Planet Eden – Teil 7



Die Erde ist vollkommen zerstört, alle Städte, alle Infrastruktur vernichtet, ein Leben nicht mehr möglich. Das erfährt auch Captain McLean mit seinem Team, die erst vor kurzem aus dem mehrjährigen Tiefschlaf geweckt wurden und zuvor auf einer Erkundungstour zu einem anderen Planeten unterwegs waren. Kommandantin Justine von der Lunaris empfängt die Besatzung und offenbart einige schreckliche Entwicklungen…

Nach ziemlich langer Abwesenheit wird nun auch die Maritim-Hörspielserie „Planet Eden“ reaktiviert und mit neuen Episoden fortgeführt, Teil 7 ist als Neustart nun erschienen. Tatsächlich funktioniert der Einstieg hier wieder sehr gut, da zwar viele der früheren Charaktere wieder auftauchen, aber eben eine neue Szenerie beschrieben wird. Gemeinsam mit Captain McLean erfährt der Hörer hier vom Schicksal der Menschheit und dem Zustand der Erde, den Plänen zum Überleben der übrigen Individuen und dem Wiederaufbau verschiedener Kolonien, bevor neue Abenteuer anstehen. Das ist gut gelöst und führt gelungen in die Handlung ein, doch auch Kenner der vorigen Episoden werden viel Spaß daran haben, weil auch die bereits bekannten Charaktere hier noch einmal von einer anderen Seite und in einer neuen Situation dargestellt werden. Anzumerken ist allerdings, dass die Charaktere stellenweise etwas emotionslos agieren und selbst bei schrecklichen Neuigkeiten oder unumstößlichen Gewissheiten fast schon neutral reagieren – nicht unglaubwürdig, da sie auf solche Situationen trainiert sind, es erschwert allerdings den Zugang zu den Figuren zu finden. Der Verlauf ist unterhaltsam gestaltet und bietet noch einige Überraschungen und packende Momente, nur der Anfang wirkt noch etwas stockend erzählt. Insgesamt aber ein starker Wiedereinstieg in die Serie, der Lust auf weitere Episode macht.

Sandra Schwittau ist als Justine sehr gut besetzt, ihre unverkennbar kratzige Stimme nimmt hier einen resoluten und harten Klang an, wobei sie in dem befehlsgewohnten Ton an den richtigen Stellen auch überzeugende Emotionen einbaut. Tetje Mierendorf ist als Captain McLean zu hören, er macht seine Sache ordentlich und gibt eine glaubhafte und prägnante Figur ab, auch wenn er ebenfalls von der oben beschriebenen Emotionslosigkeit betroffen ist – das Drehbuch hat es ihm so vorgegeben. Jörg Pintsch setzt die Figur von Helix 19 sehr interessant um und findet eine eigene Herangehensweise, welche sehr gut in die Handlung passt. Weitere Sprecher sind Victoria Sturm, Torsten Münchow und Stefan Krause.

Die Begleitung der Dialoge mit Geräuschen und Hintergrundmusik ist überzeugend geraten, so wirken die Szenen lebendiger und stimmungsvoller. Doch so rund die Atmosphäre gemischt wurde, stellenweise ist das leider ein wenig zu viel des Guten – nämlich dann, wenn es schwerfällt, den Gesprächen zu folgen und alles gut zu verstehen. Hier werden einige Momente mit Stimmverzerrern so stark unterlegt, dass dies stellenweise der Fall ist.

Ein voll ausgestatteter Raumfahrer in einem schwer gerüsteten Anzug, von hinten vor einer eisigen Seenlandschaft mit verschneiten Bergen zu sehen – auch für diese Episode wurde trotz rein digitaler Veröffentlichung ein stimmiges und ansehnliches Titelbild geschaffen, welches die Atmosphäre des Hörspiels aufgreift.

Fazit: Der Neustart von „Planet Eden“ ist mit dem siebten Teil gut gelungen und sorgt für ein neues Szenario, in welches man schnell eintauchen kann. Die Erzählweise ist schlüssig und flüssig, nur zu Anfang stockt es noch ein wenig – insbesondere wenn die Charaktere recht emotionslos agieren und man deswegen keine rechte Bindung zu ihnen aufbauen kann. Der spätere Spannungsaufbau ist aber gelungen und sorgt für einige spannende Momente.

VÖ: 4. Februar 2022
Label: Maritim
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