John Sinclair – 151. Samarans Todeswasser



Sophia Mackenzie, Bürgermeisterin von Lauder, wird nach einem gemütlichen Abend im örtlichen Pub auf offener Straße umgebracht, auch ihr guter Freund Horace Sinclair trifft auf den geheimnisvollen Fremden – und taucht nicht zu Hause auf. Seine Frau Mary bekommt zur gleichen Zeit ein schweres Paket geliefert. Zu beiden bricht der Kontakt zu ihrem Sohn ab, der sich Sorgen um die beiden macht. Insbesondere, weil Jane Collins den Würfel des Unheils in der kleinen Stadt orten kann…

Oftmals sind die unheimlichen Elemente bei John Sinclair ja mit dem Holzhammer eingebaut, übermächtige Gegner mit ziemlichen einfachen Plänen. Das hat sicherlich seine Daseinsberechtigung und hat bereits für einige gelungen Episoden geführt, mir persönlich gefallen aber die Geschichten besser, in denen es leise unheimlich zugeht, nicht alles gleich offensichtlich ist und eine rätselhafte Stimmung vorherrscht. „Samarans Todeswasser“ ist eine solche Episode, in der zunächst gar nicht klar ist, wer für die Übeltaten verantwortlich ist oder welchen Plan er verfolgt. Verstärkt wird das Ganze noch mit sehr persönlichen Bezügen von John Sinclair – seine Eltern spielen eine wesentliche Rolle, ebenso wie mehrmals Janes neues Herz thematisiert wird. Die Stimmung ist von Anfang an sehr dicht und atmosphärisch, nach den ersten bedrohlichen Momenten wird in Kurzform bis zu dem Zeitpunkt vorgespult, in der John in Lauder eintritt. Auch bei den Ermittlungen gibt es viele starke Momente, aber nur langsam neue Erkenntnisse. Ich mag, wie sich die Handlung immer weiter verdichtet, wie schnelle Szenenwechsel und dynamische Dialoge für einen spannenden Verlauf sorgen, wie der Hörer auch ab und an auf die Schlichte geführt wird. Natürlich gibt es dabei auch wieder die typische Stimmung der Serie, die aber gekonnt variiert wird. Hierbei handelt es sich um den ersten Teil eines Zweiteilers, sodass die Handlung in einem gekonnten Cliffhanger endet.

John Sinclair wird von Dietmar Wunder einmal mehr mit viel Leben ausgefüllt. Die gelassene Grundstimmung ist geblieben, der Druck auf die Figur und die persönliche Betroffenheit in dem Fall sorgen aber für eine ernstere Sprechweise, was gut in das Konzept der Episode passt. Ernst-August Schepmann ist als Johns Vater Horace zu hören, seine leicht kratzige Stimme und sein sehr präziser Ausdruck sorgen für viele gelungene Momente, wobei er die Atmosphäre der Episode noch verstärkt. Auch Nadine Wöbs hat gelungene Auftritte, schon die anfängliche Szene bekommt durch sie viel Ausdruck, aber auch in der restlichen Handlung sorgt sie für unheimliche Momente. Weitere Sprecher sind Luise Lunow, Martin Keßler und Jonas Minthe.

Akustisch ist auch diese Episode wieder gut gelungen, wobei eben passend zur Handlung über weite Teile eher auf eine leise bedrohliche Stimmung gesetzt wird. Die eingebauten Melodien sind dabei atmosphärisch passend, die Geräuschkulisse überzeugend und die kleinen Schockmomente sehr gelungen. Schön, dass der Grusel so gekonnt betont wird! Später geht es dann wieder markanter, aber ebenso passend im gewohnten Flair der Serie zu.

Durch den schlichten Hintergrund wird der Fokus vollkommen auf die zwei medizinischen Kolben gelenkt, die mit bläulich gefärbter, blubbernder Flüssigkeit gefüllt sind, darin zwei menschliche Köpfe treibend – das Titelbild des Heftromans wurde auch hier wieder für das Hörspiel übernommen. Das Innere ist wie immer eher schlicht geraten, auf der Rückseite sind aber wieder Fotos von Jason Dark und Dietmar Wunder zu sehen.

Fazit: Die direkte Betroffenheit von Johns Familie verleiht der Episode eine gewisse Schärfe. Mir gefällt, dass der Aufbau da eher ruhig, aber nicht weniger intensiv ist. Die gruselige und geheimnisvolle Stimmung kommt gut zur Geltung, die Spannung nimmt immer weiter zu. Eine sehr gelungene Produktion, auch wegen der sehr engagierten Sprecher und dem überzeugenden Sounddesign.

VÖ: 25. Februar 2022
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785782712

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