Sherlock Holmes – 52. Der stille Tod



Martha Hudson ist außer sich vor Aufregung, als sich prominenter Besuch in der Baker Street ankündigt: Sir Hubert Ardingley bittet Sherlock Holmes und Dr. John Watson um Hilfe in einer sehr privaten Angelegenheit. Mit der Verlobten seines Onkels ist er alles andere als einverstanden, hält sie für eine geldgierige Frau und möchte, dass die beiden den Familienwohnsitz schnellstmöglich verlassen. Doch ein Besuch vor Ort verläuft für den Meisterdetektiv ganz anders als gedacht…

Herman Cyril McNeile wurde auch für die 52. Episode der Sherlock Holmes-Serie von Titania Medien als Inspiration für die Handlung genommen. Seine Kurzgeschichte „Der stille Tod“ wurde jedoch natürlich an die bekannten Charaktere angepasst, was sich besonders in der äußerst amüsanten Eingangsszene zeigt. Die Zusammenstellung aus Mrs. Hudson, Dr. Watson und Sherlock Holmes wird mit einigen humorvollen Momenten und liebevollen Eigenheiten bedacht, doch schon hier gibt es auch zahlreiche Informationen zu dem eigentlichen Fall. Mir gefällt, wie sich die Umstände langsam und umfassend aufbauen, wie man viel über die Charaktere und ihre Lebensumstände lernt, was mit vielen interessanten Details angefüllt wurde. Ein markanter Wendepunkt sorgt dann dafür, dass die Geschichte eine ganz andere Richtung einschlägt und mehr Brisanz eingebracht wird, als man anfangs erwartet hätte. Dabei vereinen sich einige clevere Ideen mit der scharfsinnigen Kombinationsgabe von Holmes, werden persönliche Motive ergründet und Täuschungen aufgedeckt. Das ist sehr klassisch umgesetzt und ist mit ruhiger Ausstrahlung und viel Spannung versehen.

Regina Lemnitz tritt zwar nur am Anfang als Mrs. Hudson zu hören, füllt die Rolle mit ihrer prägnanten Stimme und der aufgeregten Art aber so umfassend und humorvoll aus, dass sie für viel Eindruck sorgt. Jean Paul Baek ist als Sir Hubert Ardingley ebenfalls sehr überzeugend, mit elegantem Auftreten und eingängiger Sprechweise schafft er einen real wirkenden Charakter, der sehr gut in das viktorianische Zeitalter passt. Reinhilt Schneider leiht in dieser Episode Violet Plessey die Stimme, ihrer hellen und klaren Stimme verleiht sie einen undurchdringlichen Unterton, was die Figur sehr reizvoll wirken lässt. Weitere Sprecher sind Valentin Stroh, Rolf Berg und Bodo Primus.

Auch die akustische Umsetzung der Episode entführt den Hörer ins viktorianische Zeitalter mit seinen Kutschen, knisternden Feuern und anderen lebendigen Geräuschen, was in sich sehr stimmig wirkt. Passend dazu ist auch die Musik ausgewählt, die vor allem in Watsons Erzähltexten und den Szenenübergängen zu hören ist und die Stimmung der Episode gekonnt aufgreift.

Ein Blick auf das Familienanwesen Petersdown Towers wird auf dem Cover gewährt. Weiß gestrichen, mit Säulen, Vorsprüngen und Balustraden wirkt es herrschaftlich und ansprechend. Dazu wurden Sherlock Holmes und Dr. Watson kombiniert, die einen Blick auf das einzige hell erleuchtete Fenster des Hauses. Der klassische Illustrationsstil von Ertugrul Edirne kommt dabei sehr gut zur Geltung und sorgt für ein ansprechendes Titelbild.

Fazit: „Der stille Tod“ baut sich ausführlich, langsam und sehr reizvoll auf – auch weil die drei wiederkehrenden Figuren aus der Baker Street mit einer sehr unterhaltsamen Szene die Episode eröffnen. Dass die Handlung mit einer markanten Wendung eine ganz andere Richtung einschlägt, sorgt dann für eine rätselhafte Ermittlung, die insbesondere auf privater Ebene sehr gut funktioniert.

VÖ: 30. September 2022
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785784501

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