Professor van Dusen – 31. hört das Gras wachsen



In einem New Yorker Hotel wird ein toter Mann gefunden, doch Hutchinson Hatch muss seine ganze Überzeugungskraft einsetzen, um Professor van Dusen für die Ermittlungen in dem Fall zu gewinnen. Die erste Spur führt zu dem Gästebuch des Hotels, um den Mitbewohner des gemeinsamen Zimmers herauszufinden. Doch dieser hat sich ausgerechnet als John Doe benannt – eine übliche Angabe, um seinen eigenen Namen zu verschleiern…

„Professor van Dusen“ ist mit seiner arroganten und oft sehr unfreundlichen Art ein sehr gelungener Mittelpunkt für die gleichnamige Serie von allscore und sorgt neben den Ermittlungen auch für einen sehr humorvollen Anklang. Die 31. Episode mit dem Titel „Professor van Dusen hört das Gras wachsen“ enthält so wieder viele sehr einprägsame Momente, in denen er triumphiert, Hutchinson Hatch mit dessen Unwissen neckt und allerlei spitzzüngige Sprüche von sich gibt – sehr gelungen. Der Fall um den Toten im Hotel, aber auch weitere Morde, die alle mit dem geheimnisvollen John Doe zusammenhängen, ist interessant gestaltet und im typischen Stil der Reihe eher langsam erzählt. Die Suche nach dem Täter führt über einige Umwege, die aber allesamt mit reizvollen Elementen angefüllt sind – beispielsweise eine Tour des damals amtierenden US-amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt, die immer mal wieder erwähnt wird. Als dann eine heiße Spur gefunden wird und dem Hörer mehrere ungewöhnliche potenzielle Täter präsentiert werden, geht die Geschichte auf eine sehr persönliche Ebene und stellt dabei auch psychische Aspekte vor. Die Auflösung ist clever, wenn auch nicht gänzlich logisch, zumal trotz vieler gegenteiliger Bekundungen eine zusätzliche Stigmatisierung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe entstehen kann. Dem Unterhaltungswert tut dies jedoch keinen Abbruch.

Bernd Vollbrecht ist für seine Leistung als Professor van Dusen auch hier wieder positiv hervorzuheben. Er spricht die Figur mit einer solchen Präsenz und einer starken Attitüde, dass er seine Eigenheiten sehr gekonnt betont. In dieser Episode ist Marion von Stengel als Kelly Halverson zu hören, ihre warme Stimme kommt auch hier wieder gut zur Geltung, zumal sie eine glaubwürdige und eingängige Sprechweise. Jürgen Kluckert hat als Otto Colewalker zwar keine sonderlich große Rolle, diese bleibt aber nicht nur durch seine volltönende Stimme, sondern auch durch sein extravagantes Auftreten und die Liebe zu einem Vogel in Erinnerung. Weitere Sprecher sind Rubina Nath, Reiner Schöne und Marco Rosenberg.

Der Fokus bei dieser Produktion liegt durchgängig auf den Figuren und ihren Dialogen, dennoch ist eine überzeugende akustische Begleitung dazu entstanden. Dabei sind insbesondere viele Geräusche eingebaut, die die jeweilige Szenerie illustrieren oder die Handlungen der Charaktere unterstreichen, aber an den passenden Stellen auch Musikstücke, die die vorherrschende Stimmung aufgreifen und die Dialoge lebendiger wirken lassen.

Ein idyllisch gelegener Pavillon, in dem Professor van Dusen mit einigen der Episodencharaktere sitzt, ist auf dem Cover zu sehen – natürlich wieder in dem prägnanten Stil einer Bleistiftradierung. Mir gefällt dabei, dass man dieses Bild ebenso wenig mit der beginnenden Handlung in Einklang bringen kann wie den ungewöhnlichen Titel. Beides klärt sich erst gelungen im Laufe der Handlung auf.

Fazit: „Professor van Dusen hört das Gras wachsen“ ist eine rundum gelungene Episode. Der Einstieg ist ebenso wie der Verlauf eher langsam, aber durchgehend mit interessanten Szenen angefüllt und lebendig erzählt – auch weil die Zusammenstellung der Charaktere so gut gelungen ist. Die Aufklärung ist solide erzählt und wendet einige knifflige Tricks des Professors an, was auf klassische Art umgesetzt wurde.

VÖ: 30. September 2022
Label: allscore
Bestellnummer: 4015698165494

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