John Sinclair: Tonstudio Braun – 82. Ein Totenopfer für Clarissa



Mitten in London wird John Sinclair am helllichten Tag angegriffen. Drei Dämonen bedrohen den Geisterjäger mit ihren Bumerangs und entwenden ihm sein machtvolles silbernes Kreuz. Gerade noch rechtzeitig kommt Myxin seinem alten Freund zur Hilfe und kann ihm vor dem Tod bewahren. Das Kreuz scheint jedoch verloren – doch Myxin hat einige Hinweise auf die geheimnisvollen Angreifer erhalten…

Die ursprüngliche Umsetzung der „John Sinclair“-Heftromanserie von Tonstudio Braun ist nicht immer sonderlich temporeich gestaltet. Ein wenig überraschend ist es dann schon, dass die 82. Episode „Ein Totenopfer für Clarissa“ ohne Umschweife mit der Attacke auf John Sinclair startet und so auch den Protagonisten mit einbringt. Das erhöht den Druck gleich zu Beginn und sorgt für einen gelungenen Start, sodass die kleineren Längen in der weiteren Handlung verkraftbar sind. Dabei sind auch wieder Szenen enthalten, die unfreiwillige Komik verbreiten, die magische Komponenten zuhauf einführen, ohne dass diese mit einer erkennbaren Logik versehen sind, in denen sich die Gegner zu pathetischen Wortgefechten hinreißen lassen. Die Handlung ist durchaus spannend und bedrohlich geraten und zudem sehr stringent erzählt, der Spannungsbogen ist gelungen, es kommen immer wieder bedrohliche Momente vor. Auch die Charaktere gefallen mir hier gut, durch die Konzentration auf wenige, aber umso ausdrucksstärkere Figuren kommen diese sehr gut zur Geltung – sowohl neue Gegenspieler als auch alte Bekannte.

Die Sprecher sind auch hier wieder nicht aufgelistet, viele Namen sind einfach nicht mehr bekannt. Die Sprecherin von Clarissa legt einen bedrohlichen Unterton in ihre Stimme und schafft so eine charismatische Gegenspielerin, manchmal wirkt dieser Ansatz aber etwas gezwungen. Taridis bekommt einen prägnanten Akzent verliehen, der wegen der harten Aussprache gut zur Stimmung der Episode passt und eine in sich stimmige Figur erzeugt. Myxins volle Stimme sorgt auch hier wieder für einige gelungene Momente, wobei er sich gut an die unterschiedlichen Stimmungen der Episode anpasst.

Keine große Überraschung ist es, dass auch in dieser Episode wieder die Heimorgel im Einsatz ist, die so prägend für die Serie ist. Doch dieses Mal wird diese etwas mehr zurückgehalten und ist mehr für sphärische Klänge im Hintergrund eingesetzt – und das funktioniert in vielen Szenen gut. Die Geräuschkulisse ist dabei lebendig und vielseitig, sodass ein runder Eindruck der Produktion entsteht.

Eine riesige, dämonisch wirkende Fledermaus, eine bleiche Frau, die mit geschlossenen Augen darunter liegt, ein bedrückt dreinschauender Mann, dazu eine spärliche Beleuchtung und ein geschickt angedeuteter Hintergrund – das Titelbild zu dieser Episode ist natürlich wieder dem Heftroman entnommen, ist dabei ansehnlich und passend geraten.

Fazit: „Ein Totenopfer für Clarissa“ startet mit einer packenden und bedrohlichen Szene, die den Ton für die Episode direkt zu bestimmen versteht. Der Verlauf ist trotz kleinerer Längen unterhaltsam und spannend, wobei der nostalgische Charme durch die typische akustische Gestaltung und die pathetische Art vieler Szenen wieder gut zur Geltung kommt.

VÖ: 21. Dezember 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758823

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