Sherlock Holmes & Co – 60. Im Sumpf des Verbrechens



Pater Brown wird von Jayden Elliot ein Gasthaus gerufen, in dem er seine womöglich letzten Tage verbringt – die Kräfte des alten Mannes lassen merklich nach. Doch er will mehr als nur Beistand, er warnt den Geistlichen auch vor einem Gast, der schwere Schuld auf sich geladen haben soll. Seine Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten, als am nächsten Morgen nur noch der Tod eines Mannes festgestellt wird…

„Pater Brown“ hat mittlerweile seinen festen Platz in der „Sherlock Holmes & Co“-Reihe von Romantruhe Audio, Marc Freund hat dem geistlichen Ermittler für die 60. Episode die Geschichte „Im Sumpf des Verbrechens“ auf den Leib geschrieben. Dabei hat die schlitzohrige Hauptfigur zunächst recht wenige Auftritte, vielmehr werden Szenen aus dem Gasthaus geschildert, aber auch offensichtlich kriminelle Begebenheiten in der näheren Umgebung – natürlich neben dem Zusammentreffen von Brown und dem sterbenden Jayden Elliot. Das hat es mir etwas schwer gemacht, in die Handlung zu finden, einige Dialoge erschließen sich einem nicht so recht, auch die Zusammenhänge wirken anfangs eher verwirrend. Im weiteren Verlauf zieht die Episode aber genau aus diesen undurchsichtigen Vorgängen ihren Reiz, da diese langsam immer weiter aneinanderrücken. Und auch die Beziehungen zwischen den Episodencharakteren sind reizvoll geschildert – wirklich stark wird die Handlung aber erst später, wenn Pater Brown mit seinen Ermittlungen und Schlussfolgerungen loslegt. Der christliche Bezug, der in den Originalgeschichten oft auftaucht, tritt hier in den Hintergrund, sodass die Hauptfigur nicht alle ihre Stärken ausspielt, doch das Flair der Episode ist mit ihrem düster-bedrohlichen Anklang dennoch gelungen.

Volker Brandt ist natürlich wieder in der Rolle des Pater Brown zu hören, seine unverkennbare Stimme setzt er auch hier lebendig und mit freundlichem Klang ein, seine zugängliche und leicht humorvolle Art sorgt dabei für einen gelungenen Kontrast zu der Schärfe der Verbrechen. Werner Wilkening ist als Gregory Howard zu hören, der Wirt bekommt durch ihn einen markanten Ausdruck mit leicht knarrigem Unterton, sodass er die geheimnisvolle und raue Seite der Figur betont. Auch der wunderbare Peter Weis hat mit seinem kurzen Auftritt als Jaden Elliot imponiert, seine gebrochene und doch eindringliche Stimme lässt seine Szene sehr intensiv wirken. Weitere Sprecher sind Susanne Meikl, Uwe Büschken und Daniel Welbat.

Natürlich sind auch in dieser Episode viele kleine Melodien eingebaut, die in den Szenenwechseln im Einsatz sind und diese fast verspielt und geheimnisvoll wirken lassen. Auch während der Szenen sind im Hintergrund leise Geräusche zu hören, die für eine passende Szenerie sorgen, hier hätte aber ruhig noch eine Schippe mehr draufgelegt werden können – manche Szenen haben eine recht statische Wirkung auf mich gehabt.

Eine dunkle Kellertreppe, nur unzureichend beleuchtet, mit einer zusammengesunkenen Gestalt am oberen Absatz – wieder ist ein ausdrucksstarkes Foto für das Titelbild der Serie ausgewählt, das die Stimmung der Handlung aufgreift. Natürlich ist auch wieder die bereits bekannte Rahmen- und Booklet-Gestaltung im Einsatz.

Fazit: „Im Sumpf des Verbrechens“ bietet erstaunlich wenig Pater Brown, sondern konzentriert sich eher auf die Vorgänge im Gasthaus und der Umgebung. So kommt das typische Flair des verschmitzten Geistlichen nicht sonderlich gut zur Geltung, auch die etwas chaotisch wirkende Handlung kann im ersten Teil nicht vollkommen punkten, sodass die Folge erst spät ihre Stärken ausspielen kann.

VÖ: 23. April 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736353

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