Hanni und Nanni – 70. Schlechte Karten für Hanni und Nanni



Es scheint ein richtiger Unglückstag für Hanni, Nanni und ihre Mitschülerinnen zu werden – gleich zwei unangekündigte Klassenarbeiten stehen an. Doch um den Französisch-Test kommen sie gerade noch herum, als mit Stella-Marie eine neue Klassenkameradin eintrifft. Das topmodische Mädchen mischt aber nicht nur ihre Hilda, Jenny und Co. auf, sondern hinterlässt auch bei den Lehrern mit guten Noten Eindruck. Aber es scheint etwas Seltsames mit Stella-Marie auf sich zu haben…

Auch wenn es auf dem Lindenhof eine eingeschworene Gemeinschaft von Mädchen gibt, werden auch immer wieder neue Mitschülerinnen in die Clique aufgenommen – und das sorgt in der langlebigen „Hanni und Nanni“-Serie immer wieder für neue Impulse. In der 70. Episode kommt unter einem kurzen Vorwand Stella-Marie auf dem Lindenhof an, wobei man wieder ziemlich viel Flair der Serie erleben kann. Es macht Spaß, den Mädchen bei ihren Gesprächen zuzuhören, entscheidende Situationen mit den Lehrern zuzuhören oder die Ergebnisse der Klassenarbeiten zu erfahren. Die eigentliche Handlung um die Tarotkarten, mit denen Stella-Marie angeblich die Zukunft vorhersagen kann, kommt dabei erst relativ spät ans Laufen, sodass die Geschichte zunächst etwas vor sich hinplätschert. Doch in einer gut inszenierten Szene, in der einige Vorhersagen getroffen werden, kommt ein wenig unheimliche Stimmung auf, und auch danach wirkt die Handlung viel fokussierter und nimmt dann auch deutlich an Fahrt auf. Mir gefällt dabei, wie die unterschiedlichen Standpunkte der Mädchen dargestellt werden, ebenso wie am Ende eine deutliche Aussage zum Thema Aberglaube und Magie steht – zumal auch gefühlvolle Momente um Verständnis und Enttäuschung eingebunden sind. Ergänzt durch die unterhaltsame Stimmung ist so eine gelungene Episode der Serie entstanden.

Mit Dorette Hugo stößt als Stella-Marie eine weitere sehr jungklingende Schauspielerin zu der Gruppe hinzu, die mit ihrer kraftvollen und ausdrucksstarken Stimme eine sehr gelungene Figur erschafft und dabei für eine gelungene Stimmung sorgt. Auch Manuela Dahm ist als Nanni wieder sehr überzeugend, ihre vernünftige Art kommt sehr gut zur Geltung, zumal sie sehr authentisch spricht und bestens in die Gruppe passt. Susanne Wulkow ist als Hilda natürlich ebenfalls mit dabei, sie setzt die Eigenheiten des Mädchens gekonnt in Szene und sorgt für einige sehr gelungene Momente. Weitere Sprecher sind Barbara Schipper, Kerstin Draeger und Reinhilt Schneider.

Neben dem fröhlichen Titelsong sind auch während der Handlung immer wieder kleine Melodien eingebaut, die die Szenenübergänge sanfter gestalten oder die Erzähltexte untermalen, wobei die Stimmung der jeweiligen Szene gekonnt aufgefangen wird. Auch die Geräusche sind passend eingebaut und lassen die Dialoge lebendiger wirken, was für eine authentische Atmosphäre sorgt.

Stella-Marie bekommt man auf dem Titelbild zwar nicht zu sehen, dafür sind Hanni und Nanni gemeinsam mit ihren Freundinnen in der Schulbibliothek bei ihren Recherchen zu sehen, womit eine Szene aus dem Hörspiel aufgegriffen wird. Die pastelligen Farben und der nostalgische Zeichenstil kommen dabei ebenso gut zur Geltung wie die gelungene Idee mit den Fotostreifen am Rand.

Fazit: „Schlechte Karten für Hanni und Nanni“ bietet eine durchgängig sehr gelungene Stimmung und bringt die Freundschaft der Mädchen sehr gut zur Geltung. Die eigentliche Handlung um de Tarotkarten startet dann allerdings recht spät und wird zum Ende hin auch leider etwas abgewürgt, kommt insgesamt aber gut zur Geltung – zumal Neuzugang Stella-Marie frischen Wind mit sich bringt.

VÖ: 24. September 2021
Label: Europa
Bestellnummer: 194398001623

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