Fünf Freunde – 143. und die verschwundene Riesenschildkröte



George zeigt ihrer Cousine Anne und ihren Cousins Julian und Dick in den Ferien einige neue Plätze, die sie in letzter Zeit entdeckt hat. Doch der Rückweg durch ein Hochmoor hält eine große Überraschung bereit: Anne entdeckt am Rande eines Sees eine Riesenschildkröte. Ein Tierlexikon gibt Aufschluss darüber, dass es eine seltene Art aus der Karibik sein muss. Wie ist das Tier dort hingekommen – und warum ist es schon am nächsten Tag nicht mehr auffindbar…?

Seit einigen Jahren ist das Thema Natur- und Tierschutz immer wieder im Zentrum der Abenteuer-Serie „Fünf Freunde“, Episode 143 dreht sich beispielsweise um die seltene Tierart der Karettschildkröte, die in der Umgebung von Kirrin auftaucht – und das auch schon nach wenigen Szenen. Und direkt danach ist auch noch eine kleine Entführungsszene, die scheinbar mit der Riesenschildkröte verbunden ist. Das gibt dem Hörer (und den Hauptfiguren) gleich mehrere Rätsel auf. Nur leider lässt die Spannung schon kurz danach deutlich nach, oft genug scheint die Handlung auf der Stelle zu treten. Die fünf Freunde kommen den Rätseln für meinen Geschmack zu langsam auf die Spur, viele Szenen sind zu lang geraten, um wirklich aufregend zu wirken. Gut gefällt mir hingegen, dass man nicht direkt alle Zusammenhänge erahnen kann und dadurch einige Überraschungen eingebunden sind, doch insgesamt wird an zu vielen Stellen auf einmal erzählt. Natürlich ist es schön, den Naturschutz in den Fokus zu rücken, und auch die Charaktere sind charismatisch und auch viele Nebenrollen bleiben in Erinnerung. Nur der Verlauf kann aber eben nicht wirklich punkten.

Achim Schülke spricht die Rolle des Constable Wilbert wieder sehr eingängig und zugänglich, er kann dabei die Sympathien auf seine Seite ziehen und scheint dennoch seinen Beruf als Polizist sehr ernst zu nehmen. Andre Beyer und Till Huster bilden als Geschwisterpaar Silver überzeugende Gegenspieler für die Fünf Freunde, sie wirken gemeinsam authentisch und spontan, zumal ihr harter Klang gut zu der Ausstrahlung der Figuren passt. Lutz Mackensy ist natürlich wieder als Erzähler im Einsatz und sorgt für sehr passende Stimmungen, man hört sofort, ob es sich um eine spannende, witzige oder harmonische Szene handelt. Weitere Sprecher sind Alexander Mettin, Tim Kreuer und Oliver Rohrbeck.

Die Musik katapultiert den Hörer direkt in die 80er-Jahre zurück, viele eingebaute Melodien hätten auch schon vor über 30 Jahren in einem ähnlichen Stil eingebaut werden können. Dazu gibt es auch ein paar stimmungsvollere Klänge – und natürlich wieder eine reichhaltige Geräuschkulisse, bei der viele Naturgeräusche, aber auch andere passende Sounds, die die Handlungen der Charaktere untermalen und lebendiger wirken lassen.

Auf dem Cover bekommt man natürlich auch einen Eindruck von der Riesenschildkröte. Die Umgebung des Hochmoores wird im Hintergrund sehr malerisch dargestellt und erzeugt eine ansehnliche Grundstimmung, auch die fünf Freunde in ihrer bunten Kleidung und die Schildkröte sind dazu sehr passend kombiniert. Und natürlich gibt es neben der hübschen Optik im Landkartenstil noch eine Übersicht der bisher erschienenen Episoden.

Fazit: „Fünf Freunde und die verschwundene Riesenschildkröte“ startet stark mit dem mysteriösen Auftauchen des Reptils und einer spannungsgeladenen Szene. Doch die Handlung lässt schon bald deutlich nach und wird in zu langen Szenen und an zu vielen Stellen erzählt. Sicherlich sind die Charaktere sehr präsent dargestellt und die Zusammenhänge nicht zu schnell offensichtlich, doch insgesamt hat die Folge eher einen soliden Eindruck hinterlassen.

VÖ: 16. Juli 2021
Label: Europa
Bestellnummer: 194399032022

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