Sinclair Underworld – 7. Station F



James Powell von Scotland Yard plant den Gegenschlag auf die mysteriösen Schatten, die versuchen, London zu überrollen. Dazu will er nicht nur zwei hochausgebildete Einsatzteams in die verfallene Ruine von Abbey Wood schicken, sondern gleichzeitig auch in das ebenfalls verlassene Rainham Recovery Hospital. Natürlich sind auch John Sinclair und Sadako Shao eingeplant und sollen Station F erkunden, die schreckliche Geheimnisse zu bergen scheint…

Trotz einiger übernatürlicher Bedrohungen wirkt „Sinclair Underworld“ deutlich geerdeter und greifbarer als die bekannte Ursprungsserie – einerseits, weil diese ungreifbarer und düsterer wirken, andererseits weil diese eben nicht allzu sehr im Vordergrund stehen. „Station F“ beweist dies einmal mehr und findet gelungene Wege, rauen und packenden Thrill darzustellen. Den größten Teil der Handlung nimmt der oben angedeutete Polizeieinsatz ein, der Hörer begleitet Shao und Sinclair durch die düsteren Gänge, ist von ständig unterschwelliger Bedrohung umgeben und macht langsam neue Entdeckungen. Das ist sehr dynamisch beschrieben, da schnell zwischen den Perspektiven gewechselt wird. Und auch wenn man wegen der vielen, auch neuen Namen nicht jede Figur wirklich zuordnen kann, ist die Übersicht über die Handlung dennoch jederzeit gegeben. Sehr überzeugend ist auch, wie sich genau bei diesem Gang durch das Hospital weitere Puzzlestücke der Serie zusammenfügen und die Sicht auf das Gesamtbild klarer. Wenn dann noch einige sehr unheimliche und gruselige Momente für packende Höhepunkte sorgen, ist der Hörer vollkommen in der Szenerie gefangen – sehr gelungen. Der Übergang zur nächsten Folge ist dann ebenso eindringlich und macht neugierig auf das große Finale dieser Staffel.

Peter Kaempfe sorgt mit seiner tiefen und ausdrucksstarken Stimme als James Powell für einige eindringliche Momente und bringt die Brisanz des Einsatzes dabei sehr gut zur Geltung, auch wenn er selbst natürlich nicht daran teilnimmt. Stephanie Kellner ist als Sadako Shao wieder sehr überzeugend, mit harter, ausdrucksstarker Stimme sorgt sie sowohl während der Dialoge als auch während ihrer ergänzenden Erzähltexte für eine sehr präsente Atmosphäre und setzt die Betonung sehr präzise. Und auch Erzähler Wolfgang Häntsch ist mit seiner ruhigen, aber markanten Stimme überzeugend, selbst die kurzen Wörter zur Beschreibung der Szenerie sind atmosphärisch geraten. Weitere Sprecher sind Ingo Abel, Julian Greis und Jonas Minthe.

Sehr eindringlich ist auch in dieser Folge der Serie die akustische Gestaltung geraten, wie man es auch schon von den Vorgängern kennt. So wurden beispielsweise auch die Erzähltexte mit atmosphärischen, oftmals treibenden Musikstücken unterlegt, was sehr dynamisch wirkt. Aber auch düstere und unheimliche Momente werden durch die eingebauten Melodien gelungen betont, während die Geräuschkulisse perfekt darauf abgestimmt ist und die Szenen sehr lebendig wirken lässt.

Änderungen auf dem Titelbild gibt es kaum, lediglich Folgennummer und -titel unterscheiden sich von den vorigen Episoden von „Sinclair Underworld“. Das fast schon ätherische Bild der jungen Frau mit dem Kirchenfenster in Höhe der Brust kommt vor dem rein weißen Hintergrund zwar gut zur Geltung, etwas mehr Abwechslung wäre aber schön gewesen – und sei es nur eine andere Einfärbung. Die Fotos im Inneren des Booklets wurden aber wieder ausgetauscht und zeigen Motive, die gut zu der Stimmung des Hörspiels passen.

Fazit: „Station F“ hat mit der langen Erkundung der verlassenen Klinik noch einmal einen anderen Ansatz und eine andere Wirkung als seine Vorgänger. Die dynamische Erzählweise und die bedrohliche, düstere Szenerie wirken zu fesseln, wobei die Spannung durchgängig sehr hoch ist – auch dank einiger sehr prägnanter Höhepunkte und weiterer Entwicklung der Rahmenhandlung der Serie. Sehr gelungen!

VÖ: 25. März 2022
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785781777

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