Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 29. Die Verschwörung



Phileas Fogg wird auf offener Straße von der charmanten Louise Bernier angesprochen, einer Mitarbeiterin des Politikers Laurent Garreau. Dieser ist in einer wichtigen Sitzung im bekannten Reform Club, benötigt aber dringend seine Medikamente. Fogg erklärt sich bereit, diese zu übergeben, muss jedoch feststellen, dass die Dame ihr offensichtlich eine Lüge aufgetischt hat. Doch warum die Medikamente in den Club geschmuggelt werden sollten, erfährt Fogg auf äußerst unangenehme Weise…

Alle vier Episoden startet bei „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“, der Abenteuerserie nach Motiven von Jules Verne, ein neuer Handlungsstrang. „Die Verschwörung“ ist als 29. Episode der Reihe deswegen der Auftakt zu einer neuen Geschichte – Neueinsteiger könnten hier die Serie dementsprechend neu entdecken, die Rahmenhandlung und die Konstellation der Figuren erschließt sich aus dem Zusammenhang oder wird kurz erklärt. Der Einstieg ist dann auch recht kurzweilig geraten, schon nach wenigen Minuten ist die Handlung bei ihrem Kern angekommen und stellt Fogg vor eine neue Herausforderung, bei der er selbst ins Fadenkreuz der Justiz gerät. Das Gefühl ist dabei ein anderes als sonst: Statt abenteuerlicher Reisen durch die Weltgeschichte mit vielen gefährlichen Situationen geht es deutlich ruhiger zu, die Bedrohung kommt zunächst aus einer ganz anderen Richtung als gewohnt. Zwar nimmt die Handlung später mehr Fahrt auf und kehrt zu gewohnterem Terrain zurück, so richtig aufregend war die Handlung im ersten Drittel allerdings nicht. Insgesamt ist die Stimmung etwas bedrückend, fast ein wenig ausweglos und bringt so ganz neue Facetten mit ein, später gibt es dann aber auch mehr Hinweise, in welche Richtung sich dieser Vierteiler entwickeln wird. Das macht zwar Lust auf mehr, bringt wieder den Humor der Serie gut zur Geltung und knüpft wieder ein wenig an das Serienuniversum an, ist aber insgesamt nicht so spannend und aufregend, wie man es sonst von Phileas Fogg gewohnt ist.

Sascha Drager ist in der Rolle des Phileas Fogg erneut sehr überzeugend und spricht den Abenteurer mit energiegeladener und ausdrucksstarker Stimme, passt sich gekonnt den verschiedenen Szenen an und unterstreicht damit den Spannungsbogen der Handlung. Helmut Gauß ist in der Rolle des Oliver Cameron ebenfalls gut besetzt, sein ruhiger, tiefer Klang bringt noch einmal eine andere Note in die Handlung ein und setzt dabei einige gekonnte Facetten ein. Auch Kim Kasper punktet als Edmond Dantes mit einer sehr präzisen Sprechweise und einer gewohnt starken Aura, sodass eine weitere glaubwürdige Figur entstanden ist. Weitere Sprecher sind Sina Zadra, Volker Brandt und Werner Wilkening.

Die Handlung ist deutlich ruhiger geraten, da zieht die akustische Gestaltung naturgemäß mit. So ist gerade die musikalische Untermalung zurückhaltender als sonst, sorgt aber auch hier wieder für gelungene Szenenwechsel und zusätzliche Stimmung. Die Geräuschkulisse ist ebenfalls stimmig und sorgt für einen glaubhaften Ausdruck, ist insgesamt aber ebenfalls etwas ruhiger geraten.

Das Gebäude des Reform Clubs ist im Dämmerlicht zu sehe, aus den Fenster scheint gelbliches Licht, der Himmel ist wolkenverhangen – das Titelbild bietet dieses Mal ebenfalls ein etwas schlichteres Motiv, passt aber gut zu der bedrückenden Stimmung der Episode. Das Innere ist wie immer eher schlicht gestaltet, die Mitwirkenden sind aber wie immer übersichtlich aufgeführt.

Fazit: Die Handlung setzt zwar früh mit dem Verdacht gegen Phileas Fogg an, entwickelt sich aber recht langsam weiter und findet erst spät zu einem spannenderen Verlauf. Das ist sicherlich durchgängig unterhaltsam, zumal der Charme der Figuren wieder gut zur Geltung kommt, insgesamt konnte mich „Die Verschwörung“ aber nicht so sehr packen wie andere Episoden der Serie.

VÖ: 19. November 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662693

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