John Sinclair: Tonstudio Braun – 81. Der unheimliche Mönch



Der Dreh eines neuen Gruselfilms ist in der heißen Phase der Planung, nur der Drehort eines alten, verlassenen Klosters ist einem Assistenten nicht geheuer – zu verschlossen die Anwohner. Und er soll recht behalten, denn der Schwarze Tod ruft einen seiner Diener wieder ins Leben zurück: Der Rote Mönch, der bislang in einem magischen Schutzkreis unter dem Kloster verweilt hat, plant seine Rache…

„Der unheimliche Mönch“ ist eine ziemlich klassische Episode der „John Sinclair“-Hörspielreihe von Tonstudio Braun, die von Lübbe Audio erstmals komplett als CD veröffentlicht wurden – und eignet sich dabei auch als eigenständig zu hörende Geschichte. Zwar kommt der Schwarze Tod als Nebenfigur vor, doch auch ohne ihn würde die Handlung ohne Probleme funktionieren. Und auch die anderen Bezüge zu früheren Episoden werden bei Bedarf schnell geklärt – die Rückkehr einer bekannten Rolle auf Seiten von Sinclair beispielsweise, ebenso die Eifersüchteleien von Jane zum Start der Handlung. Dabei gibt es gleich zwei kurze Introszenen, zum Thema des Filmdrehs und zur Erweckung des Roten Mönchs, sodass schnell eine unheimliche Stimmung entsteht. Die nachfolgenden Szenen um Sinclair und sein Team nehmen allerdings schnell wieder Tempo heraus – die Frotzeleien sind zwar recht witzig, doch danach benötigt die Handlung erst einmal wieder einige Zeit, um in Fahrt zu kommen. Dann gibt es einige bedrohliche Szenen und durch die wechselnden Perspektiven und Schauplätze auch einen dynamischen Ablauf, sodass eine insgesamt starke Episode der Serie entstanden ist. Zugegeben: Das überhebliche Auftreten der dämonischen Gegenspieler und die allzu einfache Bezwingung wirken etwas unfreiwillig komisch – aber das sind Hörer der Serie ja auch bereits gewohnt.

Wie immer sind auch hier die Sprecher der einzelnen Rollen nicht im Booklet erfasst – es gibt schlicht keine vollständigen Aufzeichnungen aller Mitwirkenden. Die Rolle des Roten Mönchs wird von seinem Sprecher allerdings sehr imposant und ausdrucksstark umgesetzt, wobei er stellenweise dann eben doch zur Übertreibung neigt und ins allzu Pathetische rutscht. Die Sprecherin von Nadine Berger bringt den Charme der Figur gut zur Geltung und sorgt für einen glaubhaften Eindruck der hübschen Schauspielerin, wobei sie in den nötigen Passagen auch noch einmal mehr Energie in ihre Stimme legt. Der unsympathische Regisseur legt eine gehörige Portion abwertender und arroganter Art in seine Dialoge und gibt so einen Antagonisten auf ganz anderer Ebene ab.

Die in der Serie allgegenwärtige Heimorgel treibt es in dieser Episode besonders bunt – insbesondere im ersten Drittel der Handlung werden einige schnelle Melodien eingebaut, die zumindest mir schnell auf die Nerven gegangen sind. Später werden mit dem Instrument aber einige unheimliche Momente erzeugt. Die Geräuschkulisse ist dabei treffend gewählt und lässt besonders die Actionszenen lebendig klingen.

„Der unheimliche Mönch“ ist auch auf dem Titelbild zu sehen, welches Lesern der Heftromanserie durchaus bekannt vorkommen dürfte. Dargestellt als Skelett in blutroter Kutte, den einen Arm gebieterisch erhoben und von magischer Energie umgeben passt die Gestalt sehr gut zu der Handlung, zumal auch das düstere Schloss im Hintergrund seine Wirkung nicht verfehlt.

Fazit: Ein klassischer Aufbau (auch wenn nach den spannungsgeladenen Introszenen die Kurve erst einmal wieder deutlich absackt), markante Figuren und ein dynamischer Verlauf – „Der unheimliche Mönch“ kombiniert die guten Seiten der TSB-Serie, macht aber natürlich dabei auch die gleichen Fehler, sodass oft ein unfreiwillig komischer Eindruck entsteht. Innerhalb der Serie aber eine starke Episode.

VÖ: 30. November 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758816

Datenschutzerklärung