Der kleine Wassermann



Die Aufregung im Haus des großen Wassermannes ist groß, als seine Frau ihm eines Tages seinen Sohn, den kleinen Wassermann vorstellt. Ein großes Fest soll zu seinen Ehren gefeiert werden, sogar der Moormann gibt sich die Ehre. Doch schon dann können alle ahnen, dass es noch ziemlichen Wirbel um den kleinen Wassermann geben wird, denn er schwimmt bereits fröhlich durch die Gegend. Und tatsächlich ist er so neugierig, dass er schon bald allein die Umgebung erkunden will…

Otfried Preußler hat zahlreiche Kinderbücher geschrieben, die zu Klassikern geworden sind und seit Jahrzehnten in Kinderzimmern zu finden sind. Auch „Der kleine Wassermann“ hat nichts von seinem Charme und seiner Anziehungskraft verloren, sodass Silberfisch im Rahmen der Neuvertonung einiger Geschichten des Autors auch diese Geschichte als Hörspiel umgesetzt hat. Die Umsetzung hält sich dabei sehr nahe an den Wortlaut des Buches und setzt deswegen auch die recht lange Beschreibung des Lebens Unterwasser um, bei dem eigentlich nicht allzu viel passiert, bei dem aber eine so dichte und wunderbare Stimmung entsteht. Das Leben der Wassermänner und -frauen mit seinem ganz anderen Alltag, der unserem Leben aber doch auf vielerlei Arten ähnelt, ist herrlich umgesetzt. Es macht Spaß, vom fantasievollen Essen, den Regeln im Mühlenweiher und seinen faszinierenden Bewohnern zu hören. Aber auch die Entdeckung des Landes durch den kleinen Wassermann hat mir sehr gut gefallen, die Aufregung und die abenteuerliche Stimmung kommen sehr gut zur Geltung – und eben auch immer dann, wenn eher Situationen beschrieben werden als dass sich die Handlung entwickelt. Das macht viel Spaß und ist lebendig umgesetzt, sodass eine hörenswerte Produktion entstanden ist.

Franz Röbig spricht die Rolle des kleinen Wassermanns sehr lebendig und aufgeweckt, was besonders aufgrund seines Alters sehr beachtlich ist. Er bringt die Neugier und seine aufgeweckte Art sehr überzeugend zur Geltung und bringt die Lebensfreude der Geschichte mit in seine Sprechweise ein. Frauke Pohlmann führt als Erzählerin sehr gekonnt durch die Handlung und spricht ihre Texte mit hörbarer Freude, die verschiedenen Stimmungen werden ebenfalls gekonnt von ihr aufgegriffen. Gottfried Breitfuss ist als großer Wassermann zu hören, seine freundliche Art kommt durch seine gutmütige und warme Stimmung gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Steffi Kühnert, Santiago Ziesmer und Matthias Matschke.

Das Hörspiel ist reichhaltig mit Musik unterlegt, sodass eine sehr dichte Atmosphäre entsteht. Die klassischen Instrumente sorgen für unterschiedliche Stimmungen und fangen die Mystik der Geschichte gekonnt ein. Helle Flöten, sanfte Geigen, düstere Kontrabässe – das ist sehr gut komponiert. Alles wirkt aber dennoch spielerisch und leicht. Geräusche spielen eher eine untergeordnete Rolle, sind aber dennoch stimmig eingebunden.

Eine Variation des bekannten Buchcovers mit einem leicht anderen Zeichenstil ist für das Cover des Hörspiels ausgewählt worden, sodass man direkt einen Eindruck des kleinen Wassermanns erhält, der auf einem Fisch durch das Wasser reitet. Das Grün des Hintergrunds wird auch in der restlichen Gestaltung verwendet, inklusive des kleinen Booklets, in dem einige Fotos der Sprecher bei den Aufnahmen zu finden sind.

Fazit: „Der kleine Wassermann“ konzentriert sich zunächst auf die fantasievolle Unterwasserwelt im Mühlenweiher und seiner teils recht kauzigen Bewohner, was lebendig und energiegeladen umgesetzt wurde. Auch die Abenteuer an Land und die langsame Entwicklung der eigentlichen Handlung machen in dieser Neuinszenierung viel Freude, auch wegen der lobenswerten Sprecherauswahl.

VÖ: 29. November 2021
Label: Silberfisch
Bestellnummer: 9783745601886

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