Macabros – 19. Im Schlund der Höllenschlange



Die Fahrt des Arztes zu einem Notfall auf eine abgelegene Farm kommt zu spät – Mr. Lowestone stirbt plötzlich und unerwartet. Doch während seines Todeskampfes attackiert er auch seine Frau. Und: Der Arzt kommt nie auf der Farm an und ist seitdem verschwunden. Björn Hellmark hat einige Wochen vor seinem Tod einen Briefwechsel über einen geheimnisvollen Stein mit ihm begonnen und will der Sache nun auf den Grund gehen…

„Macabros“, eine Heftromanserie aus der Feder von Dan Schocker, erlebt durch WinterZeit eine Renaissance als Hörspiel, mit „Im Schlund der Höllenschlange“ ist die mittlerweile 19. Episode der chronologisch umgesetzten Geschichten erschienen – und diese bringt noch einmal eine andere Note in die Serie mit ein, die mir gut gefallen hat. Im Regelfall muss sich Björn Hellmark schnell übermächtigen Gegenspielern in den Weg stellen oder heftige Bedrohungen werden recht schnell in den Fokus gerückt. Hier geht es deutlich ruhiger und deswegen auch unheimlicher und düsterer zu. Schon die Introszenen um den Tod von Mr. Lowestone ist zeitlich nicht ganz kontinuierlich erzählt, sondern lässt kleinere Lücken. Auch die Rekonstruktion des Hergangs und der Umstände seines Todes sind lange Zeit ein großes Rätsel. Die Erzählweise ist über weite Teile bodenständiger, das Übernatürliche spielt sich eher im Verborgenen ab, und genau das sorgt für eine sehr dichte Stimmung und einen großen Reiz. Dennoch bleibt die Serie sich treu und baut später auch wieder präsentere und actionreichere Szenen mit ein, sodass auch Fans dieser Momente auf ihre Kosten kommen. Dennoch gefällt mir die unheimlichere Gangart sehr gut, zumal das Tempo zwar langsam, die Handlung aber durchgängig sehr interessant ist.

Die wundervolle Marianne Groß ist in der Rolle der Anne Lowestone zu hören, die mit ihrer angenehm dunklen Stimme eine düstere Melancholie in die Handlung einbringt und wie immer sehr authentisch klingt. Als Mallow ist Marko Bräutigam zu hören, der eine kraftvolle Sprechweise anbietet und eine überzeugende Figur schafft, die er mit einigen interessanten Facetten ausstattet. Auch Cathleen Gawlich punktet mit sehr lebendiger und treffender Ausdrucksweise, passt sich gelungen an die verschiedenen Situationen an und verleiht der Figur der Geri Hopkins so eine gelungene Aura. Weitere Sprecher sind Marco Esser, Rieke Werner und Ekkehard Belle.

Die Geräuschkulisse ist sehr authentisch umgesetzt und mit vielen Klängen ausgestattet, die einen stimmigen Hintergrund schaffen. Das ist sehr abwechslungsreich und auch gut auf die vielen, eher ruhigen Momente abgestimmt. Auch die Musik ist erneut passend umgesetzt und sorgt mit einigen bekannten, aber auch vielen neuen Melodien für zusätzliche Atmosphäre – nicht nur in den Szenenwechseln, sondern auch während einiger besonders intensiver Szenen.

Die Höllenschlange, die der Geschichte ihren Titel verleiht, ist auf dem Cover in einem hellen, fast schon ätherischen Grün dargestellt, wobei besonders ihre Länge gut zur Geltung kommt. Die Attacke auf den panisch davonrennenden Mann wird durch das gelungene Lichtspiel mit viel Schatten und einer Art Feuerball hübsch unterstrichen. Das Innere ist schlicht und übersichtlich gehalten, natürlichen werden die Mitwirkenden an der Produktion aber aufgelistet.

Fazit: „Im Schlund der Höllenschlange“ ist gerade zu Anfang deutlich ruhiger erzählt, lässt sich Zeit, die Handlung gemeinsam mit einer düsteren Stimmung aufzubauen. Das wirkt wesentlich unheimlicher und bedrohlicher, da dem Hörer immer wesentliche Bestandteile vorenthalten werden, die erst später aufgedeckt werden. Zum Finale gibt es natürlich auch wieder packende Actionmomente, der Weg dorthin gefällt mir aber noch besser.

VÖ: 24. September 2021
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960663188

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