Insel-Krimi – 18. Hangover auf Hawaii



Nele Röwenkamps alte Freundin Wilma hat ihre Traumhochzeit nach Hawaii verlegt, sodass Nele und Arne Brekewoldt mitten in der Hauptsaison Borkum verlassen und auf die traumhafte Insel reisen. Doch der Aufenthalt läuft anders als geplant, statt entspannter Stunden am Strand steckt das Ermittlerduo schon bald wieder in einem Kriminalfall, denn ein Mord erschüttert die Feierlichkeiten…

„Insel-Krimi“, die Hörspielreihe von Contendo Media, hat bisher ausschließlich auf den deutschen Inseln gespielt, meist mit wechselnden Charakteren, teilweise aber auch mit wiederkehrenden Ermittlern. Ein deutlicher Bruch ist in der 18. Episode festzustellen, die am anderen Ende der Welt spielt und dabei keine ostfriesische Gemütlichkeit ausstrahlt. Der Bezug wird dennoch durch das bereits bekannte Duo aus Nele Röwenkamps und Arne Brekewoldt hergestellt, die aber natürlich nicht die typischen Bewohner Ostfrieslands sind und eher konventionelle Charaktere sind und nicht die charmante Verschrobenheit einbringen – und gerade diese hat die vorigen Folgen ja so speziell gemacht. Auch ansonsten ist die Stimmung hier eine ganz andere als ansonsten, hier geht es um die glitzernde Promiwelt und das unbesorgte Leben in Hawaiis Partylocation. Und so geht das Besondere der Serie etwas für mich verloren, zumal der Fall auch hier recht lange braucht, um in die Gänge zu kommen und der Verlauf auch etwas vorhersehbar ist. Sicherlich sorgt der Wechsel der Szenerie für frischen Wind und neue Elemente, so richtig funktionieren mag das aber für mich nicht.

Natürlich ist Daniela Bette-Koch wieder in der Rolle der Nele Röwekamp zu hören, ihr Auftritt ist grundsolide und wirkt durchgängig glaubhaft, zumal sie ihre Stimme gut den unterschiedlichen Szenen anpasst. Katrin von Chamier betont die aufgedrehte Seite von Neles Freundin Wilma mit energiegeladener Stimme und viel Witz, was aber an manchen Stellen schon etwas zu aufgesetzt wirkt. Mark Bremers markante Stimme ist als Thomas Henderson zu hören, er spielt die Rolle sehr solide und kann sie mit einigen gelungenen Facetten versehen. Weitere Sprecher sind Andre Bayer, Mica Wanner und Dagmar Dreke.

Natürlich wurde die musikalische Begleitung der Dialoge an die neue Umgebung angepasst, statt Ziehharmonika und betulichen Melodien gibt es hier hawaiianisches Flair (jedenfalls so, wie ich als Mitteleuropäer mir das vorstelle). Aber auch Musik mit klassischen Streicherarrangements wurden zur Steigerung der Spannung passend eingebunden. Die Geräuschkulisse ist vielseitig und insgesamt treffend.

Und natürlich gibt auch das Cover eine passende Szenerie wieder, von einem rötlichen Sonnenuntergang beschienen wirken die Palmen am Wasser paradiesisch und exotisch, der dezente Schriftzug ist passend dazu kombiniert. Die restliche Gestaltung und das Innere des kleinen Booklets sind schlicht, aber übersichtlich konzipiert, wobei die bisherigen Titelbilder hinter der CD als kleiner Folgenindex fungieren.

Fazit: „Hangover auf Hawaii“ bringt mit dem Wechsel des Schauplatzes einige ganz neue Stimmungen mit ein – tropisch statt friesisch – und auch ein anderer Menschenschlag taucht hier auf. Doch die langsame Erzählweise mag zu den verschrobenen Charakteren der bisherigen Figuren gepasst haben, hier wirkt das ganze ein wenig zu eintönig, um mich wirklich abholen zu können.

VÖ: 27. August 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620207

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