Die Schlüssel der Macht – 3. Die drei Tenöre



Der Kampf um die Nachfolge an der Spitze der Bundes-CDU ist im vollen Gange, gleich mehrere Kandidaten haben sich bereits zu Wort gemeldet. Bei einem internen Treffen in der Düsseldorfer Zentrale des Landesverbandes kommt es zu einigen Streitereien und offener Konfrontation. Doch Konstantin Hertz verfolgt mit seinen Gegnern ein eigenes Spiel und bringt dafür seine Figuren in Position. Niemand ahnt jedoch, dass sie belauscht werden – von Jan Gaspard und dem Hacker T-Rex…

„Die Schlüssel der Macht“, eine in sich abgeschlossene Miniserie aus der Feder von Jan Gaspard, widmet sich sehr detailliert um die finsteren Machenschaften und Taktikspielchen innerhalb der Machtzentrale einer mächtigen Bundespartei, wobei keine realen Klarnamen genannt werden, aber dennoch klar ist, um wen es sich bei den Figuren handelt – und dennoch fällt es zu Beginn der dritten Episode „Die drei Tenöre“ etwas schwer, die vielen Namen auf Anhieb richtig zuzuordnen. Denn diese werden schnell hintereinander weg gefeuert, sodass man schon die bisherigen Ereignisse präsent haben sollte. Doch nachdem man sich ein wenig eingefunden hat und sich die Handlung auf den eigentlichen Kern dieser Episode konzentriert, wirkt das Ganze gleich strukturierter. Ich mag, wie dabei einige neue Themen eingeflossen sind – beispielsweise die Beobachtung des gemeinsamen politischen Gegners und dessen Bemühungen für den anstehenden Wahlkampf – der innere Machtkampf aber weiterhin im Zentrum steht. Wie sich die verschiedenen Akteure gegenseitig bekämpfen, mal offen, mal verdeckt, ist wieder gekonnt gelungen, zumal auch der Hörer von der einen oder anderen Finte überrascht ist. In dieser Episode ist gefühlt weniger Bewegung, weniger wechselnde Vorzeichen, dafür ist die Erzählweise mit mehr Feinheiten ausgeschmückt. Eine hörenswerte Episode der Serie mit einigen gelungenen neuen Facetten.

Konstantin Hertz wird von Gerald Schaale gesprochen, er wählt eine markante Betonung und legt dabei immer wieder einen rauen Unterton in seine Stimme, der die Schärfe des Charakters betont. Jürgen Bangert spricht die Rolle des Amun Paschke mit deutlichem Kölner Dialekt, was immer irgendwie witzig klingt – und das will nicht so recht zur Rolle passen. Ein paar sanftere Anklänge vom Kölschen hätten da sicherlich auch gereicht. Alexander Turrek ist als Georg Brand wieder sehr überzeugend und bringt die analytische, gern aber auch mal ironische Art des Hackers gekonnt zur Geltung. Weitere Sprecher sind Friedhelm Ptok, Klaus-Peter Grap und Christin Marquitan.

Der nüchterne Erzählstil der Serie wird auch in der akustischen Gestaltung aufgegriffen, die nur mit wenigen dezenten Geräuschen im Hintergrund umgesetzt ist. Das schafft passende Kulissen, wirkt manchmal aber auch ein wenig trocken. Musik ist in einigen Erzähltexten zwar im Einsatz und greift dann die vorherrschende Atmosphäre auf, sorgt aber nur selten für Abwechslung.

Ein modernes, architektonisches Gebäude aus Glas und Stahl, das mit seinen geometrischen Formen die Kühle der Vorgänge innerhalb der Serie ausdrückt – das Titelbild der Episode passt mal wieder gut zum Ausdruck der Serie. Neben den üblichen Informationen zu den Mitwirkenden ist auch ein ergreifendes Grußwort von Markus Winter zu dem mittlerweile verstorbenen Sprecher Hans-Eckart Eckhardt enthalten.

Fazit: „Die drei Tenöre“ verfeinert die Geschichte um den innerparteilichen Machtkampf und bringt die Figuren weiter in Stellung. Die gegenseitigen Intrigen und Winkelzüge, der Kampf, als Partei in Machtposition zu bleiben, das Skript, das eng an der Realität gehalten ist und dennoch fiktiv ist – all das entfaltet auch hier seinen Reiz und ist insgesamt hörenswert umgesetzt.

VÖ: 5. November 2021
Label: Full Cast Audio
Bestellnummer: 9783960663423

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