Sherlock Holmes – 53. Der maskierte Tod



Sheila Darby ist am Boden zerstört, als ihr Verlobter unerwartet verstirbt. Inspector Lestrade geht von einem Unfall aus, doch Sheila ist überzeugt, dass es sich um ein Verbrechen handelt. Und so sucht sie Sherlock Holmes in der Baker Street auf und bittet ihn um Mithilfe. Sie hat Raymond Tranton in Verdacht, für den Tod ihres Verlobten verantwortlich zu sein, gibt dieser doch vor, eng mit ihm befreundet gewesen zu sein…

Auch schon bei Sir Arthur Conan Doyle liefen die Fälle von seiner berühmten Figur Sherlock Holmes eher langsam und gediegen denn actionbetont ab. Und das ist in der Umsetzung von Titania Medien natürlich auch der Fall, was sich in „Der maskierte Tod“ einmal mehr zeigt. Weite Teile der Episode spielen mit ruhigen, fokussierten Gesprächen, in denen Sherlock Holmes in Begleitung von Doktor Watson mit Auftraggeberin, Zeugen, Verdächtigen oder Polizei sprechen. Mehr als drei Personen auf einmal sind dabei nur selten zu hören, doch auch das übt seinen ganz besonderen Reiz auf: Man kann sich ohne Ablenkung auf die Person und ihre Aussagen fokussieren, dabei auch kleine Details entdecken und versucht unweigerlich, Widersprüche oder Ungereimtheiten aufzudecken, wie Holmes es immer wieder so gekonnt tut. Und obwohl die Auflösung für mich in vielen Aspekten durchaus überraschend kam, erschließt sich das große Ganze sehr logisch. Zugegeben: Man kann schon aufgrund der Struktur der Handlung ein paar Rückschlüsse ziehen – schließlich wird kaum ein anderer Verdächtiger präsentiert. Doch wie sich alles zusammensetzt, ist dann doch clever geraten. Und wieder ist es so, dass die Vorlage von Herman Cyril McNeile perfekt ausgewählt und an die bekannten Figuren angepasst wurde, sodass sie sich nahtlos in das ursprüngliche Werk eingliedern würde.

Kristine Walther ist in der Rolle der Sheila Darby zu hören und hat mich mit ihrer lebendigen und glaubwürdigen Art vollkommen überzeugt. Der Charme, den sie der jungen Frau verleiht, wirkt sicherlich nicht nur auf Watson sehr anziehend. Claus Thull-Emden ist als Raymond Tranton zu hören, seine raue Sprechweise und der unsympathische Unterton lassen ihn direkt suspekt wirken und verleihen der Figur eine markante Aura. Sehr gut gefallen hat mir wieder Lutz Reichert als Inspektor Lestrade, der einmal mehr für viel Witz sorgt und beim Konflikt mit Sherlock Holmes in geschliffenen Wortgefechten zum Scheitern verurteilt ist. Natürlich darf das Trio aus Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt und Regina Lemnitz nicht fehlen.

Durch die ruhige Szenerie mit nur wenigen wechselnden Schauplätzen und einer starken Konzentration auf die Dialoge ist auch die akustische Umsetzung recht zurückhaltend. Doch natürlich hat das Team um Marc Gruppe und Stephan Bosenius auch hier eine dichte Stimmung erzeugt, die mit passenden Geräuschen und einigen gediegenen Musikstücke die Handlung sanft begleitet.

Das Titelbild der Episode stammt einmal mehr von Ertugrul Edirne, der die Darstellung von Sherlock Holmes sehr klassisch und nostalgisch wirken lässt. Mit Pfeife, kariertem Umgang und typischer Mütze steht er beobachtend im Fokus, während die rötlich beleuchtete Treppe und Bogengänge für einen ansehnlichen Hintergrund sorgen.

Fazit: „Der maskierte Tod“ ist sehr ruhig erzählt, aber nicht minder spannend. Auch wenn der Täter im Prinzip schnell feststeht, besteht der Reiz darin, dies zu beweisen und die Zusammenhänge aufzudecken, was gut gelungen ist. Mir gefällt die dichte Atmosphäre und die Konzentration auf wenige, aber intensive Gespräche und Befragungen, sodass eine hörenswerte Episode gelungen ist.

VÖ: 28. Oktober 2022
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785784518

Datenschutzerklärung