TKKG Junior – 20. Die gestohlene Stimme



Die Überraschung ist geglückt: Mit einer Party mit Freunden und Familie hat Gaby zu ihrem Geburtstag nicht gerechnet. Alles ist heimlich vorbereitet worden, auch von dem Geschenk von ihren Eltern hatte sie keine Ahnung: Karten für die Oper für sich und ihre Freunde. Die Freude der Kinder hält sich zunächst in Grenzen, doch die Aufführung ist interessanter als gedacht, insbesondere als der geheimnisvolle Opernsänger „Le Mystique“ zu singen beginnt – und nur ein peinliches Krächzen herauskommt…

Opern sind nun nicht gerade das, was Kinder der heutigen Zeit begeistert. Die Wahl dieses Themas für die 20. Episode von „TKKG Junior“ ist also durchaus ungewöhnlich, hat aber mit der interessanten Idee der „gestohlenen Stimme“ einen gelungenen Aufhänger gefunden. Und die Aufregung der vier Freunde vor und während der Oper, obwohl diese anfangs ebenfalls sehr ablehnend waren, bringt auch jüngeren Hörern das Thema nahe. Bis dahin dauert es für meinen Geschmack aber ziemlich lang. Das Intro ist ungewöhnlich lang und ist sicherlich mit einer gelungenen Grundstimmung erzählt und bringt dem Hörer die enge Freundschaft der vier Helden näher, zieht sich aber leider doch etwas, bis der erste schiefe Ton des Opernsängers erklingt. Doch da das Hörspiel insgesamt über 70 Minuten an Laufzeit bietet, ist noch genügend Raum für den reizvollen Ansatz der gestohlenen Stimme, viele Ermittlungen, einige Rätsel und markante Charaktere. Dabei sticht besonders Le Mystique hervor, der sich medienwirksam nur mit Maske inszeniert und auch ansonsten einiges zu verbergen hat. Das ist kurzweilig, kindgerecht und durchaus spannend geraten.

Peter Kirchberger spricht die Rolle des Le Mystique wundervoll aufgeblasen, exzentrisch und ausdrucksstark, was für eine sehr markante Figur sorgt, die gut im Zentrum der Episode platziert ist. Seine Assistentin Rafaela bekommt ihre schnippische und energische Art von Merete Brettschneider verliehen, die ihre sonst so freundliche Stimme hier sehr abweisend klingen lässt und das ebenso glaubhaft herüberbringt. Auch Douglas Welbat kommt als Wolle gut zur Geltung, er setzt seine lange Erfahrung gekonnt ein, um für einige markante Momente zu sorgen. Natürlich sind auch die vier Hauptsprecher Sebastian Fitzner, Felix Strüven, Julian Greis und Liza Ohm zu hören.

Natürlich ist in dieser Episode auch Opernmusik zu hören, was der Handlung einen gelungenen Anstrich verleiht. Aber auch ansonsten ist passende und modern wirkende Musik eingebaut, die die Stimmung der Handlung gekonnt aufgreift. Die Geräuschkulisse ist wieder vielfältig umgesetzt und gut auf die Dialoge abgestimmt, sodass eine passende Szenerie entsteht.

Ein vollausgestattetes Tonstudio, in dem ein gefesselter Mann neben einem halbleeren Pizzakarton sitzt und von Tim, Karl, Klößchen und Gaby besucht wird – auch für dieses Cover wurde eine Szene aus dem Hörspiel ansprechend gestaltet. Und natürlich ist auch die restliche Gestaltung wieder modern und ansprechend gestaltet, zumal der Platz hinter der CD viele zusätzliche Informationen zum Thema der Folge bereithält.

Fazit: „Die gestohlene Stimme“ punktet mit dem ungewöhnlichen Opern-Thema, einem wunderbar exzentrischen Sänger und einen trickreichen und vertrackten Rätsel. Die Handlung startet zwar etwas langsam, ist später aber mit unterhaltsamen Ermittlungen gelungen. Schön auch, dass die Hauptfiguren wieder so gut zur Geltung kommt.

VÖ: 28. Januar 2022
Label: Europa
Bestellnummer: 194398917429

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