Die schwarze Serie – 18. Glamis Castle



Robert Stratmore lebt seit seiner Geburt im schottischen Glamis Castle, auch seine Schwester Caitlin lebt in dem alten Gemäuer. Doch seit Roberts Verlobte in einer regnerischen Nacht verschwunden ist, fühlt er sich nicht mehr wohl. Und so beauftragt er den Parapsychologen Alexander Ford, um die rätselhaften Vorkommnisse zu untersuchen. Gemeinsam mit einem kleinen Team nimmt Alexander die Untersuchungen auf – und bekommt schon vor seiner Ankunft ersten Eindruck von den übernatürlichen Phänomenen…

Alte Gemäuer, in denen unheimliche Dinge vor sich gehen, die verflucht scheinen und von einer Gruppe neutraler Beobachter untersucht werden sollen – ein sehr klassisches Setting für eine Gruselgeschichte, was mich aber dennoch immer wieder in seinen Bann ziehen kann. Jedenfalls sofern dies einige eigenständige Elemente und charismatische Charaktere bietet. Die 18. Episode von „Die schwarzen Serie“ bietet genau dieses Setting, dabei steht das schottische „Glamis Castle“ im Fokus. Nach einem kurzen Intro mit der Beauftragung von Alexander Ford spielt die Folge fast ausschließlich in den weitläufigen Gemäuern, dennoch entsteht durch den häufigen Wechsel der Erzählperspektive eine dynamische Wirkung. Und auch der Spannungsbogen wird dabei gekonnt aufgebaut, da immer wieder unheimliche, schockierende oder überraschende Momente eingebaut sind. Gekonnt ist auch eingebaut, wie die Gruppe um Robert einen Plan entwickelt, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen, aber auch wie die Bewohner des Schlosses ihre besondere Aura mit einbringen können. Teil basiert die Geschichte auf realen Ereignissen, teils auf Legenden, die sich um das Schloss ranken, die Szenerie wurde aber in die aktuelle Zeit versetzt und bekommt so einen nahbaren und aktuellen Anstrich. Das ist unterhaltsam, unheimlich und spannend geraten, sodass eine starke Episode der Serie entstanden ist.

Janis Zaurins hat als Alexander Ford eine wesentliche Rolle eingenommen und überzeugt dabei mit einem zunächst soliden und eloquenten, sich aber dann immer weiter steigernden Ausdruck, sodass die Spannungskurve gekonnt nachgezeichnet wird. Der wunderbare Douglas Welbat bringt als Robert Stratmore seine markante Stimme gekonnt ein und passt sich wunderbar der vorherrschenden Atmosphäre an, wobei er auch kleine Gefühlsregungen zum Anklang bringt. Auch Ilona Otto ist als geheimnisvolle Jessica Coleman sehr gut besetzt, ihren klaren Klang passt sie gekonnt an die verschiedenen Szenen an. Weitere Sprecher sind Tammo Kaulbarsch, Ulrike Möckel und Uschi Hugo.

Die akustische Gestaltung der Episode ist vielseitig und treffend gelungen, insbesondere die Geräuschkulisse ist treffend gelungen und bietet eine Vielzahl passender Kulissen. Insbesondere das alte Schloss wird dadurch lebendig, beispielsweise durch überzeugende Halleffekte. Auch die eingebundene Musik ist atmosphärisch und treffend geraten, wobei besonders die unheimlichen Szenen einen gekonnten Eindruck erhalten.

Natürlich bekommt man auf dem Titelbild einen Eindruck von dem hoch aufragenden Gemäuer, welches durch die düstere Beleuchtung und die fahle Farbgebung einen unheimlichen Eindruck verströmt. Schön, dass dafür eine Aufnahme des realen Schlosses verwendet wurde. Dazu passt die altertümliche Schriftart des Folgentitels und der dezente Schriftzug der Serie. Das Innere ist sehr schlicht gehalten, im Inneren gibt es aber natürlich eine Übersicht der Mitwirkenden an der Produktion.

Fazit: „Glamis Castle“ verbindet Legenden des realen Gemäuers mit einer spannenden und unheimlichen Geschichte, die viele klassische Ansätze verfolgt und dennoch nicht repetitiv wirkt. Die Charaktere sind charismatisch, der Aufbau vielseitig und unterhaltsam, die Szenerie dicht und düster – sehr hörenswert.

VÖ: 24. Juni 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662792

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