Sinclair Underworld – 3. 180 bpm



Während John Sinclair von Powell weitere Details über Benjamin Shelford erfährt, ist er wieder auf dem Weg zu der düsteren Abtei Abbey Wood. Er ist auf der Suche nach Hinweisen, warum ausgerechnet er gegen die Attacken der unheimlichen Wesen immun ist. Shao hingegen ist Tian auf der Spur, um weitere Drogendelikte zu verhindern. Doch nach den überwältigenden Erlebnissen mit Sinclair ist ihr diese Arbeit nicht mehr genug…

„Underworld“ heißt bereits der zweite Abschnitt der Neuinterpretation der „Sinclair“-Serie, in der Shao als Ermittlerin eine wesentliche Rolle einnimmt. Passenderweise heißt die dritte Episode „180 bpm“, denn die Handlung nimmt hier noch einmal richtig Fahrt auf. Zunächst ist sie zweigeteilt, es gibt einen Abschnitt um John Sinclair, der dem Geheimnis um Abbey Wood weiter auf den Grund geht, sowie einen weiteren um Shao, die im Drogendezernat ganz andere Ermittlungen anstellt – stellenweise übrigens ziemlich unappetitlich umgesetzt. Doch es gibt darin eingestreut beispielsweise auch Szenen um den wichtigen Zeugen Benjamin Shelford, die der Handlung weitere Dynamik verleihen – allerdings auch weitere Komplexität. Man sollte hier nicht unterschätzen, wie komplex die Handlung ist, wie viele Charaktere im Blick behalten werden wollen. Das ist sicherlich auch eine Stärke der Serie, da sie vielschichtigere Zusammenhänge ermöglicht, man muss aber die vollen 78 Minuten seine Aufmerksamkeit auf die Handlung lenken. Natürlich verflechten sich die Handlungsstränge später, das Umfeld von illegalen Raves sorgt dabei für eine sehr gelungene Note. Dabei wird eher die Serienhandlung weitererzählt als eine darin eingebettete eigene Geschichte zu erzählen, wobei aber einige interessante neue Aspekte eingebunden wurden und ein spannender Verlauf präsentiert wird.

Wolfgang Häntsch ist als Erzähler zu hören und schafft mit seiner tiefen Stimme viel zusätzliche Atmosphäre, zumal er sehr nuanciert spricht und die raue Stimmung der Serie gekonnt in seinen Texten mitklingen lässt. Benjamin Shelford wird von Timo Kinzel gesprochen, der nicht nur seine Dialoge sehr lebendig und glaubwürdig umgesetzt, sondern auch der Figur auch einen sehr präsenten Ausdruck verleiht. Sadako Shao wird von Stephanie Kellner wieder mit leicht brüchiger Stimme umgesetzt, der sie einen eindringlichen Klang verleiht und sowohl in ruhigen Erzähltexten, Dialogen wie auch in Actionszenen punkten kann. Weitere Sprecher sind Gerlinde Dillge, David Berton und Volker Hanisch.

Mit der Serie nach der Heftromanreihe ist diese Umsetzung auch akustisch nicht zu vergleichen, die Musik wirkt moderner, enthält viele elektronische Elemente und hat einen düsteren Anklang. Auch die Geräusche wirken sehr unmittelbar und sorgen für einen markanten Ausdruck, die raue Atmosphäre der Handlung wird dadurch gekonnt unterstützt. Sehr gelungen ist auch, wie unheimliche auch diese Folge streckenweise wieder wirkt.

Beim Titelbild muss man schon etwas genauer hinsehen, um einen Unterschied zu den anderen Episoden zu erkennen: Lediglich in der oberen rechten Ecke sind Folgennummer und Titel abgedruckt, ansonsten gibt es wieder das identische Bild von Shao, kombiniert mit einem hell erleuchteten Kirchenfenster auf ihrer Brust. Im Inneren des düster gestalteten Booklets gibt es allerdings noch einige neue Fotos – natürlich wie immer gemeinsam mit der Auflistung der Mitwirkenden.

Fazit: „180 bpm“ ist mit seiner dynamisch erzählten Handlung in mehrere Strängen sehr aufregend erzählt, zumal die düstere und raue Atmosphäre der Serie wieder sehr gut zur Geltung kommt. Allerdings wird die Komplexität noch weiter gesteigert, trotz einiger Teilauflösungen gibt es immer neue Rätsel. Gemeinsam mit der sehr gelungenen Produktion ist so eine weitere hörenswerte Episode der Serie entstanden.

VÖ: 30. Juli 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757932

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