Die drei Senioren – 5. Die Fremde im Zug



Aus einer entspannten Zugfahrt nach Santa Monica wird es nichts für Julian, Doreen und Camryn – und das nicht nur, weil sie sich immer wieder in die noch vorhandenen Haare bekommen. Doch eine junge Frau stolpert in ihr Abteil und bringt einiges durcheinander. Die drei Hobbydetektive vermuten schnell, dass mit der freundlichen Azadeh etwas nicht stimmt. Und ihr Verdacht scheint sich zu bestätigen, als der Nachtexpress plötzlich auf freier Strecke anhält…

Jugenddetektive gibt es viele. Doch Contendo Media hat dieses Konzept vieler Hörspielserie deutlich abgewandelt und lässt „Die drei Senioren“ in verschiedenen Fällen ermitteln. Die fünfte Episode „Die Fremde im Zug“ setzt an einem anderen Punkt an als seine Vorgänger und lässt Julian, Doreen und Camryn eher zufällig in ihren neuen Fall stolpern. Auch dabei steht die gelöste und witzige Atmosphäre der Serie im Vordergrund, die kleinen Streitigkeiten und gegenseitigen Spitzen sorgen wieder für einige Lacher, wobei auch die markanten Hauptfiguren mit ihren speziellen Eigenheiten wieder sehr gut zur Geltung braucht – beispielsweise wenn Julian die entscheidenden Punkte des Falles verschläft. Dieser ist nicht sonderlich komplex, bietet aber einige interessante Verwicklungen und eine pfiffige Auflösung, auch wenn die Hintergründe etwas konstruiert wirken. Doch für die 38 Minuten Laufzeit sorgt das für eine kurzweilige und unterhaltsame Folge, die mal eine andere Seite der Serie zeigt und den Witz der Figuren sehr gut zur Geltung bringt.

Nagmeh Alaei ist in der Rolle der Azadeh gut besetzt, ihr glaubhafter Akzent und das treffende, authentische Auftreten und die dynamische Sprechweise haben mir gut gefallen und sorgen für einen gelungenen Auftritt. Auch Damon Zolfaghari ist als Djamal überzeugend, seine tiefe Stimme passt gut in die Atmosphäre des Hörspiels, zumal er sie treffsicher und gut an die verschiedenen Szenen angepasst einsetzt. Heidi Schaffrath hat als Doreen wieder einen grundsympathischen Auftritt und bringt mit ihrer sanften Art eine humorvolle Ader in die Handlung ein. Weitere Sprecher sind Patrick Roche, Michael Che-Koch und Lutz Mackensy.

Markante Synthie-Melodien und klassisch wirkende Geräusche – das 80er-Feeling, welches für Nostalgie sorgen soll, kommt hervorragend zu tragen. Doch es gibt auch Momente, in denen die Spannung gut zur Geltung kommt und die mit dramatischeren Melodien im Hintergrund unterlegt sind oder der Sturm durch die Szenerie tost. Das wirkt alles sehr stimmig und gut durchdacht.

Auch auf dem Cover sind einige Anspielungen auf die bekannten Jugendkrimiserien zu finden, beispielsweise durch die dreifarbigen Streifen und den schwarzen Hintergrund. Und auch der Stil des Titelbilds erinnert stark mit der interessanten Perspektive daran, auch wenn die Großaufnahme eines blutigen Messers nicht ganz meinem persönlichen Geschmack entspricht.

Fazit: „Die Fremde im Zug“ ist kein Krimi im eigentlichen Sinn, eigentlich stolpern die drei Senioren zufällig in den Fall und tragen auch nur wenig zu dessen Auflösung bei. Dennoch gibt es einige gelungene Spannungsmomente und wieder die gelungene Atmosphäre der Serie samt nostalgischem Soundtrack und dem wunderbaren Witz der Figuren.

VÖ: 14. Mai 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620894

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