John Sinclair Classics – 45. Das Todeskarussell



Am Pier des kleinen Küstenstädtchens Brickaville taucht plötzlich ein altes Pferdekarussell auf, das Ken Kovac noch aus seiner Kindheit bekannt vorkommt. Er wird von dem Betreiber zu einer kostenlosen Fahrt eingeladen, doch danach wird der Rentner tot und grausam zugerichtet aufgefunden. John Sinclair wird zu dem Fall hinzugezogen und bekommt von dem Arzt des Dorfes einige erste Hinweise…

Zwar hat sich auch in der „John Sinclair Classics“-Serie von Lübbe Audio ein roter Faden durch einige Episoden eingeschlichen, Nummer 45 der Reihe mit dem Titel „Das Todeskarussell“ steht aber wieder vollkommen für sich allein, sogar die ansonsten bekannten Nebenfiguren als Mitstreiter von Sinclair sind hier nicht vorhanden. Dafür sorgt de Introszene gleich für eine sehr dichte Atmosphäre, das erste Auftauchen des titelgebenden Karussells und eine schreckensreiche Fahrt setzen gleich einen gelungenen Akzent. Auch danach geht es schnell rätselhaft weiter, da dieses mal nicht allzu viele Horror-Szenen zu hören sind, sondern Sinclair mal wieder richtig ermittelt. Er erfährt dabei immer mehr Hintergründe zu dem Karussell, zu den Figuren, zu der Geschichte der kleinen Stadt. Hinzu kommen einige Szenenwechseln mit unheimlichen Momenten, die gut zur Geltung kommen und die Geschichte um eine weitere Ebene gelungen ergänzen. Sehr gut gefällt mir dann der Blick in die Vergangenheit, in der die Szenerie aufgeklärt wird, wobei das obligatorische, actionreiche Finale natürlich nicht fehlen darf. Eine starke Episode und ein völlig für sich allein stehendes Hörspiel, welches man auch ohne Vorkenntnisse der Serie hören kann.

Der wundervolle Peter Weis sorgt in diesem Hörspiel als Dr. Winter für einen markanten Charakter, der Sinclair bei seinen Ermittlungen begleitet. Durch seinen leicht krächzenden Klang sorgt er für viel Aufmerksamkeit und gestaltet seine Passagen sehr lebendig. Henry König sorgt als Ken Kovac ebenfalls für einige einprägsame Momente, so bekommt das Intro durch ihn noch mehr Kraft verliehen, wobei seine Sprechweise eingängig ist. Leonie Landa hat mir als Sita ebenfalls sehr gut gefallen, die passt sich sehr gut der vorherrschenden Atmosphäre an und sorgt mit gekonnter Betonung für eine bemerkenswerte Figur. Weitere Sprecher sind Michael Prelle, Volker Hanisch und Bernd Stephan.

Sicherlich ist das Sounddesign der Serie schon längst ausgestaltet und greift auch hier wieder mit seinem coolen, lebendigen Klang. Doch es wurden auch neue Akzente gesetzt, so sind neben den markanten Geräuschen und den düsteren Melodien auch mal andere Musikstücke zu hören, die bei einigen Szenen im Hintergrund für Abwechslung sorgen. Das ist wieder stimmig zusammengestellt und sorgt für eine durchgängig überzeugende Atmosphäre.

Die grauenhaft verzerrte Version eines Pferdekarussells ist auf dem Titelbild von Timo Wuerz gekonnt in Szene gesetzt worden, dämonische Reiter, düstere Symbole und ein im inneren loderndes Höllenfeuer – das wirkt sehr düster und stimmungsvoll. Der leuchtend gelbe Schriftzug wirkt da leider etwas störend, die dezentere, schwarz-goldene Rahmengestaltung passt da schon besser. Im Inneren gibt es das Motiv aber noh einmal in der Komplettversion zu sehen.

Fazit: „Das Todeskarussell“ startet unheimlich und düster, der Verlauf ist rätselhaft und von wirklichen Ermittlungen von Sinclair geprägt. Zwar kommen auch hier unheimliche und später actiongeladene Momente auf, ich mag aber die mysteriöse Grundstimmung sehr gerne. Auch die Sprecher sind hier wieder in Hochform, sodass eine hörenswerte, in sich abgeschlossene Geschichte entstanden ist.

VÖ: 28. Januar 2022
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785782859

Datenschutzerklärung