Geister-Schocker – 98. Ein Irrer jagt Rick Masters



Der Schriftsteller Dick Foster betrauert den Tod seines Onkels Colonel Anthony Drusdale – auch wenn dieser wegen seines launischen Auftretens ihm nicht gerade nahestand. Doch als der Verdacht auf ihn als Mörder fällt, um an sein Erbe zu kommen, bittet seinen alten Freund, den Privatdetektiv Rick Masters, um Mithilfe. Doch nicht nur, um seine Unschuld zu beweisen, sondern weil die Umstände des Todes ziemlich merkwürdig sind…

Rick Masters ist ein fester Bestandteil der „Geister-Schocker“ von Romantruhe Audio, in unregelmäßigen Abständen ermittelt der Detektiv in übernatürlichen Fällen. Bei dem Titel „Ein Irrer jagt Rick Masters“ kann man sich ja bereits denken, dass sich auch die 98. Episode um diese Figur dreht – tatsächlich steht er aber noch mehr im Fokus als sonst, weil er eben nicht nur einen Fall für Außenstehende löst. Die Verknüpfung zu seinem alten Freund sorgt für einige gelungene Ideen, ebenso wie er eben bald zur Zielscheibe eines Jägers wird. Dabei ist der Aufbau zunächst recht simpel und bietet auch kaum übernatürliche Elemente, vom ersten Gespräch aus schließen sich einige Ermittlungen an. Zwar mit durchaus ungewöhnlichem Ende, aber eben noch eher gewöhnlich. Vielmehr geht es nach der Enttarnung des Täters erst richtig los, wobei es mit düsteren Drohungen, psychologischem Verwirrspiel und bedrohlichen Momenten atmosphärisch weitergeht. Auch hier ist die Entwicklung der Handlung nicht sonderlich schnell, durch die dichte Atmosphäre und der druckvollen Szenerie wirkt das aber stimmiger als im ersten Drittel der Handlung. Interessant ist auch, dass die Geschichte mit gerade einmal sechs Sprechern (alle männlich…) inklusive des Erzählers auskommt – und dieser hat nur wenige Einsätze. Aber das reicht vollkommen für ein hörenswertes und insbesondere im zweiten Teil unterhaltsames Hörspiel.

Natürlich spricht Patrick Bach auch hier wieder die Rolle des Rick Masters, er verleiht seiner Stimme dabei einen besonderen Klang und setzt die Rolle mit Spontanität und einer passenden Ausdrucksweise um. Martin Sabel überzeugt als Derrick Foster mit seiner sehr intensiven Stimme und verleiht dieser in den verschiedenen Situationen sehr passende Klänge, die sehr gut in die Szenerie der Episode passt. Auch die Rolle des Kenneth Hempshaw überzeugt durch Sprecher Reent Reins, der Polizist wird durch eine ernste Sprechweise ein einen rauen Ausdruck gelungen dargestellt. Weitere Sprecher sind Werner Wilkening, Sven Matthis und Christoph Memmert.

Akustisch wird wieder eine sehr solide Umsetzung geboten, wobei der Klang der Stimme sehr sauber ist und trotz des lebendigen Hintergrunds immer im Fokus steht. Aber die eingebauten Geräusche wirken authentisch und lebendig, während sich die Musik von Tom Steinbrecher stimmig einfügt und für verschiedene Stimmungen sorgt. Insbesondere das Finale ist dabei packend umgesetzt.

Das Titelbild ist stimmungsvoll geraten, der dunkelrote Hintergrund und die blau-violetten Akzente sorgen für eine mysteriöse Farbgebung. Das Motiv passt aber leider nicht vollkommen zu der Handlung, weder die Fledermaus noch das entstellte und wulstige Gesicht konnte ich so recht mit dem Hörspiel in Einklang bringen. Im Inneren ist neben der Liste der Mitwirkenden auch ein Ausblick auf die kommende Episode nebst anderen Produkthinweisen zu finden.

Fazit: „Ein Irrer jagt Rick Masters“ startet mit einigen eher ruhigen Eröffnungsszenen mit einem kleinen Krimi, schwenkt dann aber bald zu der eigentlichen Szenerie um Ricks irrsinnigen Gegenspieler um. Auch hier ist es weniger eine spannende Handlung, sondern das Gefühl ständiger Bedrohung in verschiedenen Konstellationen, welches die Episode reizvoll macht.

VÖ: 25.März 2022
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864738319

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