschwörung, die Phileas Fogg lange beschäftigt und ihn große Gefahr gebracht hat: Dieser Handlungsstrang der Abenteuer- und Mystery-Serie „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ nach Motiven von Jules Verne (und einigen anderen Autoren) wird in der 32. Episode der Reihe abgeschlossen. Waren diese Staffelfinale in der Vergangenheit immer besonders actionreich und oft schnell erzählt, macht „Die Abrechnung“ einige Dinge anders. Das Intro mit der Suche nach Aouda und dem grausamen Leichenfund folgt die bekannte Reisegruppe in Begleitung von Irene Adler den Spuren nach Schottland, und einen alten Burgturm, wo sie den Hintergründen der Verschwörung auf den Grund geben. Das ist deutlich ruhiger erzählt, was aber sehr intensiv geraten ist. Es gibt einige kleinere Schockmomente, spannende Szenen, eine sich immer weiter verschärfende Szenerie und eine bedrohliche Kulisse. Dabei ist fast schon ein klassischer „Whodunnit“-Krimi entstanden, bei dem aus einer begrenzten Verdächtigtengruppe der Täter gesucht werden muss. Doch es gibt noch einige andere gelungene Überraschungen und – natürlich – einen engen Bezug zum Zirkel der Sieben. Ich mag, wie anders sich diese Episode im Vergleich zu einigen Vorgängern anfühlt und wie neue Wege gegangen werden, aber dennoch das typische Flair der Serie aufkommt.

Sina Zadra ist in dieser Episode als Louise Bernier zu hören, die die Szenen auf dem schottischen Schloss sehr intensiv wirken lässt. Ich mag, wie sie Verunsicherung, innere Nöte, Angst mit einem markanten Auftreten kombiniert und eine sehr lebendige Figur schafft. Helmut Gauß ist in der Rolle des Oliver Cameron zu hören, dessen eher später Auftritt für einen Wendepunkt sorgt, der auch dank seiner ausdrucksstarken und glaubwürdigen Ausdrucksweise so gut gelingt. Volker Brandt und Susanne Meikl passen als Ehepaar Alec und Abby McGinty sehr gut zusammen und verleihen den beiden eine leicht kauzige und eigentümliche Wirkung, der einen kleinen Humoreffekt einbringt. Weitere Sprecher sind Dirc Simpson, Peter Kirchberger und Tobias Lelle.

Durch die ruhigere Erzählweise der Episode ist auch die akustische Umsetzung der Geschichte etwas zurückhaltender, die eingebauten Musikstücke sind aber dennoch sehr atmosphärisch und passend geraten. Auch die Geräusche sind gelungen eingebaut und sorgen für ein paar eindringliche Momente und eine glaubhafte Stimmung.

Das alte schottische Anwesen mit dem markanten Turm, das der Haupthandlungsort der Episode ist, wird auf dem Titelbild vor rötlich verfärbten Nachhimmel zu sehen, während gerade ein Gewitter tobt. Das ist ansehnlich und gelungen umgesetzt. Das Innere ist ganz im Stil der Serie eher schlicht gehalten, die Mitwirkenden an der Produktion sind aber übersichtlich aufgelistet.

Fazit: Das Staffelfinale ist dieses Mal ganz anders geraten als sonst: Statt opulenter Action gibt es eher eine Art Krimi, statt Verfolgungsjagden nur wenige Schauplätze, aber dennoch eine sehr intensive Szenerie und markante Momente. Mir gefällt außerdem, dass die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander so gelungen dargestellt werden, was diese sehr hörenswerte Episode noch besser macht.

VÖ: 27. Mai 2022
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960663508

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