Fünf Freunde - 147. und das unheimliche Dorf im See



Ein Campingurlaub in den schottischen Highlands – das ist genau nach Julians Geschmack, der fasziniert von den düsteren Geistergeschichten der Gegend ist. Doch die Ankunft wird ihnen deutlich vermiest, als zwei Jugendliche für Ärger sorgen. Und nicht nur das: Sie fordern Julian zu einer Mutprobe auf, zu Mitternacht soll er einen Pfad im Moor durchqueren. Verärgert willigt er ein – aber natürlich lassen Dick, Anne und George ihn nicht alleine gehen…

Ursprünglich war „Die Fünf Freunde“ aus der Feder von Enid Blyton eine klassische Abenteuerserie für Kinder, in der die Hauptfiguren in allerlei wilde Situationen geraten. Im Laufe der Zeit haben sich in der Hörspielumsetzung von Europa immer mehr Krimielemente eingeschlichen, doch in der 147. Episode „Fünf Freunde und das unheimliche Dorf im See“ werden die beiden Genres gekonnt zusammengeführt. So gibt es mit den Szenen beim Camping wieder gelungenes Urlaubsfeeling inklusive einiger Streitigkeiten und der Erforschung der Umgebung, später dann aber auch einen Kriminalfall, in dem Julian, Anne, Dick und George einige Recherchen anstellen. Das gefällt mir sehr gut, da lange Zeit gar nicht klar ist, worauf die Handlung hinauslaufen wird und so einige Überraschungen eingebunden ist. Aber auch die unheimlichen Momente der Geschichte sind sehr intensiv und gelungen geraten, ebenso wie die Charaktere der Geschichte markant und glaubhaft gestaltet sind. Dabei sind gleich mehrere kleinere Fälle und Rätsel miteinander kombiniert, was stimmig und abwechslungsreich wirkt. Wieder macht eine Folge der Serie richtig Spaß und unterstreicht so den momentanen Aufschwung der Serie – so kann es gerne weitergehen!

Als neuer Sprecher von Julian ist hier Patrick Baehr im Einsatz, wobei er einen neuen Zugang zu der bekannten Rolle findet. Er lässt ihn insgesamt etwas ernster du verantwortungsbewusster wirken, aber auch die Neugier und die Lebensfreunde kommen durch ihn gut zur Geltung. Billy und Marvin, die beiden unfreundlichen Teenager werden von Patrick Berg und Jan Langer gesprochen, die beide viel Energie und eine hochnäsige Art zur Schau tragen, sodass ihre Szenen gut zur Geltung kommen. Jürgen Uter hat einen überzeugenden Auftritt als Thomas Moore, seine leicht raue Stimme unterstreicht die Wirkung des Charakters. Weitere Sprecher sind Katrin Decker, Marek Erhardt und Gerlinde Dilge.

Die Musik wurde gekonnt aus dem umfangreichen Archiv von Europa ausgewählt – selbst wenn eine Melodie man nicht hundertprozentig passt, bringt diese dennoch eine interessante Note in die Handlung mit ein. Die Geräusche sind wieder sehr vielseitig im Einsatz und lassen die Dialoge sehr lebendig wirken, es gibt passende Hintergrundgeräusche und Klänge zur Untermalung der Aktionen, was sehr rund wirkt.

Die wunderschöne Moorlandschaft der schottischen Highlands sind in pastelligen Farben auf dem Cover abgebildet, was sehr hübsch wirkt. Im Vordergrund stehen dabei die Fünf Freunde am Ufer des Sees, aus der ein alter Kirchturm in die Höhe ragt. Ein sehr ansehnliches Titelbild, das die Neugier auf die Episode wachsen lässt und dennoch nicht zu viel von der Handlung verrät.

Fazit: „Fünf Freunde und das unheimliche Dorf im See“ bietet unheimliche Szenen, die Erkundung vielseitiger Landschaften, markante Charaktere und einen Kriminalfall, bei dem man sich zwar einige Details zusammenreimen kann, der aber auch vieles im Unklaren lässt. Die Stimmung ist dicht, das Dialogbuch stimmig – alles richtig gemacht bei dieser Episode!

VÖ: 18. März 2022
Label: Europa
Bestellnummer: 194399752524

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