Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 51. Ein Schilling für den Tod



Im britischen Museum für Naturgeschichte in Kensington sind nicht nur Exponate ausgestellt, die John Watson schon häufiger fasziniert besucht hat, sondern auch einen Besucher mit einer aufgeschlagenen Zeitung in der Hand, der vom Wärter nur noch leblos aufgefunden wird. Inspector Lestrade steht vor einem Rätsel und bittet Sherlock Holmes um Mithilfe – und Watson findet einige merkwürdige Details an der Leiche vor…

Für „Die neuen Fälle“, die Romantruhe Audio für die bekannte Figur des „Sherlock Holmes“ produziert, wurden bereits viele interessante Kniffe und Schauplätze erdacht, in „Ein Schilling für den Tod“ wird dies erneut fortgesetzt. Das Museum für Naturgeschichte ist dabei eng mit dem Fall verknüpft – nicht nur, weil er als Schauplatz mit seinen verwinkelten Gängen, Ausstellungsräumen und zahlreichen Türen sehr prägnant gewählt ist und auch dadurch viele Geheimnisse aufzudecken sind. Es hätte aber an anderen Schauplätzen auch weniger gut funktioniert, da es mit der gefundenen Leiche so einige Besonderheiten auf sich hat. Nach einer wie immer launigen Introszene geht es aus der Baker Street schnell in das Museum und wird mit der Beobachtung des Schauplatzes, der Untersuchung der Leiche und zahlreichen Befragungen fortgeführt. Das ist leider nicht so spannend geraten wie in anderen Episoden, die Länge des Hörspiels ist für die Menge an eingebauten Informationen und Entwicklungen für meinen Geschmack zu umfangreich. So gibt es während der 77 Minuten Laufzeit sicherlich einige aufregende und spannende Momente, aber eben auch solche, in denen die Entwicklung recht langsam vorangeht. Insgesamt überwiegt aber das Interesse an der spannenden Konstellation und den markanten Charakteren, zumal das Konstrukt des Falles wieder sehr ideenreich geraten ist.

Rainer Brandt ist als Professor Saunders zu hören, der Direktor des Museums. Er wählt eine prägnante Sprechweise und schafft dabei einen markanten Charakter, dessen Szenen einen gelungenen Eindruck hinterlassen. Marion Elskis spricht die Rolle der Ruth McCallum, die Tierpräparatorin des Museums wirkt durch ihre sanfte und lebendige Stimme glaubhaft und überzeugend, wobei sie eine sehr rhythmische Betonung wählt. Und auch Lutz Harder kann als Inspector Lestrade mal wieder vollkommen überzeugen, der leicht launische Polizist bekommt durch ihn erneut viel Leben eingehaucht. Weitere Sprecher der Episode sind Erik Schäffler, Joachim Kaps und Thomas Schmuckert.

Die akustische Umsetzung ist wie immer eher ruhig geraten, die Dialoge und Erzähltexte stehen durchgängig im Fokus. Doch es gibt natürlich auch hier wieder passende Musik, von Stephan Eicke, die kleinen Melodien mit klassischen Instrumenten passen perfekt zu der Stimmung der Episode. Und auch die sanfte Geräuschkulisse mit vielen passenden Sounds ist gekonnt auf die Handlung und die vorherrschende Stimmung angepasst.

Einen kurzen Eindruck von dem Museum für Naturgeschichte bekommt man auch auf dem Titelbild der Episode, ein imposanter Treppenaufgang, ein unter der Decke schwebendes Skelett eines großen Tieres und die drei Besucher sind wieder im typischen Stil der Serie umgesetzt und wirkt so wie ein altes Gemälde, was wieder sehr stilvoll wirkt und sehr gut ausgewählt wurde. Die restliche Gestaltung ist wieder schlicht, aber übersichtlich und mit allen wesentlichen Informationen zu den Mitwirkenden ausgestattet.

Fazit: „Ein Schilling für den Tod“ setzt eine sehr interessante Szenerie an den Anfang, der Leichenfund im Museum bietet Raum für viele Geheimnisse und Spekulationen. Bei der Aufklärung des Falles kommt die Handlung aber etwas ins Stocken, vielleicht ist die Episode doch etwas zu detailverliebt geraten. Trotz des recht langsamen Tempos ist aber eine hörenswerte Geschichte entstanden.

VÖ: 8. April 2022
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864734526

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