John Sinclair – 152. Todesfalle unter Wasser



John Sinclair und Suko sind dem einzigen Hinweis gefolgt, den sie zur Entführung von Johns Vater haben. Zwar gehen sie bei der Einladung zu einem Maskenball in einem Hotel von einer Falle aus, doch sie rechnen nicht damit, dass sie bereits bei einem Spaziergang am nahegelegenen Strand eingreifen müssen – der Rezeptionist des Hotels wird von einigen maskierten Männern mit mittelalterlichen Waffen attackiert…

Man kennt es von Mehrteilern von John Sinclair, dass zu Beginn die bisherigen Ereignisse in kurzen Dialogfetzen noch einmal zusammengefasst sind. Eine Ausnahme hiervon bildet „Todesfalle unter Wasser“, die allerdings auf der Hülle auch nicht als direkte Fortsetzung von „Samarans Todeswasser“ gekennzeichnet ist. Es wurde aber ein gelungener Weg gefunden, den Hörer noch einmal an den ersten Teil zu erinnern: John berichtet kurz in seinen Monologen von den Zusammenhängen, was in den gelungenen Start um die Ankunft im Hotel eingeflochten wurde. Die Stimmung ist hier schon recht dicht, wird aber schnell noch intensiver – und nimmt gleich zu Beginn eine Wendung zu einer Szenerie, die ich nicht erwartet hätte. Und dabei wird es richtig unheimlich, statt plakativer Bösewichter gibt es düstere Bedrohungen und ausweglose Situationen, magische Momente und gut platzierte Kampfszenen. Das ist sehr gelungen zusammengestellt und gipfelt in einem packenden Finale – doch der eigentliche Clou ist ein anderer: Die bisherigen Kenntnisse aus der Serie werden über den Haufen geworfen und um eine gelungene Komponente erweitert. Schön, wie die Serienhandlung hier so überraschend erweitert wird und dennoch eine eigenständige Geschichte erzählt wird.

Michael Prelle ist hier wieder als Akim Samaran zu hören, er verleiht der Figur ein markantes Auftreten und eine bösartige Aura, ohne zu sehr zu übertreiben. Das gefällt mir gut, da er so wirklich bedrohlich wirkt. Julian Greis ist als Edward Bale ebenfalls überzeugend, er passt sich überzeugend an die Atmosphäre der Episode an und wählt eine eingängige Betonung. Sehr unheimlich wirkt Boris Tessmann als Spuk, der für einige denkwürdige Momente sorgt und immer einen düsteren Unterton mit anklingen lässt. Weitere Sprecher sind Christian Gaul, Wolfgang Häntsch und Erzählerin Alexandra Lange – als einzige weibliche Stimme in diesem Hörspiel.

Das Sounddesign gefällt mir auch hier wieder sehr gut, da die unheimliche Stimmung der Episode sehr gut zur Geltung kommt. Schon die ersten Szenen sind dabei gelungen betont, insbesondere die Szenen unter Wasser kommen mit passenden Geräuschen und Stimmverzerreffekten sehr gut zur Geltung. Und auch die musikalische Untermalung ist hier eher düster-dräuend, was für viel zusätzliche Atmosphäre sorgt.

Drei Skelette tauchen im tiefen Meerwasser nach einem Schatz, der auf dem Grund liegt, alle drei sind schwer bewaffnet – ein sehr markantes Titelbild der Serie, das mit vielen Details überzeugt und die düstere Stimmung des Hörspiels gekonnt aufgreift. Extras sind in dem kleinen Booklet nicht zu finden, neben den üblichen Angaben zu den Mitwirkenden gibt es aber eine Übersicht aller erschienen Episoden inklusive der Spin Ofs.

Fazit: „Todesfalle unter Wasser“ hat einen düsteren und unheimlichen Anklang, was schon in den ersten Szenen gekonnt eingebaut wurde. Die anschließende Handlung ist abwechslungsreich und dynamisch, wobei die Bedrohung von Sinclairs Gegnern eine ständige und gelungene Begleitung ist. Sehr hörenswert auch der kleine Plottwist, der auf die bisherigen Ereignisse noch einmal ein anderes Licht wirft.

VÖ: 25. März 2022
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785784525

Datenschutzerklärung