John Sinclair: Tonstudio Braun – 92. Der siebenarmige Tod



Toni, der bei seinem besorgten Großvater aufwächst, wird von seinem Freund Harry dazu überredet, einen nächtlichen Ausflug zu einer abgelegenen Kirche zu machen. Dort wollen sie eine rituelle Sekte beobachten und erhoffen sich einen Nervenkitzel, wenn sie das schaurige Treiben beobachten. Doch sie haben nicht damit gerechnet, welche Schrecken diese Nacht heraufbeschwören würde, denn die Menschen dort wollen den Dämonen Lemuri herbeirufen…

Mit „Der siebenarmige Tod“ wurde in der „John Sinclair“-Serie von Tonstudio Braun ein weiterer früher Roman der Heftromanserie zu einem deutlich späteren Zeitpunkt vertont wurde. Die Nummer 92 der Serie ist dabei wieder in sich abgeschlossen und bietet ein in sich abgeschlossenes Abenteuer für den Geisterjäger. Gleich zu Anfang wird die Szene um Toni und Harry recht ausführlich umgesetzt, wovon eine unheimliche und düstere Szenerie ausgeht und den Grundton für die Episode setzt. Der anschließende Schwenk auf John Sinclair nimmt allerdings wieder etwas Fahrt aus der Handlung, das gelungene Tempo des Starts kann nicht durchgängig gehalten werden. Glücklicherweise sind nur wenige wirkliche Durststrecken vorhanden, sodass insgesamt eine unterhaltsame und kurzweilige Handlung entstanden ist. Zudem gefällt mir, dass viele Mitglieder des Sinclair-Teams im Einsatz sind und so eine dynamische Stimmung entsteht, da der Blickwinkel auf die einzelnen Stränge der Handlung so immer wieder wechselt. Zugegeben: Viele Entwicklungen sind vorhersehbar, wirkliche Überraschungen sind nicht in die Handlung eingebaut. Doch „Der siebenarmige Tod“ ist dafür kurzweilig erzählt und mit einer unheimlichen Stimmung versehen.

Auch wenn die Auswahl der Sprecher nicht in allen Fällen gelungen ist, ist die Sprecherleistung insgesamt vollkommen in Ordnung. Der Sprecher des Toni bringt die Angst und die zögerliche Art treffend herüber, bringt die aufregenden Szenen aber nicht sonderlich dynamisch herüber und wirkt dann etwas hölzern. Sein Großvater wird gelungen dargestellt und wirkt dabei ernst und prägnant, sodass seine Szenen überzeugend wirken. Und auch Jane Collins bekommt durch die ruppige und etwas harsche Art von Johns Freundin, aber auch ihre durchaus auch herzlichen Wesenszüge eine stimmige Ausstrahlung.

Dass sich die Hörspieltechnik seit den Aufnahmen zu dieser Serie noch einmal deutlich weiterentwickelt hat, ist auch hier wieder zu hören. Die Stimmen klingen etwas dumpf, die Musik ist natürlich wieder von der Heimorgel dominiert, die Geräusche sind sehr prägnant und fast ein wenig platt eingesetzt. Sicherlich ist das alles nicht sonderlich feinsinnig oder geschickt aufeinander abgestimmt, doch insgesamt ist die Szenerie hier besser umgesetzt als bei anderen Episoden.

Interessanterweise werden auf den Titelbildern der Serie vergleichsweise häufig leichtbekleidete Frauen von dämonischen Wesen angegriffen, auch hier wird eine blonde Schönheit von einem bläulichen Tintenfisch attackiert. Der nostalgische Zeichenstil kommt dabei wieder gut zur Geltung, während das Booklet wie immer recht sparsam gestaltet ist, im Inneren aber eine Übersicht über alle Episoden der Serie enthält.

Fazit: „Der siebenarmige Tod“ ist mit seinem düsteren Intro und der dichten Stimmung unterhaltsam gelungen, auch wenn einige Momente Fahrt aus der Handlung nehmen. Ich mag die dynamische Erzählweise mit den wechselnden Perspektiven, auch das Finale kann mit einigen spannenden Momenten überzeugen.

VÖ: 1. November 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758922

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