Oscar Wilde & Mycroft Holmes – 36. Am Ende der Zeit



Mycroft Holmes ist verschwunden, die Spuren in seinem Haus deuten auf eine Entführung hin – und scheinbar ist Dracula für die Attacke gegen die Sonderermittler der Krone verantwortlich. Seine Mitstreiter erhalten eine Nachricht vom Zirkel der Sieben mit dem angeblichen Aufenthaltsort von Holmes, doch der Weg dorthin führt sie nicht nur zum Ärmelkanal, sondern bietet auch allerlei Geheimnisse und Gefahren…

Nach einer fast postapokalyptischen Episode 35 mit sehr düsterem Anklang unter veränderten Umständen geht es in Nummer 36 der Hörspielserie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ abenteuerlicher zu, Wilde und einige seiner Mitstreiter machen sich auf zu einer Rettungsaktion von Holmes und müssen dabei vielen Fallen und Rätseln stellen. Dabei geraten die Gefährten in ganz unterschiedliche Situationen, werden voneinander getrennt, kämpfen sich ihren Weg durch einen unterirdischen Gang und lösen allerlei verzwickte Aufgaben, was unterhaltsam aneinandergereiht wurde. Dabei kommen auch die Charaktere wieder sehr gut zur Geltung, verschiedene bekannte Figuren finden sich dabei zusammen, und jeder trägt seinen Teil zur Lösung bei. Und natürlich gibt es auch hier wieder viele Szenen um die Gegenspieler des Zirkels der Sieben, sodass die vielen charismatischen Figuren sehr gut zur Geltung kommen. Es gibt aber auch neue Figuren, auf den der Fokus in dieser Episode erstmals gelenkt wird, die reichhaltige Szenerie wird also erneut erweitert – und das mit einer sehr gelungenen Konstellation. Natürlich laufen am Ende wieder viele der ausgelegten Fäden zusammen und führen zu einem packenden Finale, das den eher ruhig erzählten Reisebericht verdichtet und mit einigen dramatischen Wendungen versehen. Die Überraschungen dabei funktionieren gut, sodass eine starke Episode der Serie entstanden ist.

Manfred Lehmann ist hier mal wieder in einem größeren Part als Auguste Dupin zu hören, seine prägnante Stimme verleiht der Figur auch hier den nötigen Biss und eine starke Präsenz, sodass seine Szenen sehr gut zur Geltung kommen. Yvonne Greitzke spricht die Rolle der Irene Adler mit spitzer Zunge und wandlungsreichem Auftreten, sodass sie in den verschiedenen Situationen authentisch und überzeugend agiert. Klaus Dieter Klebsch tritt hier erneut in der Serie in einer anderen Rolle in Erscheinung, die er ebenfalls sehr markant darstellt, die Doppelbesetzung zweier so markanter Figuren ist aber etwas irritierend. Weitere Sprecher sind Uve Teschner, Douglas Welbat und Martin Keßler.

Auch hier wird akustisch wieder einiges geboten, die verschiedenen Stimmungen der Episode werden gekonnt aufgegriffen. Dafür sorgen zahlreiche Melodien, mal beschwingt, mal unheimlich, mal dynamisch, die aber immer ein Hauch des Geheimnisvollen umgibt. Auch die Geräuschkulisse ist lebendig inszeniert und sehr gekonnt an die Dialoge angepasst, was besonders die Szenen unter Tage oder im Wasser intensiv klingen lässt.

Wieder mal ragt auf dem Titelbild ein altes Gemäuer in den Nachthimmel, düster und gespenstig durch roten Schein beleuchtet. Die typische Farbgebung der Serie sorgt dabei gemeinsam mit den dezenten Ornamenten in der Rahmengestaltung für einen ansehnlichen Gesamteindruck. Die Sprecherliste ist wieder recht lang geraten und wie immer auf der Rückseite der Hülle zu lesen.

Fazit: „Am Ende der Zeit“ setzt eine sehr gruselige Szene an den Anfang und bietet dann eine abenteuerliche Suche voller Gefahren und gespickt mit vielen Rätseln, die gelöst werden wollen. Dabei wird auf eine dynamische Erzählweise gesetzt, die ganz verschiedene Szenerien zeigt. Die markanten Charaktere, die aus allerlei unterschiedlicher Geschichten stammen, kommen wieder sehr gut zur Geltung und sind das Salz in der Suppe.

VÖ: 26. November 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785783962

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