Holy Horror – 18. Die Blutgräfin



In Abwesenheit ihres Mannes, der an der Seite von Vlad Dracul im Krieg gegen die Türken kämpft, hat Elisabeth Barthory die alleinige Herrschaft über die Burg und die Dienerschaft – und führt ein schreckliches Regiment. Als bei einer grausamen Bestrafung eine Dienerin verstirbt, schöpft jedoch nicht nur der Graf Verdacht, der überraschend zurückkehrt. Denn auch unter der Dorfbevölkerung machen sich Gerüchte über die Grausamkeit der Gräfin breit…

Elisabeth Barthory ist als historisch verbürgte Gräfin in den letzten Jahren Einzug in die Populärkultur gehalten und ist aus allerlei düsteren Geschichten bekannt. Eine weitere ist nun bei Holysoft in der haueigenen Horror-Serie hinzugekommen, „Die Blutgräfin“ ist als 18. Episode zum Download erschienen, die aus der Feder von Marc Freund stammt. Dabei wird die Grausamkeit der Gräfin bereits nach wenigen Momenten sehr anschaulich illustriert, in einer markanten Folterszene, die mit dem Gurgeln des Opfers und detaillierten Beschreibungen schon recht heftig geraten ist. Ähnliches ist immer mal wieder in die Handlung eingebunden, die dadurch nichts für schwache Nerven ist. Dabei ist auch der Druck auf die Dienerinnen der Gräfin, der Versuch, nicht aufzufallen und sich ihrer Reichweite zu entziehen, ein sehr präsentes Element der Handlung, ebenso wie ihre treu ergebenen und ebenso grausamen Vertrauten. Die Episode konzentriert sich stark auf diese Momente, wohinter die Handlung um die Reise der Gräfin zu einer Hochzeit nach Wien gerade in den ersten beiden Drittel der Laufzeit deutlich nach hinten tritt. Erst dann ist ein wenig mehr Tempo zu hören, doch auch die Konzentration auf die eindringlichen Momentaufnahmen ist beeindrucken. Die Atmosphäre ist sehr dicht und bringt die mittelalterliche Szenerie sehr gut zur Geltung, sodass eine einprägsame Episode der Serie erschienen ist, die durch ihre ausgeprägten Folterszenen aus den restlichen Folgen hervorsticht.

Dana Friedrich ist in der Rolle der Elisabeth Barthory zu hören, ihre abweisende Ausstrahlung, ihre kalte Berechnung und die spürbare Lust an Grausamkeiten sorgen für einen sehr prägnanten Eindruck der Figur, der auch in Szenen nachwirkt, in denen sie nicht zu hören ist. Gabriele Blum spricht die Rolle ihrer Vertrauten Anna Darvulia ebenfalls sehr eingängig und mit viel kalter Leidenschaft, was den bedrohlichen Eindruck der Geschichte verstärkt. Ilona Otto lässt ihre Stimme als Dorina rau, abgeklärt und dunkel klingen, tauscht ihre sonst so fröhliche Wirkung gegen eine sehr niedergeschlagene und abgestumpfte Sprechweise aus – sehr beeindruckend. Weitere Sprecher sind Martin Gruber, Martin Sabel und Anja Gräfenstein.

Das Holysoft-Team hat für die Geschichte eine passende akustische Gestaltung geschaffen, die die verschiedenen Stimmungen gekonnt aufgreifen. Die Soundeffekte sind dabei eindrucksvoll geraten, insbesondere bei den Folterszenen illustrieren diese die Vorgänge zusätzlich. Musik ist während besonders markanter Momente dräuend im Hintergrund eingebaut, was eine sehr dichte Szenerie erzeugt.

Einen ersten Eindruck von der Blutgräfin bekommt man auf dem Titelbild, die wegen der künstlich wirkenden Optik trotz blutbesudeltem Mund und spitzen Messer in der Hand allerdings nicht sonderlich bedrohlich wirkt. Die gefesselte junge Frau im Hintergrund auf einer Folterbank und der mittelalterlich anmutende Raum ergänzen das Cover zu dieser Episode.

Fazit: Angefüllt mit vielen Grausamkeiten, einigen heftigen Folterszenen und einer sich langsam entwickelnden Geschichte wird die Legende um „Die Blutgräfin“ hier um einige gelungene Facetten erweitert. Dabei sind es eher Momentaufnahmen, die hier für Spannung sorgen, der übergeordnete Handlungsbogen ist eher schwach ausgeprägt – der eindringlichen Wirkung tut das jedoch keinen Abbruch.

VÖ: 15. Dezember 2021
Label: Holysoft
Bestellnummer: 9783964470669

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