Die schwarze Serie – 20. Die böse Tat



Martin Stoner hat zwar eine Mitfahrgelegenheit in Richtung der englischen Küste gefunden, der Kutscher will ihn aber nicht bis zum Ziel seiner Reise mitnehmen. Und so bittet der Vagabund auf einer Farm und eine Unterkunft im Stroh, wird aber vom Hausdiener George für den Erben des Hofs gehalten, der seit vier Jahren als verschwunden gilt. Nach einiger Zeit gewöhnt er sich an die Annehmlichkeiten der neuen Rolle, doch er findet auch beunruhigende Details aus der Vergangenheit heraus…

„Die schwarze Serie“ von Maritim hat den Neustart des Labels überlebt und wird weiterhin produziert, als 20. Episode ist nun „Die böse Tat“ hinzugekommen. Das Hörspiel nach einer Kurzgeschichte von Hector Hugh Munro entstanden, ein britischer Autor im ausgehenden 19. Jahrhundert. Dort ist auch die Handlung dieser Episode angesiedelt und wird direkt zu Beginn mit einigen Geheimnissen aufgeladen. So weiß man zu Beginn kaum etwas über die Hauptfigur Martin Stoner, der zudem noch ein interessantes Geheimnis mit sich herumträgt. Auch hier bleibt der Hörer lange im Unklaren, was es damit auf sich hat. Verbunden mit dem Verschwinden des Erben des Hofs entsteht gleich zu Beginn eine sehr dichte und mysteriöse Stimmung, die immer weiter aufgebaut wird. Die Reaktionen anderer Charaktere auf Martin Stoner, die Vorgänge auf dem Hof, ein deutlich spürbarer innerer Zwiespalt – gelungene Themen, die sehr geschickt miteinander kombiniert wurden und immer weiter an Spannung aufbauen. In dem packenden Finale wird dann alles gekonnt aufgeklärt, die mysteriöse Stimmung wird dabei noch intensiver und packender. Schön, wie sich die verschiedenen Puzzlestücke hier zusammensetzen und zu einer weiteren sehr hörenswerten Episode der Serie sorgen.

Gerrit Schmidt-Foß ist in der Rolle des Martin Stoner zu hören, der seine Stimme sehr variabel und gekonnt einsetzt und so jede Szene gekonnt unterstreicht. Beachtlich ist dabei die Wandlung, die er während der Handlung durchmacht und die er immer sehr intensiv umsetzt. Joachim Tennstedt spricht die Rolle des Dieners George mit seiner angenehm rauen Stimme und sehr authentischem Verhalten, wobei er sehr gelungene Akzente einfügt. Auch Deborah Mock überzeugt in ihrer Rolle vollkommen, ihre markante Ausstrahlung sorgt in ihren Szenen für eine sehr überzeugende Atmosphäre. Weitere Sprecher sind Torsten Münchow, Jens Wendland und Matti Klemm.

Bei der akustischen Gestaltung wird das ausgehende 19. Jahrhundert, in dem die Handlung spielt, überzeugend dargeboten – Kutschen, prasselndes Feuer, pfeifender Wind: Das sorgt gleichzeitig für eine unheimliche und düstere Stimmung. Dies wird auch durch die hinzugefügte Musik verstärkt, die größtenteils mit klassischen Instrumenten besetzt ist und die vorherrschende Atmosphäre gekonnt verstärkt.

Eine wilde Wolfsmeute, ein davonrennender Mann vor feurigen Hintergrund mit weiteren Wolfswesen und der angedeuteten Farm – das Titelbild der Episode von Mark Freier ist ausdrucksstark und düster geraten, dazu passend wieder mit den dezenten Schriftzügen gestaltet. Die restliche Gestaltung ist wie immer bei der Serie sehr schlicht gehalten, die wichtigen Angaben zu den Mitwirkenden sind aber natürlich vorhanden.

Fazit: „Die böse Tat“ lädt gleich zu Beginn viele Geheimnisse auf und überzeugt dabei von Anfang an mit einer sehr mysteriösen Stimmung, die sich im Laufe der Zeit immer mehr verstärkt. Die Atmosphäre ist sehr dicht, auch wegen der überzeugenden akustischen Gestaltung und den starken Sprechern. Eine hörenswerte Episode der Serie!

VÖ: 18. März 2022
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960663560

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