Gruselkabinett – 177. Furia Infernalis



Dem jungen Basili ist es eine Ehre, in die Armee des Zaren einzutreten, doch Nikolai, sein Vertrauter und im Dienste des Hause stehenden Diener, ist gegen die Abreise und ist nach seiner Abreise untröstlich. Durch ihre innige Beziehung hat sich Nikolai den Unmut seines Herren zugezogen, zumal seine Mutter als Hexe verschrien ist. Als dann wertvolle Tauben aus der Zucht des Hauses fehlen, scheint Nikolais Schicksal besiegelt…

Wieder wurde für das „Gruselkabinett“ von Titania Medien ein anderer Schauplatz gefunden, Ludwig Bechsteins Schauergeschichte „Furia Infernalis“ spielt in der Ukraine des 19. Jahrhunderts. Nach einem äußerst stimmungsvollen Intro um die sagenhafte Gestalt der titelgebenden Furia Infernalis, die eine sehr düstere Stimmung an den Beginn setzt, baut sich die eigentliche Handlung langsam auf. Dabei werden viele persönliche Schicksalsschläge eingebunden, die sich zunächst nicht erklären lassen. Durch das Intro hat der Hörer zwar eine Ahnung, in welche Richtung dies führen wird, die Handlung ist aber wunderbar dicht und stimmungsvoll – insbesondere weil Nikolais Mutter mit einer sehr unheimlichen Szene für einen sehr packenden Moment und weitere Spekulationen sorgt. Richtig in Fahrt kommt die Handlung dann mit der Rückkehr von Basili auf das Gut seine Familie, doch auch hier wird die Geschichte in eher langsamem Tempo erzählt, bleibt aber weiterhin sehr intensiv und packend. Auch der Transport der Handlung in Hörspielform ist gelungen, so werden Erzähltexte beispielsweise in einen Brief umgewandelt, der zusätzlichen mit Sätzen der Protagonisten sehr lebendig gestaltet ist. „Furia Infernalis“ ist eine dieser Episoden des Gruselkabinetts, die mich vollkommen überzeugt habt und bei der einfach alles zusammenpasst – sehr hörenswert!

Erzähler der Handlung ist einmal mehr der wundervolle Peter Weis, mit seiner warmen, leicht gebrochenen Stimme versorgt er seine Texte wieder mit einer eindringlichen Stimmung und sehr gelungenen Facetten, sodass sie sehr atmosphärisch geraten sind. Regina Lemnitz hat als Nikolais Mutter ebenfalls sehr starke Auftritte – nicht nur wegen ihrer unverkennbaren Stimme, sondern auch weil sie sie so lebendig, abwechslungsreich und intensiv einsetzt. Uschi Hugo hat mir ebenfalls äußerst gut gefallen, ihr immer noch sehr jugendlicher Klang passt hervorragend zu ihrer Figur und klingt lebendig, authentisch und markant. Weitere Sprecher sind Bodo Primus, Friedemann Thiele und Ingeborg Kallweit.

Dass Titania Medien für eine passende Stimmung sorgen, haben sie schon in ihren bisherigen Hörspielen unter Beweis gestellt, doch mit dem Einfluss ukrainischer Volksmusik haben sie hier eine weitere Ebene hinzugefügt, die gepaart mit den typisch unheimlichen und dichten Klängen geschickt verwoben sind. Und auch die Geräusche sind perfekt auf die Handlung abgestimmt und sorgen für zahlreiche weitere Nuancen.

Komplett in einem düsteren Violett mit nur wenigen schwarzen und weißen Elementen gehalten ist das Titelbild zu der Episode sehr ausdrucksstark geraten, zumal die Furia Infernalis vor dem vom Vollmond düster beleuchteten Szenerie grausig und unheimlich gestaltet ist. Natürlich gibt es im Inneren wieder eine ausführliche Auflistung der Mitwirkenden und auf der Rückseite Fotos einiger Sprecher.

Fazit: „Furia Infernalis“ ist eine faszinierende und düstere Folge, die nach dem unheimlichen Intro langsam eine packende Geschichte mit zahlreichen unheimlichen Momenten aufbaut. Die ukrainische Szenerie, die schauerliche Schreckensgestalt und markante Figuren sorgen für einen sehr unterhaltsamen Ablauf, sodass eine sehr starke Episode der Reihe entstanden ist.

VÖ: 25. März 2022
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-8387-0

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