Inspector Lestrade – 13. Faksimile der Angst



Ein Magier versetzt in London sein Publikum in Erstaunen, indem er tote Tiere wieder zum Leben erweckt, angeblich mit der Macht des Merlin. Das erweckt jedoch nicht überall Gefallen, insbesondere ein Priester ist ein harter Kritiker. Gerade dieser wird jedoch ermordet, scheinbar von einer Leiche, die sich selbst aus ihrem Grab befreit hat – wiedererweckt vom großen Veneficus. Inspector Lestrade steht vor einem schier unlösbaren Rätsel…

Bereits Sherlock Holmes hat scheinbar übernatürliche Phänomene aufgedeckt, auch in der Ablegerserie um „Inspector Lastrade“ dreht sich die 13. Episode um ein solches Thema. Dass dabei eigentlich ein Mord aufgeklärt werden soll, gerät fast ein wenig in den Hintergrund, auch wird der Mord an dem Priester überraschend unspektakulär inszeniert. Viel mehr wird das Mysterium von den wiedererweckten Leichen von Mensch und Tier in den Fokus gerückt, was schon in der gelungenen Introszene eingeleitet wird. Auch der Verlauf ergründet die Hintergründe des Magiers und Personen aus seinem Umfeld, die Beweislage scheint sich immer mehr zu seinen Gunsten zu verschieben, was für eine geheimnisvolle Stimmung sorgt – den Hörer der Serie ist aber natürlich dennoch klar, dass eine übernatürliche Komponente Teil der Auflösung sein kann. Die verschiedenen Elemente sind zwar gut miteinander kombiniert, allerdings wird die Handlung stellenweise recht langsam und kleinteilig erzählt. Ich hatte den Eindruck, dass die Geschichte dann etwas auf der Stelle tritt. Die Auflösung ist dann aber treffend geraten und baut sich über mehrere Szenen mit kleinen Teilen des Rätsels auf, was für einige Überraschungen sorgt und weit mehr Substanz offenbart, als man es zunächst vermutet hätte. Ergänzt durch einige thematische Momente, beispielsweise um den europaweiten Krieg oder aus der Ehe von Lestrade, wird daraus eine insgesamt ansprechende Episode, zumal auch der Humor der Serie gut zur Geltung kommt.

Lothar Hinze ist in der Rolle des Veneficus zwar nicht allzu häufig zu hören, bringt dann aber eine sehr prägnante Stimmung mit ein und sorgt für eine mystische, kühle und herrische Atmosphäre, die sehr prägnant wirkt. Jörg Hengstler spricht die Rolle des Thomas Lovell mit sehr betonter Stimme, die den bissigen Humor sehr gelungen zur Geltung kommen lässt, aber auch sein Scharfsinn kommt gut zur Geltung. Auch Josephine Schmidt ist als Patsy Dawes sehr gut besetzt und verleiht der Figur eine treffende Ausstrahlung und passt sehr gut in die Atmosphäre der Serie. Weitere Sprecher sind Bastian Sierich, Reinhard Scheuermann und Manuel Straube.

Akustisch lässt sich das Team um Regisseur Gerd Neumann glücklicherweise nicht dazu hinreißen, allzu sehr auf die mystische Atmosphäre um Veneficus einzugehen, sondern bleibt der bisherigen akustischen Gestaltung treu. Viele passende Geräusche, die die Szenen lebendiger gestaltet, aber in den Szenenwechseln auch passende Musik, was stimmig und wie aus einem Guss wirkt.

Ein nächtlicher Friedhof, vom silbrigen Mond beleuchtet, wurde als Motiv für die Titelillustration ausgewählt. Dass der Sarg neben seinem Grabstein offen ist, deutet eine Szene aus dem Hörspiel an, zumal die Stimmung des Bildes sehr passend geraten und düster ist. Die restliche Gestaltung ist wie immer zurückhaltend und sachlich aufgebaut, enthält aber alle notwendigen Informationen über die Mitwirkenden.

Fazit: „Faksimile der Angst“ spielt mit einen mysteriösen Hintergrund und bauscht diese Thematik ziemlich auf, sodass der eigentliche Mord in Vergessenheit gerät – übrigens konzentriert sich auch die Auflösung nur wenig daraus. Der Verlauf ist zunächst etwas langsam, was aber alles an der magischen Täuschung hängt, ist überraschend und erstaunlich geraten. Eine solide Episode, die erst im Laufe der Zeit an Fahrt aufnimmt.

VÖ: 12. November 2021
Label: allscore
Bestellnummer: 9783864737022

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