Sherlock Holmes & Co – 63. Verhängnisvolle Hoffnung



Hutchinson Hatch bekommt einen anonymen Hinweis auf eine neue Story und die Bitte um ein Treffen in einer Lagerhalle am Hafen. Doch beim vereinbarten Treffpunkt wartet ein Mann auf ihn, der mit einem Messer erstochen wurde und mit letzter Kraft die Worte „Er war’s“ von sich geben kann. Hatch gerät unter Mordverdacht, und Professor van Dusen muss all seine Genialität einsetzen, um ihn vor einer Verurteilung zu bewahren…

Seit Beginn der Krimi-Reihe „Sherlock Holmes & Co“ ist auch „Professor van Dusen“ im Einsatz, der seither regelmäßig im Einsatz ist. Auch die 63. Episode handelt von dem New Yorker Hobbykriminologen, lenkt den Fokus aber einmal mehr auf Hutchinson Hatch, der nicht minder charismatisch ist. Die Idee, dass er selbst unter Mordverdacht gerät, die verschlungenen Hintergründe aufdecken muss und sich selbst vor einer Verurteilung schützen muss, bringt eine sehr individuelle Stimmung mit ein. Zunächst wird in einer kleinen Introszene ein ganz anderes Thema eigebracht, die der Hörer als Wissensvorsprung erhält, doch die Kombination mit den Ereignissen um den erstochenen Mann und Hatchs Verhaftung ist verschlungener als gedacht. Auch die Erzählstruktur gefällt mir gut: Da Hutchinson als Verdächtiger in einer Gefängniszelle sitzt und nur wenig Einfluss hat, bekommt man auch seine eingeschränkten Möglichkeiten mit, mischt er bei den Ermittlungen sonst doch wesentlich aktiver mit. Mir gefällt die dynamische Handlung mit immer wieder unterschiedlichen Voraussetzungen und einem geschickt konstruierten Verbrechen, welches nach und nach aufgedeckt wird. Auch auf charakterlicher Ebene funktioniert die Episode gut, die bissigen Kommentare von van Dusen sind in vielen Szenen das Salz in der Suppe – insbesondere wenn manche Szenen etwas zu lang geraten sind und auf der Stelle zu treten scheinen. Das ist jedoch die Ausnahme, insgesamt ist eine hörenswerte und unterhaltsame Folge der Reihe entstanden.

Norbert Langner ist natürlich auch hier wieder als Hutchinson Hatch und hat die Möglichkeit, eine ernsthaftere Atmosphäre als sonst aufzubauen und nicht nur den Spannungsbogen mit seiner Stimme nachzuzeichnen, sondern auch die Sorge um das eigene Schicksal durchklingen zu machen. Seiner Figur lässt er damit eine weitere Ebene zukommen. Marcel Colle spricht Inspektor Gibson mit viel passendem Ausdruck in der Stimme, besonders die undurchsichtigen Motive des Ermittlers und seine arrogante Haltung sorgen für eine interessante Note. Tammo Kaulbarsch ist als Reporter Jerry Harper zu hören, auch er klingt authentisch und wirkt in seinen Dialogen spontan, er passt sich gut an die Stimmungen des Hörspiels an. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Kevin Kasper und Marc Schülert.

Die akustische Gestaltung der Serie wurde auch hier routiniert eingesetzt. Das bedeutet, dass viele der ruhigeren Dialoge ohne großartige Untermalung auskommen und die Sprecher für sich alleinstehen können, während andere Szenen mit passenden und lebendig wirkenden Geräuschen unterlegt sind. Musik ist insbesondere in den Szenenwechseln im Einsatz und greift die Stimmung der Serie dabei gelungen auf.

Eine Nierenschale, mehrere Spritzen darin auf einem metallischen Untergrund – das Covermotiv wirkt zunächst etwas kryptisch, der Bezug zu der Handlung ergibt sich aber im Laufe der Zeit und ist eine gelungene Abwechslung von den zahlreichen Gebäuden, die sonst häufiger verwendet werden. Die restliche Gestaltung ist wie immer eher schlicht, aber übersichtlich geraten.

Fazit: Hutchinson Hatch unter Verdacht – ein gelungener Aufhänger für die Episode, die mit vielen interessanten Elementen überzeugt. Beispielsweise ist die Beziehung zwischen Hatch und Inspektor Gibson reizvoll gestaltet, ebenso wie die Zusammenhänge komplex sind und nur langsam durchsichtiger werden. Trotz kleinerer Längen eine gelungene Episode!

VÖ: 15. Oktober 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864737107

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