Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 30. Der Schatz der Verdammten



Nur mit knapper Not konnten Philas Fogg und der ebenfalls inhaftierte Edmond Dantes von der französischen Gefängnisinsel entkommen, doch auf offenem Meer treiben sie immer weiter von der Küste ab. Das Glück scheint ihnen hold, als die beiden von einem Schiff an Bord genommen werden. Die beiden beginnen, ihre weiteren Schritte zu planen, doch sie ahnen nicht, dass jemand die beiden für die eigenen Bedürfnisse einspannen will…

„Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“, die lose auf der bekannten Jules Verne-Figur aus „In 80 Tagen um die Welt“ basiert, hat zwar eine durchgängige Handlung mit dauerhaften Gegenspielern und einigen Querverweisen zu dem Serienuniversum um den „Zirkel der Sieben“, doch es gibt auch Episoden, die eher für sich alleinstehen. „Der Schatz der Verdammten“ gehört dazu, denn auch wenn die Ereignisse direkt an den Vorgänger mit Foggs und Dantes‘ Flucht anknüpfen, funktioniert die Handlung größtenteils auch unabhängig von der übrigen Serie – von den kleinen Szenen um Aouda und Passepartout einmal abgesehen. Mir gefällt, wie markant die verschiedenen Bilder hier transportiert werden: Das Treiben auf offenem Meer, die Enge auf dem Schiff, die bedrohliche Stimmung auf einer einsam gelegenen Insel. Das ist sehr lebendig und präsent erzählt, zumal die einzelnen Szenen durchaus ausführlich erzählt werden und dadurch eine intensive Atmosphäre erzeugen. Das ist durchgängig sehr abenteuerlich und sehr intensiv erzählt, wobei die Dramatik gegen Ende noch einmal deutlich zunimmt. Schön, dass dabei einige erstaunliche Geheimnisse aufgedeckt werden und der Reiz der Handlung dadurch stetig zunimmt. Eine sehr überzeugende Episode mit spannenden Entwicklungen und einem sehr individuellen Schwerpunkt.

Kim Hasper überzeugt in der Rolle des Desmond Dantes mit einer ernsthaften, markanten Sprechweise. Durch seine glaubhafte Anpassung an die verschiedenen Szenerien ist eine lebendige und glaubhafte Figur entstanden, die einen überzeugenden Begleiter für Phileas Fogg darstellt. Jens Wendland spricht den geheimnisvollen und intriganten Eric Woolf mit markanter Betonung und authentischer Attitüde, seine Szenen bekommen dadurch eine dichte Stimmung verliehen. Auch Torsten Münchow baut einen interessanten Charakter ein, Louis Barbosa wirkt durch ihn und seine volltönende, tiefe Stimme sehr präsent und reizvoll. Weitere Sprecher sind Sebastian Winkler, Tobias Lelle und Wanja Gerick.

Durch die lebendige Gestaltung mit vielen Geräuschen und einer präsenten Musikbegleitung wird die abenteuerliche Stimmung der Geschichte gekonnt unterstrichen. Dabei sind im Hintergrund viele Sounds eingesetzt, die die Szenerie lebendig wirken lassen, aber auch die spannenden Actionszenen sind mit markanten Klängen unterlegt. Die Musik hat einen geheimnisvollen und abenteuerlichen Klang und ist stimmig an die Szenerie angepasst.

Eine Festung erhebt sich von einer Klippenlandschaft, über der morgendlichen Szene bricht am Horizont gerade die Sonne durch die Wolken – das Cover setzt die Stimmung der bisherigen Titelbilder weiter fort und ist wieder ansehnlich gestaltet. Das Innere ist wieder übersichtlich, aber schlicht gehalten, die Mitwirkenden der Produktion sind dabei vollständig aufgelistet.

Fazit: „Der Schatz der Verdammten“ punktet mit seinen markanten und sehr gut umgesetzten Szenerien, einer bedrohlichen Stimmung und einer sehr dichten Handlung, die sich immer weiter zu steigern weiß. Wie dabei einige Geheimnisse aufgedeckt werden ist packend zu hören und spannend erzählt, wobei auch die Charaktere wieder präsent und ausdrucksstark wirken.

VÖ: 25. März 2022
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960663485

Datenschutzerklärung