Dorian Hunter – 48.1 Vater des Schreckens - Blut für Lukretia



Mit ausweglosen Situationen kennt Dorian Hunter sich aus, doch nun scheint alles zu spät. Dass er in einem kleinen Boot ohne Benzin mitten auf dem offenen Ozean festsitzt, wird noch dadurch verschärft, dass die schwangere Coco bei ihm ist. Immer noch nicht ist er sich sicher, ob es sein Kind oder das von Olivaro ist. Als eine unbekannte Jacht auf das Boot zusteuert, fasst er wieder einen Funken Hoffnung…

In den letzten Folgen von „Dorian Hunter“ haben sich wieder zahlreiche Geheimnisse aufgebaut, die nun in der 48. Episode langsam zusammengeführt werden. „Vater des Schreckens“ ist dabei umfangreicher als erwartet geworden, sodass eine Doppelfolge entstanden ist. Der Start mit „Blut für Lukretia“ setzt erst einmal bei der missglückten Flucht von Dorian und Coco vor Olivaro und damit direkt an der Vorgängerfolge an. Die Entwicklung ist dabei eher langsam, aber dafür umso intensiver. Wie die beiden seegestrandeten auf der Jacht begrüßt werden und welch verfahrene Situation sie erwartet, ist spannend gelöst, im Fokus steht aber ein ausführliches Gespräch zwischen den beiden, in dem sich viele offene Fragen klären, Hintergründe erläutert werden und sich Puzzlesteine zusammenfügen. Trotzdem ist die Episode dynamisch erzählt, beispielsweise durch den Rahmenhandlung, in der Dorian von den vergangenen Erlebnissen berichtet, auch kleine Zeitsprünge sind eingebaut. Doch es bleibt natürlich nicht bei einem rein klärenden Gespräch, auch eine düstere Bedrohung kommt in Form einer charismatischen, undurchsichtigen Gegenspielerin vor: Lukretia sorgt für eine dichte Stimmung. Die Episode endet erwartungsgemäß offen und macht Lust auf die weiteren Entwicklungen, die sich hier bereits gelungen ankündigen.

Die Geschichte kommt mit vergleichsweise wenigen Sprechern aus, gerade einmal sieben verschiedene Stimmen sind zu hören. Dabei spricht Katharina Gast die Rolle der Lukretia mit dunklem, leidenschaftlichem Klang und verleiht ihr eine geheimnisvolle Aura, sodass ihre Szenen viel Ausstrahlung bekommen. Wolfgang Häntsch überzeugt mich als Ronald Chasen vollkommen, sein getragener, fast abwesender Klang mit der sehr tiefen Stimme wirkt sehr eindringlich und passt wunderbar in die Erzählszenen. Auch Thomas Schmuckert punktet als Dorian Hunter auch in diesem Zweiteiler, das Gespräch mit Coco bekommt auch durch ihn und seiner ausdrucksstarken Betonung eine sehr dichte Stimmung. Die weiteren Sprecher sind Claudia Urbschat-Mingues, Karin Rasenack, Wolf-Dieter Sprenger und Jan-David Rönfeldt.

Wer noch mit Hörspielen auf Kassetten aufgewachsen ist, wird die Spul-Geräusche zum Andeuten von vor- oder zurücklaufender Zeit wiederkennen, die auch in dieser Episode eingesetzt sind. Auch andere Sounds wie ein beständiger Pfeifton, Wellengeräusche oder auch mal Stille an Bord sind überzeugend eingebunden und gehen mit der düsteren, elektronischen Musik eine enge Verbindung ein, sodass eine dichte und sehr gelungene Atmosphäre entsteht.

Lukretia ist in düsteren Farben auf dem Cover zu sehen, ihr mystisch wirkendes Gesicht mit dem Spitzen-Kopfschmuck und ihr intensiver Blick ziehen den Betrachter in ihren Bann, während die kleine Jacht unter ihr über das Meer fährt. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es wieder einen einleitenden Text zur Entstehung dieser Episode.

Fazit: „Vater des Schreckens“ beginnt hier mit einem sehr starken Auftakt, der eine ruhige, aber intensive und spannende Geschichte erzählt, aber eben auch viele Hintergründe aufdeckt und die Rahmenhandlung weit nach vorne bringt. Das Misstrauen von Dorian, seine veränderte Stimme, das Ausgeliefertsein auf offener See: Viele weitere Elemente sorgen hier für eine sehr gelungene Episode.

VÖ: 21. Oktober 2022
Label: Zaubermond
Bestellnummer: 9783954267095

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