Tabaluga – 2. Am wilden Meer



Tabaluga, sein Freund, der Marienkäfer Bully und das Eismädchen Lilli wollen dem Raben Kolk für ihre Rettung ein besonderes Geschenk machen. Auf der Suche nach einem schönen Stein begegnen sie unerwartet Nessaja, die von einer ihrer Zeitreisen zurückkehrt und von der Welt der Menschen berichtet, in der das Meer völlig verdreckt ist. Das will das Trio mit eigenen Augen sehen und das Meer unbedingt vor dem Untergang bewahren…

Bei Europa hat „Tabaluga“, die äußerst bekannte Drachenfigur von Peter Maffay, eine neue Heimat als Hörspielserie gefunden, in der insbesondere Umweltschutzthemen aufgegriffen werden. Auch in der zweiten Episode „Am wilden Meer“ macht Tabaluga wieder einen Zeitsprung in die heutige Welt, um das magische Gründland mit aktuellen Problemen zu verbinden – dazu folgt aber erst noch einmal eine kurze Zusammenfassung, wie das funktioniert und was Tabaluga dabei beachten muss. Der Einstieg ist dementsprechend sanft geraten, aber auch schon hier kommt die witzige Grundstimmung mit vielen witzigen Sprüchen gut zur Geltung, aber auch einige unheimliche Momente sind während der Handlung eingebaut und sorgen im Laufe der Zeit für Spannung. Das ist natürlich kindgerecht und eher erzählt, sodass man gut folgen kann, und auch die durchaus komplexe Thematik der Verschmutzung der Meere ist greifbar gehalten und gut begreiflich geschildert. Dabei kommt wahrscheinlich vor allem Erwachsenen schon das Gefühl, dass stellenweise doch mit ordentlich erhobenem Zeigefinger erzählt wird, das Plädoyer für Umweltschutz und die Dringlichkeit der Situation ist dies in meinen Augen aber durchaus noch angemessen geraten. Die Handlung verlässt sich allerdings eher auf den Charme der Figuren und hätte ruhig noch etwas vielschichtiger sein können, insgesamt ist aber auch dieser zweite Teil durchaus unterhaltsam und hörenswert geraten.

Leonie Lander ist in der Rolle der Lilli zu hören, ihre sanfte und fröhliche Stimmung sorgt nicht nur für einige lebendige Momente, sie wirkt auch in ihren Dialogen sehr glaubhaft und lebendig. Tim Grobe spricht den düsteren Arktos mit dräuender, tiefer Stimme, aber auch das helle, bösartige Auflachen von Tabalugas Gegenspieler ist überzeugend geraten. Merete Brettschneider spricht die Rolle der Ceylan professionell wie immer, ihr angenehmer Klang und die ausdrucksstarke Sprechweise passen gut in das lockere Ambiente der Serie. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Daniel Kirchberger und Joshua Rudolf Goralski.

Der Titelsong, der extra für diese Hörspielserie noch einmal von Peter Maffay und seiner Band eingespielt wurde, darf natürlich auch hier nicht fehlen. Und auch während der Handlung ist viel passende Hintergrundmusik eingebaut, die die Stimmung der jeweiligen Szene verstärkt – beispielsweise der unheimliche Bericht von Nessaja, aber selbstverständlich gibt es auch viele fröhliche und lustige Melodien. Ebenso sind auch viele Geräusche eingebaut, die die Dialoge lebendig wirken lassen.

In niedlichem, kindlichen Zeichenstil ist auf dem Titelbild eine Szene mit Tabaluga und Lilli am Strand zu sehen, viele Motive aus dem Hörspiel lassen sich dabei finden. Im Inneren gibt es noch ein kleines Spiel für Kinder, natürlich sind aber auch die Mitwirkenden aufgelistet. Die Trackliste auf der Rückseite mit den Überschriften der Kapitel ist zwar hilfreich, die Nummerierung ist aber nicht ganz stimmig – der erste und der letzte Track mit dem Titelsong wurden nicht berücksichtigt.

Fazit: „Am wilden Meer“ stellt wieder charmante Charaktere und markante Gegenspieler in den Fokus, während die Handlung etwas flach wirkt – zwar unterhaltsam, aber vielleicht eine Spur zu knapp geraten. Die Umweltthemen sind stimmig eingebunden und sprechen viele wichtige Dinge an. Schön, dass auch Produktion und Sprecher auf gutem Niveau sind.

VÖ: 14. Januar 2022
Label: Europa
Bestellnummer: 194399427026

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