Die drei ??? – 213. Der Fluch der Medusa



Die drei ??? beobachten zufällig einen Mann, der Post aus einem fremden Briefkasten stiehlt. Sofort nehmen sie die Verfolgung auf und können den gestohlenen Brief nur durch einen Trick an sich bringen. Doch auch der eigentliche Empfänger Jojo kann nichts mit dem Inhalt anfangen – es handelt sich um eine unverständliche Abfolge von Buchstaben und Zahlen. Dabei hofft der Junge auf ein Zeichen von seinem Vater, der bei einer seiner Recherchen als Journalist verschwunden ist…

Kaum eine Hörspielserie hat sich einen so großen Popularitätsstatus erarbeitet wie „Die drei ???“, die seit Jahrzehnten ihren festen Platz haben. Und da immer neue Hörer nachrücken, viele alte aber bei ihren Kindheitshelden geblieben sind, sind Erfolg und Veröffentlichungsrhythmus ungebrochen, sodass man bereits bei Folge 2013 in den Händen halten kann. „Der Fluch der Medusa“ weckt mit seinem Titel Erwartungen an die ebenso tragische wie schreckliche Figur der griechischen Mythologie – doch der Hörer wird lange warten müssen, bis er auch nur eine Andeutung der schlangenhaarigen Frau zu hören bekommt. Fast bis zum Ende sogar. Der Anfang mit dem verzwickten Rätsel um die merkwürdige Abfolge von Buchstaben und Zahlen ist noch recht unterhaltsam geraten, danach scheint die Geschichte aber schon etwas die Kontinuität zu verlieren. Es werden zahlreiche verschiedene Figuren vorgestellt, die alle irgendwie mit dem Fall zu tun haben. Das alles einzuordnen und gedanklich zu sortieren fällt gar nicht so einfach, zumal sich die Geschichte immer weiter von seinem Ausgangspunkt wegzubewegen scheint. Das hinterlässt den Eindruck, dass zu viele Ideen eingeflossen sind, auch wenn viele Szenen prägnant und stark erzählt sind. Das Ende wird dann sehr überstürzt zusammengefasst, sodass gefühlt nicht alle Fäden zusammenlaufen und ein etwas lückenhaftes Bild entsteht. Zu viele an sich gute Ansätze hindern „Der Kopf der Medusa“ deswegen daran, wirklich stark zu sein.

Anne Carmichael wird von Anne Moll gesprochen, die ihre sehr angenehme Stimme gelungen an die Stimmung der Episode anpasst und die besorgte Mutter authentisch klingen lässt. Leider kann Lovis Harloff als ihr Sohn Jojo da nicht ganz mithalten, er wirkt nicht nur zögerlich, sich voll auf den Charakter einzulassen, sondern bekommt die Betonung einiger auch nicht ganz flüssig hin, sodass er einen recht steifen Eindruck hinterlässt. Lutz Mackensy ist als Gravedigger hingegen äußerst lebendig und ausdrucksstark, der sehr besondere Charakter bekommt durch ihn eine einzigartige Note verliehen. Weitere Sprecher sind Sabine Kaack, Gordon Piedesack und Theresa Underberg.

Die akustische Gestaltung hat einige Höhen und Tiefen. So ist einige Male Musik zu hören, die tief aus dem Europa-Archiv stammt, aber bei weitem nicht immer die jeweils vorherrschende Stimmung aufgreift. Andere Momente werden jedoch mit passenden Melodien untermalt, die die Spannung steigern können. Die Geräuschkulisse ist wie immer solide und glaubwürdig.

Das steinerne Antlitz der Medusa ist auf dem Titelbild gezeigt, mit weit aufgerissenem Mund und leeren, weißen Augen wirkt sie sehr ausdrucksstark, was durch die charakteristischen Schlangenhaare noch verstärkt wird. Wie der Rahmen ist auch die restliche Gestaltung vorrangig in schwarz gehalten und übersichtlich aufgebaut, wobei die Trackliste auf der Rückseite natürlich nicht fehlen darf.

Fazit: „Der Fluch der Medusa“ vereint leider zu viele Ideen und zerfranst daher, zumal es schwer fällt, die einzelnen Elemente sinnvoll zusammen zu bekommen. Ich mag zwar einige exzentrische Momente, insgesamt ist aber eine eher schwache Episode geraten, die etwas zu abgedreht wirkt und das Ende deutlich zu überhastet erzählt.

VÖ: 26. November 2021
Label: Europa
Bestellnummer: 194398130125

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